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Bernd Conrad: Quo vadis BLE?

Die letzten Sonnenanbeter (oder Gipfelbezwinger) sind aus dem Urlaub heimgekehrt, Sandkörner werden aus den Klamotten gewaschen und dem Auto gesaugt. Nach der kollektiven Sommerpause, so ist es jedes Jahr, startet der Messemarathon.

 

In „unserer“ Branche machte die „Kind + Jugend“ in Köln den Anfang, Anfang Oktober geht es dann traditionell nach London. Die Brand Licensing Europe ruft zum Stelldichein für alle Geschäftsfrauen und -männer, die mit Lizenzen, Medien und Produkten zu tun haben. Die Messe ist über die Jahre kontinuierlich gewachsen und liegt zu einer guten Zeit im Jahr. Neue Themen und Trends werden sichtbar, die in die Marketingplanungen mit einfließen können.

 

Und doch war 2019 vieles anders. Nach vielen Jahren in den schönen Olympia-Hallen im Londoner Stadtteil Kensington zieht die Messe weit raus. Das ExCel-Messezentrum soll der gewachsenen Messe besser Rechnung tragen. Langgediente Marktteilnehmer erinnern sich vielleicht noch andie London Toy Fair, die dort früher ausgetragen wurde (und mittlerweile in Kensington zu Hause ist). Und an die schlechte Erreichbarkeit aus der Stadt.

 

Aber klar, man kann es mal ausprobieren. Um zu sehen, ob alles den Ansprüchen der Aussteller und Besucher entspricht? Der Veranstalter denkt hier anders. Schon bevor die erste „BLE“ in ExCel ihre Türen öffnet, verkündete UBM einen Vertrag über fünf Jahre. Bis 2024 wird die Brand Licensing Europe also im Osten Londons beheimatet sein.

 

Ganz nebenbei stellt sich aber auch eine marktpolitische Frage. Trotz des Dramas, das in regelmäßigen Abständen aus Westminster übertragen wird – früher oder später wird Großbritannien aus der EU ausgetreten sein.

 

Das wirft die Frage auf, ob die Lizenzbranche sich nicht auf eine europäische Leitmesse innerhalb der EU konzentrieren sollte. Retailer expandieren im Wirtschaftsraum, die Lizenznehmer folgen diesen Schritten. Die Märkte wachsen zusammen – alle außer Großbritannien. Egal, ob und wie sich in Zukunft Einreiseformalitäten für einen Messebesuch in London gestalten. Egal, ob so ein Trip dann eventuell teurer und komplizierter wird. Als Signal an den Markt und die Marktteilnehmer sollte ein kompetenter Messeveranstalter doch einmal über eine europäische Lizenzmesse in und für die Europäische Union nachdenken.

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