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08.07.2026 | In Deutschland wurde 2025 erstmal öfter unbar als mit Münzen und Scheinen bezahlt, wie die Studie "Zahlungsverhalten in Deutschland 2025" der Bundesbank zeigt. Geht es danach, wie die Verbraucher:innen im Geschäft am liebsten zahlen fällt das Votum deutlich aus. 52 Prozent der 6.070 Befragten bevorzugt unbare Zahlungsmethoden, in den Altersgruppen bis 44 Jahre sind es sogar über 60 Prozent. Ein klarer Unterschied zwischen Jungen und Alten zeigt sich auch beim Thema mobilen Bezahlverfahren. So bevorzugen über 30 Prozent der Befragten unter 35 Jahren Zahlungsmethoden wie das Bezahlen mit dem Smartphone. Bei den Studienteilnehmer:innen ab 55 Jahren ist dieser Anteil deutlich niedriger, wie der Blick auf die Statista-Grafik zeigt. Dagegen zeigt sich bei Debitkarten ein umgekehrtes Bild. | Statista
08.07.2026 | Mit Influencer Marketing wird mittlerweile viel Geld verdient. Der Influencer Marketing Hub schätzt den weltweiten Umsatz für das vergangene Jahr auf über 30 Milliarden US-Dollar.
In Deutschland belief sich das Volumen von Influencer-Werbung im selben Zeitraum laut Statista Market Insights auf etwas weniger als eine Milliarde US-Dollar. Dass diese Form von Marketing noch Luft nach oben hat, zeigen auch aktuelle Ergebnisse der Statista Consumer Insights. Demnach lag der Anteil der Befragten, die hierzulande etwas gekauft haben, weil Prominente oder Influencer dafür geworben haben bei 23 Prozent. Noch zurückhaltender zeigen sich Konsument:innen in Frankreich und Österreich. Deutlich wirkmächtiger sind solche Empfehlungen dagegen in Brasilien (48 Prozent), Südafrika (45 Prozent) oder Indien (42 Prozent). Dagegen ist der Influencer-Einfluss in den USA etwa auf einem Level mit Deutschland. | Statista
07.07.2026 | Steigende Anforderungen an Mobilität, Aufenthaltsqualität und Nutzung treffen in Innenstädten auf begrenzten Raum. Eine bundesweit repräsentative Studie von IFH KÖLN und Lödige Industries zeigt: Gute Erreichbarkeit ist Voraussetzung für den Besuch der City. Das Auto bleibt dabei das meistgenutzte Verkehrsmittel, gefolgt vom öffentlichen Nahverkehr. Gleichzeitig nimmt die Mehrheit der Befragten Flächenkonflikte als allgegenwärtig wahr – der Wunsch nach Lösungen ist entsprechend groß. Ein zentraler Hebel: smarte Parkkonzepte, die Erreichbarkeit sichern und zugleich Raum für mehr Aufenthaltsqualität schaffen.
Innenstädte stehen unter wachsendem Druck: Der verfügbare Raum wird knapper, zugleich steigen die Anforderungen an Mobilität, Aufenthaltsqualität und Nutzung. Um Flächen für Wohnraum, Begrünung, Aufenthaltsqualität und sichere Mobilität zu schaffen, rückt die effizientere Organisation von Parkraum in den Fokus – ohne dabei die Erreichbarkeit von Innenstädten einzuschränken. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des IFH KÖLN in Zusammenarbeit mit Lödige Industries und BABLE, für die 1.056 Menschen bevölkerungsrepräsentativ befragt wurden. Gute Erreichbarkeit bleibt dabei essenziell für funktionierende Innenstädte: 93 Prozent der Befragten nennen sie als Grundvoraussetzung für einen Besuch. Gleichzeitig würden rund zwei Drittel Innenstädte häufiger aufsuchen, wenn sich die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln (68 %) oder dem Auto (62 %) verbessern würde.
„Innenstädte stehen vor einem Zielkonflikt: Zugang muss gesichert bleiben, während Flächen gleichzeitig neu verteilt werden sollen. Die Daten zeigen: Es geht nicht um ‚Auto oder Stadt‘, sondern um die Frage, wie Mobilität und Flächennutzung besser zusammengebracht werden können“, ordnet Dr. Markus Preißner, wissenschaftlicher Leiter am IFH KÖLN, die Studienergebnisse ein.
Auto bleibt dominierend
Dass pauschale Ansätze wie ein „Auto raus“ zu kurz greifen, zeigt die Realität vieler Menschen: Das Auto bleibt ein zentraler Bestandteil ihres Mobilitätsalltags. Entsprechend ist es auch für den Besuch von Innenstädten das meistgenutzte Verkehrsmittel: 46 Prozent der Befragten fahren am häufigsten mit dem Auto in die City, weitere 13 Prozent kombinieren es mit anderen Verkehrsmitteln. An zweiter Stelle folgt der öffentliche Nahverkehr, den 30 Prozent primär nutzen. Insgesamt greifen acht von zehn Befragten zumindest gelegentlich auf das Auto zurück – ohne Pkw wird der Innenstadtbesuch für viele (67 %) schwierig. Zugleich wird das Thema Parken zunehmend zur Herausforderung: Knapp die Hälfte (49 %) empfindet die Parksituation in Großstädten als schwierig, in Metropolen wie Berlin, Hamburg, München oder Köln liegt der Anteil mit 61 Prozent deutlich höher.
Flächenkonflikte prägen Wahrnehmung von Besucher:innen
Parkraum wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern als sichtbarer Konkurrent um knappe Flächen im öffentlichen Raum. So nehmen 87 Prozent der Befragten Flächenkonflikte als allgegenwärtig wahr, 71 Prozent messen deren Lösung höchste Priorität bei. Besonders häufig werden Konflikte zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln (64 %) sowie zwischen Parkraum und Grünflächen (48 %) genannt. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an die Qualität der Innenstädte: 84 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Platz für Grün- und Verweilflächen, nahezu ebenso viele (81 %) würden Innenstädte bei höherer Aufenthaltsqualität häufiger besuchen.
Parkraum smarter und kompakter organisieren
Ein zentraler Hebel ist aus Sicht vieler Befragter die Neuorganisation des Parkens. 87 Prozent derjenigen, die regelmäßig mit dem Auto in die Innenstadt fahren, wären bereit, auf öffentliche Stellplätze zu verzichten – vorausgesetzt, es gibt gut erreichbare Alternativen wie Parkhäuser oder Tiefgaragen. Zudem erwarten sie faire Zugangsregelungen (86 %) und eine sichtbare Aufwertung der freiwerdenden Flächen, etwa durch Grün- und Aufenthaltsbereiche (78 %). Insgesamt befürwortet eine klare Mehrheit (84 %) eine Verkehrswende – allerdings nicht über Einschränkungen oder Verbote, sondern über integrierte Lösungen, die alle Verkehrsmittel einbeziehen.
„Wenn Parken kompakter organisiert wird, entsteht Raum für das, was Innenstädte wirklich attraktiv macht: Grün, Aufenthaltsqualität und neue Nutzungen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass weniger Parkplätze im öffentlichen Raum akzeptiert werden – vorausgesetzt, es gibt funktionierende Alternativen und der Mehrwert wird für die Menschen sichtbar. Genau hier liegt der Schlüssel für lebenswertere Innenstädte“, so Dr. Tobias Wennekamp, Chief Product Officer bei Lödige Industries. | IFH KÖLN
06.07.2026 | Die Kauflaune der Deutschen hat sich zur Jahresmitte spürbar verbessert. Die Gesamtumsätze wuchsen im 2. Quartal um 5,1 Prozent und setzten damit die moderate Erholung im Markt fort. Im gesamten ersten Halbjahr erhöhten sich die Umsätze im Onlinehandel um 4,3 Prozent. „E-Commerce ist zur wichtigsten Stütze des deutschen Handels in diesem äußerst schwachen Konsumumfeld geworden“, kommentiert Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des E-Commerce-Verbandes bevh. „Ob reine Onlinehändler, Multichannel-Anbieter oder Händler auf Marktplätzen: Alle konnten im zweiten Quartal an diesem Wachstum teilhaben. Im Detail zeigt sich aber, dass Plattformen und insbesondere Anbieter aus dem asiatischen Raum immer mehr Marktanteile auf sich vereinen.“
Tägliche Versorgung wandert in den Onlinehandel
Stärkste Wachstumtreiber im Vergleich der Branchen waren Anbieter von Waren des täglichen Bedarfs (+10,1 Prozent), vor allem Drogeriehändler (+11,7 Prozent) sowie saisonal laufende Warengruppen wie DIY & Blumen (10,9 Prozent), Hobby- & Freizeitartikel (7,5 Prozent) und Auto- & Motorradzubehör (+7,6 Prozent). Versandapotheken konnten das kräftigste Umsatzwachstum mit Medikamenten seit Einführung des E-Rezepts verbuchen (+13,9 Prozent). Wichtige Impulse kamen vom besonders wichtigen Modehandel, der sein Umsatzplus online auf 4,4 Prozent steigern konnte, nach 3,6 Prozent im 1. Quartal. Weit hinter dem Markt zurück liegen hingegen die Cluster Unterhaltung und Einrichtung (jeweils 2,7 Prozent) – vor allem Möbel, Lampen & Dekorationen (-2,1 Prozent) blieben in den Lagern liegen. Dank eines stärkeren ersten Quartals liegt diese Warenkategorie zum Halbjahr nominal (d. H. nicht inflationsbereinigt) noch leicht im Plus.
Profitieren von der Kauflaune konnten erneut Online-Marktplätze (+6,4 Prozent), die zur Jahresmitte 11,5 Mrd. Euroumsetzen konnten, und Herstellerversender (6,3 Prozent). Klassische Onlineshops (+3,8 Prozent) und Multichannel-Händler mit Ursprung im stationären Handel (+2,5 Prozent) konnten zwar weiter zulegen, laufen den Entwicklungen im Markt jedoch weiter hinterher.
Asiatische Plattformen: Bestellungen erreichen neuen Höchstwert
Der Anteil der größten asiatischen Plattformen an den Umsätzen im gesamten E-Commerce wächst weiter und liegt zur Jahresmitte bei 5,3 Prozent. Damit entfällt bereits jeder 20. Euro im Onlinehandel auf Temu, Shein, AliExpress oder weitere Anbieter aus Asien. Spürbar ist die wachsende Dominanz vor allem im Online-Modehandel, in dem asiatische Plattformen inzwischen mehr als 16 Prozent aller Bestellungen auf sich vereinen. Der Umsatzzuwachs der Anbieter aus Asien übertrifft mit mehr als 20 Prozent das Marktwachstum bei Weitem.
Vom neuen 3-Euro-Pauschalzoll, der ab dem 1. Juli für jede unterschiedliche Warengruppe (Zolltarifposition) in Sendungen unter 150 Euro erhoben wird, die aus Drittstaaten an Endverbraucher versandt werden, erwartet der bevh unterdessen wenig Wirkung. „Billigimporten aus Asien wird die Abgabe wenig anhaben. Die Anbieter haben bereits begonnen, eigene Logistikstrukturen innerhalb Europas aufzubauen. Das bedeutet, dass Waren nicht mehr ungeordnet in kaum zu kontrollierenden Einzelpaketen zu uns gelangen, sondern als Container, und dann innereuropäisch versendet werden“, konstatiert Alien Mulyk, seit 1. Juli neue Hauptgeschäftsführerin des bevh.
KI bereitet immer mehr Einkäufe vor – Kauf selbst bleibt „human touch“
KI-Anwendungen wurden von fast 6 Prozent der Onlinekäufer von Waren im Rahmen der Informationssuche vor dem Kauf genutzt. In den jüngeren Altersgruppen von 14 bis 29 und 30 bis 39 Jahren nutzte schon mehr als jeder zehnte Besteller die Unterstützung durch ChatGPT, Gemini oder andere. In einer Sonderbefragung von 2.500 Onlinekunden im zweiten Quartal gab fast jede/r Dritte (31,2 Prozent) an, schon einmal Chatbots nach Produktempfehlungen gefragt zu haben. Etwas mehr als die Hälfte hatte damit noch keine Berührung. Nur 12,7 Prozent stimmten allerdings der Aussage „voll und ganz“ oder „weitgehend“ zu, einer Produktempfehlung durch einen Bot ohne zusätzliche Produktsuche direkt zu folgen. Einem KI-Agenten Zugang zu Bezahldaten zu geben, ist für mehr als zwei Drittel der Befragten (68,6 Prozent) derzeit völlig undenkbar. Nur eine Minderheit von 9 Prozent wäre zum heutigen Zeitpunkt bereit, KI-Agenten den autonomen Einkauf zu erlauben.
Über die Studie: In der wöchentlichen Verbraucherbefragung „Interaktiver Handel in Deutschland“ werden von Januar bis Dezember insgesamt 40.000 Privatpersonen aus Deutschland im Alter ab 14 Jahren zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Dienstleistungen (z. B. Reisen oder Ticketing) befragt. Die Endergebnisse der Studie werden am Anfang jedes Jahres veröffentlicht. Die heute vorgestellten Zahlen basieren auf der Auswertung des Zeitraums vom 1. April bis 30. Juni 2026. Die Studie wird durch die BEYONDATA GmbH durchgeführt. | bevh
06.07.2026 | VEDES setzt mit Zukunftsnetzwerk und Jahrestagungen wichtige Akzente. Austausch fördern, Perspektiven eröffnen und Gemeinschaft stärken – unter diesem Leitgedanken kamen Ende Juni die Fachhändler der VEDES Gruppe in Nürnberg zusammen. Das VEDES Zukunftsnetzwerk und die anschließenden Jahrestagungen boten den Rahmen, aktuelle Herausforderungen des Handels zu diskutieren, Erfahrungen zu teilen und den Dialog innerhalb der Unternehmensgruppe weiter zu vertiefen.
ZUKUNFTSNETZWERK: Ideen teilen, voneinander lernen
Den Auftakt bildete das VEDES Zukunftsnetzwerk, das sich nach seiner erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr als etablierte Plattform für offenen Austausch, kreative Ideen und innovative Pilotprojekte etabliert hat. Hier treffen sich zukunftsorientierte Fachhändler und Führungskräfte, die den Spielwarenhandel von morgen aktiv mitgestalten möchten – verbunden mit dem klaren Willen, gemeinsam etwas zu bewegen.
Im Mittelpunkt standen dieses Mal Themen, die den inhabergeführten Einzelhandel unmittelbar bewegen: authentische Kundenkommunikation, Ansätze zur Margenverbesserung, Markenführung, Digitalisierung sowie die Frage, wie stationäre Geschäfte auch künftig Menschen begeistern und nachhaltig binden können.
Für besondere Impulse sorgten zwei spannende Referenten.
Neben den Vorträgen stand vor allem der Dialog im Mittelpunkt. In einer konstruktiven Diskussionsrunde brachten die Teilnehmer zahlreiche Anregungen zur Weiterentwicklung der Unternehmensgruppe ein – von Sortimenten und Dienstleistungen über Digitalisierung bis hin zu künftigen Messe- und Servicekonzepten. Damit bestätigt das Zukunftsnetzwerk seinen Anspruch als konstruktive Plattform, auf der Ideen nicht nur diskutiert, sondern gemeinsam weitergedacht und in die Umsetzung gebracht werden.
JAHRESTAGUNGEN: Bilanz ziehen und Perspektiven entwickeln
Am zweiten Tag fanden die Jahrestagungen statt. Im Mittelpunkt standen die wirtschaftliche Entwicklung sowie die strategische Ausrichtung der Unternehmensgruppe.
Die VEDES Vorstandsvorsitzende Julia Graeber blickte auf ein herausforderndes Geschäftsjahr 2025 zurück. Trotz anhaltender Konsumzurückhaltung und struktureller Veränderungen im Einzelhandel konnte der VEDES Konzern seine Umsatzziele erreichen und das Vorsteuerergebnis sogar übertreffen. Gleichzeitig wurden wichtige Maßnahmen umgesetzt, um die finanzielle Stabilität und Zukunftsfähigkeit der Unternehmensgruppe weiter zu stärken. Ihr Fazit: „Gerade in einem anspruchsvollen Marktumfeld zeigt sich der Wert einer starken Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, unseren Fachhändlern nicht nur wirtschaftliche Kontinuität zu bieten, sondern sie auch mit neuen Ideen, innovativen Dienstleistungen und einem starken Netzwerk zukunftsfähig aufzustellen.“
Auch der VEDES Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Wiedmann unterstrich den eingeschlagenen Kurs der VEDES Gruppe und betonte: „Die Herausforderungen für unsere Branche bleiben groß. Umso erfreulicher ist es, dass wir unsere Ziele erreichen und gleichzeitig wichtige Weichen für die Zukunft der VEDES Gruppe stellen konnten.“
Im Rahmen der Gesellschafterversammlung des SPIELZEUG-RINGs wurden Geschäftsführung und Beirat für das Geschäftsjahr 2025 einstimmig entlastet. Als Beiratsvorsitzender führte Jürgen Möhnle erstmals durch die Versammlung, nachdem er den Vorsitz im November 2025 von Thomas Stockklauser übernommen hatte, der seitdem als Geschäftsführer des SPIELZEUG-RINGs tätig ist.
Bei der Generalversammlung der VEDES eG wurden Vorstand und Aufsichtsrat ebenfalls einstimmig entlastet. Die turnusgemäß ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Patrick Lutz und Rainer Wiedmann wurden für eine weitere Amtszeit in ihren Ämtern bestätigt.
Spielen verbindet
Dieses Treffen hat einmal mehr gezeigt, dass Erfolg vor allem vom persönlichen Austausch, starken Partnerschaften und einem lebendigen Netzwerk abhängt. Genau dafür schafft die VEDES – ganz im Sinne ihres Markenversprechens – entsprechende Räume. Denn dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, entstehen nicht nur neue Ideen, sondern auch Vertrauen, Zusammenhalt und gemeinsame Zukunftsperspektiven.
| VEDES
01.07.2026 | Der Konsum gerät unter neuen Druck: Wirtschaftliche Unsicherheit, schwindendes Vertrauen in Institutionen und der Vormarsch von Künstlicher Intelligenz verändern, wie Menschen Produkte entdecken, bewerten und kaufen. Die neue Roland-Berger-Studie "The consumer playbook is changing" zeigt, dass sich das Konsumentenverhalten grundlegend verschiebt. Für die Studie wurden zwischen Februar und März 2026 insgesamt 6.000 Konsumentinnen und Konsumenten in neun Ländern befragt.
Die erste zentrale Erkenntnis der Studie wirkt widersprüchlich, ist aber hochrelevant: Während körperliche und mentale Gesundheit mit jeweils 69 Prozent zu den am positivsten bewerteten Lebensbereichen zählen, blickt fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) negativ auf die wirtschaftliche Lage ihres Landes. Nur 37 Prozent bewerten Klima und Nachhaltigkeit positiv. Genau dieses Nebeneinander aus persönlicher Stabilität und gesellschaftlicher Verunsicherung prägt das Konsumverhalten 2026.
Der zweite Umbruch betrifft Vertrauen und Produktentdeckung. Klassische Markenbotschaften verlieren sichtbar an Wirkung: Nur noch 21 Prozent der Befragten nennen Markenreputation als einen der drei wichtigsten Kaufgründe. Gleichzeitig steigen persönliche Netzwerke zur zweitwichtigsten Produktquelle auf: 40 Prozent entdecken Produkte über Freunde und Familie, 21 Prozent über direkte Peer-Empfehlungen. Für Unternehmen heißt das: Reichweite allein greift zu kurz. Entscheidend sind glaubwürdiger Nutzen, nachprüfbare Leistung und Präsenz in den relevanten sozialen Entscheidungsmomenten.
Der dritte Treiber ist Künstliche Intelligenz - und ihr Einfluss reicht längst über die Suche hinaus. Im Durchschnitt nutzen 70 Prozent der 18- bis 64-Jährigen KI regelmäßig zur Produktrecherche, bei den 18- bis 24-Jährigen sind es bereits 93 Prozent. KI wird damit vom Recherchetool zur vorgelagerten Instanz der Kaufentscheidung: Sie filtert Optionen, vergleicht Produkte und prägt Empfehlungen. Marken, die in dieser digitalen Empfehlungsumgebung weder sichtbar noch vertrauenswürdig sind, werden von Konsumentinnen und Konsumenten nicht mehr als relevant wahrgenommen.
Die Studie zeigt außerdem: Der Markt entwickelt sich zunehmend in zwei entgegengesetzte Richtungen. Auf der einen Seite Konsumenten, die bewusst auf Langlebigkeit und Qualität setzen - auf der anderen Seite richtet sich der Markt klar auf günstige Preise und Discountangebote aus. 42 Prozent der Befragten reduzierten 2025 ihre Luxusausgaben, ein Drittel kaufte häufiger bei Discountern - und 23 Prozent planen, dies 2026 noch weiter zu intensivieren. Das Discountsegment ist dabei längst kein Niedriglohn-Phänomen mehr: Konsumenten aller Einkommensgruppen machen den Discounter zum Standard-Ausgangspunkt.
"Nicht der Preisdruck überrascht - den kennen wir. Überraschend ist das Paradox dahinter: Viele Menschen fühlen sich persönlich stabil, blicken auf die Welt um sich herum aber mit wachsender Skepsis", sagt Thorsten de Boer, Senior Partner bei Roland Berger. "Genau aus diesem Spannungsfeld entsteht ein neues Konsumverhalten. Wer das versteht, versteht seine Kunden."
"Die Transformation, vor der Unternehmen stehen, ist zu breit und zu kostspielig, um sie allein zu stemmen", ergänzt Richard Federowski, Partner bei Roland Berger. "Wer im richtigen Moment am richtigen Punkt des Entscheidungsprozesses präsent ist - als vertrauenswürdige Marke, als KI-lesbares Produkt, als Anbieter mit lokalem Bezug - bleibt relevant. Alle anderen verlieren Schritt für Schritt ihre Bedeutung."
Über die Studie: Die Studie basiert auf einer internationalen Befragung von 6.000 Konsumentinnen und Konsumenten in neun Ländern: in Europa (Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Niederlande), Nord- und Lateinamerika (USA, Brasilien, Mexiko) sowie im Nahen Osten (Vereinigte Arabische Emirate). Der Befragungszeitraum erstreckt sich von Ende Februar bis Ende März 2026. | Roland Berger
30.06.2026 | Aktion lindert Folgen des Auslaufens des Tankrabatts für Verbraucher:innen. Die Bundesregierung hat entschieden, den sogenannten Tankrabatt - also die befristete Senkung der Energiesteuer - zum 30. Juni auslaufen zu lassen. Zudem ist eine stabile Friedenslösung im Nahen Osten derzeit nicht absehbar. So sehen sich besonders Pendler:innen sowie Familien, die auf das Auto angewiesen sind, weiterhin mit gestiegenen Mobilitätskosten konfrontiert. REWE startet deshalb eine Aktion, um Kundinnen und Kunden gezielt zu entlasten.
"Klar ist, dass viele Menschen jeden Euro zweimal umdrehen müssen, um über die Runden zu kommen. Deshalb investieren wir bei REWE kontinuierlich in stabile Verkaufspreise und attraktive Bonus-Aktionen, mit denen sich spürbar Geld sparen lässt. Dabei versuchen wir die steigenden Lebenshaltungskosten unserer Kundinnen und Kunden so weit wie möglich abzufedern, um den täglichen Einkauf bezahlbar zu halten", sagt Peter Maly, REWE Group-Vorstand und verantwortlich für die bundesweit mehr als 3.800 REWE-Märkte.
Am 01. Juli erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des REWE Bonusprogramms einen digitalen Coupon in der REWE-App. Wer diesen aktiviert und in den folgenden zwei Wochen den REWE Bonus-QR-Code nach einem Einkauf scannt, nimmt automatisch an einer Verlosung teil. Zu gewinnen gibt es 50.000 Aral Tankgutscheine im Wert von jeweils 100 Euro. Die Gutscheine werden per E-Mail zugesendet und können an allen teilnehmenden Aral Tankstellen für herkömmliche Kraftstoffe eingelöst werden.
Alle Details zur Aktion im Überblick:
| REWE Markt GmbH
30.06.2026 | Der Einzelhandel in Deutschland steht unter großem wirtschaftlichem Druck. Seit 2022 hat die Branche mehr als 70.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse verloren, seit 2015 mussten bundesweit über 70.000 Geschäfte endgültig schließen. Steigende Energie-, Miet-, Logistik- und Personalkosten, Bürokratie sowie wachsende regulatorische Anforderungen belasten die Händler massiv. Die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung bewerten sie mit der Schulnote fünf sehr kritisch. Das zeigt eine HDE-Umfrage unter 600 Händlern. Mit Blick auf den Koalitionsausschuss am 1. Juli fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) die Bundesregierung zu raschen und mutigen Reformen auf.
„Der Handel erwartet von der Politik mehr Tatkraft, mehr Tempo und vor allem spürbare Entlastungen. Die anstehenden Reformen müssen in ihrer Gesamtheit zur Überwindung der Wirtschaftskrise, zur Stabilisierung der Sozialsysteme und zu mehr Investitionen in Deutschland führen“, so HDE-Präsident Alexander von Preen. Viele angekündigte Maßnahmen würden nicht oder zu langsam umgesetzt. Gleichzeitig stiegen die Belastungen durch Steuern, Energiepreise, Löhne und Bürokratie weiter an.
Der HDE fordert daher in einem Papier zum Koalitionsausschuss wirksame Reformen. „Es braucht weniger Bürokratie. Auskunfts- und Berichtspflichten müssen abgeschafft werden. Gleichzeitig muss der Wettbewerb fair sein. Player aus dem fernen Osten wie Temu oder Shein unterlaufen unsere Regelungen und verschaffen sich unfaire Vorteile. Das muss sich endlich spürbar ändern“ so von Preen. Zudem setzt sich der HDE für eine Stärkung der Kaufkraft und niedrigere Unternehmenskosten ein. Die Einkommensteuer soll spürbar gesenkt und der Tarif abgeflacht werden. „Entlastungen müssen nicht nur bei den unteren Einkommen, sondern auch in der breiten Mittelschicht und bei den Personenunternehmen ankommen“, so der HDE-Präsident. Darüber hinaus fordert der HDE dauerhaft niedrigere Energiekosten für alle. Die zuletzt diskutierte Anhebung der Mehrwertsteuer von 19 auf 21 Prozent zur Gegenfinanzierung möglicher Einkommensteuersenkungen lehnt der HDE strikt ab. „Der private Konsum befindet sich bereits in einer Schockstarre und der Einzelhandel hat nach sechs Jahren ohne reales Wachstum keine Puffer mehr“, mahnt von Preen.
Auch auf dem Arbeitsmarkt sieht der HDE größeren Reformbedarf. „Die Kosten für den Faktor Arbeit dürfen nicht weiter ansteigen, versicherungs-fremde Leistungen sind konsequent zu hinterfragen. Wichtig ist zudem, dass die Reformen in der Krankenkasse, Pflege und Rente konsistent bleiben und sich nicht widersprechen. Die von der Alterssicherungskommission empfohlene de facto Abschaffung der Minijobs lehnen wir entschieden ab – das ist ein Irrweg. Zumindest müssten neben Schülern zwingend auch Studenten und Rentner ausgenommen werden. Minijobs sind für die Branche wichtig, um Stoßzeiten abzudecken, und bei den Beschäftigten beliebt. Durch die neue Abgabenlast würden ehemalige Minijobber entweder deutlich weniger verdienen oder für das gleiche Netto mehr arbeiten müssen“, so von Preen weiter. Das sei kaum vermittelbar und für die Unternehmen operativ nicht sinnvoll. Nötig sei jetzt entschlossenes und zielgerichtetes Handeln – jedes Zögern bringe die Wirtschaft in noch schwierigeres Fahrwasser. | HDE
30.06.2026 | Die Analyst:innen der Statista Market Insights schätzen den Umsatz mit Influencer Marketing im laufenden Jahr auf rund 48 Milliarden Euro. Damit ist dieser Werbekanal in den letzten zehn Jahren so stark gewachsen (+874 Prozent) wie kaum ein anderer. Zum Vergleich: Das Social-Media-Segment ist im selben Zeitraum um etwas weniger als 595 Prozent gewachsen, In-App-Werbung hat 521 Prozent zugelegt. In Deutschland ist dieser Kanal indes mit etwas weniger als einer Milliarde Euro noch vergleichsweise klein. Aber das Potential ist auf jeden Fall da, wie eine Umfrage der Statista Consumer Insights zeigt. Besonders beliebt sind Influencer und Content-Creators aus dem Bereich "Ernährung & Kochen.
| Statista
30.06.2026 | Influencer Marketing zählt laut Statista Market Insights zu den weltweit am stärksten wachsenden Werbegattungen. In Deutschland ist der Markt mit einem geschätzten Gesamtvolumen von etwas weniger als einer Milliarde Euro zwar noch vergleichsweise klein, aber das Potential ist da, wie Umfrageergebnisse der Statista Consumer Insights zeigen. Demnach folgen fast 80 Prozent der Studienteilnehmer:innen Influencern und Content-Creators. Besonders beliebt sind dabei Inhalte aus dem Bereich "Ernährung & Kochen". Dahinter folgen "Comedy", "Musik" sowie "Filme & Fernsehen". Dagegen interessieren sich vergleichsweise wenige der Befragten für "Nachrichten & Politik" oder "Gaming & eSports". | Statista
25.06.2026 | Ein drastischer Strategiewechsel hinterlässt in den bundesweit verbliebenen 82 Filialen des letzten deutschen Warenhauskonzerns unübersehbare Spuren. Um kurzfristig Kosten einzusparen, drosselte die Unternehmensleitung die Warenbestellungen massiv – und zwar selbst bei Artikeln des täglichen Grundbedarfs. Durch diese strikte Budgetdeckelung und parallel forcierte Rabattwellen, die über die Schaufenster erst mit 20 und kurz darauf mit 50 Prozent Preisnachlass sowie Sonderboni ab 100 Euro Einkaufswert lockten, leerten sich die Lager im Rekordtempo. Das Resultat ist ein beispielloser Warenschwund in den Verkaufsräumen.
Ungewissheit hinter den Kulissen und Nachrichtensperre
Während die Regale verwaisen, herrscht bei der Belegschaft existenzielle Verunsicherung. Die Konzernleitung in Düsseldorf verweigert jeglichen Informationsfluss zur Zukunft der Arbeitsplätze. Relevante Entwicklungen dringen kaum zu den Angestellten durch, sodass diese primär auf Medienberichte angewiesen sind. Doch auch die Presse stößt auf eine Mauer des Schweigens: Detaillierte Anfragen einiger Medienhäuser blieben von offizieller Seite komplett unkommentiert.
Das Geheimnis um die 160-Millionen-Spritze
Der Grund für das wochenlange Schweigen könnte in hochbrisanten Verhandlungen liegen: Aufgrund massiver Umsatzeinbußen benötigt Galeria dringend finanzielle Unterstützung in dreistelliger Millionenhöhe. Nach Informationen von Bild, Wirtschaftswoche und Lebensmittelzeitung steht ein Kredit von bis zu 160 Millionen Euro im Raum, der vom US-amerikanischen Finanzinvestor Gordon Brothers kommen könnte.
Diese Finanzspritze ist jedoch an drastische Auflagen gebunden, die eine radikale Umgestaltung des Geschäftsmodells fordern:
Konfrontation mit den Vermietern
Die Verhandlungsbasis mit den Immobilieneigentümern ist jedoch denkbar schlecht. Wie Hausverwalter berichten, befindet sich Galeria an diversen Standorten bereits seit mehreren Monaten mit den Mietzahlungen im Rückstand. Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen blockieren einige Eigentümer jegliche Zugeständnisse bei den Pachtsummen. Sollten diese Gespräche scheitern, droht unmittelbar die Schließung. Die Konzernzentrale räumte in einer der wenigen Stellungnahmen bereits ein, dass die Zukunft von mindestens acht namentlich genannten Häusern akut gefährdet ist.
Der entscheidende Sommer für das Erbe von Karstadt und Kaufhof
Am vergangenen Wochenende soll es laut Bild-Zeitung zu einer weiteren diskreten Verhandlungsrunde zwischen der Galeria-Führung und Gordon Brothers gekommen sein. Der Ausgang dieses Pokers entscheidet über die nackte Existenz des Traditionsunternehmens, in dem auch die einstige Kaufhof-Kette aufgegangen ist. Schätzungen zufolge könnte das anvisierte Sparprogramm bis zu 41 der verbliebenen Standorte die Existenz kosten – eine Entscheidung wird noch in diesem Sommer erwartet. | Redaktion, PH
24.06.2026 | Inventurdifferenzen stellen für den Einzelhandel nach wie vor eine erhebliche wirtschaftliche Herausforderung dar. Der größte Teil davon entfällt auf den Ladendiebstahl – also die klauende Kundschaft – und der hat sich im Jahr 2025 weiter erhöht. Aber auch unehrliche Mitarbeitende oder Dienstleister tragen zu dieser Negativ-Bilanz bei.
Verluste steigen
Im Vergleich zu 2024 ergibt sich für das vergangene Jahr bei der Entwicklung der Inventurdifferenzen* ein Anstieg der Verluste von 4,95 auf 5,11 Mrd. Euro – eine Steigerung von 3,2 Prozent, während der Umsatz nur um 2 Prozent gestiegen ist. Der Anteil der durch Diebstahl von Kundschaft, Mitarbeitenden, Lieferanten und Servicepersonal verursachten Verluste beläuft sich auf insgesamt 4,33 Mrd. Euro (2024: 4,20 Mrd. Euro). Allein die Kundschaft wird für einen Warenverlust im Wert von 3,05 Mrd. Euro verantwortlich gemacht (2024: 2,95 Mrd. Euro) – ein Plus von 3,4 Prozent.
Den eigenen Angestellten werden Verluste in Höhe von 910 Mio. Euro angelastet, Lieferanten und Servicefirmen 370 Mio. Euro. Die restlichen 780 Mio. Euro resultieren aus organisatorischen Mängeln, also primär Erfassungs-, Buchungs- und Bewertungsfehler. Der aus dem gesamten Diebstahl resultierende volkswirtschaftliche Schaden durch entgangene Umsatzsteuer beträgt rund 590 Mio. Euro pro Jahr.
Branchenbetrachtung
Die durchschnittlichen Inventurdifferenzen im gesamten Lebensmitteleinzelhandel sind spürbar gestiegen. Im Bekleidungshandel haben sich die durchschnittlichen Inventurdifferenzen leicht verschlechtert. Während Drogeriemärkte überwiegend Anstiege ihrer Inventurdifferenzen feststellen mussten, ist der Trend in Baumärkten fast ausgeglichen. In den übrigen Branchen zeigen die teilnehmenden Unternehmen im Mittel hingegen eine leichte Verbesserung der Höhe der Inventurdifferenzen.
Aus dem durchschnittlichen Schaden aller angezeigten Diebstähle und dem per Inventur festgestellten Schaden im Handel ergibt sich, dass jährlich etwa 24,8 Mio. Ladendiebstähle im Wert von jeweils 123 Euro unentdeckt bleiben. Über 98 Prozent der Fälle werden nicht erkannt und daher auch nicht angezeigt. Hinzu kommt eine gewisse Anzeigemüdigkeit, die auf eine mangelhafte Strafverfolgung zurückzuführen ist.
Höhere Sicherheitsbudgets
Im Durchschnitt aller Branchen gibt der Handel aktuell etwa 0,33 Prozent seines Umsatzes für Sicherheitsmaßnahmen aus. Darin enthalten sind externe Kosten für Artikelsicherungsmaßnahmen, Kameraüberwachung, Detektiveinsätze, Testkäufe und Schulungsmaßnahmen sowie sonstige Sicherheitsmaßnahmen wie diebstahlhemmende Verkaufsträger oder Software-Analysetools zur Datenauswertung. Die Ausgaben für Präventionsmaßnahmen stiegen im Jahr 2025 auf 1,7 Mrd. Euro (2024: 1,6 Mrd. Euro), was vor allem auf inflationsbedingte Kostensteigerungen zurückzuführen ist.
Berücksichtigt man zusätzlich alle internen Aktivitäten, die durch das Diebstahlrisiko verursacht werden – wie das Anbringen und Deaktivieren/Entsichern von Warensicherungen, Bestandskontrollen, interne Schulungen, Datenanalysen, Kameraüberwachung sowie Diebstahlanzeigen –, so ergeben sich bei konservativer Schätzung weitere Kosten in Höhe von 1,6 Mrd. Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich somit auf 3,3 Mrd. Euro pro Jahr.
Organisierte Kriminalität
Die größte Herausforderung besteht nach wie vor darin, dem organisierten und gewerbsmäßigen Diebstahl – meist Bandendiebstahl – entgegenzutreten. Mit rund 1 Mrd. Euro ist er für ein Drittel der Ladendiebstähle verantwortlich. Aber auch die Zunahme des „normalen” Kundendiebstahls ist besorgniserregend. Sie wird mit den steigenden Lebenshaltungskosten aufgrund der Inflation begründet.
„Viele Händler sind der Ansicht, dass die aktuelle politische Lage und die wirtschaftlichen Aussichten viele Verbraucher und Beschäftigte unter finanziellen Druck setzen und somit zu mehr Gelegenheitsdiebstählen führen“, erklärt Studienautor Frank Horst. „Aus Sicht des Handels begünstigt vor allem die unzureichende Rechtsprechung und Strafverfolgung die Zunahme dieser Straftaten.“ | EHI retail Institute
Definitionen: *Inventurdifferenzen umfassen Diebstähle durch Kundschaft, Mitarbeitende, Lieferanten oder Servicepersonal und organisatorische Mängel
24.06.2026 | Ladendiebstahl hat im Jahr 2025 im Einzelhandel in Deutschland einen Schaden in neuer Rekordhöhe verursacht. Wie die aktuelle Studie des Handelsforschungsinstitutes EHI deutlich macht, gingen im vergangenen Jahr Waren erstmals im Wert von über drei Milliarden Euro durch Ladendiebstahl an den Kassen vorbei. Damit erhöhte sich der wirtschaftliche Schaden im Vergleich zu 2022 um insgesamt 25 Prozent. Ein Drittel der Schäden wird dabei durch organisierte Kriminalität verursacht.
„Ladendiebstahl ist kein Kavaliersdelikt und der jährliche Schaden, der dadurch entsteht, muss die Politik endlich wachrütteln. Seit Ende der Corona-Pandemie 2023 nehmen die Ladendiebstähle wieder massiv zu. Es ist daher höchste Zeit, dass die politisch Verantwortlichen reagieren und mit entschlossenen Maßnahmen entgegenwirken“, so der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth. Registriert wurden im vergangenen Jahr insgesamt rund 380.000 Ladendiebstähle. Die geschätzte Dunkelziffer beträgt laut EHI aber über 98 Prozent. „Viele Händler sind frustriert, weil Anzeigen selten zu einer Verurteilung und Sanktionierung der Täter führen und ersparen sich daher den mit der Strafanzeige verbundenen bürokratischen Aufwand“, so Genth. Das EHI geht davon aus, dass jährlich 24,8 Millionen Diebstahlsdelikte im Einzelhandel unentdeckt bleiben, beziehungsweise nicht angezeigt werden.
In Reaktion auf die für viele Handelsunternehmen dramatische Entwicklung legt der HDE immer wieder umfassende Vorschläge zur besseren Bekämpfung des Ladendiebstahls vor. Um eine spürbare Sanktion der gewerbsmäßigen beziehungsweise in Banden agierenden Täter zu gewährleisten, seien strafrechtliche Änderungen in Bezug auf die schweren Diebstahlsdelikte dringend erforderlich. „Bisher geschieht in der Politik zu wenig, um den Einzelhandel vor Diebstählen zu schützen. Vor allem die Entwicklung bei den bandenmäßig organisierten Diebstählen bereitet uns Sorge. Da sehen wir die Politik klar in der Verantwortung, das Strafmaß anzupassen, um die Täter schärfer zu bestrafen und potenzielle Diebe abzuschrecken“, so Genth weiter. Auch die Präventionsmöglichkeiten des Einzelhandels müssten optimiert werden. „Jahr für Jahr gibt die Branche 1,7 Milliarden Euro für Kameraüberwachung, Warensicherung und Sicherheitspersonal aus. Wir brauchen an dieser Stelle die Möglichkeiten für mehr Effektivität. Offene oder auch KI-unterstützte Videoüberwachung muss generell möglich sein. Dadurch werden auch die Erfolgschancen der polizeilichen Ermittlungstätigkeit verbessert und das Vertrauen in die Behörden seitens der Handelsunternehmen wieder gestärkt“, so der HDE-Hauptgeschäftsführer.
| HDE
24.06.2026 | An Amazon führt im Onlinehandel hierzulande kein Weg vorbei. Doch in welchen Internet-Shops kaufen die Deutschen auch gerne ein? Wie die Statista-Umfrage zeigt, ist Ebay ebenfalls sehr populär: 31 Prozent der für die Statista Consumer Insights befragten Personen haben hier etwas in den letzten 12 Monaten gekauft. Die Online-Versandhändler Temu und Otto, Zalando, die Modekette H&M, die Elektronik-Handelsmarke Media Markt und die Shop Apotheke folgen auf den weiteren Plätzen.
Die Anzahl der Nutzer in dem Markt für E-Commerce in Deutschland wird laut Prognosen zwischen 2025 und 2029 kontinuierlich um insgesamt 4,1 Millionen Nutzer (+8.6 Prozent) steigen. Nach dem neunten aufeinanderfolgenden Anstieg soll Prognosen zufolge die Anzahl der Nutzer im Jahr 2029 mit schätzungsweise 51,77 Millionen Nutzern einen neuen Höchststand erreichen.
Mittlerweile machen Ü50-Nutzer mit 24 Prozent den größten Anteil an den E-Commerce-Nutzern in Deutschland aus - die anderen Altersgruppen folgen - mit Ausnahme der 18- bis 24-Jährigen (zwölf Prozent) - dennoch dicht dahinter. Am liebsten nutzen die Deutschen zum Online-Shopping mittlerweile ihr Smartphone. Und auch in anderen Ländern ist Mobile Commerce sehr verbreitet. Das trägt dazu bei, dass Einkäufe im Internet aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken sind. | Statista
24.06.2026 | Amazon bleibt zwar die größte E‑Commerce-Plattform der Welt, doch Anbieter aus China prägen den Markt zunehmend. Mit einem Bruttowarenwert von 753 Milliarden Euro im Jahr 2025 liegt der US-Konzern weiterhin vorne. Dahinter folgen jedoch mit Pinduoduo (695 Milliarden Euro) und Douyin (584 Milliarden Euro) zwei chinesische Plattformen, die den Abstand deutlich verringern und den globalen Wettbewerb verschieben. Das zeigt die Statista-Infografik mit Daten der ECDB. Pinduoduo setzt dabei auf stark preisgetriebenen Onlinehandel mit Gruppenrabatten, während Douyin als Social‑Media-Plattform Produkte über Kurzvideos und Live‑Shopping verkauft.
Insgesamt wird die Rangliste klar von asiatischen Unternehmen dominiert: Neben Pinduoduo und Douyin zählen auch Taobao (521 Milliarden Euro), Tmall (506 Milliarden Euro) und JD.com (488 Milliarden Euro) zu den größten Plattformen weltweit. Damit stammen die meisten Top-Anbieter aus China, während mit Amazon und Walmart (176 Milliarden Euro) nur zwei westliche Unternehmen vertreten sind. Diese Verschiebung zeigt, wie stark sich das Zentrum des Onlinehandels in Richtung Asien verlagert.
Treiber dieser Entwicklung sind vor allem neue Geschäftsmodelle wie Social Commerce, Live‑Shopping und grenzüberschreitender Handel. Plattformen wie Temu oder TikTok Shop expandieren international und verändern das Kaufverhalten weltweit. Diese Dynamik könnte den Wettbewerb weiter verschärfen und die Rolle asiatischer Anbieter im globalen E‑Commerce langfristig weiter stärken. | Statista
18.06.2026 | Die VEDES entwickelt ihre Showroom- und Orderkonzepte konsequent weiter und richtet diese noch stärker an den Bedürfnissen des modernen Fachhandels aus. Dynamische Flächennutzung, neue Erwartungen an Aufenthaltsdauer und Effizienz während der Hausmessen sowie ein insgesamt verändertes Nutzungsverhalten prägen die Anforderungen an moderne Präsentationsflächen.
„Der Fachhandel verändert sich – und wir verändern uns mit ihm“, so VEDES Vertriebsvorstand Dominik von Rodde. „Unsere Mitglieder und Kunden erwarten heute schnelle Orientierung, klare Sortimentsstrukturen, effiziente Prozesse, innovative Konzepte und insgesamt einen hohen Mehrwert für ihren Geschäftsalltag. Deshalb entwickeln wir unseren Nürnberger Showroom konsequent weiter und schaffen einen zentralen Standort, der sich flexibel an neue Anforderungen anpassen lässt und kontinuierlich mitwächst.“
Vor diesem Hintergrund investiert die VEDES gezielt in die Modernisierung und Weiterentwicklung ihres Showrooms in Nürnberg und beendet parallel ihr Engagement in Bielefeld. Damit steht künftig am zentralen Standort in Nürnberg ein leistungsfähiges und zukunftsorientiertes Umfeld für Fachhandel, Industriepartner und Kunden zur Verfügung.
Mit der VEDES Frühjahrsmesse vom 22. bis 30. September 2026 werden erstmals sämtliche Präsentations- und Orderaktivitäten in Nürnberg gebündelt. Die Neukonzeption ist dabei als langfristiger Entwicklungsprozess angelegt. Die Fachhändler erwartet künftig ein zentraler Erlebnis- und Kompetenzstandort mit wechselnden Präsentationsmodulen, neuen Sortimentsimpulsen sowie zusätzlichen Services und Mehrwerten rund um die Messe.
Parallel dazu wird der Standort Lotte gezielt weiterentwickelt: Mit dem neuen VEDES Innovation Space entsteht dort ein Bereich für innovative Präsentationsformate, Category-Management-Konzepte und zukunftsorientierte Lösungen.
Mit dieser strategischen Ausrichtung unterstreicht die VEDES ihren Anspruch, den mittelständischen Spielwaren-Fachhandel zukunftsfähig aufzustellen und aktiv zu unterstützen. Mit den Investitionen in Nürnberg und Lotte schafft die VEDES die Grundlage für moderne Präsentations- und Orderformate, die sich kontinuierlich an die Bedürfnisse des Handels anpassen und konsequent weiterentwickelt werden. | VEDES
18.06.2026 | Deutschland ist einer der größten Einzelhandelsmärkte Europas, liegt bei der Einzelhandelskaufkraft pro Kopf jedoch unter dem europäischen Durchschnitt. Das zeigt die neue Studie „NIQ Einzelhandelskaufkraft Europa“. Demnach beträgt die durchschnittliche Einzelhandelskaufkraft in Europa 6.714 Euro pro Einwohner, während Deutschland mit 6.226 Euro pro Kopf leicht darunter liegt. Insgesamt zeigt die Studie erhebliche Unterschiede zwischen den 25 untersuchten europäischen Ländern – sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene.
In den 25 von der Studie erfassten europäischen Ländern stehen den Verbrauchern insgesamt rund 3,5 Billionen Euro für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung. Spitzenreiter ist Luxemburg mit 12.518 Euro pro Kopf und damit mehr als 86 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Auf den Rängen zwei und drei folgen die Schweiz mit 12.080 Euro und Dänemark mit 9.452 Euro pro Einwohner. Mit 6.226 Euro liegt Deutschland rund 7 Prozent unter dem Durchschnitt.
Filip Vojtech, Einzelhandelsexperte im Bereich Geomarketing von NIQ, erklärt: „Nord- und westeuropäische Länder dominieren die oberen Plätze des Rankings. Gleichzeitig liegen einige der volumenstärksten Einzelhandelsmärkte Europas beim Pro-Kopf-Wert unter dem europäischen Durchschnitt. So haben Deutschland, Spanien und Italien trotz ihrer hohen Gesamtmarktvolumina alle eine unterdurchschnittliche Einzelhandelskaufkraft. Das zeigt, dass Marktgröße und individuelle Kaufkraft häufig auseinanderfallen. Zugleich unterscheiden sich die regionalen Ausgabenstrukturen und Konzentrationsgrade zwischen den Ländern deutlich, wobei große Metropolregionen einen überproportional hohen Anteil der Einzelhandelskaufkraft auf sich vereinen. Für Händler ist es daher wichtig, regionale Dynamiken zu berücksichtigen.“
Insgesamt weisen 12 der 25 Länder eine überdurchschnittliche Einzelhandelskaufkraft pro Kopf auf, während 13 Länder unter dem europäischen Mittelwert liegen. Am unteren Ende des Rankings sind vor allem Länder aus Ost- und Südosteuropa vertreten. Serbien bildet mit 3.849 Euro pro Kopf das Schlusslicht und erreicht damit nur gut 57 Prozent des europäischen Durchschnitts.
Über die nationalen Durchschnittswerte hinaus unterscheidet sich die Einzelhandelskaufkraft in Europa auch deutlich auf regionaler Ebene. In vielen Ländern übertreffen Hauptstädte und große Metropolregionen ihr jeweiliges Umland, häufig mit großem Abstand. In Frankreich erreicht Paris beispielsweise 12.944 Euro pro Kopf, während das benachbarte Département Seine‑Saint‑Denis lediglich 6.314 Euro verzeichnet, was weniger als der Hälfte des Werts der Hauptstadt entspricht. Ein ähnliches Muster zeigt sich im Vereinigten Königreich: Zentrale Londoner Regionen wie die City of London erzielen Kaufkraftwerte von bis zu 15.785 Euro pro Kopf, während Regionen wie Birmingham nur etwa 5.846 Euro pro Kopf erreichen. | Nielsen IQ
17.06.2026 | Neue Studie von IFH MEDIA ANALYTICS und MEDIA CENTRAL untersucht Nutzung digitaler Kanäle entlang vier Phasen der Customer Journey. Nur jede:r Achte kauft spontan, die große Mehrheit plant und bereitet den Einkauf gezielt vor. Händler-Apps dominieren insgesamt die Preis- und Angebotsrecherche, Prospekt-Apps sind der wichtigste Kanal zur Inspiration und Kaufvorbereitung. Social Media und Videoformate dominieren die Entdeckung neuer Trends und Produkte, führen jedoch nur selten zum Kauf.
Spontankäufe sind bei deutschen Konsument:innen die Ausnahme: Nur rund jede:r Achte (12 %) entscheidet sich ungeplant für einen Kauf. Stattdessen prägen strukturierte Prozesse den Einkaufsalltag über verschiedene Branchen hinweg. Mehr als jede:r zweite Verbraucher:in (59 %) plant Einkäufe gezielt im Voraus oder vergleicht aktiv Angebote, bevor eine Kaufentscheidung getroffen wird – diese fällt damit zunehmend vor dem Besuch im Geschäft oder Onlineshop. Für Händler rückt die gezielte Aussteuerung der Angebotskommunikation entlang der Customer Journey in den Fokus – mit dem Ziel, Konsument:innen frühzeitig zu erreichen.
Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie von IFH MEDIA ANALYTICS und MEDIA CENTRAL „Von Inspiration bis Kauf: Digitale Angebotskanäle entlang der Customer Journey“, für die 1.000 Konsument:innen in Deutschland befragt wurden. Untersucht wurde die Nutzung digitaler Kanäle von der ersten Inspiration bis zum Kaufabschluss. Übergreifend zeigt sich dabei: Händler-Apps sind mit 58 Prozent insgesamt die führende Quelle für die Preis- und Angebotsrecherche, die Relevanz der untersuchten Kanäle variiert jedoch je nach Phase der Customer Journey.
Prospekt-Apps dominieren Inspiration und Einkaufsplanung
Ein Blick auf die Inspirations- und Einkaufsplanungsphase macht deutlich: Prospekt-Apps sind hier der wichtigste Kanal. Gut ein Viertel der Verbraucher:innen (27 %) nennt sie als erste Anlaufstelle zur Inspiration, für 54 Prozent zählen sie zu den drei wichtigsten Touchpoints. Ihre Stärke liegt vor allem in der Bedienung des Bedürfnisses nach aktuellen Inhalten und Angeboten (63 %). Zudem führen sie zum spontanen Entdecken von Aktionen und Produkten (32 %). Auch in der Einkaufsplanung – besonders relevant für den Lebensmitteleinzelhandel – liegen Prospekt-Apps vorn: Ein Drittel (34 %) nennt sie als wichtigsten Kanal, 61 Prozent zählen sie zu ihren Top 3. Ausschlaggebend in dieser Phase ist vor allem eine übersichtliche, leicht zugängliche Darstellung relevanter Informationen, die eine gezielte Vorbereitung ermöglicht.
„Prospekt-Apps sind weit mehr als ein digitaler Werbekanal: Sie begleiten Verbraucherinnen und Verbraucher von der Inspiration bis zum Kauf. Während sie in der Inspirationsphase mit aktuellen Angeboten, Produktneuheiten und spontanen Entdeckungsmomenten überzeugen, bieten sie in der Einkaufsplanung die notwendige Übersicht und Orientierung. Damit verbinden sie Inspiration, Information und Kaufabsicht auf besonders effiziente Weise“, so Andreas Riekötter, Geschäftsführer von IFH MEDIA ANALYTICS.
Inspiration ja, Abschluss nein: Social Media bleibt im Kaufmoment schwach
Videoplattformen und Social Media sind zentrale Impulsgeber für die Entdeckung neuer Trends und Produkte – insbesondere über Werbung auf Videoplattformen (53 %), Influencer (52 %) und Social Ads (50 %). Auch in der Einkaufsplanung gewinnen die Kanäle an Relevanz, da Angebote hier zielgruppenspezifisch ausgespielt werden können. Beim Kaufabschluss zeigt sich jedoch eine klare Grenze: Der letzte Schritt zum Kauf erfolgt überwiegend über Kanäle mit hoher Aktivierungsleistung. Ausschlaggebend sind konkrete Mehrwerte und situative Relevanz – etwa durch Coupons, eine einfache Filialsuche, transparente Preisvorteile oder passend getimte Impulse. Händler-Apps, Websites und Prospekt-Apps zählen hier zu den wichtigsten Kanälen.
„Social Media ist ein starker Impulsgeber für Trends und Angebote, führt aber selten direkt zum Kauf. Für den Abschluss kommt es auf das Zusammenspiel aus relevantem Mehrwert, einfachem Zugang und dem richtigen Timing an. Entscheidend ist die gezielte Verzahnung der Kanäle entlang der Customer Journey – von der Inspiration bis zum Abschluss. Nur so lassen sich Impulse systematisch in Kaufentscheidungen überführen“, erläutert Selin Castaldo, Vice President Corporate Affairs bei MEDIA CENTRAL. | IFH Media Analytics
16.06.2026 | Für den Mittagstisch im Restaurant, das Eis am Kiosk oder das T-Shirt in der Boutique – 84 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass alle Geschäfte gesetzlich verpflichtet sein sollten, neben Bargeldzahlungen auch mindestens eine elektronische Bezahlmöglichkeit anzubieten. Im Vorjahr waren erst 70 Prozent dieser Meinung. Der Wunsch ist über alle Altersklassen hinweg ähnlich stark ausgeprägt: Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 86 Prozent, in der Altersgruppe ab 65 Jahren 83 Prozent. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
„Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, digitale Bezahlmöglichkeiten flächendeckend zu stärken. Die Menschen erwarten jetzt, dass daraus auch konkrete Verbesserungen im Alltag werden“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Zu einem modernen Zahlungssystem gehört die Wahlfreiheit: Wer digital bezahlen möchte, sollte dazu auch die Möglichkeit haben. In vielen anderen Ländern ist das längst Standard.“ 78 Prozent der Deutschen stört es, wenn nur mit Bargeld bezahlt werden kann. Schon jetzt nutzen 82 Prozent der Deutschen Bargeld nach eigenen Angaben seltener als früher. 57 Prozent nutzen Bargeld sogar nur noch aus Sorge, nicht digital bezahlen zu können. 72 Prozent würde ohne Bargeld nichts fehlen.
Dabei verlieren Scheine und Münzen im Alltag zwar an Bedeutung, bleiben vielen Menschen aber grundsätzlich als Bezahloption wichtig: Zwei Drittel (66 Prozent) haben Sorge, in Zukunft nicht mehr überall mit Bargeld zahlen zu können, selbst wenn sie dies möchten. Auch dies sehen Jung und Alt relativ ähnlich: Unter den 16- bis 29-Jährigen äußern 63 Prozent diese Sorge, in der Altersgruppe ab 65 Jahren 69 Prozent. | bitkom
16.06.2026 | Der Handelsverband Deutschland (HDE) rückt die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz beim heutigen Sustainability & Retail Summit in den Fokus. Aus Sicht des HDE bleibt Nachhaltigkeit auch in den aktuell wirtschaftlich herausfordernden Zeiten eine Kernaufgabe von Wirtschaft und Gesellschaft.
Der Handel leistet seit vielen Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Ein prominentes Beispiel ist die Gründung des Deutschen Pfandsystems (DPG) vor 20 Jahren. Hier schuf die Branche einen Meilenstein für erfolgreiche Kreislaufwirtschaft und Recycling. Gleichzeitig investieren viele Handelsunternehmen beispielsweise in den Second-Hand-Markt und fördern damit einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen: So wird allein im Online-Handel inzwischen jeder zehnte Euro mit gebrauchten Produkten umgesetzt.
Damit der Handel seine Rolle als Treiber der nachhaltigen Transformation auch künftig erfüllen kann, braucht es jedoch verlässliche und praxisnahe politische Rahmenbedingungen. „Zu oft erleben wir im regulatorischen Alltag den Unterschied zwischen gut gemeint und gut gemacht. Wenn die Politik den Bogen überspannt, würgt sie genau die Investitionskraft ab, die wir für den Wandel dringend brauchen. Wir brauchen eine Wirtschaftspolitik des Vertrauens und des Augenmaßes – keinen dirigistischen Dauerdruck“, sagt HDE-Präsident Alexander von Preen.
Als aktuelles Beispiel nennt der HDE die europäische Verpackungsverordnung (PPWR). Deren Umsetzung sei in der derzeit vorgesehenen Form und innerhalb der geltenden Fristen für viele Unternehmen kaum zu bewältigen. „Wir steuern hier sehenden Auges in ein bürokratisches Chaos und riskieren ohne Not die Überforderung der Wirtschaft. Das ist eine Entwicklung, die uns fatal an das Debakel rund um die Entwaldungsverordnung (EUDR) erinnert“, so von Preen.
Grundsätzlich unterstützt der HDE die Ziele der PPWR und befürwortet die Verordnung. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung seien jedoch praktikable Lösungen. „Wenn wir den Geist der Verordnung retten wollen, muss der Anwendungsbeginn verschoben werden. Wir brauchen mehr Zeit um praktikable, europaweit harmonisierte Lösungen zu entwickeln, die den Zielen dienen, ohne die Unternehmen im administrativen Aufwand zu erdrücken“, fordert von Preen.
Auf dem Sustainability & Retail Summit am 16.Juni 2026 erwartet der HDE neben Bundestagsabgeordneten, Fachexpertinnen und -experten auch den Bundesumweltminister Carsten Schneider, der die Veranstaltung mit einer Begrüßungsrede eröffnen wird. | HDE
10.06.2026 | Konsumentinnen und Konsumenten nutzen heute zahlreiche unterschiedliche Kanäle, um sich zu Produkten, Angeboten oder Aktivitäten des Handels zu informieren. Wie sie diese Informationen aufnehmen, wird von diversen Parametern beeinflusst. So wirken Kommunikationskanäle unterschiedlich auf ihre Rezipienten. Auch die individuelle Situation, in der sich die Kundinnen und Kunden befinden, beeinflusst die Wahrnehmung.
Vor diesem Hintergrund untersucht die neue EHI-Studie „Atlas der Kanalrelevanz 2026“, welche Kommunikationskanäle aus Konsumentensicht innerhalb der Angebotskommunikation tatsächlich relevant sind, wie diese kundenseitig kombiniert werden und welche Anforderungen sich daraus für unterschiedliche Zielgruppen ergeben.
„Der ‚Atlas der Kanalrelevanz‘ verbindet datenbasierte Analysen mit praxisnaher Reflexion im Handelsumfeld. Die Studie zeigt, dass digitale und gedruckte Prospekte aus Sicht der Konsumentinnen und Konsumenten eng miteinander verbunden sind. Beide Formate werden häufig ergänzend genutzt“, erläutert Marlene Lohmann, Leiterin des Projektes innerhalb der EHI-Initiative Angebotskommunikation.
Prospektkanäle als zentrale Orientierungspunkte
Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere digitale und gedruckte Prospekte weiterhin eine hohe Bedeutung innerhalb der Customer Journey besitzen. 60,3 Prozent der Befragten bewerten digitale Prospekte als relevanten Kanal. Gedruckte Prospekte erreichen 55,4 Prozent auf der Bedeutungsskala. Auffällig ist dabei die generationenübergreifende Relevanz der Prospektkanäle – sowohl die Generation Y als auch die Babyboomer vergeben hohe Werte. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass digitale Prospektangebote und klassische Print-Prospekte aus Konsumentensicht funktional eng miteinander verbunden sind. Die Kombination der beiden Prospektarten ist mit 14,9 Prozent die am häufigsten genutzte.
YouTube: Orientierung und Informationsvertiefung
40,6 Prozent der Befragten sehen YouTube als hoch relevanten Kanal im Kontext der ersten Produktorientierung. Besonders hoch fällt die Bewertung mit 48,6 Prozent bei der jüngeren Zielgruppe bis 29 Jahren sowie bei Smart Shoppern (63,9 Prozent), trendorientierten Shoppern (65,4 Prozent) und Familien mit Kindern (54,0 Prozent) aus. Die Analysen zeigen außerdem, dass die YouTube-Bewertung innerhalb unterschiedlicher Phasen der Kaufannäherung – wie der unbewussten Wahrnehmung (Awareness), der ersten Produktorientierung (Interest) oder auch dem aktiven Informations- & Produktabgleich (Consideration) – vergleichsweise stabil relevant bleibt. YouTube weist zudem funktionale Nähe zu mehreren anderen Kanälen auf und wird vergleichsweise häufig in Kombination mit weiteren Kanälen genutzt.
Zielgruppen mit unterschiedlichen Kommunikationsräumen
Jüngere Generationen bewerten in der Phase der ersten Produktorientierung insbesondere Streaming, YouTube, Instagram und TikTok als deutlich relevanter als ältere Zielgruppen. So erreicht TikTok innerhalb der Generation Z eine Relevanzbewertung von 50,9 Prozent, während der Wert bei den Babyboomern bei 26,3 Prozent liegt.
Kommunikationswirkung durch Informationsrouten
Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Konsumentinnen und Konsumenten Kanäle häufig sequenziell nutzen; Kanäle werden also nicht isoliert wahrgenommen, sondern innerhalb konkreter Informationsrouten genutzt (individuelle Reihenfolge der Nutzung der Kanäle). So verändern sich beispielsweise Informationen, werden ergänzt, bestätigt oder weiter vertieft. Dabei übernehmen die Kanäle unterschiedliche Funktionen. Streaming, Fernsehen oder (D)OOH wirken stärker aufmerksamkeitsorientiert und unterstützen eher unbewusste Wahrnehmungssituationen. Handelsnahe Kontaktpunkte wie Prospekte oder Open Internet (Medienwebsites) übernehmen dagegen häufiger orientierende Funktionen.
„Angebotskommunikation muss heute stärker als vernetztes System kanalübergreifender Informationsvermittlung verstanden werden. Entscheidend sind dabei die spezifischen Potenziale einzelner Kanäle sowie deren bedürfnisgerechte Nutzung durch den Endverbraucher“, erklärt Dr. Tobias Röding vom EHI. „Ihre Wirkung entfaltet sich insbesondere im Zusammenspiel von Wahrnehmungs-, Informations- und Entscheidungsprozessen.“ | EHI Retail Institute
10.06.2026 | Mit Blick auf die am 11. Juni beginnende Fußball-Weltmeisterschaft rechnet der Einzelhandel in Deutschland mit positiven Umsatzeffekten. Eine aktuelle HDE-Umfrage unter rund 400 Unternehmen macht aber gleichzeitig deutlich, dass es in der Regel um Impulse geringeren Umfangs geht. Nur im Sport- und im Lebensmittelhandel sind die Erwartungen größer.
„Große Sportereignisse können sich positiv auf die Konsumstimmung auswirken und für Umsatzimpulse sorgen. Bei Veranstaltungen, die nicht in Deutschland stattfinden, sind die Umsatzeffekte jedoch weitestgehend auf einzelne Branchen und Warenbereiche begrenzt. Eine nennenswerte Belebung des Einzelhandelskonsums über alle Branchen hinweg ist durch die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko somit nicht zu erwarten“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.
Nach der aktuellen HDE-Umfrage hat rund ein Viertel der befragten Händler Aktionswaren oder Produkte mit WM-Bezug im Sortiment. Spitzenreiter ist dabei der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Bekleidung und Schuhen, Sportartikeln sowie die Baumärkte, der Elektronikeinzelhandel und der Spielwarenhandel.
Die Unternehmen mit fußball-affinen Produkten rechnen mit positiven Umsatzeffekten, in der Regel aber nur in geringem Maße. Einen spürbaren Umsatzimpuls erwarten der Sporthandel und der Lebensmittelhandel in den jeweiligen Sortimenten.
„Je weiter die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im Turnier kommt, desto besser für die Stimmung im Land. Konsum ist zu einem hohem Anteil Psychologie. Gerade in diesen schwierigen Zeiten mit den Kriegen in der Ukraine und in Nahost brauchen wir positive Anknüpfungspunkte für die Menschen“, so Genth. | HDE
05.06.2026 | Dann geh doch zu Netto? Der Lebensmittel-Discounter Netto bricht mit den klassischen Regeln der Branche. So sieht es zumindest derzeit aus. Statt Spielzeug wie üblich nur saisonal anzubieten, möchte das Unternehmen künftig auf ein permanentes Angebot im Regal setzen. Nach erfolgreichen Testläufen scheint nun ein massiver Roll-out bevorzustehen.
Der Discounter Netto verlässt im Bereich der Spielwaren das klassische Aktionsgeschäft und stellt in ausgewählten Filialen ein dauerhaftes Sortiment auf. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu hören ist umfasst das Angebot eine mittlere zweistellige Zahl von Artikeln. Verbraucher finden darunter bekannte Marken wie Mattel, Playmobil, Lego und Schmidt Spiele sowie einzelne Lizenzprodukte. Preislich sollen sich die Artikel überwiegend im Klein- und Mittelpreissegment bewegen, wobei mehr als die Hälfte der Produkte für unter zehn Euro angeboten wird. Platziert werden soll das neue Segment in frequenzstarken Bereichen der Märkte, konkret in der Nähe von Haushalts- und Schreibwaren.
Hintergrund des Strategiewechsels sind erste Testphasen, die so positiv verliefen, dass Netto das Konzept jetzt zügig ausrollen will. Langfristig soll das Spielwarenregal den Weg in mehr als 4.000 der insgesamt rund 4.400 Filialen finden.
Unterstützung holt sich der Discounter dabei wohl von externen Experten: Die auf Spielwaren spezialisierte Handelskooperation Vedes AG könnte beim Sortimentsmanagement helfen.
Ein ganzjähriges Spielwarenangebot wäre ein kompletter Paradigmenwechsel für den Discount-Bereich. Weg von aggressiven Kampfpreisen hin zu spontanen Mitnahmekäufen zum Normalpreis. Ob diese Idee allerdings langfristig aufgehen wird, das darf von Spielwarenfachleuten bezweifelt werden, denn kaum eine Produktgruppe ist so preisgetrieben wie die Spielware. Von Stolperfallen wie Hypersaisonalität oder Neuheitenquote ganz zu schweigen.
| Redaktion PH
02.06.2026 | Der Umsatz der Einzelhandelsunternehmen in Deutschland ist nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im April 2026 gegenüber März 2026 kalender- und saisonbereinigt real (preisbereinigt) um 0,3 % gesunken und nominal (nicht preisbereinigt) um 0,3 % gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 sank der Umsatz real um 0,3 % und stieg nominal um 1,4 %. Im März 2026 verzeichnete der Einzelhandelsumsatz gegenüber Februar 2026 nach Revision der vorläufigen Ergebnisse einen Rückgang von real 0,3 % (vorläufiger Wert: -2,0 %) und nominal einen Zuwachs von 0,3 % (vorläufiger Wert: -1,5 %).
Auffällig war im April 2026 die Entwicklung der Umsätze der Tankstellen infolge des Kriegs im Nahen Osten: Nach Kalender- und Saisonbereinigung sanken die Umsätze real um 4,0 % und nominal 1,0 % gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 verzeichneten die realen Umsätze einen Rückgang von 10,4 %, wohingegen die nominalen Umsätze um 7,6 % anstiegen. Zu beachten ist, dass im Umsatz der Tankstellen auch die Verkäufe in den Tankstellenshops enthalten sind.
Der Umsatz im Einzelhandel mit Lebensmitteln stieg im April 2026 gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt real um 3,2 % und nominal um 3,3 %. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 verzeichnete der Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel einen realen Rückgang von 0,1 % und einen nominalen Anstieg von 1,4 %.
Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln sank der kalender- und saisonbereinigte Umsatz im April 2026 gegenüber dem Vormonat real um 2,2 % und nominal um 2,0 %. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 verzeichnete der reale Umsatz einen Rückgang von 0,2 %, wohingegen der nominale Umsatz um 1,2 % stieg.
Im Internet- und Versandhandel verzeichnete der Umsatz im April 2026 gegenüber dem Vormonat ein Umsatzminus von real 4,7 % und nominal 4,5 %. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 wuchs der Umsatz im Internet- und Versandhandel real um 0,4 % und nominal um 1,1 %. | Statistisches Bundesamt
02.06.2026 | Die Verbraucherstimmung in Deutschland steigt erstmals seit Februar 2026 wieder leicht an, bleibt aber auf einem schwachen Niveau. Das geht aus dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) hervor. Der negative Trend aus den Vormonaten setzt sich im Juni nicht weiter fort, aber die anhaltenden globalen Konflikte dämpfen weiterhin die Verbraucherstimmung.
Im Vergleich zum Vormonat steigt das HDE-Konsumbarometer leicht. Gegenüber dem Vorjahr ist die Stimmung allerdings stark eingetrübt. Der anhaltende Irankrieg und die steigenden Preise wirken sich weiterhin negativ auf die Konsumlaune aus. Die Anschaffungsneigung verbessert sich im Vergleich zum Vormonat minimal und liegt ebenfalls deutlich unter dem Wert des Vorjahrs.
Die Verbraucherinnen und Verbraucher blicken weiterhin pessimistisch auf die konjunkturelle Entwicklung. Der aktuelle Wert ist so niedrig wie zuletzt Anfang 2023. Dennoch ist eine leichte Verschiebung vom Sparen zum Konsum zu beobachten.
Nach der ersten Jahreshälfte 2026 fällt die Bilanz sehr negativ aus. Trotz leichtem Anstieg der Verbraucherstimmung im Juni ist es zu früh, einen konjunkturellen Hoffnungsschimmer für das zweite Halbjahr vorherzusagen. Für einen Aufschwung der Konsumbereitschaft ist es entscheidend, dass der Irankrieg zeitnah endet. Auch von der Politik angekündigte weitere Entlastungen sind erforderlich, um die Verbraucherstimmung und die Wirtschaft anzukurbeln. Ob dies gelingt, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.
Das jeweils am ersten Montag eines Monats erscheinende HDE-Konsumbarometer basiert auf einer monatlichen Umfrage unter 1.600 Personen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und zu anderen konsumrelevanten Faktoren. Das Konsumbarometer, das vom Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag des HDE erstellt wird, hat eine Indikatorfunktion für den privaten Konsum. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten. | HDE
29.05.2026 | Die EU-Kommission greift im Technologiesektor so hart durch wie selten zuvor: Gegen den chinesischen Online-Marktplatz Temu wurde eine Geldstrafe in Höhe von 200 Millionen Euro verhängt. Die Brüsseler Wettbewerbshüter werfen der Betreibergesellschaft Whaleco schwerwiegende Verstöße gegen das Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) vor. Es handelt sich um die bislang höchste Buße gegen einen Online-Marktplatz in der Geschichte der EU.
Im Zentrum des Konflikts steht Artikel 34 des DSA. Dieser verpflichtet extrem große Online-Plattformen mit mehr als 45 Millionen aktiven Nutzern in der EU dazu, potenzielle Risiken für Verbraucher systematisch zu analysieren und einzudämmen. Diese Berichte werden üblicherweise von unabhängigen Wirtschaftsprüfern validiert. Laut EU-Kommission hat Temu diese Pflicht, seit der Einstufung als Großplattform im Jahr 2024, vernachlässigt.
Illegale Waren und mangelhafter Verbraucherschutz
Die konkreten Vorwürfe wiegen schwer. Den Brüsseler Behörden zufolge unternimmt Temu nicht genug gegen illegale und gefährliche Produkte, die von Drittanbietern auf der Plattform vertrieben werden.
Temu: „Strafe unverhältnismäßig“
Beim Temu-Mutterkonzern Whaleco stößt das Urteil auf Unverständnis. Ein Unternehmenssprecher betonte, man respektiere den DSA, halte die Entscheidung jedoch für falsch und die Strafe für „unverhältnismäßig“. Zudem beziehe sich das Bußgeld auf Versäumnisse der Vergangenheit und bilde den aktuellen, bereits stark verbesserten Standard beim Verbraucherschutz nicht ab.
Wie es weitergeht
Dem chinesischen E-Commerce-Riesen steht nun der Weg vor die europäischen Gerichte offen. Das Unternehmen kündigte an, die Entscheidung der Kommission detailliert zu prüfen und juristische Schritte abzuwägen. | PH
27.05.2026 | Die Verbraucherstimmung gibt in diesem Monat nicht weiter nach und erholt sich moderat um 3,3 Punkte. Nichtsdestotrotz liegt der Indikator nach den Erwartungen der Verbraucher für Juni bei -29,3 Punkten (Vormonat revidiert: 33,1 Punkte) und damit vergleichsweise niedrig. Die Einkommenserwartungen, die sich mit Beginn des Irankrieges deutlich eingetrübt hatten, fallen aktuell merklich positiver aus als im April. Die Anschaffungsneigung bleibt trotz leichtem Anstieg weiter verhalten und die Sparneigung ist erneut leicht rückläufig. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse des NIM Konsumklimas powered by GfK.
Deutliche Erholung der Einkommenserwartungen
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher, die zuletzt signifikant eingebrochen waren, erholen sich in diesem Monat spürbar und liegen nun bei -13,0 Punkten. Dies ist ein Plus von 11,4 Punkten im Vergleich zum Vormonat. Da der Konflikt im Nahen Osten bislang nicht weiter eskaliert ist, scheint ein Teil der geopolitischen Unsicherheit inzwischen in den Erwartungen der Verbraucher eingepreist zu sein. Gleichzeitig deuten politische Signale auf mögliche Entlastungsmaßnahmen hin. Dies dürfte dazu beigetragen haben, dass sich die Einkommenserwartungen der privaten Haushalte aufgehellt haben. Insgesamt bleibt der Indikator im Vergleich zum Vor-Krisen-Niveau
jedoch deutlich im pessimistischen Bereich.
„Die Verbraucherstimmung beendet, zumindest für den Moment, ihren Sinkflug und erholt sich in diesem Monat wieder etwas“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM. „Neben den deutlich verbesserten Einkommensaussichten stützen eine rückläufige Sparneigung sowie eine leicht zunehmende Anschaffungsneigung derzeit das Konsumklima. Die Belastungen durch den Konflikt im Nahen Osten bleiben aber in der Grundtendenz bestehen und sind im Konsumklima weiterhin sichtbar.“
Anschaffungsneigung bleibt verhalten
Die Anschaffungsneigung verbessert sich um 1,2 Punkte im Vergleich zum letzten Monat und liegt nun bei -13,2 Punkten. Der Indikator, der sich ohnehin seit Längerem im Minus befindet, bleibt daher weiterhin eingetrübt und signalisiert, dass die Verbraucher es derzeit nicht besonders ratsam finden, größere Anschaffungen zu tätigen.
Sparneigung ist weiter leicht rückläufig
Die Sparneigung, die angibt, ob es die Menschen angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit für ratsam halten, zu sparen, sinkt in diesem Monat weiter: Sie steht nach einem Rückgang um 2,2 Zähler nun bei einem Wert von 13,9 Punkten. Dies ist der dritte Rückgang in Folge.
Im langfristigen Vergleich ist dieser Wert nach wie vor sehr hoch, allerdings etwas niedriger als noch zu Beginn des Jahres.
Konjunkturerwartungen zeigen keine weitere Abschwächung, Inflationssorgen lassen nach
Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher verbessern sich in diesem Monat leicht um 2,5 Zähler auf -11,2 Punkte. Allerdings rechnet die Mehrheit der Verbraucher weiterhin mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten. Vor dem Hintergrund der zuletzt mehrfach nach unten angepassten Wachstumsprognosen kann es jedoch als positives Signal gewertet werden, dass sich die Konjunkturerwartungen erholt haben. Dies dürfte im Kontext der deutlich gestiegenen Einkommenserwartungen stehen.
Ebenso gehen die Verbraucher mehrheitlich davon aus, dass die Preise in den nächsten 12 Monaten steigen werden, aber auch hier ist der Indikator zuletzt gefallen. Im Vergleich zum Vormonat geht er um 5,4 Punkte zurück und weist einen Stand von -0,4 Punkten aus. Dieser Rückgang dürfte auf die Senkung der Energie-steuer auf Diesel und Benzin zurückzuführen sein, da Verbraucher diese Rückgänge stark wahrnehmen.
Gleichzeitig stieg die Inflationsrate in Deutschland im April auf 2,9 Prozent und lag damit einen Prozentpunkt über dem Wert vom Februar dieses Jahres. | Nielsen IQ
27.05.2026 | Die Shopping-Center-Landschaft in Deutschland ist weiterhin in Bewegung. Ein Grund dafür ist die spektakuläre Neueröffnung des Westfield Hamburg-Überseequartiers im vergangenen Jahr. Das Leuchtturmprojekt ist eines von zwei neuen Centern in der EHI-Datenbank, die deutschlandweit mehr als 500 Center zählt.
„Die Gesamtfläche der Shopping-Center ist leicht gestiegen und immer mehr Center arbeiten an einem Gesamtkonzept, das über die reine Retail-Funktion hinausgeht. Mischnutzungen mit Freizeitangeboten, Gesundheitsversorgung oder beispielsweise Büros gehören in vielen Centern schon lange zum Nutzungsmix, Tendenz steigend“, erklärt Lena Knopf, Leiterin des Forschungsbereichs Immobilien & Expansion.
Gesamtfläche wächst
Mit 506 Shopping-Centern bleibt die Anzahl in Deutschland zum zweiten Mal in Folge unverändert (Stand: 01.01.2026). Neu hinzugekommen sind das Überseequartier in Hamburg und der Drewespark in Wismar. Auf der anderen Seite fallen zwei Objekte aus der Statistik, da sie die gesetzten Definitionsgrenzen (u. a. eine Mindestgröße von 10.000 qm Retail-Mietfläche) nicht mehr erfüllen.
Trotz gleichbleibender Centerzahl ist eine Entwicklung am Markt zu beobachten. Die Gesamtfläche aller Center vergrößert sich – nicht zuletzt durch das neue Hamburger Überseequartier – um drei Prozent auf 17,2 Mio. qm. Auch die Retail-Mietfläche wächst leicht um 0,3 Prozent auf 13,1 Mio. qm.
Revitalisierungen im Gange
Wie im Vorjahr verzeichnen 38 Shopping-Center laufende oder direkt geplante Modernisierungsmaßnahmen. Eine häufige Maßnahme ist die Diversifizierung des Nutzungsmixes über das Retail-Geschäft hinaus, wodurch die Handelsflächen teilweise verkleinert werden. Einige Center erweitern jedoch auch ihre Retail-Fläche. Ein Beispiel dafür ist der Strelapark in Stralsund mit rund 20 neuen Geschäften auf 6.000 qm.
Innenstadtlagen gefragt
Insgesamt liegen 46 Prozent der Shopping-Center in den Innenstädten, 39 Prozent in einem Stadtteil und 15 Prozent auf der grünen Wiese. Beim Blick auf die Neueröffnungen zwischen 2015 und 2025 verfestigt sich dieses Bild: Von den 36 neuen Centern in diesem Zeitraum befinden sich 21 in der Innenstadt (58 Prozent), 14 in Stadtteilen (39 Prozent) und mit dem EEC Edingen-Neckarhausen lediglich ein Center auf der grünen Wiese.
Top-Mieter
Nach wie vor besitzen sieben Vertriebslinien mehr als 200 Filialen in Centern. Zu den Top-3 zählen unverändert Deichmann (288 Geschäfte), Ernsting’s Family (261) und dm-drogerie markt (237). Die beiden letztgenannten Händler können je vier Center-Filialen mehr verzeichnen. Aus den Top-20 haben Nanu-Nana (+5), Only, Woolworth, Rituals und Douglas (je +4) mehr Shops als im Vorjahr. Demgegenüber verkleinern Vodafone, Hunkemöller (je −8), Frisör Klier (−4) und H&M (−3) ihr Filialnetz in Shopping-Centern. | EHI Retail Institute
21.05.2026 | Ob neuer Laptop, Smartwatch oder Spielekonsole: Wer heute vor einer größeren Anschaffung steht, vergleicht nicht mehr nur Preise auf den entsprechenden Internetportalen oder liest Kundenbewertungen. Immer häufiger wird auch generative KI zum Einkaufsberater. In Deutschland nutzen bereits 8 Prozent der Online-Recherchierenden AI Search, also Anwendungen wie ChatGPT oder Gemini, um sich vor dem Kauf eines neuen Produkts zu informieren.
Besonders stark ist die KI-Nutzung laut NIQ-Daten in erklärungsbedürftigen oder teureren Produktkategorien bei denen der Kaufentscheidungsprozess der Verbraucher ohnehin bereits komplexer ist. Zum Beispiel bei mobilen Computern, Spielekonsolen und Wearables wie Smartwatches oder Fitness-Trackern liegt der Anteil der KI-gestützten Online-Recherche jeweils bei 13 Prozent. Bei Tablets sind es 12 Prozent, bei Haarstyling-Geräten und Fernsehgeräten jeweils 9 Prozent.
„Gerade bei komplexeren oder teureren Anschaffungen beobachten wir, dass Konsumenten KI zunehmend wie einen persönlichen Einkaufsberater nutzen“, erklärt Julia Kalkowski, Expertin für technische Konsumgüter bei NIQ. „Viele lassen sich Produkte vergleichen, Unterschiede erklären oder passende Angebote zusammenstellen.“
ChatGPT dominiert die KI-Produktsuche
In der KI-gestützten Produktsuche liegt ChatGPT vorn: 84 Prozent der Nutzer von AI Search im Tech & Durables Bereich greifen auf die Plattform zurück. Mit Abstand folgt die Gemini App (22 Prozent. Andere KI-Angebote wie Copilot, Perplexity oder Meta AI spielen bislang eine vergleichsweise geringe Rolle.
Zudem ersetzt KI klassische Informationsquellen noch nicht vollständig. Suchmaschinen, Preisvergleichsportale und Händler-Websites bleiben beim Kauf Technischer Konsumgüter (TCG), zu denen unter anderem Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte zählen, weiterhin die wichtigsten Touchpoints im online Kaufprozess. Nur 2 Prozent der Käufer von TCG-Produkten geben derzeit an, dass KI-generierte Zusammenfassungen ihre wichtigste Informationsquelle bei der Produktsuche sind.
„Aktuell ist KI eher ein zusätzlicher Recherchekanal als ein Ersatz für klassische Produktsuche“, so Julia Kalkowski. „Aber die Dynamik ist enorm. Vor allem jüngere Konsumenten integrieren KI bereits sichtbar in ihre Einkaufsroutine.“
KI hilft vor allem beim Vergleichen und Verstehen
Besonders häufig wird KI genutzt, um Produkte und Preise zu vergleichen. 55 Prozent der KI-Nutzer setzen generative KI für Modellvergleiche ein, 53 Prozent suchen nach dem besten Preis oder Angebot. Weitere wichtige Anwendungsfälle sind Markenvergleiche (38 Prozent), personalisierte Empfehlungen (35 Prozent) sowie das Erklären technischer Funktionen (35 Prozent). Während Konsumenten KI also zunehmend nutzen, um Kaufentscheidungen vorzubereiten, bedeutet das nicht automatisch, dass sie auch Produkte nur deshalb kaufen, weil diese selbst mit KI-Funktionen ausgestattet sind. So nennen in Deutschland bislang nur 9 Prozent der Käufer KI-Funktionen als wichtiges Kaufkriterium bei Smartphones. Bei Laptops, Tablets und anderen mobilen Computern sind es 6 Prozent, bei Wearables wie Smartwatches oder Fitness-Trackern 5 Prozent und bei Fernsehgeräten 4 Prozent. Als Vergleich: Deutlich relevanter bleiben für Konsumenten konkrete Produktvorteile. Bei Smartphones ist die Batterielaufzeit mit 52 Prozent das wichtigste Kaufkriterium, die Kameraqualität liegt mit 38 Prozent unter den Top 3. Auch bei Haushaltsgeräten zählt vor allem der praktische Mehrwert, etwa eine höhere Energieeffizienz. KI wird damit vor allem dann relevant, wenn sie an bestehende Kaufmotive wie bessere Fotos, längere Akkulaufzeit, geringere Kosten oder mehr Komfort andockt.
Vom Suchfeld zum Einkaufsassistenten
Der nächste Entwicklungsschritt zeichnet sich international bereits ab: KI wird vom Recherchetool zum Kaufberater. Agentic Commerce beschreibt dabei Einkaufsprozesse, in denen KI-Systeme Kaufabsichten erkennen, Empfehlungen ableiten und perspektivisch Entscheidungen für Konsumenten vorbereiten. Wie weit solche neuen Einkaufsroutinen in einzelnen Märkten bereits fortgeschritten sind, zeigt der NIQ-Report „The Commerce Revolution: Where East Meets West“. In APAC nutzen bereits 58 Prozent der Konsumenten Quick Commerce und 59 Prozent Social Commerce. In Europa und Nordamerika gibt es dagegen noch deutliches Wachstumspotenzial: 66 Prozent der europäischen und 69 Prozent der nordamerikanischen Konsumenten haben Quick Commerce bislang noch nie genutzt. Auch Social Commerce wurde von 67 bis 68 Prozent der Konsumenten in diesen Regionen noch nicht ausprobiert.
Besonders offen für KI-gestützte Einkaufsentscheidungen zeigen sich Konsumenten in Indien. Dort würden 49 Prozent eine Produktempfehlung ihres eigenen KI-Assistenten akzeptieren, 46 Prozent würden KI nutzen, um alltägliche Einkaufsentscheidungen zu automatisieren.
Auch in westlichen Märkten sind bereits erste Effekte messbar: Laut NIQ ist der KI-vermittelte Traffic auf US-Retail-Websites im Jahresvergleich um 1.200 Prozent gestiegen. Zugleich konvertieren KI-vermittelte Shopper 31 Prozent besser als andere Website-Besucher.
Für Händler und Marken bedeutet das: Sichtbarkeit entsteht online künftig nicht mehr nur über Suchmaschinen, Preisvergleichsportale oder soziale Netzwerke. Vielmehr wird zunehmend entscheidend, ob Produkte auch von KI-Systemen gefunden, verstanden und empfohlen werden. Strukturierte Produktdaten, Echtzeit-Verfügbarkeiten, korrekte Preise und präzise Produktattribute werden damit zu zentralen Voraussetzungen im digitalen Kaufprozess. | Nielsen IQ
21.05.2026 | Die Frist für die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie läuft am 7. Juni 2026 ab. Bislang hat kein EU-Mitgliedsland diese beispiellos bürokratische und folgenschwere Richtlinie vollständig in nationales Recht umgesetzt. Das federführende BMBFSFJ will in Kürze einen Referentenwurf dazu vorlegen. Der HDE fordert die Bundesregierung auf, die Umsetzung der Richtlinie zu überdenken. Deutschland befindet sich in der schwersten Wirtschaftskrise seit 20 Jahren, die Jobverluste sind über alle Branchen hinweg massiv.
Zudem verfüge Deutschland seit 2017 über ein umfassendes Entgelttransparenzgesetz, so dass auch keine Schutzlücke erkennbar ist. Gleichzeitig dränge aber der enorme Reformstau in allen Zweigen der Sozialversicherung, der dringend aufgelöst werden müsse, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern. Das muss jetzt Priorität haben. Die Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie „on top“ würde die Wirtschaft und auch das Land überfordern und käme damit zur denkbar schlechtesten Zeit, so HDE-Geschäftsführer für Arbeit, Bildung, Sozial- und Tarifpolitik Steven Haarke.
Eine Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie würde durch massenhaft neue Prüf- und Berichtspflichten zu einem wohl historischen Bürokratieaufwuchs für Unternehmen führen, hinzu kommen die Rechtunsicherheiten für Unternehmen, die mit dieser hochkomplexen Richtlinie zwangsläufig verbunden wären. Schweden hat kürzlich bekannt gemacht, die Richtlinie gar nicht erst umzusetzen. „Das ist mutig und in diesem Fall auch richtig. Diese Entschlossenheit würde man sich auch von Deutschland wünschen“, sagt Haarke.
Zudem schade die nationale Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie wegen der traditionell starken Tarifstrukturen keinem anderen Wirtschaftsstandort in der EU so sehr wie Deutschland, erläutert Haarke. Denn die in Deutschland sogar verfassungsrechtlich garantierte Tarifautonomie würde dadurch unnötig noch weiter unter Druck geraten. Dies wäre extrem kontraproduktiv und stünde auch im krassen Gegensatz zu der von der Bundesregierung im Koalitionsvertrag vereinbarten Stärkung der Tarifbindung. Denn Tarifverträge sind immer das Ergebnis kollektiver, gleichberechtigter Verhandlungen der Sozialpartner und damit unstrittig ein sehr wertvoller Beitrag auch für Entgeltgerechtigkeit. Sollte es trotz dieser gravierenden Bedenken dennoch zu einer Umsetzung der Richtlinie kommen, fordert der HDE zumindest mehrjährige Übergangsfristen für die Privatwirtschaft und eine verlässliche Angemessenheitsvermutung für tarifvertragliche Regelungen insgesamt. | HDE
19.05.2026 | Die schrittweise Umstellung auf Amazons neues Auszahlungssystem DD+7 trifft tausende Online-Händler unvorbereitet: Gelder werden ohne klare Ankündigung eingefroren, Auszahlungen storniert, Liquidität entzogen – für viele Seller ist die Lage existenzbedrohend.
Amazon gibt mit seinem neuen Auszahlungsmodell DD+7 Gelder erst sieben Tage nach dem Lieferdatum frei. Die Umstellung der Verkaufspartner zieht sich bereits seit Jahren und sollte ursprünglich bis Mitte März 2026 abgeschlossen sein. Allerdings lief der Rollout offenbar chaotisch und unvollständig: Viele Seller wurden nach eigenen Angaben ohne Vorankündigung umgestellt und fanden sich plötzlich mit einem Kontostand von Null konfrontiert. Verfügbare Mittel wurden auf „zurückgestellte Transaktionen" gesetzt, Auszahlungsanfragen abgelehnt oder nachträglich storniert – ohne nachvollziehbare Begründung. Mehrere Stimmen aus der Händlerschaft zeigen, dass zahlreiche Seller seit Wochen auf dringend benötigte Gelder warten.
Fehlende Transparenz, internes Chaos, Liquiditätsentzug
Besonders schwer wiegt die mangelnde Kommunikation von Amazon. Händler berichten, dass selbst der Amazon-Verkäuferservice keine verlässlichen Informationen liefern kann, weil interne Abteilungen offenbar nicht koordiniert vorgehen. In einem Fall wurde einem Händler mitgeteilt, er müsse bis zum 18. Mai auf eine Auszahlung warten – tags darauf war der Button plötzlich wieder aktiv, wenig später die Auszahlung erneut storniert. Die Schuld wurde dem Händler selbst gegeben.
Ein anderer Händler erklärt: „Das Problem ist aus unserer Sicht jedoch nicht nur die Verzögerung selbst. Nach unserer Beobachtung werden faktisch 100 % der betroffenen Verkaufserlöse zurückgehalten, unabhängig vom tatsächlichen individuellen Risiko, der Retourenquote oder der bisherigen Händlerhistorie.” Auch bei ihm wurde eine bereits angestoßene Auszahlung am nächsten Tag wieder storniert. „Durch das aktuelle Hin und Her zwischen zurückgestellten Transaktionen, freigegebenen Transaktionen, Rücklagen auf Kontoebene und stornierten Auszahlungen ist für uns nicht mehr zu 100 % nachvollziehbar, welcher Betrag welcher Bestellung zugeordnet ist, wann ein Betrag tatsächlich freigegeben wird und wann er am Ende wirklich ausgezahlt werden kann”, so der Händler weiter.
Amazon hat zwar selbst Handlungsempfehlungen zur Vorbereitung auf DD+7 herausgegeben: lückenlose Tracking-Dokumentation, Prüfung von FBA für geeignete Sortimente, Anpassung von Zahlungszielen bei Lieferanten sowie aktives Monitoring der Lieferperformance. Diese Maßnahmen können jedoch nur dann greifen, wenn Händler die Umstellung rechtzeitig mitgeteilt bekommen und sich vorbereiten können. Gerade das war offenbar in vielen Fällen nicht der Fall.
Für Unternehmen, die auf tägliche Liquidität angewiesen sind, ist das aus unserer Sicht nicht hinnehmbar. Der Händlerbund empfiehlt allen betroffenen Sellern, diese Punkte jetzt umgehend zu prüfen und Auszahlungen aktiv über die manuelle Auszahlungsfunktion anzufordern, sofern verfügbar.
„Eine ernste Gefahr für die wirtschaftliche Existenz“
„Was Amazon-Händler gerade erleben, ist inakzeptabel. Gelder werden eingefroren, ohne dass Verkäufer wissen, wann sie ihr eigenes Geld zurückbekommen. Das ist kein technisches Problem mehr – das ist eine ernste Gefahr für die wirtschaftliche Existenz tausender Unternehmen. Amazon trägt als Marktplatzbetreiber Verantwortung für seine Seller und muss jetzt handeln: mit transparenten Auszahlungsregeln, verlässlicher Kommunikation und sofortiger Unterstützung für alle betroffenen Händler", betont Tim Arlt, CEO des Händlerbundes.
Der Händlerbund fordert Amazon auf, die Auszahlungsproblematik mit höchster Priorität zu behandeln, betroffene Seller aktiv und individuell zu kontaktieren und eine klare Zeitlinie für die vollständige Lösung des Problems zu kommunizieren. | Händlerbund
19.05.2026 | In den kürzlich veröffentlichten Eckwerten zur Haushaltsplanung finden sich erneut Pläne zur Einführung einer Plastikabgabe, mit der künftig Verpackungen, die Kunststoff enthalten, zusätzlich finanziell belastet werden sollen. Die Branche ist bereits heute erheblichen finanziellen und regulatorischen Anforderungen im Bereich Verpackungen und Kunststoffentsorgung ausgesetzt. So tragen die Handelsunternehmen umfassende Kosten durch bestehende Lizenzentgelte im Rahmen der dualen Systeme. Hinzu kommen Verpflichtungen aus dem Einwegkunststofffonds sowie weitere Vorgaben aus der geplanten EU-Verpackungsverordnung (PPWR). In einigen Kommunen entstehen zudem zusätzliche Belastungen durch lokale Verpackungssteuern.
„Die Unternehmen leisten bereits heute einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung und Organisation von Entsorgungs- und Recyclingstrukturen sowie zur Reduktion von Verpackungen und der Entwicklung von nachhaltigen Verpackungsalternativen. Eine weitere Abgabe würde diese Belastungen unverhältnismäßig erhöhen und die wirtschaftliche Situation vieler Unternehmen zusätzlich verschärfen Aus unserer Sicht ist außerdem weder erkennbar, dass eine Plastikabgabe die gewollte Lenkungswirkung erzielt noch, dass diese Maßnahme zu einer signifikanten Reduktion von Kunststoffverpackungen führt“, betont Antje Gerstein, Geschäftsführerin Nachhaltigkeit des HDE. Vielmehr würden bestehende Marktmechanismen und regulatorische Vorgaben bereits ausreichend Anreize zur Reduktion und zum verstärkten Einsatz nachhaltiger Materialien setzen.
Zudem weist der HDE darauf hin, dass die zugrunde liegende EU-Plastikabgabe keine Verpflichtung zur nationalen Umsetzung in gleicher Form vorsieht. Bei der derzeitig geplanten Maßnahme handelt es sich um eine reine Haushaltskonsolidierungsmaßnahme zulasten der Unternehmen. Deutschland sollte daher von zusätzlichen nationalen Sonderwegen absehen, um Wettbewerbsnachteile für heimische Unternehmen zu vermeiden. Stattdessen sollten bestehende Instrumente optimiert und praxistaugliche Lösungen gemeinsam mit der Wirtschaft entwickelt werden. „Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten brauchen Unternehmen Planungssicherheit und Entlastung – keine zusätzlichen Abgaben“, so das abschließende Fazit des HDE. | HDE
19.05.2026 | Rund einen Monat vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 startet Playmobil seine groß angelegte Kampagne zum Fußballsommer 2026. Seit dem 18. Mai werden umfangreiche digitale Inhalte und Social-Media-Spots auf Plattformen wie YouTube, Meta, TikTok und Amazon ausgespielt.
Für die Kampagne arbeitet Playmobil mit Goalkeeper Piet zusammen. Der zwölfjährige Nachwuchstorwart begeistert mit seinen Fußballvideos bereits Millionen Menschen auf Social Media und zählt zu den bekanntesten jungen Fußball-Creatorn Deutschlands. Mit seiner authentischen, humorvollen und energiegeladenen Art begleitet Piet den Fußballsommer 2026 aus Sicht junger Fans und wird damit zum Gesicht der digitalen Kampagne rund um die Playmobil DFB-Kollektion.
Mit der Entscheidung für Goalkeeper Piet setzt Playmobil bewusst auf eine authentische Perspektive aus der eigenen Zielgruppe. Statt auf klassische Testimonials aus dem Profifußball zu setzen, rückt die Kampagne einen jungen Fußballfan in den Mittelpunkt, der die Begeisterung, Dynamik und Emotionalität des Fußballs aus einer für viele Kinder und Familien nahbaren Perspektive vermittelt. Damit knüpft Playmobil bewusst an die eigene Markenwelt an und greift jene Spielfreude und Fantasie auf, für die die Marke seit Jahrzehnten steht.
In verschiedenen Videoformaten – von humorvollen Kabinenansprachen bis hin zu spieltagsbezogenem Content – verbindet die Kampagne Fußballleidenschaft, Sammelspaß und Playmobil-typische Spielfreude. Die Inhalte richten sich sowohl an Kinder als auch an erwachsene Fußballfans und greifen typische Momente rund um Spieltage, Fanrituale und Fußballbegeisterung auf.
Bereits seit April sind die Figuren der deutschen Männer-Nationalmannschaft im Playmobil-Format erhältlich. Die Kollektion umfasst elf Spieler der Männer-Nationalmannschaft sowie Bundestrainer Julian Nagelsmann als Einzelfiguren. Enthalten sind Oliver Baumann, Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck, Maximilian Mittelstädt, David Raum, Waldemar Anton, Florian Wirtz, Jamal Musiala, Kai Havertz und Nick Woltemade.
Ergänzt wird die Kollektion durch drei Trainingssets mit integrierter Spielfunktion, in denen weitere Spieler der Männer-Nationalmannschaft enthalten sind. Dazu zählen Karim Adeyemi und Angelo Stiller, Felix Nmecha sowie Leon Goretzka und Antonio Rüdiger. Die Sets greifen typische Spielsituationen wie Torschuss- oder Trainingsszenen auf und verbinden Sammeln mit aktivem Spielen. Seit dem 15. Mai erweitern zudem die zusätzlichen Einzelfiguren von Deniz Undav und Lennart Karl das Sortiment.
Mit der Kampagne baut Playmobil seine Fußballstrategie unter dem Motto „DEINE WELT. DEIN STADION.“ weiter aus. Nach dem erfolgreichen Verkaufsstart der limitierten Bundesliga-Sammelstars im Frühjahr setzt Playmobil damit den nächsten Schritt im Fußballbereich und verbindet die Begeisterung rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 mit Sammelspaß, Spiel und digitalen Inhalten.
Begleitet wird die Kampagne durch umfangreiche Maßnahmen im Handel, digitale Aktivierungen sowie zusätzliche Content-Formate rund um den Fußballsommer 2026. Dazu gehören unter anderem Behind-the-Scenes-Inhalte und Kooperationen mit Medienpartnern. | Playmobil
07.05.2026 | Der führende Lebensmitteleinzelhändler EDEKA und das führende Entertainment-Unternehmen RTL Deutschland bündeln ihre Reichweite und Kräfte für ein besonders attraktives Kundenerlebnis. Das gemeinsame Ziel: Einkaufen mit Unterhaltung verbinden und Kund:innen für ihre Treue belohnen. Denn ab sofort können Kund:innen durch ihre Einkäufe mit der EDEKA App einen Monat RTL+ Basic gratis nutzen und dann dauerhaft günstig zum monatlichen Vorteilspreis 50 Prozent Rabatt erhalten - in besonderen Aktionszeiträumen sogar gratis. Eine aufmerksamkeitsstarke Kampagne stellt den Vorteil unter anderem in einem kreativen TV-Spot dar.
EDEKA stellt stets die Kund:innen in den Mittelpunkt und möchte deren Alltag so einfach und inspirierend wie möglich machen. Mit der Partnerschaft zu RTL+ fügt EDEKA der eigenen App einen wertvollen Baustein hinzu, der das Einkaufserlebnis bereichert und die digitale Reise der Kund:innen weiter optimiert.
Stephan Schmitter, CEO RTL Deutschland: "Unsere Partnerschaft mit EDEKA ist ein weiterer strategischer Meilenstein für RTL+. Wir bringen unser Streaming-Angebot dorthin, wo Millionen Menschen ihren Alltag gestalten. Der klassische Wocheneinkauf wird so zum direkten Zugang in die digitale Entertainment-Welt. Für uns ist das ein weiterer konsequenter Schritt in der Transformation vom linearen Fernsehen hin zu einem starken, eigenständigen Streaming-Ökosystem. RTL+ steht für Premium-Content, Technologie und Nutzerzentrierung und genau diese Stärke verbinden wir jetzt mit der enormen Reichweite, Stärke und besonderen Kundennähe von EDEKA."
Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender EDEKA ZENTRALE Stiftung & Co. KG: "Einkaufen ist für Millionen Menschen Teil ihres Alltags. Hier setzen wir gemeinsam mit RTL+ an und verbinden den Wocheneinkauf mit einem echten Mehrwert für unsere Kundinnen und Kunden. Im Zentrum steht dabei unsere EDEKA App, die wir durch diese Partnerschaft gezielt weiterentwickeln. Im Ergebnis bündeln zwei starke Marken ihre Stärken, um Handel und Unterhaltung intelligent miteinander zu verknüpfen und den Alltag unserer Kundinnen und Kunden mit einem attraktiven Angebot zu bereichern."
So einfach wird der Einkauf zum Streaming-Abo
Bereits ab einem Einkaufswert von 25 Euro erhalten registrierte App-Nutzer:innen einen kostenlosen Monat RTL+ Basic. Anschließend können sie dauerhaft sparen: Kaufen App-Nutzer:innen mindestens für einen Euro pro Monat bei EDEKA ein, sparen sie monatlich 50 Prozent auf ihren RTL+ Basic Tarif (2,99 EUR statt 5,99 EUR). In besonderen Aktionszeiträumen sogar bis zu 100 Prozent. Kund:innen registrieren sich dafür einfach nach ihrem Einkauf über die EDEKA App bei RTL+, um den Vorteil zu aktivieren. Unter dem Motto "Erst einkaufen, dann streamen" führen EDEKA und RTL beide Welten zusammen und machen den Vorteil für Verbraucher:innen unmittelbar sichtbar.
Zwei starke Marken, ein gemeinsames Ziel
Mit rund 6.400 Märkten und täglich mehreren Millionen Kund:innen bringt EDEKA eine enorme Reichweite in die Partnerschaft ein. RTL Deutschland wiederum steht mit bereits über 7 Millionen Abonnent:innen bei RTL+ für Premium-Entertainment aus einer Hand von Fiction, Shows und Reality über Dokumentationen bis hin zu exklusiven Originals. Gemeinsam schaffen beide Unternehmen ein Modell, das den Alltag der Menschen bereichert: Der Wocheneinkauf wird zum Zugangsticket für Deutschlands führende Streaming-Plattform.
Starke Kampagne: TV-Spot als kreativer Kern
Die begleitende Kampagne wird reichweitenstark über alle relevanten EDEKA- und RTL-Kanäle verlängert - darunter mit einem TV-Spot, Social Media, InStore Screens, Handzettel und digitalen Flächen. | RTL Deutschland
06.05.2026 | Schnell den Kaffee zahlen, ohne lange nach dem Geldbeutel zu kramen – Smartphone und Smartwatch etablieren sich als Alternative zur Karte im Portemonnaie. So haben zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen in den vergangenen zwölf Monaten vor Ort mindestens einmal mit Smartphone oder Smartwatch kontaktlos bezahlt. Noch vor drei Jahren war es mit 51 Prozent nur rund die Hälfte. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
Insgesamt jede und jeder Zehnte (10 Prozent) zahlt inzwischen sogar mehrmals täglich mit Smartphone oder Smartwatch an der Kasse, weitere 22 Prozent täglich. 23 Prozent bezahlen mehrmals pro Woche auf diese Weise. Weitere 7 Prozent tun dies einmal pro Woche, 4 Prozent seltener. „Smartwatch und Smartphone erfreuen sich beim Bezahlen wachsender Beliebtheit, weil sie ein sicherer, schneller und bequemer Weg an der Kasse sind“, sagt Alina Bone-Winkel, Expertin für Digital Finance beim Bitkom. Noch ist es vor allem eine Altersfrage, ob für das Bezahlen zu Smartwatch oder Smartphone gegriffen wird: In der Altersgruppe ab 65 Jahren zahlen zwar inzwischen 33 Prozent zumindest ab und zu mit Smartwatch oder Smartphone. Gleichzeitig sind es bei den 16- bis 29-Jährigen bereits über drei Viertel (78 Prozent).
Berücksichtigt man neben der Bezahlung mit Smartwatch und Smartphone auch das kontaktlose Zahlen mit der klassischen Kredit- oder Bankkarte, bezahlen insgesamt sogar 97 Prozent der Deutschen zumindest hin und wieder kontaktlos. Hier gibt es kaum Altersunterschiede: Auch unter den Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren zahlen mit 95 Prozent nahezu alle in der einen oder anderen Weise kontaktlos. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 99 Prozent.
Insgesamt 16 Prozent der Deutschen zahlen mehrmals täglich kontaktlos mit Karte, Smartphone oder Smartwatch, 39 Prozent tun dies täglich und weitere 33 Prozent mehrmals pro Woche. 7 Prozent bezahlen einmal pro Woche kontaktlos, 2 Prozent seltener. Bone-Winkel: „Ob Karte, Uhr oder Handy – wer digital bezahlen möchte, muss dies auch überall tun können. Die Bundesregierung sollte ihr Vorhaben zur verpflichtenden flächendeckenden Akzeptanz von mindestens einer digitalen Bezahlmethode schnellstmöglich umsetzen.“ | bitkom
06.05.2026 | Mobile Payment ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Kundinnen und Kunden greifen für das Bezahlen im Einzelhandel immer häufiger zum Smartphone. Das zeigt die neue EHI-Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“, die heute auf dem EHI Payment Kongress in Bonn vorgestellt wird.
„Das mobile Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch liegt im Trend und wird immer häufiger im Handel genutzt. Etwa jede fünfte unbare Zahlung an den Kassen des Einzelhandels tätigt die Kundschaft mittlerweile mobil“, erklärt Payment-Experte und Studienautor Horst Rüter.
Jede fünfte Kartenzahlung mobil
19,3 Prozent der unbaren Zahlungen wurde im vergangenen Jahr an der Ladentheke mobil bezahlt (2024: 12,8 Prozent). Das entspricht 9,3 Prozent der insgesamt 20 Mrd. jährlichen Zahlungsvorgänge. Fast neun von zehn Kartenzahlungen werden inzwischen durch Vorhalten von Karte oder Handy kontaktlos durchgeführt.
Während die Sparkassenorganisation bereits seit einigen Jahren sowohl Kreditkarten als auch die Girocard in der iPhone-Wallet anbietet, sind im letzten Jahr über eigene Apps auch die Genossenschaftsbanken und der Online-Marktführer Paypal gefolgt.
Dieser weitere Schub für das mobile Bezahlen wurde durch die Teilöffnung der zuvor geschützten Kontaktlos-Schnittstelle des iPhones von Marktführer Apple ermöglicht. Hier sind nach Intervention der EU-Kommission nun auch Zahlungsvorgänge mit Apps von Drittanbietern möglich.
Internationale Debitkarten boomen
Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen hat unverändert starke Auswirkungen auf den Umsatzanteil der Barzahlung. Dieser verringert sich auf 32,3 Prozent (2024: 33,8 Prozent). Der Umsatzanteil der Karte hingegen wächst auf 65,1 Prozent (2024: 63,5 Prozent). Mit 40,5 Prozent entfällt der größte Teil davon auf die Girocard, wenngleich sie um einen Prozentpunkt leicht verliert.
Internationale Debitkarten von Visa und Mastercard verzeichnen ein signifikant starkes Wachstum um 2,5 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent. Auf die Kreditkarte entfallen 8,2 Prozent, die SEPA-Lastschrift kommt auf 6,4 Prozent. Insgesamt beläuft sich der Kartenumsatz auf 328,6 Mrd. Euro, was einem Plus von 14,5 Mrd. Euro entspricht. Beim Blick auf die Transaktionsanteile (Einkäufe) liegt Bargeld mit 50,5 Prozent noch leicht vorne gegenüber der Karte mit 48,1 Prozent, der Abstand schrumpft allerdings immer weiter.
Online-Payment: Paypal und Rechnungskauf dominant
Die boomenden Debitkarten haben auch Auswirkungen auf das Online-Payment. So verzeichnen die Kredit- bzw. internationalen Debitkarten das größte Wachstum mit 1,4 Prozentpunkten und belegen im Ranking der Bezahlverfahren nach Umsatzanteilen Platz vier mit 13,7 Prozent.
An erster Stelle behauptet Paypal mit 28,7 Prozent (2024: 28,5 Prozent) seine Spitzenposition im E-Commerce. Der Kauf auf Rechnung folgt dahinter mit 26,1 Prozent (2024: 25,8 Prozent). Lastschrift verliert fast drei Prozentpunkte und kommt an dritter Stelle mit 14,4 Prozent. Erstmals explizit im Ranking ausgewiesen ist Apple Pay (1,3 Prozent). | EHI
06.05.2026 | Die Verbraucherstimmung in Deutschland befindet sich weiter im Abwärtstrend und sinkt auf den niedrigsten Wert seit über drei Jahren. Das geht aus dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) hervor. Die anhaltenden globalen Konflikte haben einen dämpfenden Effekt auf die Verbraucherstimmung.
Im Vergleich zum Vormonat sinkt das HDE-Konsumbarometer weiter. Für den Mai ist damit der stärkste Rückgang seit Januar 2024 und der tiefste Stand seit Februar 2023 zu verzeichnen. Vor allem die steigenden Preise und die Sorgen um eine schwache Konjunktur trüben die Verbraucherstimmung deutlich ein. Die Verbraucherinnen und Verbraucher blicken so pessimistisch auf die weitere konjunkturelle Entwicklung wie seit Januar 2023 nicht mehr.
Eine spürbare Erholung des privaten Konsums ist daher weiterhin nicht in Sicht. Das gesamtwirtschaftliche und politische Umfeld sorgt weiterhin für Verunsicherung und eine klare Konsumzurückhaltung.
Die sich stark eintrübende Verbraucherstimmung ist ein Indikator für ein erneut wirtschaftlich herausforderndes Jahr. Auch die kürzlich beschlossenen Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung wirken sich bisher nicht positiv auf die Konsumstimmung aus. Zu groß ist die Unsicherheit, inwieweit die Maßnahmen Effekte haben werden. Hinzu kommt die weiterhin äußerst angespannte geopolitische Lage. Vor diesem Hintergrund ist auch in den kommenden Wochen und Monaten nicht mit einer Stärkung des privaten Konsums und des gesamtwirtschaftlichen Wachstums zu rechnen. Die Hoffnungen vom Beginn des Jahres auf eine konjunkturelle Erholung wurden durch den Iran-Krieg zunichte gemacht.
Das jeweils am ersten Montag eines Monats erscheinende HDE-Konsumbarometer basiert auf einer monatlichen Umfrage unter 1.600 Personen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und zu anderen konsumrelevanten Faktoren. Das Konsumbarometer, das vom Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag des HDE erstellt wird, hat eine Indikatorfunktion für den privaten Konsum. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten. | HDE
