Viele Licensing-Deals scheitern nicht am Interesse, sondern am Prozess. Insofern hat die Lizenz Branche kein Problem mit Ideen, sondern mit der (Infra)struktur. Wir bei Pazar wollen dieses Problem lösen.
Bei Red Bull habe ich als Head of Licensing und später als General Manager in den USA globale Deals mit Partnern wie PUMA, Nike, TAG Heuer und Aston Martin verhandelt und dabei Vertragsstrukturen, Freigabeprozesse und Reporting-Systeme für über 170 Märkte verantwortet. Heute bauen wir Pazar, weil ich die Ineffizienzen dieser Branche aus eigener Erfahrung kenne.
Was ich in all diesen Jahren gelernt habe: Ein Deal startet mit echtem Interesse, die Beteiligten sehen Potenzial, erste Ideen sind da - trotzdem kommt am Ende nichts zustande. Oder es dauert zu lange.
Nicht, weil Rechteinhaber und Lizenznehmer nicht zueinander passen. Sondern weil der Weg dazwischen zu langsam, zu komplex und zu teuer ist.
Das eigentliche Problem: Prozess, nicht Potenzial
Zu viele E-Mails. Zu viele Dateien. Zu viele Abstimmungsschleifen. Unklare Freigaben. Individuelle Vertragsfassungen für Themen, die im Kern immer wieder ähnlich sind. Währenddessen vergeht Zeit. Und mit ihr geht die Dynamik verloren.
In der Toys & Games Industrie ist das besonders schmerzhaft. Ein Produkt, das in der Vorweihnachtszeit hätte im Regal stehen können, scheitert am Prozess und kommt ein Jahr später in den Handel, oft wenn die IP-Relevanz längst verblasst ist. Das Weihnachtsgeschäft wartet nicht. Und unendliche Approval-Schleifen machen jeden Verzug teurer. Ansprechpartner wechseln, Budgets werden neu priorisiert, Produkte rutschen aus dem Kalender. Was ursprünglich eine gute Opportunity war, scheitert nicht am fehlenden Willen, sondern am Prozess.
Genau darin liegt aus meiner Sicht eines der größten Missverständnisse im Licensing: Viele behandeln jeden Deal so, als wäre er vollständig maßgeschneidert. Und ich verstehe den Impuls, da ich ihn aus eigener Erfahrung kenne. Natürlich brauchen starke Marken Kontrolle, Schutz und saubere Governance. Das ist nicht verhandelbar. Aber der Kern vieler Deals ist erstaunlich ähnlich: Laufzeit, Gebiet, Kategorie, Royalties, Mindestgarantien, Freigaben, Reporting, Exklusivität.
Ein relevanter Teil des Prozesses ist wiederholbar. Nur wird er bis heute oft nicht so behandelt.
Das hier ist kein Angriff auf Standards
Ich höre den Einwand: „Licensing ist komplex. Jeder Deal hat seine Besonderheiten. Standardisierung ist gefährlich."
Das stimmt für die wirklich individuellen Teile, aber wenn ich zurückdenke, wie viel Zeit wir bei Red Bull mit Dingen verbracht haben, die sich von Deal zu Deal kaum unterschieden – Royalty-Strukturen, Approval-Workflows, Reporting-Zyklen – dann war das keine Qualitätssicherung. Das war operative Reibung ohne Mehrwert.
Gute Infrastruktur ersetzt keine Beziehungen und verbietet keine individuelle Verhandlung. Sie nimmt Reibung dort heraus, wo sie keinen Mehrwert schafft. Damit mehr Energie für die Punkte bleibt, die wirklich Urteilsvermögen erfordern.
Die Chance: Der unsichtbare Markt
Sobald der wiederholbare Kern strukturiert, digital und sauber abbildbar wird, entstehen Deals, die sonst gar nicht stattfinden würden. Gerade in Toys & Games, wo IP das Herzstück jedes Produkts ist, bleibt enormes Potenzial liegen, weil viele kleinere und mittlere Hersteller sich weder lange externe Rechtsberatung noch aufwändige interne Prozesse leisten können.
Für Rechteinhaber bedeutet das: mehr Reichweite für ihre IP, ohne dass jeder neue Deal unverhältnismäßig viel interne Zeit bindet. Für Lizenznehmer: schneller Klarheit, weniger operative Hürden, eine realistische Chance auch mit kleineren oder neuen Partnern. Und für die Branche insgesamt: mehr umsetzbare Deals statt guter Ideen, die in E-Mail-Threads versanden.
Das ist der Gedanke hinter Pazar
Licensing braucht nicht noch mehr Komplexität, sondern eine bessere Infrastruktur. Eine Lösung, die den Weg von der Opportunity über Deal-Struktur und Vertrag bis zu Freigaben und Reporting deutlich einfacher macht.
Wer Licensing nur als kreative oder rechtliche Disziplin betrachtet, übersieht den eigentlichen Hebel. Licensing ist auch ein Infrastrukturthema. Und genau dort beginnt die nächste Wachstumsphase.
Pazar ist noch nicht öffentlich – aber wir suchen Pilot-Partner.
Das MVP steht. Wir arbeiten jetzt mit einer kleinen Gruppe an Rechteinhabern und Lizenznehmern zusammen, die den Prozess gemeinsam mit uns schärfen wollen. Wenn Sie das gleiche Muster kennen und Interesse haben, früh dabei zu sein, schreiben Sie mir.
