Der TOYS & GAMES Report - das Fachmagazin für Entscheider*innen aus Toys, Licensing und Entertainment. 

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Handel

ESET Studie belegt Skepsis gegenüber Smartphone-Zahlung

Die Corona-Pandemie verändert die Welt. Das gilt auch für das Bezahlverhalten der Menschen in Deutschland. Elektronische Zahlverfahren setzen sich vermehrt im stationären Handel durch und verdrängen das Bargeld. Auch wenn Banken immer häufiger auf neue Bezahlmethoden hinweisen, Mobile Payment per Smartphone profitiert aber weiterhin nicht von diesem Trend - so das Ergebnis der repräsentativen ESET Umfrage "So bezahlt Deutschland".

 

An Deutschlands Kassen wird immer häufiger per Karte bezahlt. 48 Prozent der Bundesbürger begleichen ihre Rechnung im stationären Handel per EC-Karte und zwölf Prozent nutzen dazu ihre Kreditkarte, wie eine repräsentative Umfrage zeigt, die im Auftrag von ESET durchgeführt wurde. Damit legen diese Bezahlverfahren deutlich zu und lassen das hierzulande als Zahlungsmethode so beliebte Bargeld deutlich hinter sich. Nur noch für 29 Prozent der Menschen in Deutschland sind Scheine und Münzen das bevorzugte Mittel zur Bezahlung an der Ladenkasse.

 

Mobile Bezahlsysteme wie Google Pay oder Apple Pay sind für die meisten jedoch auch in Zeiten der Corona-Krise keine Alternative zu Bargeld oder zur Kartennutzung. Lediglich fünf Prozent bevorzugen diese Bezahlmethode und greifen an der Kasse zum Smartphone. Nach wie vor sorgen Sicherheitsbedenken dafür, dass sich Mobile Payment via Bezahldienst oder Banking-App hierzulande kaum durchsetzt.

 

"Hygiene spielt in Zeiten von Corona auch an den Kassen im stationären Handel eine wichtige Rolle. Das sorgt dafür, dass auch diejenigen zur Karte greifen, die bislang dem Bargeld den Vorzug gegeben haben", erläutert Christian Lueg, ESET PR-Manager. Das Vertrauen in die Kartenzahlung sei groß. "Bei Mobile Payment überwiegt nach wie vor die Skepsis. Die Verbraucher haben Sicherheitsbedenken und zögern daher noch. Diese Bedenken sind aber weitestgehend unnötig. Gängige mobile Bezahlsysteme sind sogar sicherer als klassiche Methoden. Hier gilt es für die Anbieter, noch mehr Aufklärungsarbeit zu leisten und Vertrauen zu schaffen."

 

Auch durch ihr eigenes Verhalten können Anwender deutlich dazu beitragen, ihr Smartphone gegen Cyberangriffe zu schützen und damit das mobile Bezahlen zusätzlich abzusichern:

  • Immer aktuell bleiben: Das Betriebssystem und die installierten Apps auf dem Smartphone sollten regelmäßig aktualisiert werden.
  • Auf mobile Sicherheit setzen: Eine zuverlässige Security-App schützt unter anderem vor schädlichen Apps und Phishing.
  • Seriöse Quellen nutzen: Nutzer sollten Anwendungen ausschließlich aus offiziellen App-Stores herunterladen. Denn hier ist Gefahr weitaus geringer, sich gefährliche Apps einzufangen.
  • Auf Nummer sicher gehen: Zusätzlichen Schutz bietet es, wenn in Einstellungen des Android-Smartphones die "Installation aus unbekannten Quellen" deaktiviert wird.
  • Genau hinschauen: Vor dem Download sollten Anwender Apps genau prüfen. Rezensionen, Nutzerkommentare, die Anzahl von Installationen und die geforderten Zugriffsrechte helfen dabei herauszufinden, ob eine App seriös ist.
  • Sichere Bank: Banking- und Zahlungs-Apps sollten ausschließlich von der eigenen Bank oder vom Finanzdienstleister genutzt werden. Die offiziellen Webseiten der Institute sind dafür die richtige Anlaufstelle.
  • Auslesen blocken: Viele Kredit- und EC-Karten lassen sich bis 50 Euro ohne PIN nutzen und integrieren RFID-Chips, um das kontaktlose Bezahlen zu ermöglichen. Spezielle Hüllen verhindern, dass Diebe die Karten drahtlos manipulieren und belasten können.

Smartphone als Brieftasche: Nutzerzahlen kaum gestiegen. Im Vergleich zu einer vorherigen Umfrage zum Bezahlverhalten der Verbraucher aus dem Jahr 2019 hat sich faktisch in Deutschland nicht viel verändert - auch hier nutzen lediglich 4,5 Prozent (Apple Pay) bzw. 4,4 Prozent (Google Pay) der Befragten das Smartphone als Zahlungsmittel. ESET

Konjunkturpaket setzt positive Impulse für den Handel

Der Handelsverband Deutschland bewertet die Maßnahmen des Konjunkturpakets positiv. Sie geben wichtige Impulse, um die Konjunktur wieder anzuschieben.

 

„Mit der Senkung der Mehrwertsteuer, dem Kinderbonus und der Fixierung der EEG-Umlage wurde eine wichtige Forderung des HDE durch das Maßnahmenpaket umgesetzt. Es werden wichtige Konjunkturimpulse gesetzt, die auch den Handel wieder in Schwung bringen können“, so Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverband Deutschland HDE. Alleine mit diesen Maßnahmen würden die privaten Haushalte um insgesamt rund 27 Mrd. Euro entlastet, die zusätzlich die Binnennachfrage ankurbeln. „Dies ist ein wichtiger Beitrag für eine schnelle Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität im Handel“, so Genth.

 

„Zusätzlich können die beschlossenen Überbrückungshilfen die Existenz der mittelständischen Unternehmen sichern“, so Genth. Die Zuschüsse könnten zum Ausgleich der krisenbedingten Umsatzverluste beitragen. Allerdings seien für den Zugang zu diesem Programm sehr hohe Hürden gesetzt. „Es kommt nun auf die konkrete Ausgestaltung an, damit die Maßnahme nicht nur als Härtefallregelung wirkt, sondern auch Unternehmen aller Größen in einer Erholungsphase wirkungsvoll unterstützt“, so Genth.

 

Mit dem einmaligen Kinderbonus in Höhe von 300 Euro folgt die Bundesregierung dem Vorschlag des HDE für eine direkte Zahlung an private Haushalte zur Stärkung der Binnenwirtschaft. Genth: „Die Verbraucherstimmung befindet sich in einem Tief. Ein solcher Impuls ist daher dringend gefordert.“ Der Kinderbonus kommt direkt bei den Familien an und kann einen wichtigen Konsumimpuls setzen. „Wir hoffen, dass davon auch der Nonfood-Einzelhandel profitiert, der Corona-bedingt unter massiven Umsatzverlusten leidet.“

 

Auch die Senkung der Mehrwertsteuer wird dem vom HDE geforderten Konjunkturimpuls gerecht. Genth: „Der Einzelhandel ist durch eine hohe Wettbewerbsintensität gekennzeichnet, eine reduzierte Mehrwertsteuer wirkt in diesem Umfeld tendenziell preissenkend und kommt dem Verbraucher zugute.“ Entsprechende Auswirkungen werden aber nicht zwangsläufig auf Einzelproduktebene zu beobachten sein, Art und Umfang entsprechender Effekte ergeben sich als Ergebnis von Marktprozessen.

 

Einen Beitrag zur Liquiditätssicherung biete zudem die Anhebung des Verlustrücktrags auf 5 bzw. 10 Mio. Euro für die Jahre 2020 und 2021. Damit berücksichtigt die Bundesregierung eine weitere Forderung des HDE. HDE

Konkrete Handlungsempfehlungen für Künstliche Intelligenz im Handel

Künstliche Intelligenz ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Während 2016 der weltweite Umsatz von KI-Anwendungen noch bei 3,2 Mrd. US-Dollar lag, wird der Umsatz bis 2025 auf 89,8 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Im Einzelhandel – sowohl online als auch stationär – bieten sich interessante Einsatzmöglichkeiten für KI. Zusammen mit Safaric Consulting beschreibt und bewertet das ECC Köln im Einzelhandel bereits umgesetzte Use Cases für KI aus den Bereichen Point of Sale, Preis- und Aktionsmanagement, Sortimentsmanagement und Stammdatenmanagement.

 

„KI ist als Buzzword in aller Munde. Einige Handelsunternehmen haben bereits Projekte in diesem Bereich gestartet, viele stehen noch am Anfang und sehen sich mit Herausforderungen technologischer, prozessualer, organisatorischer, aber auch kultureller Art konfrontiert. Durch die Betrachtung und Bewertung konkreter Use Cases im Einzelhandel bietet der Leitfaden einen echten Mehrwert im Food-, Near-Food- und Do-It-Yourself-Handel“, kommentiert Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer am IFH Köln.

 

Künstliche Intelligenz am Point of Sale

Der stationäre Handel steht vor der Herausforderung, den Wünschen der Konsument*innen im digitalen Zeitalter gerecht zu werden. KI am Point of Sale erlaubt Elemente aus dem Onlinehandel in die stationäre Welt zu übertragen. Ein passendes Beispiel, wie der stationäre Handel zum Onlinehandel aufschließen kann, ist der kassenlose Supermarkt. Ein kassenloser Supermarkt arbeitet mit KI-getriebenen Kameras, Sensoren und Algorithmen. Zunächst wird registriert, welche Produkte entnommen werden. Da das System die entnommenen Produkte erkennt, müssen diese an der Kasse nicht mehr gescannt werden. Die Kosten werden beim Verlassen des Geschäfts direkt über die Supermarkt-App abgerechnet.

 

Handlungsempfehlungen für die Einführung Künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz braucht qualitativ gute Daten. Ohne eine entsprechende Qualität können diese nicht sauber verarbeitet und für den KI-basierten Lernprozess genutzt werden. Daten aus Loyalitätsprogrammen sind zum Beispiel Voraussetzung für kundenindividuelle Lösungen am Point of Sale. Grundsätzlich sollte sich der Einsatz einer KI-basierten Lösung am Nutzen für die Kund*innen orientieren, indem die Lösung beispielsweise das Einkaufserlebnis verbessert. Außerdem muss bei der Ausgestaltung der konkreten Anwendungsfälle auf Bedenken der Konsument*innen geachtet werden.

„Die Möglichkeiten von KI sind groß, die Komplexität aber auch. Daher sollte immer eine langfristige Strategie verfolgt werden. Der Einführungsaufwand bei einigen Lösungen ist häufig überschaubar, bei gleichzeitig hohem Nutzen. So können Handelsunternehmen schnell erste Erfahrungen mit KI sammeln und sich für komplexere Lösungen vorbereiten“, empfiehlt Dr. Alexander Safaric, CEO bei Safaric Consulting. EEC

Produktpiraterie findet nicht nur im Urlaub statt

Der Vertrieb gefälschter Produkte hat eine große Bedeutung für die Handelslandschaft. Laut Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum betrugen die Verluste durch Produktpiraten in Deutschland 2019 rund 7,1 Milliarden Euro, in der EU rund 60 Milliarden Euro. Sie bedrohen damit nicht nur die Umsätze der Originalhersteller, sondern auch eine Vielzahl von Arbeitsplätzen. Wie Konsument*innen mit dem Thema gefälschte Markenprodukte umgehen, zeigt die aktuelle Ausgabe des Consumer Barometers von IFH Köln und KPMG, für das 500 Konsument*innen repräsentativ online befragt wurden.

 

Der Griff zu einem gefälschten Produkt ist keine Seltenheit: 34 Prozent der Befragten geben an, in der Vergangenheit schon einmal ein gefälschtes Markenprodukt gekauft zu haben. Dabei wussten 19 Prozent bereits vor dem Kauf, dass es sich um eine Fälschung handelt, 14 Prozent waren unwissend. Der am häufigsten genannte Ort für den Kauf von gefälschter Ware ist dabei der Urlaubsort. Rund drei Viertel der Befragten erwarten jedoch, auch im Internet auf Produktfälschungen zu stoßen. Vor allem soziale Netzwerke (69 %), neuere Online-Marktplätze (68 %) und Kleinanzeigen-Portale (61 %) stufen die Befragten als Umschlagplatz für Produktfälschungen ein. Ladengeschäfte werden als weniger gefährdet eingeschätzt.

 

„Beim Onlineshopping fehlt bekanntlich das haptische Erleben und damit eine persönliche Qualitätskontrolle vor dem Kauf eines Produktes. Kein Wunder also, dass Konsumentinnen und Konsumenten eher damit rechnen, online an gefälschte Ware zu geraten, als im stationären Geschäft. Dabei herrscht bei Bestellungen über neuere Online-Marktplätze wie Aliexpress, Wish und Co. – die auch in Europa immer beliebter werden – weitaus mehr Skepsis vor, Produktfälschungen zu kaufen als bei deutschen Anbietern“, so Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln.

 

Kleidung und Schuhe sind beliebteste „Betrugsware“

Besonders häufig sind Käufer*innen von Kleidung und Schuhen (23 %) und von Accessoires (17 %) von „Betrugsware“ betroffen. Weniger häufig in den Bereichen Drogerie und Kosmetik (8 %) sowie Elektronik (7 %). Weiter hat knapp die Hälfte der betroffenen Käufer*innen auf Anhieb erkannt, dass es sich bei einem gekauften Produkt um eine Fälschung handelte. Immer noch ein Drittel glaubten trotz des niedrigen Preises weiter an ein Schnäppchen.

 

Käufer*innen von gefälschten Markenprodukten haben selten schlechtes Gewissen

Knapp die Hälfte derer, die wissentlich Fälschungen von Markenprodukten gekauft haben, geben an, im Endeffekt doch lieber das Originalprodukt gekauft zu haben. Aber nur 23 Prozent geben an, dass sie ein schlechtes Gewissen hatten, ein gefälschtes Produkt gekauft zu haben. Nur eine Minderheit (17 %) gibt an, ihren Freunden aus Scham nicht von der Fälschung zu berichten.

 

Abschließend sind 77 Prozent der Konsument*innen der Meinung, dass in erster Linie Händler und Verkäufer dafür Sorge tragen, dass gefälschte Markenprodukte nicht in Umlauf geraten. Erst danach sehen die Befragten Politik (68 %) und Hersteller des Originals (68 %) in der Pflicht, entsprechend zu reagieren. Nur 45 Prozent schreiben sich selbst eine Verantwortung zu.

 

„Produktpiraterie verursacht einen immensen volkswirtschaftlichen Schaden. Die bekannten Zahlen sprechen bereits für sich, allerdings ist die Dunkelziffer wahrscheinlich sehr viel höher. Es handelt sich um eine ernste Form der Wirtschaftskriminalität, gegen die Unternehmen sich im eigenen Interesse

zur Wehr setzen sollten“, so Stephan Fetsch, Head of Retail und Consumer Goods bei KPMG. IFH

Wunsch nach Exklusivität übersteigt Bedürfnis nach Convenience bei Wish und Co.

Die diesjährige ECC-Club-Studie widmet sich neuen Marktplätzen wie Wish, AliExpress und Co. Trotz langer Lieferzeiten und eventuell anfallender Zollgebühren bestellen auch deutsche Konsument*innen immer öfter in Fernost. Mangelnde Qualität wird für Exklusivität und günstige Preise in Kauf genommen.

 

Trotz teils negativer Berichte über Wish, AliExpress und ähnliche Anbieter aus Fernost liegen die neueren Marktplätze bei Konsument*innen mehr und mehr im Trend. Die diesjährige ECC-Club-Studie „Abenteuer, Nervenkitzel oder Risiko? Warum Kund*innen bei Wish und Co. bestellen“, für die rund 1200 Konsument*innen befragt wurden, geht der Frage nach dem Erfolg dieser Plattformen auf den Grund.

 

Mit deutlichem Vorsprung wird der Marktplatz Wish von deutschen Konsument*innen am häufigsten besucht. 81 Prozent der Befragten geben an, Wish schon einmal besucht oder dort bestellt zu haben, gefolgt von AliExpress (55 %) und Joom (27 %).

 

Dennoch zeigt sich, dass Konsument*innen weniger häufig bei Wish und Co. bestellen als insbesondere bei Amazon. Über die Hälfte der Befragten (54 %) kauft seltener als einmal pro Quartal bei den neueren Marktplätzen ein. Gleichzeitig geben 44 Prozent an, mindestens einmal pro Monat bei Amazon zu bestellen. Zwar haben sich neuere Marktplätze wie Wish und Co. im Relevant Set der deutschen Konsument*innen positionieren können, ihr Erfolg reicht bei weitem aber noch nicht an etablierte Marktplätze wie Amazon und eBay heran.

 

Lange Lieferzeiten werden hingenommen, Zoll stellt Hürde dar

Marktplätze wie Wish, AliExpress und ähnliche vertreiben zu großen Teilen Produkte aus Fernost. Die Folge sind lange Lieferzeiten, die jedoch von einem Großteil der Kund*innen in Kauf genommen werden. 73 Prozent der Konsument*innen geben an, dass ihnen günstige Preise häufig wichtiger sind als eine schnelle Lieferung. 68 Prozent würden sogar wochenlange Lieferzeiten in Kauf nehmen, wenn das gewünschte Produkt in Deutschland deutlich teurer ist.

Eine weitaus größere Hürde stellt der Zoll dar. 80 Prozent der Nicht-Käufer*innen vermeiden einen Einkauf außerhalb Europas, damit sie sich nicht mit dem Zoll beschäftigen müssen. Zusätzliche Gebühren hindern 83 Prozent am Kauf.

 

Exklusivität und Preis als ausschlaggebende Kaufmotive

Trotz der genannten Schwierigkeiten bei Bestellungen aus Fernost nutzen immer mehr Konsument*innen die genannten Marktplätze. Dabei stehen andere Nutzungsmotive als bei Amazon oder eBay im Vordergrund. Statt Convenience überwiegen hier Exklusivität und Preis. 50 Prozent der Käufer*innen geben an, es sei ihnen wichtig Produkte zu besitzen, die nicht jeder hat. 84 Prozent betonen zudem die Wichtigkeit von Schnäppchen beim Einkauf im Internet, 72 Prozent legen Wert auf Coupons und Rabatte. Die Schnäppchenjäger*innen bilden somit eine große Zielgruppe von Wish und Co.

 

Gleichzeitig spielt die mangelnde Qualität vieler Produkte eine untergeordnete Rolle. Obwohl diese zu den Top-5 Problemen bei der Bestellung auf neuen Marktplätzen gehört (34 %), nehmen Käufer*innen diese für günstige Preise oft bewusst in Kauf (48 %). Trotz bekannter Probleme wie mangelnde Qualität, eventuelle Zollgebühren oder lange Lieferzeiten geben 20 Prozent der unzufriedenen Käufer*innen an, wieder bei Wish und Co. zu bestellen. EEC

myToys in Kinderhänden

Anlässlich des Internationalen Kindertages hat sich myToys etwas ganz Besonderes überlegt und gibt seine Startseite an diesem Tag in die Hände der kleinsten Kunden. Vom 16. April bis zum 3. Mai hatten Kinder die Möglichkeit, selbst gemalte Bilder zu einem von 10 Lieblingsthemen einzusenden. Weit über 2.000 kleine Kunstwerke sind entstanden. Da fiel die Auswahl wirklich nicht leicht.

 

„Unter dem Motto ‚Ich mal‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt‘ haben wir alle Kinder aufgerufen, die Stifte zu schwingen und uns ihre fantasievolle Sicht auf verschiedene Themen zu zeigen. Wir waren überwältigt über so viele liebevoll gestaltete Kunstwerke und möchten uns bei allen kleinen Künstlern und Familien herzlich bedanken. Für uns hat der Kindertag eine große Bedeutung und mit den tollen Zeichnungen steigt die Vorfreude gleich doppelt.“, so Ulrich Hauschild, Bereichsleiter Marketing bei myToys.

 

Die zehn Gewinnermotive schmücken am 1. Juni die myToys.de-Startseite und ergeben zusammen ein ganz besonderes Design. Im Rahmen der Kampagne sind darüber hinaus Social Media-Einbindungen geplant. Lassen Sie sich überraschen! myToys

Weit verbreiteter Wunsch nach kontaktlosem Bezahlen

Seit der Corona-Krise werden an der Kasse immer häufiger Karte oder Smartphone und immer seltener Scheine oder Münzen aus der Tasche geholt. Das hat eine repräsentative Umfrage unter 1.003 Personen ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben. Drei Viertel der Befragten (75 Prozent) versuchen aktuell, Zahlungen mit Bargeld so oft es geht zu vermeiden. Zugleich wünschen sich 7 von 10 Befragten (71 Prozent) mehr Möglichkeiten, um kontaktlos bezahlen zu können. „Es gibt kaum ein Verhaltensmuster, das durch Corona ähnlich stark verändert wurde wie das Bezahlen an der Kasse“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Das kontaktlose Bezahlen mit Karte oder Smartphone ist nicht nur hygienisch, es geht auch schnell und ist sicher. Alle Händler, Restaurants und Cafés sollten ihren Kunden das kontaktlose Bezahlen ermöglichen.“ Bitkom setzt sich deshalb bereits seit längerem dafür ein, dass an jeder Verkaufsstelle mindestens eine elektronische Bezahlform angeboten wird, die im Idealfall auch kontaktlos nutzbar ist.

 

Der breite Wunsch nach mehr kontaktlosem Bezahlen geht dabei quer durch die Generationen. So unterstützen 76 Prozent der 16- bis 29-Jährigen, 72 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 75 Prozent der 50- bis 64-Jährigen eine entsprechende Ausweitung. Auch unter den Senioren ab 65 Jahren wünscht sich eine deutliche Mehrheit von 62 Prozent mehr kontaktlose Bezahlmöglichkeiten. Auch die Corona-bedingte Zurückhaltung gegenüber dem Bargeld zieht sich quer durch alle Altersgruppen. 84 Prozent der 16- bis 29-Jährigen versuchen aktuell Bargeld-Zahlungen zu vermeiden. Unter den 30- bis 49-Jährigen beträgt der Anteil 76 Prozent, bei den 50- bis 64-Jährigen sind es 75 Prozent. Und selbst unter den Älteren ab 65 Jahren ist die Zurückhaltung gegenüber Bargeld derzeit mit 68 Prozent weit verbreitet. Berg: „Es gibt eine Vielzahl von Bezahlverfahren, die alle ihre Berechtigung haben. Der Kunde sollte die Wahlfreiheit haben, welche Bezahlmöglichkeit er nutzen möchte.“ bitkom

EHI veröffentlicht Whitepaper zu Mietvertragskonditionen im Handel

Die Mieten im Handel sind in der Corona-Krise vielfach Anlass für Diskussionen und Verhandlungen. Bereits vor dieser Zeit hatte sich die Verhandlungsposition der Mieter verbessert, das zeigt ein Vergleich der Mietkonditionen im Handel der letzten fünf Jahre. Dennoch „Vertragsverhandlungen in den Toplagen der Big-7-Städte gestalten sich immer noch schwierig,“ erklärt Studienleiterin Kristina Pors: „Am besten lassen sich Mietvertragskonditionen im ländlichen Raum und Stadtrandlagen durchsetzen.“

 

Neu- und nachverhandeln

Die gängigste Mietart 2019 und 2015 ist die indexierte Fixmiete, die sich hauptsächlich am dem Lebenshaltungskosten-Index orientiert. 85,7 Prozent vereinbaren 2019 diesen Mietzins (2015: 71,4 Prozent). Um Kosten zu reduzieren, werden Mieten dennoch fast immer nachverhandelt. Insbesondere Vertragsverlängerungen bieten bei allen Befragten Anlass zu Neuverhandlungen, in denen dann häufig Mietreduktionen erzielt werden. Zwei Drittel der Befragten geben an, in 2019 mehr Sonderkündigungsrechte zu ihren Gunsten auszuhandeln, als es 2015 der Fall war. Dieses Recht greift z.B. meist bei Leerständen im Objekt oder in der unmittelbaren Nachbarschaft.

 

Der Verhandlungserfolg ist maßgeblich von der Lage der Mietobjekte abhängig. 80,0 Prozent geben an, bei Mietobjekten im ländlichen Raum erfolgreicher zu verhandeln als in Städten und 72,0 Prozent beschreiben dies für Stadtrandlagen. Für die Top-Lagen der Big-7-Städte sieht sich nur ein gutes Drittel in günstiger Verhandlungsposition.

 

Kürzere Mietlaufzeiten

Sowohl bei Stand-alone-Standorten (35,7 Prozent) und Shopping-Center-Objekten (50,0 Prozent) als auch in den Innenstadtlagen (53,6 Prozent) dominieren 2019 Verträge mit einer minimalen Laufzeit von fünf Jahren. Bei Fachmarktzentren (39,3 Prozent) werden eher Laufzeiten von mindestens 10 Jahren vereinbart. 2015 waren für alle Lagen Verträge mit Mindestlaufzeiten von 10 Jahren üblich (50,0 Prozent).

 

Generell werden Mindestlaufzeiten vertraglich unterschiedlich vereinbart, abhängig davon, ob es sich um eine reine Neueröffnung, einen Umzug oder eine Renovierung handelt. Der größte Unterschied wird zwischen einer Neueröffnung und einer Wiedereröffnung gesehen.

 

Die maximalen Mietlaufzeiten betragen für alle Lagen überwiegend 15 bis 20 Jahre und mehr. Bei Innenstadtlagen und Shopping-Centern ist man dennoch vorsichtiger, d. h. es gibt auch kürzere Laufzeiten von bis zu 10 Jahren. EHI

Kaufhäuser verlieren zunehmend an Bedeutung

 

 

 

Galeria Kaufhof und Karstadt haben vor eineinhalb Jahren fusioniert, doch dem Unternehmen geht es nicht gut. Wegen der Corona-Krise muss der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof nun bis zu 80 seiner bundesweit 172 Standorte schließen, wie heute bekanntgegeben wurde.

 

Bereits vor der Corona-Pandemie hatten es Kaufhäuser nicht leicht. Wie die Statista-Grafik auf Basis von Daten des Handelsverband Deutschland zeigt, lag der Marktanteil von Kauf- und Warenhäusern am deutschen Einzelhandel im Jahr 2018 nur noch bei 2,4 Prozent. Im Jahr 2000 hatte er noch 4,2 Prozent betragen. Im selben Zeitraum ist der Marktanteil des Online-Handels von 0,2 Prozent auf 4,7 Prozent gestiegen.

 

Die Auswirkungen der Corona-Krise werden diese Entwicklung wohl noch verschärfen. Statista

PSD2 - Skepsis gegenüber der neuen EU-Zahlungsdiensterichtlinie

Seit dem 14. September 2019 soll die neue EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) durch eine verbesserte Kundenauthentifizierung für mehr Sicherheit beim Bezahlen im Internet sorgen. Außerdem soll der Zugang zu Kunden- und Transaktionsdaten für dritte Parteien (engl. Open Banking) den Wettbewerb in der Finanzdienstleistungsbranche ankurbeln. Die neue Auflage der ECC-Payment-Studie, eine Initiative des ECC Köln in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Malte Krüger, widmet sich daher dem Einfluss der starken Kundenauthentifizierung auf den Händlerumsatz und zeigt: Mehr als drei Viertel der Onlinehändler sehen mit der Einführung der PSD2 mehr Nachteile für sich als Unternehmen als Vorteile.

 

Hohe Skepsis gegenüber der PSD2 bei Onlinehändlern

Die Ergebnisse der ECC-Payment-Studie Vol. 24 zeigen, dass zum Zeitpunkt der Umfrage im November 2019, die Hälfte der Händler keine PSD2-Anpassung vorgenommen hatten. Gründe hierfür waren bei 34 Prozent der Befragten die Komplexität der technischen Anpassung und die Angst vor mehr Kaufabbrüchen (33 %). Diese Sorgen scheinen nicht unberechtigt, denn Onlinehändler verzeichnen eine erhöhte Komplexität des Zahlungsvorgangs für Kundinnen und Kunden (44 %) und ein erhöhtes Serviceaufkommen (43 %) – so die Ergebnisse der Studie.

 

„Man mutet mit der PSD2 dem Kunden mehr zu und entlastet sogar eher die Händler und die Banken. Diese sind aber gar nicht unbedingt so glücklich darüber, weil der Rückgang an Conversion und Convenience mehr kaputt macht als zuvor durch Sicherheitsprobleme an Schaden entstanden ist.“, kommentiert Dr. Thomas Krabichler, Senior Manager Treasury, MediaMarktSaturn Retail Group, im Experteninterview zur ECC-Payment-Studie Vol. 24.

 

Konsument*innen offen gegenüber Drittanbietern

Auf der Konsumentenseite ist die PSD2-Thematik noch wenig präsent: Weniger als die Hälfte der Konsumentinnen und Konsumenten haben schon einmal von der neuen EU-Zahlungsdiensterichtlinie gehört und jede/r Dritte befürchtet, dass die PSD2-Verordnung das bargeldlose Bezahlen komplizierter machen wird. Eine Lösung erhoffen sich Konsument*innen mittels neuer biometrischer Verfahren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung und sprechen diesen eine hohe Relevanz für die Zukunft zu. Während 11 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten angeben, in Folge der PSD2 weniger online einzukaufen, glauben 7 Prozent der Befragten künftig sogar mehr online einzukaufen. Darüber hinaus schließen Konsumentinnen und Konsumenten eine Freigabe von Kontoinformationen für Drittanbieter nicht aus, am ehesten bei einer Auto- oder Immobilienfinanzierung. Zudem werden auch große Internetkonzerne (Amazon, Google etc.) als potentielle Anbieter von Finanzdienstleistungen akzeptiert.

 

„Die Auswirkungen von PSD2 auf das Kaufverhalten von Konsument*innen können wir aktuell nur schwer einschätzen, es ist aber auf Kundenseite mit ganz unterschiedlichen Reaktionen zu rechnen. In jedem Fall wird sich das Onlineeinkaufsverhalten ändern – das bietet insbesondere für FinTech-Unternehmen neue Potentiale, prognostiziert Mailin Schmelter, stellvertretende Bereichsleiterin Customer Insights am ECC Köln. EEC

Corona Consumer Check - Wiederöffnungen im Einzelhandel verhalten genutzt

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus wurden in den vergangenen Wochen bundesweit immer mehr gelockert. Während viele Händler aufatmen, stehen Konsumentinnen und Konsumenten den neuen Lockerungen im Einzelhandel skeptisch gegenüber – so die Ergebnisse des neusten Corona Consumer Check des IFH Köln in Zusammenarbeit mit Sitecore und ecx.io, Teil der Agenturfamilie IBM iX. Obwohl der Einkauf in Geschäften vor Ort nun wieder möglich ist, verzeichnet der aktuelle Corona Consumer Check zum Zeitpunkt der repräsentativen Umfrage in der ersten Maiwoche weiterhin einen starken Anstieg von Onlineeinkäufen. Die neue Möglichkeit stationäre Geschäfte wieder zu besuchen, wird von 57 Prozent der Befragten noch gar nicht wahrgenommen. Wenn Geschäfte vor Ort aufgesucht wurden, so meist aus einem konkreten Anlass.

 

 

 

 

Trend Richtung Online nimmt weiter zu

 

Die dritte Erhebung des Corona Consumer Check zeigt eine Weiterführung der Verschiebung von stationären Einkäufen hin zu Onlinekäufen. Während zu Beginn des Shutdowns im März erst 13 Prozent der Konsument*innen angaben, den gewohnten stationären Einkauf nun bewusst online zu tätigen, lag der Wert Mitte April bereits bei 22 Prozent und im Mai schließlich bei 35 Prozent.

 

 

 

 

Von Wiederöffnungen wird kaum Gebrauch gemacht

 

Nachdem Geschäfte des stationären Einzelhandels wochenlang geschlossen hatten, wird die Möglichkeit nun wieder vor Ort einkaufen zu können, noch kaum genutzt: 57 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten haben Geschäfte, die nun wieder geöffnet sind, noch gar nicht besucht. 35 Prozent geben an, stationäre Läden erst wenig besucht zu haben, und lediglich sechs Prozent der Befragten gehen bereits wieder regelmäßig im stationären Einzelhandel einkaufen.

 

 

 

 

Stationäres Einkaufen aus gezielten Anlässen

 

Die Mehrheit (64 %) der befragten Konsumentinnen und Konsumenten haben stationäre Geschäfte aus dem gezielten Anlass der Suche eines bestimmten Produktes aufgesucht. Bei lediglich 21 Prozent war die Lust am Shoppen und Stöbern ausschlaggebender Grund und auch die Einkaufsinspiration war nur für 15 Prozent Anlass zum Shopping vor Ort. Die ausführliche Beratung – ein Vorteil der stationären Läden gegenüber dem Onlineshopping – war nur für 7 Prozent der Befragten Anlass ein stationäres Geschäft aufzusuchen.

IFH

Digitalisierung als Herausforderung und Chance für den Großhandel

Die Digitalisierung, ihre Herausforderungen und Chancen sind insbesondere im Rahmen der Coronakrise in aller Munde. Auch im deutschen Großhandel wird die Notwendigkeit hin zu einem digitalen Umdenken und neuen Geschäftsmodellen und -prozessen immer notwendiger und durch Corona einmal mehr angefeuert. Mit welchen zentralen Herausforderungen rund um die Digitalisierung der Großhandel aktuell konfrontiert ist und wie mögliche Handlungsstrategien aussehen können, hat das IFH Köln in der neuen Studie „Digitaler Klimawandel im Großhandel“ in Zusammenarbeit mit kernpunkt Digital und Spryker Systems untersucht und daraus ein Poster mit integriertem Selbsttest für Unternehmen zum digitalen Reifegrad entwickelt.

 

„Die Digitalisierung ist der Treiber schlechthin für den Handel – das gilt natürlich auch für den B2B-Bereich. Hier sind die Faktoren zu identifizieren, die den Großhandel bedrohen. Kennt man die Drohszenarien, kann man adäquat auf diese reagieren,“ kommentiert Matthias Steinforth, Managing Partner bei kernpunkt Digital.

 

Analyse der Bedrohungen – Handlungsempfehlungen für die Zukunft

Die 100 befragten Großhändler zeigen sich mehrheitlich besorgt um die Entwicklung der Branche im Spiegel der neuen digitalen Möglichkeiten. So glauben 59 Prozent, dass digitale Plattformen den Großhandel ersetzen werden und 60 Prozent der Befragten fürchten, dass Konsolidierungsprozesse Großhändler gar vom Markt verschwinden lassen. Ausgehend von den Ergebnissen der Befragung wurden fünf Herausforderungen herausgearbeitet, die sich im Rahmen der Digitalisierung auf B2B-Geschäftsmodelle auswirken. Wie diese Aspekte greifen und wo konkrete Handlungsschritte – vom Thema Kundenerwartung über die Herausforderung Direct-to-Customer (D2C) bis hin zu neuen Vertriebskanälen und Kooperationen mit anderen Unternehmen – notwendig sind, zeigt ein individueller Online-Selbsttest für Unternehmen.

 

Coronakrise als Beschleuniger der digitalen Herausforderungen

Auch wenn die Daten der Studie vor den wirtschaftlichen und sozialen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erhoben wurden, wirkt die Krise als Katalysator der verschiedenen Drohszenarien. So ändert sich aktuell im B2C- wie B2B-Bereich das Einkaufsverhalten der Kundinnen und Kunden dramatisch – unter anderem durch direkte Bestellungen beim Hersteller oder durch eine stärkere Nutzung von Online-Plattformen. Diese Marktdynamiken bergen allerdings auch ein großes neues Potential für langfristige Geschäftsansätze insbesondere für die Zeit nach Corona.

 

„Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise beobachten wir aktuell in allen Branchen – so auch im B2B-Bereich. Es ist nun wichtiger denn je nicht in eine Schockstarre zu verfallen, sondern die Krise auch als Chance zu sehen – wer als Unternehmen seine Digitalstrategie noch nicht hinterfragt hat, für den ist es jetzt höchste Zeit damit zu beginnen,“ kontextualisiert Michael Mertens, Projektmanager Strategic Insights B2B am IFH Köln, die Studie in die Entwicklungen rund um COVID-19. IFH

Müller schafft die Fachberater*innen ab

Eigentlich sollte man glauben das neue Statussymbol der Deutschen, das Toilettenpapier, hätte dem Drogisten und Multisortimentalisten aus Ulm die letzten Wochen satte Gewinne in die Kassen gespült. Auch der Umstand, dass nicht alle Non-Food-Abteilungen geschlossen werden mussten, während der Wettbewerb darbte, sollte in Ulm sehr wohlwollend aufgenommen worden sein.

 

Dem ist offenbar nicht so. In Ulm wird gespart - bereits Ende März hatte man Kurzarbeit beantragt. Neben der Senkung der Personalkosten in den Filialen wurde nun eine weitere Möglichkeit entwickelt die Kosten weiter zu dämpfen. Zukünftig wird es bei Müller Ulm keine Fachberater*innen mehr geben. Diese Ebene, die im Laufe ihrer Geschichte mal eher dem Einkauf und mal eher dem Vertrieb angegliedert wurde, war bisher ein wichtiges Bindeglied im komplizierten Beziehungsgeflecht zwischen Filialen, Vertriebssteuerung und Einkauf. Sie transportierten nicht nur Ideen der Zentrale in die Filialen, sondern berieten auch die Vertriebsleitungen in ihren speziellen Fachgebieten, unterstützten den Einkauf bei der Sortimentsgestaltung oder kümmerten sich um Neu-Eröffnungen. Damit trug diese Ebene sehr zum Erfolg in einzelnen Warengruppen bei - auch und vielleicht ganz besonders in der Spielware. Ph

Trotz Lockerungen und geöffneten Geschäften halten die Deutschen am Online Shopping fest

Der Havas Media Corona Monitor untersucht wöchentlich mit einer repräsentativen Onlinebefragung inwieweit sich das Medienverhalten sowie vom Virus betroffene Lebensbereiche in der Corona-Krise verändern. Die 7. Welle zeigt, dass wir langsam auf dem Weg in die Normalität sind. Die Rückkehr aus dem Homeoffice hat begonnen und endlich überwiegt Freude der Skepsis in Bezug auf die Lockerungen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und brauchte wohl erst seine Zeit, um sich nach den strengen Regeln wieder an die alten Freiheiten zu gewöhnen. Der Plan steht: alle wollen jetzt raus, zurück in die Läden und Fitnessstudios. Auch der Pessimismus in Bezug auf Urlaubsreisen ist gewichen, Deutschland als Reiseland macht Hoffnung.

 

Bis dahin suchen besonders Jüngere Ablenkung in den Medien als Ersatz für die ausgefallenen Wochenendaktivitäten. Shows und Serien stehen im Fokus. Medien scheinen für diese Zielgruppe jedoch mehr als nur Ablenkung zu sein: junge Menschen sagen, dass Medien seit Corona für sie persönlich an Bedeutung gewonnen haben. Bedeutungsgewinn auch bei neuen Alltagshelfern: Die Befragten zeigen nicht nur größeres Interesse an Onlineshopping, es ist für sie auch persönlich wichtiger geworden. Gleiches gilt für Versandunternehmen und Lieferdienste, die wohl vor Corona weniger zu den „Meaningful Brands“ gehörten.

 

Der Havas Media Corona Monitor untersucht in wöchentlichen Befragungswellen wie sich das Verhalten und die Stimmung der Deutschen verändert – sowohl in Bezug auf ihr Mediennutzungsverhalten als auch auf das alltägliche Konsumverhalten und die Stimmung der Bevölkerung. Befragt werden jeweils 500 Menschen zwischen 14 und 69 Jahren mittels einer repräsentativen Onlinebefragung durch respondi. Die siebte Befragungswelle erfolgte vom 5. bis zum 7. Mai.

 

Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die Kernererkenntnisse der siebten Befragungswelle:

 

Bewegtbild statt Bewegung

Der 1. Mai ist wohl traditionell für viele ein Tag der Bewegung geprägt von Fahrradtouren, Spaziergängen und Restaurantbesuchen. In diesem Jahr heißt es aber, Bewegtbild statt Bewegung. Schuld war nicht nur das Wetter, sondern auch Corona. Die Nutzung von TV, Streaming und Internet verzeichnet nach dem langen Wochenende wieder Anstiege. Eine intensivere Nutzung liegt vor allem bei den Jungen vor: Streaming, Internet, Social Media und auch Gaming bieten Ablenkung als Ersatz für die ausgefallenen Wochenendaktivitäten. Die Spitzenreiter im TV sind zwar vor allem Shows, generell geben 41 Prozent der 14-29 Jährigen aber an, dass sie seit Corona andauernd News schauen. Für knapp die Hälfte der Befragten (47%) sind Medien heute außerdem viel wichtiger als noch vor der Krise.

 

Shoppinglaune trotz Existenzängsten bei Kurzarbeitern

Ein Fünftel der Befragten befindet sich aktuell in Kurzarbeit. Kurzarbeiter vertreiben Zeit mit Medien: 52 Prozent der befragten Kurzarbeiter haben in der letzten Woche deutlich mehr im Internet gesurft und waren in Social Media aktiv. Zum Vergleich: Unter allen Befragten lag dieser Wert bei 43 Prozent. Darüber hinaus kommen vor allem Fernsehen (50%) und Streaming (47%) zum Einsatz, um die Zeit zu vertreiben, die sonst für das Arbeiten genutzt werden würde. Die Mediennutzung ist in Kurzarbeit aber nicht nur intensiver, sondern es wird auch anders konsumiert. 47% der befragten Kurzarbeiter geben an, dass sie im TV zurzeit mehr zuhören als sonst. Außerdem sind die Medien für die Hälfte der Kurzarbeiter heute viel wichtiger als noch vor der Krise. Die Hälfte der befragten Kurzarbeiter klagt über Existenzängste. So freuen sie sich deutlich mehr darauf, wieder ins Büro gehen zu können als die Befragten, die weiterhin normal arbeiten (43% vs. 35%). Aber trotz geringerem Einkommen in der Krise sind 31 Prozent weiterhin in Shoppinglaune und planen in den nächsten Tagen bummeln zu gehen – im Gegensatz zu nur 21 Prozent der Befragten, die nicht in Kurzarbeit sind.

 

Autokinos werden immer beliebter

Dass kreative Ideen und Lösungsansätze zur top Idee in der Krisenzeit werden können zeigt der steigende Erfolg von Autokinos. Während diese mittlerweile sogar für Konzerte zweckentfremdet werden, erfreuen sich Filme am Abend unter Sternenhimmel zunehmender Beliebtheit. Der Anteil der Befragten, die in den letzten Wochen im Autokino waren, stieg in den letzten zwei Wochen um 70 Prozent. Die Kinoleinwand unter freiem Himmel im sicheren Schutz des eigenen Autos bleibt dabei eine top Aktivität für Familien: 27 Prozent waren in der Corona-Zeit im Autokino, in der 5. Befragungswelle waren es noch 19 Prozent. Aber auch der Anteil von Besuchern ohne Kinder hat sich in den letzten zwei Wochen von 5 Prozent auf 10 Prozent verdoppelt.

 

Onlineshopping statt Bummeln trotz Lockerungen

Virtuelles Shopping bleibt wichtig – auch wenn nach und nach Corona Lockerungen umgesetzt werden und der stationäre Handel wieder seine Türen öffnet. Die Prognose ist seit Wochen auf konstant hohem Niveau und 89 Prozent der Befragten glauben, dass Online-Shopping auch noch in nächster Zeit stark an Bedeutung zunehmen wird. Shoppinggarant #1 bleibt weiterhin Kleidung – sowohl online als auch offline. Zwei Drittel der 14-29 Jährigen hat in der letzten Wochen Kleidung online eingekauft und auch Offline stehen Fashion Stores im Visier: Nach dem Baumarkt, liegen Bekleidungsgeschäfte sowohl auf Rang 2 der bereits besuchten Geschäfte als auch geplanten zukünftigen Besuche. Darauffolgen Elektromärkte, Buchläden und Schuhgeschäfte. Während sich die einen über die Lockerungen und damit mögliche Bummel durch Geschäfte freuen, klagen die nächsten bereits über lange Schlangen von Geschäften und stark eingeschränkten Einkaufserlebnissen aufgrund der Corona Sicherheits- und Hygienemaßnahmen. So genießen Onlineshops die höchste Bedeutung in der Krise, gefolgt von der Post und anderen Versandunternehmen, Lieferservices und Supermärkten. Vor Corona gehörten diese wohl eher weniger zu den „Meaningful Brands“. 58 Prozent geben an, bisher auf den Besuch des stationären Handels verzichtet zu haben. Knapp die Hälfte (46%) plant auch innerhalb der nächsten zwei Wochen nicht in Geschäften einkaufen gehen zu wollen. Zwei Drittel sehen dazu einfach keinen Einlass und 19 Prozent geben an alles online bestellen zu können. 30 Prozent der Nicht-Shopper stört die notwendige Maske. Nur 16 Prozent möchten in der weiterhin unklaren Situation kein Geld ausgeben oder haben Angst, sich anzustecken.

 

Neuer Normalzustand im Lebensmitteleinzelhandel

Eingekauft wird immer noch mit Zurückhaltung, aber Entspannung ist in Sicht. Die Deutschen gehen wieder öfter pro Woche im Supermarkt einkaufen. Auch der Anteil der Befragten, die ihren gesamten Wocheneinkauf an einem Tag erledigen sinkt erstmals wieder um 11 Prozent auf das Niveau von Woche 3 – was allerdings immer noch ein Plus von 58 Prozent im Vergleich zum „Normalzustand“ bedeutet. Auch wenn wieder öfter eingekauft wird, bleibt die durchschnittliche Anzahl der aufgesuchten Einkaufsstätten seit Woche drei konstant niedrig bei 2,6 im Vergleich zu 4,4 in einer normalen Woche.

 

Glücksspiel in Corona-Zeiten

Treibt die Krise das Glückspiel an? Während die Ausnahmesituation zahlreiche Auswirkungen hat, verändert sie zumindest die Glücksspielgewohnheiten kaum. Ein Großteil der Befragten bleibt dem Glücksspiel weiterhin fern: nur 3 Prozent haben sich während Corona überhaupt zum ersten Mal im Glücksspiel probiert. Bei den regelmäßigen Spielern haben auch Kurzarbeit, Existenzängste und die Isolation keine Veränderung hervorgerufen: 99 Prozent derjenigen, die vor Corona regelmäßig gespielt haben, haben das auch während Corona gemacht. Bei den „Hin und wieder“ Spielern herrscht im Gegensatz eher Zurückhaltung: 47 Prozent derjenigen, die vor Corona hin und wieder an Glücksspielen teilgenommen haben, haben das auch während der Krise gemacht.

 

Rückkehr ins Büro – langsam und mit Vorsicht

Mit kleinen Schritten kehren die Befragten zurück ins Büro. Im Vergleich zur Vorwoche hat ca. jeder 10 Befragte seinen Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden wieder gegen den Büroschreibtisch getauscht. 24 Prozent sind bereits komplett oder zumindest teilweise ins Büro zurückgekehrt. Davon sind über die Hälfte mit dem Rückholplan ihres Arbeitgebers zufrieden. Zwei Drittel der Befragten tappen aber noch im Dunkeln: für sie gibt es noch keine konkreten Planungen zur Rückkehr an den Arbeitsplatz. Home Office ist für viele auch in Zukunft denkbar: 68 Prozent werden auch nach der Corona Krise häufiger im Home Office arbeiten als zuvor. Überzeugt hat das Arbeiten von zu Hause in der Krisenzeit vor allem die Befragten, die vorher nur hin und wieder oder noch nie von zu Hause gearbeitet haben (Steigerung um 78% bzw. 67% im Vergleich zur 4. Befragungswelle).

 

Endlich Freude über Lockerungen

Nach anfänglicher Skepsis herrscht endlich Freude über die Lockerungen und alle wollen raus. Der Anteil der Befragten, die die Lockerungen sehr skeptisch sehen und weiterhin zu Hause bleiben wollen ist nach der ersten Testphase in den letzten zwei Wochen um 17 Prozent gesunken. Jeder Vierte hat seine Meinung in dieser Zeit geändert und freut sich nun doch über die Lockerungen und möchte das Haus definitiv wieder häufiger verlassen.

 

Die Reisehoffnung hält wieder Einzug in Deutschland

Die Deutschen sind Reiseweltmeister – kein Wunder, dass nun langsam doch die Reisehoffnung zurückkehrt. Insbesondere bei Deutschlandreisen herrscht wieder mehr Optimismus. Letzte Woche waren noch 41 Prozent der Befragten Urlauber davon überzeigt, dass der bereits gebuchte Urlaub in Deutschland nicht stattfinden kann. Nun sind es nur noch 27 Prozent. Auch in Bezug auf eine Reise innerhalb von Europa sind die Deutschen wieder etwas hoffnungsvoller. Fernreisen aber auch die Anreise mit dem Flugzeug innerhalb von Europa sehen die Reiseweltmeister dahingegen weiterhin unverändert skeptisch entgegen.

Viele Fragen sich, ob bei Reisen nach Corona alles anders wird. Die Antwort: Nein! Die Deutschen ändern ihre Reisepläne nicht. Egal ob Kreuzfahrt, Camping, Clubhotel oder Backpacking. Corona scheint kein Umdenken in Bezug auf langfristige Reisepläne und Urlaubsvorlieben zu haben. In Punkto Unterkunft dürften in Zukunft aber Ferienhäuser einen kleinen Pluspunkt gegenüber den normalerweise bevorzugten Hotelzimmern haben. Havas Media

Coronavirus - Handel weiterhin in der Krise

Der Einzelhandel macht trotz der Wiedereröffnung aller Geschäfte meist deutlich weniger Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Das zeigt eine HDE-Umfrage unter rund 500 Nicht-Lebensmittelhändlern in der vergangenen Woche (KW19).

 

Demnach erwarteten 55 Prozent der befragten Unternehmen für die letzte Woche höchstens die Hälfte des Vorjahresumsatzes. Insbesondere im Bekleidungseinzelhandel verläuft die Entwicklung in den wieder eröffneten Geschäften sehr schwach. Hier erreicht ein Fünftel der Unternehmen nicht mehr als ein Viertel der Erlöse des entsprechenden Vorjahreszeitraums. „Die Krise ist für den Handel noch lange nicht vorbei. Das Bummeln durch die Geschäfte und ungeplante Einkäufe haben es angesichts der aktuellen Lage schwer. Die meisten Kunden gehen beim Einkauf sehr planvoll vor und verlassen die Geschäfte nach kurzer Zeit wieder“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Somit sorge die Coronakrise nach wie vor für hohe Umsatzverluste im Handel. Wichtig sei deshalb, dass die Politik für nicht-rückzahlpflichtige Finanzhilfen sorge und die am Boden liegende Konsumstimmung mit Coronaschecks für alle Bürger wieder ankurble.

 

Die HDE-Umfrage macht außerdem deutlich, dass fast 60 Prozent der befragten Nicht-Lebensmittelhändler aufgrund der zwischenzeitlichen Ladenschließungen in der Coronakrise volle Warenlager haben. 40 Prozent der Befragten geben als Ursache des Warenüberhangs die insgesamt schwache Nachfrage an. Die vorhandenen Artikel treffen dabei auf Kunden, deren Stimmung sich vielfach im Krisenmodus befindet. In dieser Situation setzen die Unternehmen nach der HDE-Umfrage allerdings nicht in erster Linie auf Sonderaktionen, Promotions oder andere Werbeaktionen. In der Phase des Hochfahrens der Geschäfte liegt die Priorität bei der Sicherstellung der gesundheitlichen Anforderungen an den Geschäftsbetrieb. „Die Handelsunternehmen ergreifen alle erforderlichen Maßnahmen, um ein Einkaufen unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregelungen zu gewährleisten. Der Handel appelliert an alle Kundinnen und Kunden, die Vorgaben zum Gesundheitsschutz beim Einkaufen unbedingt auch weiterhin einzuhalten. Es geht um ein rücksichtsvolles Miteinander in diesen außergewöhnlichen Zeiten“, so Genth weiter. HDE