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Peter Hollo: Nachhaltigkeit als Chance begreifen!

Auch wenn die Pressemeldungen über Fridays for Future weniger und der Hype um Greta leiser wird, so darf das niemanden darüber hinwegtäuschen, dass Nachhaltigkeit und nachhaltiges wirtschaften eines der zentralen Themen der nächsten Jahre sein wird. Und das gerade in unserer Branche. Denn nahezu keine andere Branche arbeitet so dicht an einer Zielgruppe, deren Werte und Vorstellungen sich genau um solche Themen drehen.

 

Selbstverständlich kann man manch jugendlichen Elan belächeln und so manche verbale Entgleisung kritisch sehen, aber der Kern bleibt. Auch die Spielwarenbranche muss umdenken und sich der neuen Zeit stellen. Und dabei geht es nicht darum sich schulterzuckend oder gar genervt durchzulavieren, sondern Prozesse aktiv mitzugestalten oder gar zur Speerspitze einer solchen Bewegung zu werden. Denn all jenen, die nicht selbst mitgestalten, denen wird man über kurz oder lang das Heft aus der Hand nehmen und man wird mal wieder reaktiv einer Veränderung hinterher laufen.

 

Viele Unternehmen sind da auf einem sehr guten Weg. Wer das sehr gut begriffen hat, das ist Hasbro. Zum einen achtet Hasbro schon seit einigen Jahren bei den Verpackungen darauf möglichst wenige Wertstoffe zu verwenden und einzelne Komponenten durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen, und zum anderen ruft das Unternehmen Kunden dazu auf eigene Spielzeuge aktiv zu recyclen und bietet online einen entsprechenden Dienst dafür an.

 

Sind wir mal ehrlich. Unsere Branche verursacht jedes Jahr Millionen Tonnen von Plastik. Als Plastikspielzeuge oder in Verpackungen. Und jetzt bitte machen Sie nicht zwei Dinge: bitte sagen Sie mir nicht, "das machen andere Branchen auch" oder "wir machen Holzspielzeug". Auch Holzspielzeug hat per se mit Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein nur wenig zu tun. Wer hier nicht sehr genau die Quellen prüft, der arbeitet schnell mit am Raubbau ganzer Landstriche.

 

Im übrigen ist ein solcher Reflex auch gar nicht das Thema. Ich möchte Sie ermutigen in diesem Punkt einfach deutlich couragierter zu sein. Nicht darauf zu warten, dass das die Gesellschaft oder der Gesetzgeber zukünftig von Ihnen verlangen, sondern sich Ihren USP in genau diesem Bereich zu suchen. Nicht als Greenwashing oder Aufspringen auf den nächsten Trend, sondern mit echtem Commitment und echtem Veränderungswillen. Es genügt nicht, derzeit herrschende Gesetze und Vorschriften einzuhalten - was alle namhaften Unternehmen (abgesehen von irgendwelchen scharzen Schafen) immer tun. Setzen Sie Maßstäbe bevor sie Ihnen gesetzt werden! Denn die Zeiten ändern sich und wir uns mit Ihnen. Sie haben die Möglichkeit etwas zu bewegen und die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Nutzen Sie diese.

 

Und wem das jetzt alles zu weltbewegt und öko war. Es gibt eine ganze Reihe knallharter Wettbewerbsvorteile, die ein solches Umdenken und Handeln mit sich bringt:

  • Generieren Sie Wettbewerbsvorteile, z.B. durch Kostensenkungen, z.B bei Einsparungen im Verpackungsbereich.
  • Erschließen Sie damit neue Märkte und Zielgruppen.
  • Entwickeln Sie ganz neue und innovative Produkte.
  • Erhöhen Sie damit die Kundenbindung.
  • Sichern Sie sich damit gegen mögliche Risiken und Ansprüche Dritter ab.
  • Sichern Sie damit Ihr Geschäftsmodell. Uns allen sollte die Autobranche als Warnung dienen, deren permanentes uneinsichtiges "weiter so" sie derzeit in ernste Schwierigkeiten bringt.
  • Erhöhen Sie die Mitarbeitermotivation und sichern Sie sich Wettbewerbsvorteile bei der Gewinnung von Fachkräften.

Allesamt Themenbereiche in denen Sie sich massiv als Unternehmen profilieren können. Nutzen Sie Ihre Chance und machen Sie sehr viel mehr als Sie müssen und schlagen Sie den Wettbewerb zukünftig mit mutigen und innovativen Konzepten. ...bevor man sie Ihnen von außen vorgibt.

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