Der TOYS & GAMES Report - das Fachmagazin für Toys, Games und Familie

Handel

Gemeinsam agieren in Zeiten der Krise - STAY HOME and play

 

Es ist mehr als ein Schlagwort, dass schwere Krisen auch immer ganz neue kreative Konzepte und neue Ideen hervorbringen. Innerhalb einer Woche ist es ProSieben Sat.1, Clementoni, Ravensburger und der Simba Dickie Group gelungen mit Ihrem gemeinsamen B2C Webshop "STAY HOME and play“ an den Start zu gehen. Ausgewählt von Experten aus diesen Unternehmen bietet der Webshop eine qualitativ hochwertige Auswahl an Spielwaren. Dieses liebevoll ausgewählte Portfolio richtet sich an Familien, die während dieser Tage kreativ agieren wollen und die Zeit zu Hause mit Spiel und Spaß gestalten wollen - #stayhomeandplay. Weitere Informationen dazu folgen in Kürze. Ph

BVS startet Osterkampagne "Wir verkaufen weiter!"

Die Corona-Krise zwingt viele Fachhändler ihre Geschäfte zu schließen. Dass sie aber per Lieferdienst weiter verkaufen, wissen viele Kunden nicht. Der Handelsverband Spielwaren (BVS) motiviert seine Händler jetzt mit der Osterkampagne „Wir verkaufen weiter!" aktiv zu Bestellungen über WhatsApp, per Telefon, per E-Mail, über ihren Webshop sowie Plattformen aufzurufen.

 

„Um zu überleben, sind Händler mehr denn je auf ihre lokalen Kunden angewiesen und das müssen sie jetzt kommunizieren. Alle Händler erhalten vom BVS eine Muster-Pressemitteilung, um pünktlich zum Ostergeschäft bei ihrer Zeitung und dem lokalen Radio- und Fernsehsender aktiv zu werden", so BVS-Geschäftsführer Steffen Kahnt. BVS

HDE-Umfrage - Große Nachfrage nach Staatshilfen

Über 90 % der vom Handelsverband Deutschland (HDE) befragten 600 Unternehmen werden nach eigenen Angaben staatliche Hilfen zur Bewältigung der Corona-Krise in Anspruch nehmen oder tun dies bereits. Nach HDE-Schätzungen sind aktuell bis zu 300.000 Standorte aufgrund der jeweiligen Regelungen in den Bundesländern von Schließungen betroffen. „Die Lage ist dramatisch. Auch wenn der Handel in dieser Situation kreativ ist, wird es einer großen Zahl von Betrieben ohne staatliche Soforthilfen nicht gelingen, die Krise zu überstehen“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Rund zwei Drittel der Unternehmen bauen nach eigenen Angaben nun Angebot und Services aus, so den Onlinevertrieb über Marktplätze oder den eigenen Webshop. Viele Unternehmen bieten Lieferservices an oder nutzen Social-Media-Kanäle, wie Instagram oder Facebook, um ihre Kunden zu erreichen. „Von entscheidender Bedeutung sind kurzfristige, unbürokratisch gewährte Hilfen, die beim Handel schnell ankommen“, so Stefan Genth. HDE

So mächtig ist Amazon in Deutschland

 

 

Amazon baut seine Marktmacht in Deutschland weiter aus. Die Infografik von Statista zeigt auf Basis des E-Commerce Germany Reports, wie groß die Marktanteile von Amazon in unterschiedlichen Kategorien mittlerweile sind. Die Werte beziehen sich dabei jeweils auf den gesamten Handel, also den Online- und stationären Handel. Besonders stark ist Amazon demnach in den Bereichen Elektronik/Computer, Spielzeug/Baby/Sport/Freizeit und Bücher/Bürobedarf: hier liegen die Marktanteile zwischen 14,7 und 24 Prozent. Bei Produkten aus dem Küche/Haushalt/Wohnen entscheidet sich immerhin noch knapp jeder neunte Bundesbürger für den Kauf bei Amazon.

 

Amazon konnte seine Marktanteile in den vergangenen zwei Jahren in allen Kategorien stark ausbauen. Die Corona-Epidemie könnte dazu führen, dass sich dieser Trend noch beschleunigt. Viele stationäre Einzelhandelsgeschäfte mussten mittlerweile ihren Verkauf einschränken oder ganz einstellen. Kunden könnten ihre Produkte dann in vielen Fällen beim Marktführer Amazon bestellen. Statista

Die Abmahnindustrie drangsaliert die Wirtschaft selbst in der Krise

Während Wirtschaft und Handel durch das Corona-Virus weithin gelähmt sind und mit zum Teil existenzbedrohenden Umsatzrückgängen zu kämpfen haben, ist die “Abmahnindustrie” weiter aktiv. Vier- und fünfstellige Beträge fordern einige Anwälte und “Abmahnvereine” seit Beginn der Einschränkungen, insbesondere auch im stationären Handel, die oft auf geringfügige oder vom Händler derzeit nicht beeinflussbare Details zurückgehen.

 

„Es ist geradezu bösartig, dass in einer einmaligen Krisensituation, in der die Unternehmen alles versuchen, trotz aller Probleme ‘den Laden am Laufen zu halten’ und die Bundesregierung zu nie da gewesenen Unterstützungsmaßnahmen greifen muss, einige gerade jetzt noch Profit auf dem Rücken des Handels generieren wollen“, kritisiert Eva Behling, Justiziarin des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh). „Bundestag und Bundesregierung sind aber auch nicht unschuldig an der Situation. Sie haben ein längst formuliertes Gesetz gegen den Abmahnmissbrauch still und leise auf Eis gelegt. Wir fordern: Das Gesetz muss jetzt sofort auf den Weg gebracht werden, um den Handel in der Krise zu schützen. Jedenfalls muss es als Sofortmaßnahme so, wie in anderen Bereichen der Wirtschaft auch, ein ‘Abmahnmoratorium’ für die Zeit der aktuellen Krise geben. Das würde nicht nur dem Handel, sondern auch der durch die Krise stark beeinträchtigten betroffenen Justiz helfen.“

 

Im Handel sind missbräuchliche Abmahnungen vor allem wegen kleinster Formfehler zum Beispiel bei Informationspflichten oder Produktkennzeichnung zu einem massiven Problem angewachsen. Aus diesem Grund hatte die Bundesregierung im Koalitionsvertrag Maßnahmen beschlossen, die in einem Gesetz gegen den Abmahnmissbrauch münden sollten. Der Gesetzentwurf sollte schon zum 1. September 2018 vorgelegt werden. Allerdings legte die Bundesregierung erst im Mai 2019 einen Gesetzentwurf vor. Nach einer Sachverständigenanhörung im Oktober letzten Jahres, in der vor allem die Anwälte, aber die betroffene Wirtschaft praktisch gar nicht zu Wort kam, wurde der dringend nötige Vorschlag leider nicht mehr zur zweiten und dritten Lesung ins Parlament gegeben.

 

„Der Gesetzentwurf sollte dem Zweck dienen die Last an missbräuchlichen Abmahnungen zu verringern. In der Krise zeigt sich, dass die Abmahner sogar jetzt den Handel mit ihren meist rein formalistischen Forderungen drangsalieren“, erläutert Behling. „Wir haben gesehen, wie schnell die Regierung sinnvolle Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft beschließen kann. Mit gleicher Geschwindigkeit könnte sie einen großen Missstand, der den Handel jedes Jahr hohe Summen kostet, beseitigen; jedenfalls aber über ein Moratorium verhindern, dass die Abmahnindustrie gerade in dieser Krisenzeit Profit schlägt.” bevh

Konsumverhalten in Zeiten von Corona

Die aktuelle Ausgabe des neuen „Corona Consumer Check“ zeigt, dass außerordentliche Vorratskäufe bei Produkten des täglichen Bedarfs bei den Konsumentinnen und Konsumenten beliebt sind. Grund dafür scheint die Befürchtung zu sein, nicht mehr wie gewohnt einkaufen zu können. Generell greifen Konsument*innen vermehrt auf Onlinebestellungen zurück. Ein Drittel der Befragten empfindet die eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten im Rahmen der Coronakrise als Freiheitsverlust.

 

Konsument*innen legen Vorräte an – vor allem im Bereich Lebensmittel

Rund jeder dritte Deutsche hat in der vergangenen Woche mehr Vorräte an Lebensmitteln als sonst angelegt. Das sogenannte Hamstern kommt bei Hygieneartikeln seltener vor. Hier geben nur rund 17 Prozent der Befragten an, mehr als sonst gekauft zu haben.

Verschiebung von stationärem Einkaufen auf Onlineeinkäufe noch wenig ausgeprägt

Den Einkauf über das Internet anstatt über den gewohnten stationären Handel haben in der vergangenen Woche 13 Prozent der Befragten wahrgenommen. Dabei lässt sich eine besondere Affinität für die Verschiebung von stationären Einkäufen auf Onlineeinkäufe bei der jüngeren Zielgruppe der 18- bis 29-Jährigen feststellen.

 

Verschiebung von stationärem Einkaufen auf Onlineeinkäufe noch wenig ausgeprägt

Den Einkauf über das Internet anstatt über den gewohnten stationären Handel haben in der vergangenen Woche 13 Prozent der Befragten wahrgenommen. Dabei lässt sich eine besondere Affinität für die Verschiebung von stationären Einkäufen auf Onlineeinkäufe bei der jüngeren Zielgruppe der 18- bis 29-Jährigen feststellen.

 

Kaufeinschränkungen bei jüngeren Konsument*innen als Freiheitsverlust

Die Einschränkung des Einkaufsverhaltens und somit nicht mehr nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen einkaufen zu können, bedeutet für 31 Prozent der Befragten einen Verlust an Freiheit. Besonders eingeschränkt fühlen sich dabei jüngere Konsumentinnen und Konsumenten bis 49 Jahre. IFH

Coronakrise - Acht-Punkte-Programm für den Einzelhandel

Die Corona-Epidemie stellt den Einzelhandel vor sehr große Herausforderungen. Viele Handelsunternehmen müssen schließen – die verlorenen Umsätze liegen pro Tag bei rund 1,15 Milliarden Euro. Gleichzeitig sehen sich die Lebensmittelhändler mit ungewöhnlich großem Kundenaufkommen und logistischen Herausforderungen konfrontiert. Was braucht der Handel von der Politik, um die Coronavirus-Krise meistern zu können?

 

1. Bundesweit einheitlichen Rechtsrahmen setzen

Der Föderalismus kommt an seine Grenzen, wo er eine einheitliche Krisenbewältigung behindert. Die national tätigen Unternehmen benötigen einen einheitlichen Rechtsrahmen, um die Vorgaben zur Bekämpfung der Corona-Krise in ihren Unternehmen umsetzen zu können. Unterschiedliche gesetzliche Vorgaben in den Bundesländern und unterschiedliche Umsetzungen in Städten, Landkreisen und Kommunen insbesondere bei Zugangsregelungen zu offenen Geschäften und Hygienebestimmungen führen zu einem Chaos in der Umsetzung und sind für die Unternehmen nicht mehr überschaubar.

 

2. Liquidität durch Soforthilfen sicherstellen

Der Staat muss dem mittelständischen Fachhandel Soforthilfen in Form von Direktzuschüssen gewähren, damit die Liquidität bei den von den Geschäftsschließungen betroffenen mittelständischen Betrieben gewahrt bleibt. Diese Direktzuschüsse sollten von den Finanzämtern ausgezahlt werden. Denn diese verfügen über alle nötigen Daten wie Unternehmensdaten und Bankverbindungen.

 

3. Steuern, Gebühren und Sozialversicherungsbeiträge stunden

Fällige Steuern, Gebühren und Sozialversicherungsbeiträge sollten für mindestens sechs Monate zinslos gestundet werden.

 

4. Unternehmen für Vermögensschäden entschädigen

Die von den staatlich verfügten Geschäftsschließungen betroffenen Unternehmen müssen für die erlittenen Vermögensschäden entschädigt werden. Eine gesetzliche Grundlage könnte das Infektionsschutzgesetz sein.

 

5. Gewerbemieten des Handels aussetzen

Die Händler brauchen während der Schließungen ihrer Betriebe eine Aussetzung der Gewerbemieten und Reduzierung der Miete auf die laufenden Betriebskosten. Außerdem sollte den Handelsmietern zusätzlich die Stundung dieser Kosten ermöglicht werden. Die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten des Mieters, eine Anpassung des Mietvertrags wegen Störung der Geschäftsgrundlage gemäß § 313 BGB durchzusetzen, dürfen dadurch in keiner Weise beeinträchtigt werden.

 

6. Unbürokratische Arbeitnehmerüberlassung ermöglichen, Arbeitszeitgesetz liberalisieren und Einkommensgrenze für geringfügig Beschäftigte anheben

Arbeitnehmer, die wegen Geschäftsschließungen zurzeit ohne Tätigkeit sind, sollen unbürokratisch an Handelsunternehmen ausgeliehen werden können, die dringenden Bedarf an weiteren Arbeitnehmern haben. Zudem muss die zulässige tägliche Höchstarbeitszeit im Arbeitszeitgesetz umgehend bundesweit aufgehoben und die Einkommensgrenze für geringfügig Beschäftigte von aktuell 450 € befristet auf 1000 € angehoben werden, damit in dieser Krisensituation der erhöhte Arbeitsaufwand in der Logistik sowie den geöffneten Geschäften bewältigt und die Bevölkerung insbesondere mit Lebensmitteln versorgt werden kann.

 

7. Flächendeckende Logistik erleichtern

Die Umsetzung von Sondergenehmigungen für Lastkraftwagen für Fahrten und Belieferungen am Sonntag muss einheitlich für Deutschland geregelt werden. Derzeit existieren in den Bundesländern unterschiedliche Regeln, die Lastkraftwagen müssen aber meist durch mehrere Bundesländer fahren. Die Post- und Paketzustellung sollte in diese Sondergenehmigungen einbezogen werden, um das Transportvolumen gleichmäßiger zu verteilen.

 

8. Grenzüberschreitende Arbeitnehmerfreizügigkeit und freien Warenverkehr gewährleisten

Auswirkungen auf Berufspendler müssen so gering wie möglich gehalten werden. Arbeitnehmer aus europäischen Nachbarländern müssen zur Arbeit kommen können, da sie für die Aufrechterhaltung der Betriebstätigkeit vieler Handelsunternehmen und Logistiker unabdingbar sind. Der freie Warenverkehr in Europa ist ein zentraler Bestandteil der Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen Lebens. Derzeit verhindern infolge von Grenzkontrollen kilometerlange Staus die schnelle Abwicklung von Transporten. Die Staats- und Regierungschefs müssen sich unmittelbar auf Wege für eine funktionierende Schnellabfertigung einigen. HDE

Versorgungsinfrastruktur mit E-Commerce und stationärem Handel absichern

Mit acht Maßnahmen kann die Bundesregierung erreichen, dass der Onlinehandel seine tragende Rolle bei der Versorgung im Zeichen der Corona-Pandemie vollauf wahrnehmen kann. Neben Arbeitszeitmaßnahmen stellt insbesondere die Sicherstellung von Abholstellen im Multichannel-Handel eine wesentliche Chance dar, Waren nicht nur des täglichen Bedarfs flächendeckend zu verteilen

 

„Die Politik hat bisher in dieser Krise gezeigt, dass sie notwendige Schritte zur Unterstützung der Wirtschaft schnell umsetzt; dafür sind wir ausgesprochen dankbar. Damit unsere Branche im Gegenzug weiter dazu beitragen kann, die Versorgung der Bevölkerung zu sichern, sind dringend einheitliche Regelungen über die Grenzen der Bundesländer und bestenfalls auch im europäischen Konsens notwendig“, fordert der Präsident des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel e.V., Gero Furchheim. „Durch die Zusammenarbeit von E-Commerce und den weiteren funktionierenden Teilen des stationären Handels kann die Versorgungsinfrastruktur in Deutschland abgesichert werden.”

 

Die acht Maßnahmen sind im Einzelnen:

  1. Arbeitszeitregelungen müssen angepasst werden, um deutlich flexiblere Arbeitszeiten in allen Unternehmensbereichen zu ermöglichen und damit vor allem auch die Arbeitnehmer zu entlasten, die derzeit Kinderbetreuung und Beruf stemmen müssen.
  2. Die Erlaubnis von Sonntagsarbeit insbesondere in der Logistik und Zustellung unterstützt die kontinuierliche Lieferung bis zu den Kunden abseits der Metropolen.
  3.  Dazu gilt es, einheitliche Regelungen zu Sonn- und Feiertagsfahrverboten in allen Bundesländern zu treffen, um Umwege und Umfahrungen zu vermeiden.
  4. Die Bundesregierung sollte Möglichkeiten schaffen, um unter Wahrung der hygienischen Anforderungen auch Kioske und solche lokalen Geschäfte als Übergabeorte aufrechtzuerhalten, die neben Automaten als sichere Abholstelle für Ware im Versandhandel (Click&Collect) fungieren können.
  5. Auch über die Landesgrenzen hinweg müssen Pendler weiter zu den Arbeitsplätzen gelangen können, wo körperliche Anwesenheit unabdingbar ist.
  6. Die Bundes- und Länderregierungen müssen der Anregung der EU-Kommission nachkommen, vorrangige Fahrspuren für den Gütertransport, sogenannte „Green Lanes“, einzurichten, um so Waren der Grundversorgung oberste Priorität einzuräumen.
  7. Pauschale Quarantäne-Verpflichtungen für LKW-Fahrer dürfen nicht zur faktischen Unterbrechung des innereuropäischen Warenverkehrs führen. Sinnvoller sind Anweisungen, dass ausländische Fahrer beispielsweise die Fahrerkabine während des Entladens nicht verlassen dürfen.
  8. Schließlich sind besonders die Finanzminister des Bundes und der Länder aufgerufen, bei Überbrückungsfinanzierungen und –hilfen selbst aktiv zu bleiben und zudem die private Kreditwirtschaft entsprechend zu ermuntern.

„Die Lieferung nach Hause und Abholung von Waren mit Click&Collect unter Wahrung der notwendigen hygienischen Anforderungen bilden eine stabile Versorgungs-Infrastruktur. Stationärer Handel und E-Commerce können hier als Partner sichere Nahversorgung realisieren. Das ist gelebter Omnichannel-Handel“, ergänzt bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer. bevh

Sofortiger LIEFERSTOPP im VEDES Großhandel

Nach der EK/Servicegroup hat sich nun auch die VEDES an ihre Vertragslieferanten gewandt. Wir zitieren daraus: "Wir als VEDES werden alles tun, was in unserer Macht steht, um diese für unsere stationären Handelspartner existenzbedrohende Krise abzuwenden. Aufgrund der Schließung der Ladenlokale ist seitens des VEDES Großhandels eine Zustellung der Waren bis auf Weiteres praktisch nicht möglich. Deswegen werden wir unsere Kunden und Mitglieder bezüglich ihrer Auftragsrückstände sehr kulant unterstützen, z.B. durch das Sperren und Zurückhalten von Aufträgen oder durch längere Zahlungsziele. In diesem Sinne erwarten wir auch von unseren Industriepartnern, dass sie sich entsprechend einbringen bzw. engagieren und kulant zeigen.

 

Um der aktuellen Situation auch im Logistikbereich gerecht zu werden, werden wir ab heute Abend unseren Wareneingang im VEDES Großhandel in Lotte komplett schließen und somit keine Lieferungen mehr annehmen. Bitte sperren Sie umgehend alle bestehenden Aufträge bzw. setzen diese “on hold”, damit aktuell nichts mehr an das VEDES Großhandelslager geliefert wird. An dieser Stelle unsere dringende Bitte, diese Vorgabe unbedingt einzuhalten, um unnötige und mit Kosten verbundene Annahmeverweigerungen zu vermeiden. Einzige Ausnahme sind Lieferungen, die bereits bei unserer Logistik schriftlich avisiert und rückbestätigt wurden." Ph

EK/Servicegroup eG fordert Lieferanten auf Aufträge zu stornieren

Dass die derzeitige Krise an niemandem von spurlos vorbeigehen wird, das ist sicherlich allen handelnden Personen bewusst. Dass es jetzt darauf ankommt, dass Handel und Industrie miteinander sprechen und gemeinsam nach Lösungswegen suchen, die das "Überleben aller" sichern, das steht außer Frage. Dazu gehören auch drastische Einschnitte.

 

Wie dünn allerdings gerade die Linie zwischen guter Krisenkommunikation und Forderungen, die für Verwunderung sorgen ist, das wird möglicherweise die EK/Servicegroup eG erfahren. Denn manchmal macht nicht alleine der Inhalt, sondern auch der Ton die Musik. Eine Mitteilung an die Lieferanten sorgt für Unverständnis und Kopfschütteln. Wir zitieren:

 

"Die weitere Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundene Anordnung von Geschäftsschließungen führt zu einer sehr kritischen Situation für unsere stationären Mitglieder. Wir als Verbundgruppe mit fast 4.000 angeschlossenen Händlern werden alles tun, was in unserer Macht steht, um diese für unsere Anschlusshäuser existenzbedrohende Krise abzuwenden. 

  

Um Liquiditätsengpässe weitestgehend zu vermeiden, setzen wir voraus, dass Sie die von unseren Mitgliedern erteilten Aufträge ohne Berechnung stornieren und die Auslieferung nicht mehr durchführen. Aufgrund der Schließung der Betriebe ist eine Zustellung der Waren darüber hinaus bis auf Weiteres rein praktisch nicht möglich, bitte lassen Sie uns unnötige und mit Kosten verbundene Annahmeverweigerungen vermeiden.

 

Wir bitten um Ihr Verständnis und gehen davon aus, dass Sie der Alternativlosigkeit dieser Maßnahme zustimmen, in unserem gemeinsamen Interesse am Fortbestand des inhabergeführten Fachhandels. Gemeinsam mit Ihnen tragen wir eine große Verantwortung für die Zukunft des mittelständischen Einzelhandel. 

  

Sollten Sie besondere Vereinbarungen über Valuten mit unseren Mitgliedsunternehmen getroffen haben, werden wir diese selbstverständlich umsetzen. 

  

Vielen Dank für Ihre Kooperation in diesen schwierigen Zeiten, die uns allen das Äußerste abverlangen. 

  

Mit freundlichen Grüßen"

 

 

Update 18.03.2020 - 12:17 Uhr

 

Inzwischen ist man sich der Brisanz des gestrigen Schreiben bewusst geworden und schiebt folgende Erklärung hinterher. Wir zitieren:

 

"Unser Schreiben vom 17.03.2020 hat zu einigen Rückfragen geführt. Deshalb folgende Ergänzung von unserer Seite. 

 

Mit dem Hinweis, Aufträge zu stornieren, wollten wir unnötige Warenbewegungen vermeiden, weil vor Ort keine Warenannahme erfolgen kann. Lieferungen an das EK Lager sind davon ausgenommen. 

  

Im Ausnahmefall (je nach Branche und Betriebstyp) sind allerdings Warenlieferungen erforderlich und müssen auch weiterhin ausgeführt werden. 

 

Wir bitten Sie daher, Kontakt mit den Händlern aufzunehmen, die bei Ihnen Ware bestellt haben. Drogeriemärkte, Gartencenter, Großhändler, Online-Händler und alle weiteren Händler, die von der vorübergehenden Ladenschließung nicht betroffen sind, brauchen natürlich die Ware. Bitte halten Sie sich hier an die Vorgaben der bestellenden Unternehmen. 

  

Es tut uns leid, dass wir durch das in diesen Zeiten notwendige schnelle Handeln in unserem gestrigen Schreiben nicht alle Aspekte berücksichtigt haben und Ihnen dadurch Unannehmlichkeiten entstanden sind."

Ph

Corona-Virus - Fast 90 Prozent der E-Commerce-Händler von Auswirkungen betroffen – jeder zweite erwartet Umsatzrückgang

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) hat sich durch eine Umfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen ein Bild über die derzeitige Lage aufgrund der Corona-Pandemie gemacht. 135 Unternehmen haben sich bei der Umfrage am 12. und 13. März beteiligt.

 

Fast 9 von 10 Unternehmen (88,3 Prozent) berichten, dass sie aktuell bereits direkt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sind. Gut 50 Prozent der Unternehmen rechnen momentan mit einer temporären Schließung zumindest von einzelnen Bereichen im Jahresverlauf. Allerdings wird mit Hochdruck daran gearbeitet, Abteilungen zu separieren, um insbesondere die Logistik nicht zu gefährden. Aus diesem Grund sehen fast zwei Drittel der Unternehmen Kurzarbeitergeld und die Finanzierung von Lohnfortzahlungen bei infektionsbedingter Schließung als sehr sinnvolle Unterstützung durch Hilfsmaßnahmen des Staates.

 

41 Prozent der befragten Unternehmen verzeichnen schon jetzt Nachfragerückgänge, mehr als sechs von zehn erwarten diese im Jahresverlauf. Zudem geht gut jedes zweite E-Commerce-Unternehmen von Umsatz- und Ergebnisminderung durch Lieferengpässe aus. 52,4 Prozent der Unternehmen wünschen sich daher Liquiditätshilfen, insbesondere auch Steuererleichterungen bei Abschreibungen (54,0 Prozent) und zinsfreie Steuerstundungen (51,6 Prozent).

 

Einen Konjunkturimpuls verspricht sich jedes zweite Unternehmen (48,4 Prozent) durch eine mögliche Abschaffung des Solidarzuschlags. Weniger Zuspruch gibt es für eine befristete Mehrwertsteuersenkung für alle (38,1 Prozent). 

 

Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh: „In dem Fall, dass der Onlinehandel seiner Versorgungsaufgabe nicht mehr nachkommen kann, muss eine schnelle und unbürokratische Inanspruchnahme von Leistungen bei Kurzarbeit möglich sein. Finanzhilfen, insbesondere im Fall von Arbeitseinschränkungen, etwa durch Lohnfortzahlungen bei Quarantäne-Maßnahmen, müssen uneingeschränkt zugänglich sein. Des Weiteren sind Liquiditätshilfen, etwa durch zinsfreie Steuerstundungsmaßnahmen oder Einflussnahmen auf Banken und Bankenaufsichten im Hinblick auf Kreditlinien wünschenswert.“

 

Die Bundesregierung muss zwingend eine funktionierende Infrastruktur gewährleisten. Dies bedeutet eine Aufrechterhaltung der Telekommunikations- und Daten-Netzwerke sowie den Bandbreiten-Ausbau zu forcieren. Zusätzlich muss der Betrieb von Post- und Paketdienstleistungen, der entscheidend für die Versorgung der Bevölkerung sowie Unternehmen ist, sichergestellt werden. bevh

Nachhaltigkeit ist mehr als nur ein kurzzeitiger Trend

Das aktuelle Consumer Barometer von KPMG und IFH Köln widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit und zeigt: Ein nachhaltiges Einkaufsverhalten spielt bei Konsumenten eine immer wichtigere Rolle. Oft herrscht bei Verbrauchern jedoch noch Unsicherheit bei der Frage, welches Produkt wirklich nachhaltig ist – sie fordern deshalb zwecks besserer Vergleichbarkeit von Handel und Herstellern eindeutigere Informationen.

 

Egal, ob in Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft: Nachhaltigkeit ist in aller Munde und wird immer wichtiger. Während 2011 bereits 76 Prozent der Konsumenten angaben, beim Einkaufen auf Nachhaltigkeit zu achten, sind es 2019 schon 81 Prozent. Dabei sind es vor allem Lebensmittel (72 %), die Verbraucher im Supermarkt bewusst auf Nachhaltigkeitsaspekte hin prüfen, bei Elektronikartikeln hingegen steht ein nachhaltiger Konsum nur bei 48 Prozent der Verbraucher im Vordergrund. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt die aktuelle Ausgabe des Consumer Barometers von IFH Köln und KPMG zum Thema Nachhaltigkeit, für das rund 500 Konsumenten und ausgewählte Experten befragt wurden.

 

„Nachhaltigkeit ist ein Teil unserer Lebensrealität und wird Wirtschaft und Gesellschaft fundamental verändern. Denn die Menschen haben verstanden, dass es auf dieser Welt keine unlimitierten Ressourcen gibt. Die Transformation zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell wird aus drei Richtungen wesentlich beeinflusst: von Regulierern, Unternehmen und gesellschaftlichen Interessengruppen. Dabei gibt es keinen Standardprozess, wohl aber Chancen und Risiken, die dafür sorgen, dass sich Märkte komplett verändern, verschwinden oder ganz neue auftun“, so KPMG-Partner und Head of Consumer Goods, Stephan Fetsch.

 

Konsumenten legen beim Einkaufsverhalten immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit

Ein nachhaltiger Konsum ist für immer mehr Verbraucher bereits selbstverständlich – nur drei Prozent der Befragten lehnen nachhaltige Produkte ausdrücklich ab und kaufen diese bewusst nicht. Die meisten Befragten sind dagegen sogar bereit, für ein nachhaltiges Produkt einen höheren Preis zu bezahlen (69 Prozent). Dabei sind die Befürworter von nachhaltigen Produkten überwiegend weiblich: Die männlichen Befragten gaben an, dass ihnen die Auseinandersetzung mit dem Thema zu aufwendig sei (25 %, bei Frauen 17 %) oder davon „genervt“ zu sein (15 %, bei Frauen 6 %).

 

„Ob der Jute-Beutel beim Gang in den Supermarkt oder gleich der Besuch von Unverpackt-Läden: Gerade bei jüngeren Konsumenten spielt ein nachhaltiger Lebensstil häufig eine wichtige Rolle und wird immer gefragter. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Gepaart mit dem Wunsch nach mehr Convenience im Einkaufsalltag von Konsumenten wird sich ein nachhaltiges Einkaufen perspektivisch immer einfacher gestalten und damit auch immer attraktiver werden“, so Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln.

 

Nachhaltigkeit ja – aber welches Produkt ist nachhaltig?

Beim Thema Nachhaltigkeit sind Informationen das A und O. Der Großteil der Verbraucher (85 Prozent) gibt an, sich eigenständig über Nachhaltigkeit zu informieren. Dabei bevorzugt etwas mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) das Internet als Informationsquelle. Ältere Konsumenten (50 bis 59 Jahre) informieren sich darüber hinaus oft über Fernsehen und Radio, die jüngere und zukunftsweisende Zielgruppe der 16 bis 29-Jährigen bezieht auch vermehrt Informationen zu Nachhaltigkeit über Dokumentationen und soziale Medien.

 

Aber wie verlässlich sind die selbst eingeholten Informationen? 55 Prozent der Befragten geben an, sich oft unsicher zu sein, ob das gewählte Produkt auch wirklich die nachhaltigste Variante ist. Abhilfe könnten hier offizielle und allgemein gültige Siegel bieten. Hier sind Politik, Handel und Hersteller gefragt, den Verbrauchern eine Basis für verlässliche und offiziell geprüfte Informationen zur Nachhaltigkeit der Produkte zu schaffen. IFH

HDE-Konsumbarometer - Verbraucherstimmung verbessert sich spürbar

Das aktuelle HDE-Konsumbarometer zeigt, dass die Verbraucher positiv gestimmt auf die kommenden drei Monate blicken. Zumindest bis Mitte Februar hatte die Ausbreitung des Coronavirus keine Auswirkungen auf die Konsumlaune. Die Verbraucherstimmung ist im März 2020 deutlich positiver als in den Monaten zuvor. Das HDE-Konsumbarometer erreicht das gute Niveau aus dem vergangenen September und liegt damit knapp höher als im März 2019.

 

Damit deutet nichts darauf hin, dass das Coronavirus einen merklichen Effekt auf die Stimmung der Verbraucher hat. Allerdings endete die dem HDE-Konsumbarometer zugrunde liegende Befragung am 16. Februar, sodass die jüngsten Entwicklungen noch nicht berücksichtigt sind. Angesichts der Ausbreitung des Virus in den letzten Tagen könnte sich die Stimmung der Verbraucher rasch verändern.

 

Verbessert haben sich insbesondere die Erwartungen der Verbraucher an die Gesamtkonjunktur sowie für die eigene Einkommensentwicklung. Die Arbeitsmarktdaten bleiben weiter stabil, sodass bei den Verbrauchern keine merklichen Sorgen über die Zukunft ihrer Arbeitsplätze aufkommen. Im Ergebnis erreicht die Anschaffungsneigung den höchsten Stand innerhalb der letzten elf Monate. Sollten diese positiven Entwicklungen in den nächsten Monaten anhalten, könnte sich die zu Jahresbeginn erwartete Konsumzurückhaltung im Laufe des zweiten Quartals auflösen. HDE

Stationärer Einzelhandelsumsatz in Deutschland wächst 2020 um 1,3 Prozent

GfK prognostiziert für den stationären Einzelhandel in Deutschland ein Umsatzwachstum von 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2020. Vor allem einwohnerstarke deutsche Metropolen wie Berlin, Hamburg und München zählen zu den Spitzenreitern, was den erwirtschafteten Umsatz angeht – doch auch viele Mittelstädte mit Versorgungsfunktion für ihr Umland erweisen sich als potenzialstarke Handelsstandorte.

 

Laut der aktuellen GfK-Studie „Einzelhandelsumsatz 2020“ wird für den stationären Einzelhandel in Deutschland in diesem Jahr ein Gesamtumsatzvolumen von 428,6 Milliarden Euro erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 5,5 Milliarden Euro und damit einem nominalen Plus von 1,3 Prozent.

 

Regionale Verteilung der Umsätze in Deutschland

Bei regionaler Betrachtung der Einzelhandelsumsatzsummen belegen wie zu erwarten die einwohnerstärksten deutschen Kreise die vordersten Ränge: Mit Abstand auf Platz eins des Kreisrankings nach Einzelhandelsumsatz in Mio. Euro landet dabei die deutsche Hauptstadt: So fließen in Berlin knapp 19,5 Mrd. Euro in den stationären Einzelhandel, was 4,54 Prozent des gesamtdeutschen Umsatzes entspricht. Wie im Vorjahr folgen Hamburg (2,71%), München (2,63%), Köln (1,70%), Hannover (1,58%) und Frankfurt am Main (1,06%) auf den Plätzen zwei bis sechs.

 

Eine Änderung gibt es aber dieses Jahr in den Top 10: Düsseldorf und Stuttgart, die jeweils einen Anteil von rund 1 Prozent am stationären Handels-Gesamtumsatz haben, tauschen die Ränge. Damit zieht die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt an der baden-württembergischen vorbei. Insgesamt werden 17,86 Prozent des deutschen stationären Einzelhandelsumsatzes in den Top 10 Kreisen erwirtschaftet.

 

Je stärker ein Einzelhandelsstandort ist, desto größer ist auch seine Anziehungskraft auf die Konsumenten, denn sie schätzen eine große Auswahl, viele Angebote und allgemein das Einkaufserlebnis in den Metropolen. So hat der Handel in Großstädten zwar die Chance auf optimale Markenpräsenz, starke Nachfrage und hohe Umsatzvolumina – gleichzeitig bedeuten starke Einzelhandelsstandorte aber auch viel Konkurrenz und ein Überangebot für manche Branchen und Zielgruppensegmente. Außerdem herrscht hier der größte Wettbewerb um die Einzelhandelsimmobilien.

 

Daher sind bei Expansionsplanungen und der Filialnetzpflege für den Handel kleinere Standorte von großer und auch weiterhin wachsender Bedeutung. Mittelstädte mit Versorgungsfunktion für ihr Umland erzielen rechnerische Pro-Kopf-Umsätze, die fast doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt von derzeit 5.163 Euro sind. Spitzenreiter im Kreisranking nach Einzelhandelsumsatz je Einwohner ist dabei wie im Vorjahr der Stadtkreis Würzburg, gefolgt von den Stadtkreisen Straubing und Passau. Um drei Plätze nach oben auf Rang sieben klettert der Stadtkreis Zweibrücken, in dem der Pro-Kopf-Umsatz mehr als 76 Prozent über dem deutschen Durchschnitt liegt. GfK