Handel

Der TOYS & GAMES Report - das Fachmagazin für Entscheider*innen aus Toys, Licensing und Entertainment. 

Nachrichten, Trends, Cases, Analysen und Interviews aus der Branche und aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

Rettung der Innenstädte muss fair sein und die Richtigen beteiligen

| 04.08.2021 | Statt den digitalen Handel mit Sondersteuern zu belegen, sollten jene in die Verantwortung für die Innenstädte genommen werden, die am meisten von ihnen profitieren. Umso mehr irritieren öffentliche Forderungen, die Eigentümer, Investoren und Projektentwickler der Innenstädte mit öffentlichem Geld aus der finanziellen Haftung nehmen. Die Vorschläge aus Politik und Handel reichen von staatlichen Förderprogrammen bis hin zu einer Paketsteuer, mit denen Kommunen in Schieflage geratene Handelsimmobilien aufkaufen, in Grünanlagen und Erlebnisquartiere investieren, und Leerstände mit eigenen Anmietungen schließen sollen. 

 

„Der Transformationsdruck der Innenstädte ist groß und der Ruf nach einer helfenden Hand laut. Hilfe muss aber mit fairen und ausgewogenen Zielen geleistet werden. Die Eigentümer von zentralen 1A-Handelsimmobilien konnten in der Vergangenheit gut von Wertsteigerungen leben. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, zuallererst die Eigentümer der Innenstädte nach ihrer Verantwortung und ihrem Beitrag zum städtischen Gemeinwesen zu fragen. Eine Sonderabgabe auf den Onlinehandel träfe die absolut Falschen: Zum einen jene stationären Händler, die in ihre digitale Zukunft investiert haben, um in der Pandemie zu überleben. Und zum anderen diejenigen, die frühzeitig und mit unternehmerischem Risiko in neue Handelsmodelle investiert haben. Sie sind es, die sich nun am Markt durchsetzen,“ sagt Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh.  

 

„Die Digitalisierung der Gesellschaft lässt sich nicht einfach zurückdrehen. Eine Rückkehr der Kunden zu alten Handelsstrukturen wird es daher nicht geben, auch nicht unter staatlichem Zwang. Wer eine Besteuerung von Online-Einkäufen fordert, verweigert sich den Wünschen der Kunden und schädigt die kleinen und mittleren stationären Händler, die ihre Umsätze immer mehr auch über digitale Marktplätze machen,“ sagt Daniela Bleimaier, Leiterin Public Affairs Deutschland & Regionales beim bevh. 

 

„Wenn Eigentum mit gesellschaftlicher Verantwortung einher geht, stellt sich die Frage, warum der Finger zuallererst auf die Steuerzahler und die Händler zeigt, wenn es darum geht, wer die Kosten für die Innenstädte tragen soll,“ sagt Frank Düssler, beim bevh für den Innenstadthandel zuständig.

 

Niedrigzinsen und ein anhaltendes Wachstum der Städte treibt die Nachfrage nach zentral gelegenen Einzelhandelsimmobilien an. Steigendes Investoreninteresse an Innenstadt-Assets bedeutet sinkende Renditen. Zahlen von CBRE zufolge waren diese Renditen für kein anderes Asset so niedrig wie für 1A-Handelsimmobilien, also Objekten in Top-Lagen der Städte. Im ersten Halbjahr 2021 sei das Transaktionsvolumen mit 1A-Handelsimmobilien größer gewesen als 2019, dem Jahre vor der Pandemie. Größte Käuferschicht deutscher Handelsimmobilien insgesamt seien im ersten Halbjahr 2021 Asset- und Fondsmanager gewesen, die für 26 Prozent der Umsätze am Investmentmarkt verantwortlich seien, gefolgt von offenen Immobilien-AIFs (22 Prozent) und privaten Einzelinvestoren (12 Prozent). bevh

Stockendes Impftempo und steigende Infektionszahlen beeinflussen Verbraucherstimmung negativ

| 03.08.2021 | Nach fünf Monaten im Aufwärtstrend trübt sich die Stimmung der Verbraucher erstmals wieder ein. Wie aus dem aktuellen HDE-Konsumbarometer hervorgeht, sinkt der Index im August leicht. Die zuletzt ins Stocken geratene Impfkampagne und steigende Corona-Infektionszahlen haben den geringfügigen Rückgang begünstigt. Das Konsumbarometer verbleibt dennoch nahe seinem Zweijahreshoch auf hohem Niveau.

 

Im vergangenen Monat hatten die Konjunkturerwartungen der Verbraucher noch ein Allzeithoch erreicht. Nun gehen sie leicht zurück, liegen allerdings weiterhin deutlich über den Erwartungen aus dem Vorjahresmonat. Auch bei den Einkommenserwartungen ist ein Rückgang zu beobachten. Da die Arbeitsmarktsituation als stabil einzuschätzen ist, ist der Dämpfer vermutlich insbesondere auf eingetrübte Erwartungen zur Entwicklung der Gesamtwirtschaft zurückzuführen.

 

Schwankungen zeigen sich in der Anschaffungsneigung. Nachdem sie im Vormonat noch gestiegen war, sinkt sie im August etwas. Auslöser sind möglicherweise die zurückgegangenen Einkommenserwartungen. Auch die Sparneigung der Verbraucher verringert sich etwas. Ein spürbarer Effekt auf den privaten Konsum ist durch diese kleinen Rücksetzer aber nicht zu erwarten.

 

In der Entwicklung der Teilindikatoren zeigt sich, wie fragil die Erholung der Verbraucherstimmung noch ist. Sie steht in starker Abhängigkeit vom Infektionsgeschehen und ist entsprechend schwankungsanfällig. Derzeit beschäftigt Verbraucher die nachlassende Dynamik der Impfkampagne sowie die Ausbreitung von neuen und aggressiveren Corona-Varianten. Beide Faktoren dämpfen den Optimismus unter Verbrauchern und haben einen negativen Effekt auf ihre Stimmung. Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate erfolgt die leichte Eintrübung der Verbraucherstimmung allerdings auf hohem Niveau. Wie sich der private Konsum im weiteren Jahresverlauf entwickeln wird, ist maßgeblich von den Infektionszahlen der nächsten Monate und dem politischen Umgang hiermit abhängig.

 

Das HDE-Konsumbarometer erscheint monatlich und basiert auf einer Umfrage unter 2.000 Personen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und anderen konsumrelevanten Faktoren. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten. HDE

EK/servicegroup leistet Hochwasser-Hilfe für betroffene Mitgliedsunternehmen

| 03.08.2021 | Ein unerwartet hohes Maß an Solidarität erfahren dieser Tage die Opfer der Hochwasserkatastrophe, die in der vergangenen Woche einige Regionen Deutschlands heimgesucht hat. Betroffen sind auch Mitgliedsunternehmen der EK/servicegroup, für die der Bielefelder Mehrbranchen-Verbund jetzt ein umfangreiches Paket an Hilfsmaßnahmen auf den Weg 

gebracht hat.

 

Bereits am ersten Tag nach den Überschwemmungen haben sich die Verantwortlichen der EK per Newsletter an alle Mitgliedsunternehmen gewandt, um sich einen Überblick über das Ausmaß der Schäden zu verschaffen. Zeitgleich haben Vorstand und Mitarbeiter persönlichen Kontakt zu Handelspartnern aufgenommen, die in den Hochwassergebieten ansässig sind. „Bei mindestens zwölf unserer Handelspartner wurden die Geschäftsräume überflutet, in mindestens drei Fällen sind die Zerstörungen existenzbedrohend“, fasst der EK Vorstandsvorsitzende Franz-Josef Hasebrink den aktuellen Stand zusammen. „Uns ist es wichtig, den betroffenen Mitgliedsunternehmen jetzt schnell und vor allem unbürokratisch zu helfen.“

 

Hilfsgüter in Hochwassergebiete entsandt

Erste Maßnahmen wurden bereits eingeleitet. So hat die EK im ersten Schritt dringend für die Aufräumarbeiteten benötigte Waren wie Wasser- und Schneeschieber, Schaufeln, Besen, Eimer, Gummistiefel, Gaskocher und Taschenlampen per Spedition in die Hochwassergebiete geliefert. Gleichzeitig hat man Kontakte zu Versicherungsberatern vermittelt, Checklisten und Notfallpläne geteilt und Informationen zur Beantragung von Hochwasser-Soforthilfen 

bereitgestellt.

 

Finanzielle Unterstützung für betroffene Unternehmen

Besondere Hilfestellung gibt es auch auf finanzieller Ebene, unter anderem in Form kostenfreier Stundungen von Fälligkeiten sowie Valuten und Sonderkonditionen für Neuware, die zur Wiedereröffnung der Geschäfte benötigt wird. Vergünstigte Einkaufspreise gibt es darüber hinaus auch für nicht betroffene Handelspartner in Krisenregionen, die die Bevölkerung vor Ort mit lebensnotwendigen Gütern wie Haushaltswaren, Elektrogeräten und Bekleidung 

versorgen.

 

Auch Mitarbeiter der Handelspartner unter den Flutopfern

„Viele unserer Mitglieder sind nicht nur selbst dringend auf Unterstützung angewiesen, sondern auch deren Mitarbeiter, von denen viele von jetzt auf gleich ihr gesamtes Hab und Gut verloren haben“, weiß EK Unternehmenssprecher Daniel Kullmann zu berichten. „Auch deren Schicksal geht uns allen sehr nahe, und 

natürlich werden wir hier ebenfalls Maßnahmen ergreifen, um das entstandene Leid, soweit es uns möglich ist, zu lindern.“

 

Solidarität von Händlerkollegen und EK Mitarbeitern

Solidarisch zeigt man sich nicht nur in der EK Unternehmenszentrale, auch nicht betroffene Handelspartner und EK Mitarbeiter wollen helfen. „Viele Mitglieder haben uns angerufen und Spenden bzw. Sachspenden wie Ladeneinrichtungen angeboten. Auch aus dem Kreis unserer Belegschaft wurde vielfach signalisiert, finanzielle und tatkräftige Unterstützung leisten zu wollen“, so Daniel Kullmann. So sind am Wochenende auch einige EK Mitarbeiter in ihrer Freizeit bei einem EK Mitglied in Wuppertal gewesen und haben bei den Aufräumarbeiten vor Ort geholfen.

 

Von so viel Anteilnahme zeigt sich auch der Vorstandsvorsitzende Franz-Josef Hasebrink sichtlich beeindruckt: „Es macht uns stolz, Mitarbeiter und Unternehmer in unseren Reihen zu wissen, die über den eigenen Tellerrand schauen und Anteil am Schicksal anderer nehmen. Dies ist sicherlich alles andere als selbstverständlich.“

 

Welche Maßnahmen die EK außerdem auf den Weg bringen wird, steht für die Verantwortlichen derzeit noch nicht fest. Der genaue Bedarf werde sich wohl erst in den kommenden Wochen und Monaten zeigen, heißt es von Unternehmensseite. Sicher sei aber schon jetzt, dass man den betroffenen Händlern vor allem dann tatkräftig zur Seite stehen werde, wenn es um die Vorbereitung der Wiedereröffnung geht, so Franz-Josef Hasebrink. „Wir werden auch weiterhin die ganze Kraft 

unserer starken Gemeinschaft in die Waagschale werfen, um dem Einzelnen in der Not zu helfen, so wie sie es unsere Handelspartner von ihrer EK aus vergangenen Krisen bereits kennen.“

 

Für die EK Mitglieder hat die EK zusammen mit dem Rotary Club Euskirchen ein Spendenkonto eingerichtet. Die Spenden kommen direkt bei den Händlern und ihren Mitarbeitern an. Für Spenden ab 300,- werden Spendenquittungen ausgestellt, wenn die Adresse im Überweisungstext genannt wird. Für Spenden bis 300,- reicht dem Finanzamt der Kontoauszug. EK/servicegroup

 

FöV Rotary Club Euskirchen

IBAN: DE46 3825 0110 0001 0043 99

Stichwort „HOCHWASSER EK BIELEFELD“

Corona Consumer Check - Erhoffter Run auf Geschäfte bleibt aus

| 03.08.2021 | Der neue Corona Consumer Check des IFH KÖLN blickt auf das stationäre Einkaufsverhalten und zeigt: Auch nach dem zweiten Lockdown werden Ladengschäfte noch verhalten besucht. Gründe: Gewöhnung an das Onlineshopping und teilweise unzulängliche Abstandsregeln und Sicherheitsmaßnahmen.

 

Seit einigen Wochen ist der stationäre Einzelhandel in Deutschland wieder geöffnet. Wird der Einkauf in Geschäften nun bevorzugt oder bleiben die Konsumentinnen und Konsumenten eher beim Onlinekauf? Diese und weitere Fragen stellt der neue Corona Consumer Check des IFH KÖLN. Fazit: Eine stärkere Frequentierung des stationären Handels hat nach dem zweiten Lockdown nicht wieder eingesetzt. Die Lust, endlich wieder ein Geschäft zu besuchen, ist zwar bei knapp der Hälfte der Konsument:innen vorhanden, aber die unzureichenden Hygiene- und Abstandsregeln sowie die Angst vor einer Infektion sind aktuell noch zu große Besucherbarrieren. Dazu kommt, dass sich immer mehr Konsument:innen in der Pandemie ans Onlineshopping gewöhnt haben.

 

Ladengeschäfte werden seltener besucht

Im direkten Vergleich der Besuche des stationären Handels im Laufe der Pandemie wird deutlich, dass auch Wochen nach dem zweiten Lockdown die Frequenzen im Juli 2021 nicht wieder angestiegen sind. Zwar nehmen die täglichen oder zweitäglichen Besuche leicht zu; mehrmalige wöchentliche Besuche gehen dagegen im Vergleich zu November letzten Jahres um neun Prozentpunkte zurück. Auch steigt die Zahl derer, die stationäre Läden seltener oder gar nicht aufsuchen stetig.

 

Jüngere setzen auf online

Insbesondere jüngere Konsumentinnen und Konsumenten zwischen 18 und 29 Jahren wollen auch zukünftig weniger stationär einkaufen als vor der Pandemie (47 %). Im Gesamtschnitt der Bevölkerung ist der bewusste Wechsel vom stationären Kauf hin zum Onlinekanal mit 33 Prozent noch etwas weniger stark ausgeprägt. Ebenfalls rund ein Drittel sind sich noch unschlüssig und ein weiteres Drittel gibt an, dass die Pandemie ihr Onlineeinkaufsverhalten nicht nachhaltig ändern wird.

 

Lust auf stationäres Shopping vorhanden, aber getrübt durch Unsicherheiten

Eine Mehrheit von 60 Prozent der Befragten ist mit den Hygienekonzepten im stationären Handel zufrieden und rund jeder Zweite hat auch Lust, stationär einzukaufen. Dagegen sind 21 Prozent eher ängstlich und fühlen sich nicht sicher beim stationären Einkauf; 38 Prozent meiden Geschäfte aufgrund zu großer Menschenmassen in den Innenstädten. IFH KÖLN

Verdacht auf Verstoß gegen das Anzapfverbot – Kaufland modifiziert Sonderforderungen gegenüber Lieferanten

| 30.07.2021 | Das Bundeskartellamt hat seine Ermittlungen gegen Kaufland wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das sog. Anzapfverbot eingestellt, nachdem Kaufland seine Sonderforderungen aufgrund des Verfahrens präzisiert hat. Kaufland, das zur Schwarz-Gruppe gehört, hatte diese Sonderforderungen im Zusammenhang mit der Übernahme von Real-Standorten (siehe PM vom 17. März 2021) gegenüber Lieferanten gestellt.

 

Sonderforderungen können einen verbotenen Missbrauch von Marktmacht begründen, wenn ein markstarkes Unternehmen seine Marktmacht ausnutzt, um Forderungen zu erheben, die sachlich nicht gerechtfertigt sind. Entsprechende Ermittlungen hatte das Bundeskartellamt auch gegen Edeka geführt. Nachdem sich der Verdacht gegen Edeka nicht erhärtet hatte, wurde dieses Verfahren eingestellt (siehe PM vom 12. Mai 2021).

 

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes: „Entscheidend ist, dass solche Sonderforderungen nicht ohne eine entsprechende Gegenleistung erhoben werden. Die Forderungen werden von Kaufland nur erhoben, wenn ein Lieferant auf diese Forderung eingeht und umgekehrt tatsächlich von einer Gegenleistung profitiert. Konkret bedeutet das: Listung in neuen Standorten, höhere Umsätze und Werbung für die Lieferanten. Nachdem die Sonderkonditionen dahingehend modifiziert wurden, haben wir das Verfahren eingestellt.“

 

Bei der Bewertung der Sonderkonditionen kommt es für das Bundeskartellamt stets auf das jeweilige Verhältnis zwischen Kaufland und seinen Lieferanten an. Das Verfahren konnte eingestellt werden, weil Kaufland seine Sonderforderungen bzw. die mit den Lieferanten vereinbarte Gegenleistung derart verbindlich präzisiert hat, dass keine kartellrechtlichen Bedenken mehr bestehen.

 

Zukünftig können Lieferanten im Einzelfall besser für sich kalkulieren, in welchem Maße sie von der Gegenleistung von Kaufland profitieren. Kaufland erhält eine Vergütung, wenn ein Lieferant in einem oder mehreren neuen Kaufland-Standorten gelistet werden will und dadurch tatsächlich höhere Umsätze erzielt (sog. Distributionsvergütung). Kaufland verzichtet hingegen auf eine Vergütung, wenn die Umsätze eines Lieferanten deutlich hinter den Erwartungen zurückbleiben (d.h. signifikant von entsprechenden Absätzen in vergleichbaren Bestandsstandorten von Kaufland abweichen). Daneben fällt eine Vergütung an, wenn Kaufland für die Lieferanten konkrete Werbemaßnahmen durchführt (sog. Verkaufsförderungsbonus). Darüber werden die Lieferanten informiert.

 

Bei der Bewertung der Sonderforderungen hat das Bundeskartellamt auch einbezogen, dass diese nur zeitlich begrenzt von Kaufland erhoben werden. Sie enden mit der vollständigen Integration der ehemaligen Real-Filialen Ende des Jahres 2022. Zudem findet keine Doppelvergütung statt: Im Verhältnis zu den geltenden Konditionen aus den Jahresgesprächen handelt es sich jeweils um zusätzliche Listungen bzw. zusätzliche Werbemaßnahmen für die betroffenen Lieferanten von Kaufland.

 

Kaufland wird die Vereinbarung zur Distributionsvergütung und Verkaufsförderung nach diesen Maßgaben auch gegenüber seinen Lieferanten schriftlich klarstellen. Daraufhin hat das Bundeskartellamt entschieden, das Verfahren gegen Kaufland einzustellen. Bundeskartellamt

bevh fordert umsatzsteuerliche Befreiung von Sachspenden an Flutopfer

| 20.07.2021 | Angesichts der Überflutungen, die das ganze Land betroffen machen, bekräftigt der bevh seine Forderung, Sachspenden an gemeinnützige Institutionen zukünftig vollständig von der Umsatzsteuer zu befreien.

 

Als Folge der Überflutungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben viele Menschen nicht nur ihre Liebsten, sondern auch ihr Hab und Gut verloren. In der akuten Notlage sind sie dringend auf Zuwendungen jeglicher Art angewiesen. Benötigt werden sämtliche Bedarfsgüter wie Kleidung, Hygieneartikeln oder Kinderspielzeug.

 

Als Branchenvereinigung der interaktiven Händler vertritt der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) über 500 Onlinehändler in ganz Deutschland. Viele dieser Unternehmen, sofern sie nicht selbst von den Zerstörungen betroffen sind, sähen sich in der Lage, diese Hilfsgüter bereitzustellen. Auf der Startseite des bevh steht zudem für alle Mitglieder der Fluthilfe-Guide "Nothilfe für Unwetter-Region: Unbürokratisch und zielgerichtet Gutes tun" bereit.

 

Damit mehr Hilfe ankommt, setzt sich der bevh bereits seit zwei Jahren für eine umsatzsteuerliche Befreiung von Sachspenden ein. Eine Steuerbefreiung für Sachspenden an gemeinnützige Organisationen, die durch eine Bemessungsgrundlage von Null zustande kommt, ist nach deutschem und europäischem Umsatzsteuerrecht möglich. Zu diesem Ergebnis kam Dr. Wolfram Birkenfeld, ehemaliger Richter am Bundesfinanzhof, in einem Rechtsgutachten. Der bevh fordert deshalb erneut eine zügige Reform des Steuerrechts: „Immer noch ist das Spenden für Unternehmen steuerlich unattraktiv. Eine Umsatzsteuerbefreiung würde sie anreizen, auch reguläre, verkaufsfähige und marktgängige Waren zu spenden. Gerade in Notlagen wäre dies eine wichtige Unterstützung,“ sagt Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des bevh. bevh

Marktplatzmodell als Lösung für Großhändler, sich von traditionellen Geschäftsmodellen zu lösen

| 19.07.2021 | Einkaufsgewohnheiten, die Einkäufer:innen in ihrem Privatleben als B2C-Konsument:innen entwickelt haben, schwappen in die B2B-Welt über. In der Folge wächst das Interesse am Marktplatzmodell und neuen Geschäftsmodellen im B2B-Sektor – auch im Großhandel. Großhändler beobachten diese Entwicklung: Laut einer Studie von IFH KÖLN und Kernpunkt aus 2020 bestätigen 49 Prozent der Großhändler, dass speziell die Plattform Amazon Business immer mehr die Funktion von Großhändlern ersetze. Sie haben daher begonnen, sich mit innovativen Geschäftsmodellen wie Dropship und Marktplätzen auseinanderzusetzen, wobei 54 Prozent glauben, dass insbesondere B2B-Marktplätze, neben eigenen geschlossenen Onlineplattformen, in Zukunft eine hohe Relevanz als Vertriebskanal haben werden. Gleichzeitig unternimmt aber nur ein kleiner Teil der Großhändler tatsächlich aktive Schritte zum Aufbau eines eigenen Marktplatzes. Warum steigt der Großhandel also nur zögerlich in die Marktplatzökonomie ein? Das hat das IFH KÖLN gemeinsam mit Mirakl in einer aktuellen Studie „Plattformökonomie im Großhandel – (Marktplatz-)Strategien im Fokus“ untersucht.

 

Marktplätze als Konkurrenz von morgen – akuter Handlungsimpuls bleibt aus

Der Markt und seine Kund:innen verändern sich, der Großhandel steht vor neuen Herausforderungen. Während sie heute noch nicht als große Bedrohung wahrgenommen werden, entwickeln sich insbesondere Business-Marktplätze, wie Amazon Business und ähnliche digitale Player, die stärker vertikal ausgerichtet sind, zu großen Wettbewerbern, die sich auf die Eroberung von Marktanteilen der traditionellen etablierten Unternehmen fokussieren. Hinzu kommt die von den Großhändlern immer noch als gut eingeschätzte wirtschaftliche Lage. Ein direkter Anreiz, sich eingehend mit Marktplätzen zu beschäftigen, bleibt daher aus. Sie halten vorerst weiter an traditionellen Vertriebsstrategien fest und konzentrieren sich eher darauf, bestehende Prozesse zu verbessern, um ihre Ziele rund um Kundenzufriedenheit, Logistik und Wachstum zu erreichen.

 

„Die Großhandelswelt ist im Umbruch – die Anzahl der B2B-Marktplätze ist in den letzten Jahren rasant gestiegen und digitale Akteure sichern sich einen immer größer werdenden Marktanteil. Traditionelle Großhändler sollten sich nicht mehr durch ihre aktuell als gut empfundene wirtschaftliche Lage auf der sicheren Seite wägen. Unternehmen, die auch in Zukunft am Marktwachstum partizipieren möchte, müssen jetzt handeln! Der First-Mover-Vorteil wird nicht mehr lange nutzbar sein“, so Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH KÖLN.

 

Verkaufsexklusivität und berufliches Selbstverständnis hemmen digitale Transformation der Großhändler

Der Großhandel lebt seit je her von Kundennähe und engen Beziehungen. Besonders traditionell eingestellte Großhändler halten daher verstärkt an diesem Selbstverständnis und der etablierten Praxis fest, die die Verkaufsexklusivität innerhalb der Kundencommunity und hinsichtlich Kundenservice für den Fachhandel sicherstellen. Die Kund:innen und ihre Bedürfnisse werden jedoch auch im Geschäftskundenumfeld immer individueller, die Einkäufer:innen immer jünger und digitaler. Letztlich erwarten B2B-Käufer:innen heute ein B2C-Shoppingerlebnis. Der Großhandel steckt in der Zwickmühle: Er befürchtet den Wegfall langjähriger Kundschaft durch den Eintritt in die Marktplatzökonomie, gleichzeitig wünschen die eigenen Kundinnen und Kunden digitalisierte Prozesse, ein großes Sortiment sowie einfache Vergleichbarkeit und Preistransparenz. Wie können Großhändler dieses scheinbare Dilemma lösen?

 

Einstieg in die Plattformökonomie als Marktplatzbetreiber

Zwar wird das traditionelle Geschäftsmodell des Großhandels nicht von heute auf morgen abgelöst werden – der Generationenwechsel ist jedoch in vollem Gange. Digitale Vertriebsmöglichkeiten spielen eine immer größere Rolle, die Großhändler jetzt zum Handeln zwingt. Auf globaler Ebene sind zwei primäre Ansätze zu beobachten: Auf der einen Seite der offensive Ansatz, bei dem Unternehmen den Herausforderungen ihrer Branche mit vorhandenen Ressourcen begegnen und Fachkenntnisse hierfür auf neue Art und Weise einsetzen. Auf der anderen Seite der defensive Ansatz, bei dem Nachzügler auf Wettbewerbsbedrohungen reagieren müssen, um Marktanteile und Margen zu schützen. Aktuell befindet sich der Großhandel noch in einer idealen Ausgangsposition, um eine offensive Haltung einzunehmen: Händler mit umfangreichen Netzwerken können die Chance nutzen, sich selbst zu einem B2B-Marktplatz zu entwickeln, um als Early Adopter im DACH-Raum aufzutreten. Gleichzeitig muss sich der Außendienst weg vom Transaktionsverkauf, hin zu einer Funktion als Berater, Spezialist und Lösungsanbieter rund um die Angebote des eigenen Marktplatzes entwickeln – Stichwort Service. Der Servicegedanke der analogen Welt muss sich im zweiten Schritt auch in die digitale Welt übertragen. So bietet sich die Gelegenheit, einerseits neue Kund:innen zu gewinnen und andererseits exklusive Stammkund:innen zu halten.

 

„Jetzt steht die Entscheidung für Großhändler aller Branchen unmittelbar bevor: Sie müssen die Marktchancen proaktiv nutzen – oder sie werden gegen die Vordenker und Digital Natives, die bereits erste Schritte zur Einführung eines Enterprise-Marktplatzes unternehmen, verlieren. Deutsche Großhändler, die die Marktchancen jetzt nutzen, haben einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil und sind Unternehmen, die sich mit traditionellen Strategien zufriedengeben, einen Schritt voraus“, so Marc Teulières, EVP Customer Success B2B bei Mirakl. IFH KÖLN

Handelsstandorte beleben – BMWi-Workshopreihe resümiert Lösungsansätze

| 16.07.2021 | Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel beendet dreiteilige Workshopreihe in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zur Erarbeitung neuer Wege zur Belebung von Handelsstandorten. Ein neuer Leitfaden fasst die Ergebnisse zusammen und zeigt Best-Practice-Beispiele auf mit dem Appell: Innovative Konzepte müssen aktiv umgesetzt werden, um die Zukunftsfähigkeit von Innenstädten zu sichern. 

 

Strukturwandel und Digitalisierung bestimmen seit einigen Jahren die Entwicklung von Innenstädten – eine Dynamik, die durch die Coronapandemie massiv beschleunigt wurde und viele Handelsunternehmen vor existenzielle Probleme stellt. Um dem Handel in dieser Lage unterstützend zur Seite zu stehen und vor allem kleinen und mittleren Unternehmen neue Wege und Formate zur Revitalisierung der Standorte aufzuzeigen, lud das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Frühjahr 2021 Vertreter:innen aus Kultur, Wirtschaft, Verbänden, Gemeinden, Immobilienwirtschaft, Stadtmarketing und Einzelhandel ein, um über die Herausforderungen Revitalisierung, Relokalisierung und Digitalisierung zu diskutieren. Die Ergebnisse der insgesamt drei Workshops wurden nun im Leitfaden „Handelsstandorte beleben: Innovation, Kreativität, Digitalisierung“ gebündelt zusammengefasst.

 

„Unsere Workshopreihe mit dem BMWi hat gezeigt, dass die Innenstadt-Akteure die Stellschrauben für die Revitalisierung der Innenstädte kennen und dass Kreativität für neue Lösungen gegeben ist – nun gilt es, den Raum zu schaffen, diese Ideen auch umzusetzen,“ appelliert Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH KÖLN, Konsortialpartner des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Handel.

 

Die Visitor Journey als Kompass für neue Strategien

Bei den Überlegungen zur Revitalisierung der Handelsstandorte müssen die verschiedenen Kontaktpunkte, die Innenstadtbesuchende mit dem Handelsstandort haben, die sogenannte Visitor Journey, im Fokus stehen. Der Leitfaden greift alle fünf Phasen der Visitor Journey – vom ersten Impuls eine Innenstadt aufzusuchen über Informationen zum Standort und dem Aufenthalt und Angebot vor Ort bis hin zu Besucherbindungsmaßnahmen – auf und ordnet die Lösungen anhand der Zielgruppen, Mehrwert und Aufwand der Realisierung ein. Hauptaugenmerk liegt auf digitalen, technologiebasierten Konzepten, die einen besonderen Innovationscharakter aufweisen: So können zum Beispiel Lösungen wie digitale Stadtrundgänge oder digitale Mobilitätshubs innerhalb und außerhalb des Geschäfts Mehrwert für die Besucher:innen bieten.

 

Unterstützung durch die Expertinnen und Experten des Kompetenzzentrums

Mit dem Ziel, Digitalisierung für den Handel der Zukunft zielführend zu nutzen, veröffentlicht das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Handel in regelmäßigen Abständen Leitfäden und Broschüren zu verschiedenen Themen und aktuellen Fragestellungen. Der neueste Leitfaden, der die Workshopreihe „Innenstädte beleben“ zusammenfasst, ist unter dem Titel „Handelsstandorte beleben: Innovation, Kreativität, Digitalisierung“ ab sofort auf der Website des Kompetenzzentrums Handel kostenlos zum Download verfügbar. Die Expertinnen und Experten des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Handel bieten ergänzend zu den Leitfäden Unterstützung durch Veranstaltungen, Workshops und Unternehmenssprechstunden an. IFH KÖLN

Jahresversammlungen der VEDES Gruppe

| 14.07.2021 | Am 24. Juni 2021 fanden die Jahrestagungen 2021 der VEDES Gruppe in der Nürnberger Zentrale statt. Den Anfang machte wie immer die Gesellschafterversammlung der SPIELZEUG-RING GmbH & Co. KG. Geschäftsführerin Manon Motulsky (Zweite von rechts im Bild unten) berichtete über ein extrem schwieriges Geschäftsjahr, das von den beispiellosen Herausforderungen der Corona-Pandemie geprägt war:

 

„Dieses Virus und vor allem die temporärem Geschäftsschließungen im stationären Spielwarenfachhandel haben uns viel Kraft und Energie gekostet und unsere wirtschaftliche Entwicklung deutlich beeinflusst. Wichtig ist in einer Extrem-Situation wie dieser der Zusammenhalt als Gemeinschaft. Als fester Bestandteil der starken VEDES Unternehmensgruppe bleiben wir zuversichtlich, denn die VEDES Zentrale wird stets alles dafür tun, um den angeschlossenen Spielwarenfachhandel – und damit auch den SPIELZEUG-RING – bestmöglich zu stabilisieren.“

 

Nach dem Bericht der Geschäftsführung erläuterte der VEDES Vorstandsvorsitzende Dr. Thomas Märtz die wesentlichen Ergebnisse der VEDES im Jahr 2020. Trotz Pandemie kann der VEDES Konzern auf ein ordentliches Geschäftsjahr zurückblicken, da man frühzeitig die richtigen Vorkehrungen zur Bewältigung der Corona-Krise getroffen hatte.

 

Im Anschluss an den Bericht des VEDES Vorstands wurden Geschäftsführung und Beirat einstimmig für das vergangene Geschäftsjahr entlastet. Abschließend standen noch die Beiratswahlen an: Maria Habermeyer, Florian Huber und Jürgen Möhnle schieden turnusgemäß aus dem Gremium aus, stellten sich zur Wiederwahl und wurden alle in ihren Ämtern bestätigt. In der anschließenden konstituierenden Sitzung wurden der Vorsitzende Thomas Stockklauser und sein Stellvertreter Jürgen Möhnle ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt. Der fünfköpfige Beirat des SPIELZEUG-RINGs setzt sich damit unverändert aus den folgenden Mitgliedern zusammen:

  • Thomas Stockklauser, Reit im Winkel (Vorsitzender) links im Bild
  • Jürgen Möhnle, Nördlingen (stellvertr. Vorsitzender) Dritter von rechts im Bild
  • Maria Habermeyer, Neuburg an der Donau Dritte von links im Bild
  • Florian Huber, Mittersill (Österreich) rechts im Bild
  • Birgit Nagel, Waldkirchen Zweite von links im Bild

Am Nachmittag fand die Generalversammlung der VEDES eG statt. Natürlich bezog auch der Aufsichtsratsvorsitzende und Versammlungsleiter Rainer Wiedmann Stellung zur Corona-Krise:

„Die temporären Lockdown-Phasen im stationären Spielwarenfachhandel haben uns allen viel abverlangt. Es war und ist eine enorme Herausforderung für uns alle. Nur durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Beteiligten ist es möglich, so eine schwere Zeit zu bewältigen. Deswegen möchte ich mich an dieser Stelle stellvertretend für den gesamten Aufsichtsrat beim Vorstand und der Belegschaft an beiden Standorten für das außerordentliche Engagement und die hohe Flexibilität bedanken.“

 

Im Anschluss wurden Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig für das Geschäftsjahr 2020 entlastet. Danach standen die Wahlen zum Aufsichtsrat an: Mit Ablauf der Generalversammlung 2021 schied das langjährige Aufsichtsratsmitglied Ralf Viehweg turnusgemäß aus dem Gremium aus. Rainer Wiedmann bedankte sich bei seinem Kollegen für die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünschte ihm viel Glück für seine neue Aufgabe als Spielwarenproduzent (Viehwegs 2016 in Annaberg-Buchholz gegründete SPIKA GmbH legt beliebte Kinder- und Familienspiele aus DDR-Zeiten in limitierter Sonderauflage neu auf). Als neues Mitglied des Aufsichtsrates wurde Petra Schenderlein vorgeschlagen und einstimmig für eine Amtszeit gewählt. In der anschließenden konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrates wurden der Vorsitzende Rainer Wiedmann und seine Stellvertreterin Christiane Barth in ihren Ämtern bestätigt. Der fünfköpfige Aufsichtsrat der VEDES eG setzt sich somit aus den folgenden fünf Mitgliedern zusammen:

  • Rainer Wiedmann, Backnang (Vorsitzender) Zweiter von rechts im Bild
  • Christiane Barth, Darmstadt (stellvertr. Vorsitzende) links im Bild
  • Patrick Lutz, Tenniken (Schweiz) Zweiter von links im Bild
  • Hildegard Peppinghaus, Münster-Wolbeck Dritte von links im Bild
  • Petra Schenderlein, Gera rechts im Bild

VEDES

Weniger Unternehmen sehen Existenz durch Coronakrise bedroht

| 13.07.2021 | Weniger Unternehmen sehen durch die Folgen der Pandemie ihre Existenz bedroht. Das geht aus der neuesten Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor. Im Juni fürchtete das knapp jedes siebte Unternehmen (14,0 Prozent), nach 18,7 Prozent im Februar. „Immer noch besonders gefährdet sind die Unternehmen der Veranstaltungsbranche mit 70,4 Prozent, vor den Reisebüros und -veranstaltern mit 68,0 Prozent“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen.

 

Im Einzelhandel sprachen im Juni nur noch 14,4 der Unternehmen von einer existenzbedrohenden Situation (Februar: 34,5 Prozent). „Hier hat sich die Lage aufgrund der Lockerungen seit Februar deutlich entspannt“, sagt Wohlrabe.

 

Auch im Gastgewerbe hat sich die Situation verbessert. Für mehr als die Hälfte der Betriebe ist sie jedoch weiterhin brenzlig. Restaurants und Gaststätten gaben dies zu 55,4 Prozent an (Februar: 72,3 Prozent). In der Beherbergung waren im Juni 52,1 Prozent um ihre Existenz besorgt (Februar: 82,3 Prozent).

 

Im Verarbeitenden Gewerbe sehen lediglich 6,6 Prozent ihre Existenz bedroht. Die Unternehmen der Bekleidungsindustrie (32,6 Prozent; nach 36,8 im Februar) und der Textilindustrie (21,9 Prozent; nach 23,3 im Februar) sind hier am häufigsten betroffen. ifo Institut

E-Commerce bei FMCG-Produkten wächst nach einem Jahr mit COVID-19 um 36 %

| 09.07.2021 | NielsenIQ hat heute die Ergebnisse seiner europäischen E-Commerce-Studie 2021 veröffentlicht, in der untersucht wird, wie sich der E-Commerce mit schnelldrehenden Konsumgütern (FMCG) in Westeuropa seit Beginn der Pandemie entwickelt hat. Laut der Studie hat sich der FMCG-E-Commerce in Deutschland seit COVID-19 deutlich beschleunigt, von 2 Prozent auf 36 Prozent. Darüber hinaus zeigten die Daten von NielsenIQ:

  • Der Anteil des FMCG-E-Commerce am Handel stieg um +0,2 Punkte auf 1,2 Prozent des gesamten FMCG-Umsatzes.
  • Der Online-E-Commerce-Umsatz wächst 7-mal schneller als der Offline-Umsatz.

Laut Jens Ohlig, Geschäftsführer von NielsenIQ für Westeuropa, wurde der E-Commerce in praktisch allen europäischen Märkten durch die Pandemie deutlich beschleunigt und wird allein in den großen fünf europäischen Ländern im Jahr 2020 mehr als 30 Milliarden Euro ausmachen. 

 

“Wie wir in anderen Regionen der Welt gesehen haben, steigen die Online-Verkäufe zwar sprunghaft an, aber es gibt immer noch Raum für Wachstum - vor allem im Lebensmittelbereich. Themen, die wir früher als Hindernisse sahen, wie die Möglichkeit, frische Lebensmittel selbst auszusuchen, haben sich seit den Einschränkungen im täglichen Leben durch COVID-19 verringert. Dinge, die früher eine Einstiegshürde darstellten, sind heute nicht mehr so stark, und das sehen wir in unserer E-Commerce-Messung." 

 

E-Commerce war schon immer dazu bestimmt, den Einzelhandel zu verändern, aber ohne Frage hat COVID-19 diese Entwicklung beschleunigt. Während in den vergangenen Jahren der digitale Zugang erweitert und Geschäftsmodelle getestet wurden, bewies das Jahr 2020 sowohl die Notwendigkeit als auch die Machbarkeit von E-Commerce. Aber Ohlig stellt fest, dass dies erst der Anfang der E-Commerce-Evolution ist.

 

"Es ist wirklich eine der aufregendsten Zeiten für den E-Commerce in Europa", sagt Ohlig. "Und wir freuen uns sehr, Händlern und Herstellern dabei zu helfen, diese nächste Phase zu meistern, indem wir unsere hervorragende und ausgeweitete Abdeckung dieses Kanals nutzen. Wir stehen gerade erst am Anfang der nächsten Phase des E-Commerce in Westeuropa - jetzt ist die richtige Zeit, um wichtige Entscheidungen souverän basierend auf hervorragenden Daten zu treffen." NielsenIQ

Transformiert, nicht tradiert – Neue Arbeitswelt im Handel

| 07.07.2021 | EHI-Whitepaper New Work in Retail 2021. Remote Work und Digitalisierung haben im Handel besonders in den Unternehmenszentralen stark zugenommen und sind Katalysatoren für Diskussionen um die Transformation der Arbeitswelt. „Beschleunigt durch Corona sprechen heute viele Gründe dafür, dass New Work nicht nur ein nettes Extra für die Handelsbranche ist, sondern vielmehr eine notwendige Voraussetzung, um zukunftsfähig zu bleiben,“ beschreibt Personalexpertin Vanessa Tuncer die Ergebnisse aus dem aktuellen Whitepaper „New Work in Retail 2021″. 71 Prozent der Befragten HR-Verantwortlichen sehen in New Work für den Handel ein Must-have.

 

 

 

 

 

 

Work in progress. Auch wenn pandemiebedingt viel Bewegung in die Arbeitswelt gekommen ist – vor der Transformation in ein New Work–Modell stehen noch einige Aufgaben an. 64 Prozent der HR-Verantwortlichen im Handel geben an, dass sich ihr Unternehmen bereits in einem Transformationsprozess befindet und weitere 10 Prozent planen Maßnahmen, um einen solchen Prozess voranzutreiben. An der Spitze der bereits jetzt getroffenen Maßnahmen stehen Flexibilisierung von Arbeitsort und Arbeitszeit sowie das Thema Prozessdigitalisierung, die fast alle (90 bis 100 Prozent) schon in Angriff genommen haben. Auch Kommunikation, Führung sowie die Flexibilisierung von Strukturen und Prozessen für mehr Agilität sind wichtige Handlungsfelder, die drei Viertel bereits betreiben, um New Work im Handel umzusetzen.

 

Agil auf der Fläche. Nicht nur für die Headquarter der Handelsunternehmen ist der Transformationsprozess ein Thema. Auch für die Filialen sind die in New Work implizierte Flexibilität, Agilität, Selbstbestimmung und transformale Führung Themen, die für die in der Studie befragten HR-Verantwortlichen Potenzial haben. Mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) traut dem Filial-Personal eine selbstbestimmte Arbeitszeitkoordination voll und ganz (19 Prozent) oder zumindest etwas (39 Prozent) zu. Auch in der digitalen Transformation in den Filialen sehen die HR-Verantwortlichen Vorteile, durch die Mitarbeitende in den Filialen von Routineaufgaben entlastet werden und somit Ressourcen für die Beratung der Kundschaft nutzen können. EHI

Amazon wächst 2020 jeden Tag um 31 Millionen Euro

| 05.07.2021 | Aktuelle „Zahlen, Daten und Fakten“ zu Amazon, die das IFH KÖLN bereitstellt, zeigen: Mehr als zwei Drittel des Onlineumsatzwachstums von knapp 15 Milliarden Euro 2020 entfallen auf den Handelsriesen. Fast alle Onlineshopper:innen in Deutschland kaufen auch bei Amazon. Jeder zehnte Euro im Nonfood-Handel insgesamt landet bei Amazon. Über ein Drittel der Nonfood-Umsätze im Handel ist vom Onlineriesen abhängig. 

 

Heute vor 27 Jahren ging Amazon in den USA an den Start und heute ist auch der Tag an dem Jeff Bezos den Chefposten beim Onlineriesen räumt. Grund genug, noch einmal genauer hinzuschauen. Das haben die Expert:innen des IFH KÖLN getan und umfangreiche „Zahlen, Daten und Fakten“ zu Amazon zusammengestellt. Diese belegen eindrücklich die Dominanz der Handelsplattform im deutschen Handel – nicht nur im Onlinebereich.

 

Handelsumsatz von Amazon wächst 2020 um 11,4 Milliarden Euro

Pandemiebedingt verzeichnet der Onlinehandel weltweit außerordentliche Rekorde – auch in Deutschland. Vor allem Amazon verzeichnet ungeahnte Zuwächse: Während der Onlinehandel in Deutschland 2020 insgesamt um rund 15 Milliarden Euro wachsen konnte – statt wie zuvor um rund 5,6 Milliarden Euro jährlich – entfielen hiervon rund 11,4 Milliarden Euro auf Amazon. Das heißt, im Coronajahr 2020 hat Amazon im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich jeden Tag um 31 Millionen Euro zugelegt. Der Anteil Amazons am deutschen Onlineumsatz lag 2020 bei 53 Prozent.

 

„Dass Amazon in der Krise voll durchstarten konnte, liegt vor allem an dem guten Fundament des Geschäfts, das im Krisenmodus gut skaliert werden konnte. Wenn über Jahre in eine funktionierende Basis investiert wurde, braucht es nur wenige Stellschrauben“, beurteilt Amazonkennerin Dr. Eva Stüber den Erfolg des Unternehmens im Coronajahr.

 

Wer online shoppt, kauft auch bei Amazon

Doch wer ist für den ganzen Umsatz verantwortlich? Ein Blick auf die Konsumentenseite zeigt: Wer im Internet einkauft, shoppt auch bei Amazon. Rund 94 Prozent der Onlineshopper:innen in Deutschland sind Kund:innen bei Amazon. Rund 70 Prozent des Amazon-Umsatzes wird von Prime-Mitgliedern realisiert. Und: Über ein Drittel von ihnen sind Heavy-Amazon-Shopper:innen und nutzt für mindestens die Hälfte der Einkäufe im Netz das Angebot der Onlineplattform aus Seattle.

 

Jeder zehnte Euro im Nonfood-Handel landet bei Amazon

Doch Amazon prägt nicht nur den Onlinehandel in Deutschland maßgeblich. Bereits jeder zehnte umgesetzte Euro im gesamten Nonfood-Handel wandert in die digitale Ladenkasse Amazons. Weitere 25 Prozent der Nonfood-Umsätze werden über Informationsrecherchen oder Preisvergleiche durch Amazon beeinflusst. Der Detailblick zeigt die Amazon-Durchdringung der einzelnen Branchen: So sind beispielsweise in der Kategorie CE & Elektro weniger als 30 Prozent der Umsätze von Amazon unabhängig. In der Kategorie Wohnen & Einrichten entfallen zwar „nur“ sieben Prozent der Umsätze auf Amazon – weitere 28 Prozent werden aber von Amazon beeinflusst.

 

„Der Amazon-Reifegrad der einzelnen Nonfood-Branchen nimmt weiterhin zu. In fast allen Bereichen hat der Umsatz von Amazon oder der beeinflusste Umsatz ordentlich zugelegt. Für Händler heißt das vor allem, dass sie dringend eine Strategie zum Umgang mit Amazon benötigen“, so Hansjürgen Heinick, E-Commerce-Experte des IFH KÖLN. IFH KÖLN

Onlinehandel mit Waren wächst im ersten Halbjahr 2021 um 23,2 Prozent

| 05.07.2021 | Nach starken Nachholeffekten zu Jahresbeginn sind die E-Commerce-Umsätze mit Waren im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19,4 Prozent auf 24.141 Mio. Euro gestiegen (Q2/2020: 20.222 Mio. Euro). Bereits im Vergleichszeitraum von April bis Juni 2020 war der Umsatz aufgrund von Corona-Effekten überproportional hoch um 16,5 Prozent gewachsen. Obwohl die Restriktionen im stationären Handel mittlerweile gelockert wurden und wieder mehr Menschen in die Geschäfte gehen, ist der Wachstumstrend der Branche damit ungebrochen. Mit Blick auf das gesamte erste Halbjahr 2021 schlägt ein konsolidiertes Wachstum von 23,2 Prozent (von 36,7 Mrd. Euro in H1/2020 auf 45,2 Mrd. Euro in H1/2021) zu Buche. Dank der guten Umsatzentwicklung mit Waren liegt der E-Commerce im vom bevh prognostizierten Wachstumskorridor und könnte in diesem Jahr erstmals die Umsatzgrenze von 100 Mrd. Euro übertreffen.

 

„Dass der Onlinehandel nicht mehr nur auf schwachen Vergleichszahlen wie im ersten Quartal wächst, sondern auch auf überproportional starken Vorjahreswerten, deutet auf einen Substanzeffekt hin. Die Menschen haben den E-Commerce in der Pandemie als verlässlichen Partner kennengelernt und nutzen ihn noch selbstverständlicher als zuvor. Das zeigt sich daran, dass die Menschen auch in Warensegmenten wie Mode deutlich mehr online einkaufen, die seit Mai auch stationär wieder deutlich zulegen“, resümiert Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh).

 

Größte Wachstumstreiber unter den Warengruppen waren im zweiten Quartal DIY-Produkte und Floristik (+ 37,3 Prozent), Drogerieprodukte und Lebensmittel (+ 34,2 Prozent bzw. 34,9 Prozent), Haus- und Heimtextilien (+ 31,5 Prozent) sowie Medikamente (+ 30,6 Prozent). Damit fällt auf, dass der Onlinehandel wiederum besonders stark in jenen Warengruppen zulegen konnte, die während der Pandemie weiter stationär in Lebensmittelgeschäften, Drogerien, Baumärkten und Apotheken angeboten werden durften. Im Vergleich der ersten Jahreshälfte 2020 zu 2021 am meisten zugewonnen haben die Waren-Cluster der Güter des täglichen Bedarfs (+ 43,3 Prozent) und Einrichtungen (+ 33,3 Prozent). Am unteren Ende des Spektrums liegt das Cluster Unterhaltung mit einem Wachstum im Halbjahresvergleich von 16,6 Prozent. 

 Die folgende Tabelle zeigt detailliert die Umsatzentwicklung mit Waren im zweiten Quartal zum Vorjahreszeitraum nach einzelnen Warengruppen:

 

Dienstleistungen liegen weiter zurück 

Nachdem der digitale Vertrieb von Services wie Reisebuchungen oder Veranstaltungstickets in den Vorquartalen eingebrochen war, konnte sich das Segment zuletzt wieder etwas erholen und spiegelt die langsame Rückkehr des öffentlichen Lebens wider. Der Umsatz mit Dienstleistungen stieg von 1.364 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf 2.200 Mio. Euro im zweiten Quartal 2021 (+ 61,3 Prozent). Vergleicht man jeweils die ersten Jahreshälften, ergibt sich mit 3.329 Mio. Euro noch immer ein Minus von 36,6 Prozent (H1/2020: 5.250 Mio. Euro). Wie tief der Einschnitt tatsächlich ist, zeigt erst der Umsatzverlust gegenüber dem ersten Halbjahr 2019: Im Vergleich mit dem damaligen Umsatz (ohne Corona-Effekte) von 9.299 Mio. Euro liegt der Online-Vertrieb von Dienstleistungen derzeit noch um fast zwei Drittel zurück. 

 

Marktplätze sichere Häfen in der Pandemie 

Die Versendertypen haben sich im zweiten Quartal teils deutlich unterschiedlich entwickelt. Mit 22,5 Prozent am stärksten gewachsen ist der Umsatz im Handel auf Online-Marktplätzen, die aktuell auf einen Marktanteil von 50,7 Prozent kommen. Dicht dahinter rangieren Teleshopping-Anbieter mit einem Wachstum von 21,3 Prozent sowie Internet-Pure-Player (+ 21,1 Prozent) und Hersteller (Direct-to-Consumer) mit + 20,1 Prozent. Das Schlusslicht bilden die Multichannel-Anbieter mit sowohl stationärem als auch digitalem Standbein. Sie legten mit 8,2 Prozent am wenigsten zu. 

 

„Die Digitalisierung ihrer Geschäfte hat stationären Händlern in der Pandemie eine Überlebensperspektive gegeben. Trotz ihres Wachstums konnten Multichannel-Anbieter aus eigener Kraft jedoch nicht das noch viel höhere Tempo in der Branche halten. Anders sieht es bei den Plattformen aus, die Händlern den digitalen Markteintritt erleichtern und eine hohe Reichweite geben. Für viele dieser Händler sind Plattformen deshalb nicht nur ein Rettungsanker, sondern aktuell der gebotene Weg, um neben dem steigenden Aufwand des stationären Geschäfts weiter am E-Commerce teilzuhaben“, so Christoph Wenk-Fischer. bevh

Asmodee Deutschland beginnt am 01. Juli verspätet mit dem neuen FLAGSHIP® Jahr

| 05.07.2021 | In enger Zusammenarbeit mit den Fachhändlern hat Asmodee im Jahr 2019 ein neues und auf den Handel zugeschnittenes Konditions- und Rabattsystem erarbeitet. Doch ab März 2020 kam alles anders als geplant.

 

„Wir wollten eigentlich mit den neuen Konditionen im April 2020 starten und alles war vorbereitet, aber dann kam der 17. März 2020“, berichtet Udo Fischer Sales Director der Asmodee GmbH. „Wir selbst hatten zu dem Zeitpunkt keine Idee, wie es für den Handel in einer Pandemie überhaupt weitergeht.“ Asmodee hat daher bereits damals den Start des Flagship®-Programms auf den 1. Juni 2020 verschoben. Das Unternehmen stellte so dem Handel eine berechenbare und gewohnte Grundlage für diese ungewisse Zeit des ersten Lockdowns zur Verfügung.

 

Auch das Jahr 2021 begann im Lockdown und schnell war klar, dass erneut der geplante Start und damit die Neuberechnung der Konditionen nicht im April 2021 stattfinden konnte.

 

„Basis der Flagship®-Rabatte ist der Vorjahresumsatz“, erzählt Udo Fischer weiter, „unsere Kunden hatten aber durch den Lockdown nicht die Chance, ihre Rabatte entsprechend zu erreichen.“ Eine erste Analyse und Hochrechnung im Februar zeigte, dass viele Kunden ihre Rabattstufe verloren hätten und ab 1. April mit weniger Konditionen hätten rechnen müssten. Mehr als 10% der Kunden standen leider mit deutlich weniger Umsatz als im Vorjahr da und wären sogar mehr als eine Rabattstufe gefallen. Die besonderen Umstände haben Asmodee dann bewegt, das Flagship®-Jahr bis zum 30.06 zu verlängern. Erneut wurde nun im Juni die Situation analysiert. „Wir haben schnell gesehen, dass viele Kunden es geschafft haben“, berichtet Sarah Kwasniewski, Sales Admin und Verantwortliche für die Datenanalyse. „Ich war richtig erleichtert und froh, dass sich unsere Kunden nun auf ihre gewohnte Rabattstufe zurückkämpfen konnten.“ In den vergangenen Wochen ist das Sales-Team von Asmodee aber noch einen Schritt weitergegangen. Viele Kunden standen knapp vor einer höheren Stufe als im Vorjahr. Durch aktive Kontaktaufnahme konnten sich 7% der Flagships® weiterentwickeln und erhalten ab dem 1.07. mehr Konditionen als im Vorjahr beim

Essener Verlag.

 

Das Asmodee-Flagship®-Programm ist in vier Stufen aufgeteilt. Ein Asmodee Flagship® zeichnet sich dadurch aus, dass er entsprechend seiner Größe ein definiertes Kernsortiment des Verlages führt. Neben den Konditionen gibt es in jeder Stufe noch weitere Vergünstigungen und Support. So kann zum Beispiel jeder Flagship®, ab der Stufe 2 am sogenannten Hobby-Next-Programm teilnehmen. Hier bietet der Verlag seinen Kunden verschiedene Aktionen zumeist in Verbindung mit Social Media an. Teilnehmer erhalten je nach Aktion besondere Promotionsartikel zu einer aktuellen Neuheit oder auch die Möglichkeit eines Pre-Release-Angebots für den stationären Handel. Bereits ab der ersten Stufe des Flagships®-Programms steht jedem Kunden ein Demo-Budget in unterschiedlicher Höhe zur Verfügung. Hier kann der Händler entsprechend seiner Kundschaft Demo-Spiele bestellen, die im Laden dann ausprobiert werden können.

 

Die Teilnehmer des Flagship®-Programms zeigen sich sehr zufrieden mit dem partnerschaftlichen Umgang der Essener mit ihren Kunden. „Asmodee informiert seine Kunden über einen wöchentlichen Newsletter und wir können jederzeit jemanden erreichen, berichtet Matthias Scholten vom White Rabbit in Essen. „Die Flagship®-Konditionen bieten uns viele Benefits, die auf uns als stationären Handel zugeschnitten sind. Zum Beispiel gibt es auch Support für Events in unserem Geschäft und wir hoffen, dass wir diese nun bald wieder nutzen können.“

 

Für eine Teilnahme am Flagship®-Programm kann sich jeder stationäre Händler bei Asmodee bewerben. Die Einstiegshürden sind zum Beispiel die Forderung nach einem Schaufenster, Verkaufspersonal vor Ort und der Shop muss mindestens 25h in der Woche geöffnet sein. Nähre Information erhält man beim Verkaufspersonal von Asmodee. Asmodee

Weniger Diebstahl im Corona-Jahr

| 29.06.2021 | EHI veröffentlicht Studie zu Inventurdifferenzen im deutschen Handel. Pandemiebedingt war das Einzelhandelsjahr 2020 durch viele außergewöhnliche Einflüsse und Veränderungen geprägt, die sich auch im Bereich der Inventurdifferenzen im Handel zeigen. So lässt sich bei der Summe der Inventurdifferenzen, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen ist, im Jahr 2020 ein leichter Rückgang von rund 5 Prozent auf 4,2 Mrd. Euro* feststellen. Der in den Inventurdifferenzen enthaltene Diebstahl ging sogar zweistellig zurück. So einige Ergebnisse der aktuellen EHI-Studie “Inventurdifferenzen 2021”. 

Jeder 200. Einkaufswagen unbezahlt.

Die Inventurdifferenzen, deren Summe sich im Jahr vor Corona noch auf 4,4 Milliarden Euro belief, sind in 2020 im gesamten Einzelhandel gesunken. Der darin enthaltene Verlust durch Diebstahl beträgt 3,36 Milliarden Euro, etwa 10 Prozent weniger als im Vorjahr (3,75 Milliarden Euro). Von Kundinnen und Kunden wurden im letzten Jahr Waren im Wert von 2,16 Milliarden Euro gestohlen, für 885 Millionen waren eigenen Mitarbeitenden verantwortlich und 315 Millionen Verlust gehen auf Diebstähle durch Lieferanten und Servicekräfte zurück. 840 Millionen Euro Schaden entstanden durch organisatorische Mängel, beispielsweise durch falsche Preisauszeichnungen. „Rein statistisch gesehen wurde durch jede Person in Deutschland ein Warenwert von knapp 26 Euro pro Jahr gestohlen“, erläutert Frank Horst, Sicherheitsexperte des EHI und Autor der Studie und fügt hinzu:  “Sinnbildlich auf den Einkauf bezogen bedeutet dies, dass rund jeder 200. Einkaufswagen unbezahlt die Kasse passiert hat.” Dem Staat ist durch den Diebstahl im Jahr 2020 ein volkswirtschaftlicher Schaden von rund 420 Millionen Euro durch die ausgefallene Mehrwertsteuer entstanden. 

Weniger angezeigter Diebstahl 

Auch die Anzahl der angezeigten Ladendiebstähle ist erneut gesunken, um 6,69 Prozent. Die einfachen Ladendiebstähle sind dabei um 6,72 Prozent auf insgesamt 283143 Fälle (Vorjahr: 303552 Fälle) zurückgegangen. Während die einfachen Fälle in den vergangenen 10 Jahren um knapp 25 Prozent abgenommen haben, entwickelt sich die Anzahl der angezeigten schweren Ladendiebstähle längerfristig betrachtet negativ. Zwar sind sie im letzten Jahr um 6,17 Prozent auf 20862 Fälle zurückgegangen, innerhalb der vergangenen 10 Jahre haben sie jedoch signifikant zugenommen: um fast 70 Prozent.  

 

Sicherheit kostet 

Um ihre Waren vor Langfingern zu schützen, gaben die Handelsunternehmen in Deutschland im Corona-Jahr 2020 im Durchschnitt aller Branchen etwa 0,30 Prozent ihres Umsatzes aus, etwa 10 Prozent weniger als in den Vorjahren. Demnach steckte der Handel 1,3 Milliarden Euro in Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen wie Artikelsicherung, Kameraüberwachung oder Detektiveinsätze. Addiert man diese Kosten mit dem gesamten Verlust durch Inventurdifferenzen, so sind dem Handel letztes Jahr insgesamt 5,5 Milliarden Euro bzw. 1,26 Prozent seines Umsatzes entgangen. EHI

Amazon wird nun auch größter betrieblicher Abnehmer von erneuerbaren Energien in den USA

| 29.06.2021 | Amazon hat heute 14 neue Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien in den USA, Kanada, Finnland und Spanien angekündigt. Die Projekte sollen Amazons Plan unterstützen, bis 2025 alle Betriebsabläufe zu 100 % mit erneuerbaren Energien zu versorgen –  fünf Jahre vor dem eigentlichen Ziel von 2030. Die neuen Projekte erhöhen Amazons Gesamtinvestitionen in erneuerbare Energien auf zehn Gigawatt (GW) Stromerzeugungskapazität – genug, um sieben Millionen Haushalte in Europa mit Strom zu versorgen. Amazon ist somit nun der größte betriebliche Abnehmer von erneuerbaren Energien in den USA. 

 

Die groß angelegten Solar- und Windkraftprojekte versorgen Amazon Corporate Offices, Logistikzentren und Rechenzentren von Amazon Web Services (AWS), die Millionen von Kund:innen weltweit unterstützen, mit erneuerbaren Energien. Außerdem helfen sie bei Amazons Versprechen, genug erneuerbare Energien zu produzieren, um den Stromverbrauch aller verwendeten Echo Geräte zu decken.

 

Diese neuen Projekte unterstützen Hunderte von Arbeitsplätzen und stellen gleichzeitig Hunderte von Millionen Dollar an Investitionen in den betreffenden Regionen bereit.

 

„Wir arbeiten hart daran, den Climate Pledge zu erfüllen – unsere Selbstverpflichtung, bis 2040 CO2-neutral zu sein und damit zehn Jahre vor dem Pariser Klimaschutzabkommen“, sagte Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon. „Unsere Investitionen in Wind- und Solarenergie in den USA und auf der ganzen Welt senden ein Signal, dass Investitionen in grüne Technologien das Richtige für den Planeten und die Menschen sind – sowie für den langfristigen Erfolg von Unternehmen jeder Größe und in allen Branchen.“

 

Amazon verfügt nun weltweit über insgesamt 232 Projekte im Bereich erneuerbare Energien, darunter 85 groß angelegte Wind- und Solarprojekte und 147 Solardächer auf Gebäuden und Geschäften weltweit. Zu den heute angekündigten 14 neuen Wind- und Solarprojekten in den USA, Kanada, Finnland und Spanien, gehören:

  • Neue Projekte in den USA: Zu den elf Projekten in den USA gehören die ersten Solarprojekte von Amazon in Arkansas, Mississippi und Pennsylvania; weitere Projekte befinden sich in Illinois, Kentucky, Indiana und Ohio. Insgesamt hat Amazon in den USA mit 54 Projekten mehr als sechs GW an erneuerbaren Energien ermöglicht.
  • Unser größtes Projekt für erneuerbare Energien in Kanada: Amazons zweites Projekt für erneuerbare Energien in Alberta ist ein 375-MW-Solarpark und das größte Projekt für erneuerbare Energien im Land. Wenn es im Jahr 2022 ans Netz geht, wird es Amazons Kapazität in diesem Land auf mehr als eine Million Megawattstunden (MWh) erhöhen, genug um 100.000 Haushalte in Kanada zu versorgen.
  • Unser erstes Projekt für erneuerbare Energien in Finnland: Amazons erstes Projekt für erneuerbare Energien in Finnland ist ein 52-MW-Windpark in der Nähe der Westküste des Landes. Das Projekt soll im Jahr 2022 mit der Energieerzeugung beginnen.
  • Weitere Investitionen in Spanien: Amazons fünftes Solarprojekt in Spanien wird 152 MW erzeugen, wenn es im Jahr 2023 ans Netz geht, womit sich die Gesamtkapazität im Land auf mehr als 520 MW erhöht.

„Amazons Engagement für saubere Energie ist sehr lobenswert und es ist die Art von Investition, die wir verstärkt brauchen, um den kritischen Energie- und Klimabedarf der Welt zu decken“, sagte Abigail Ross Hopper, Präsidentin und CEO der Solar Energy Industries Association (SEIA). „Es wird immer deutlicher, dass Unternehmen wie Amazon in der Solarenergie und anderen erneuerbaren Ressourcen den Weg sehen, um ihren betrieblichen Energiebedarf zu decken. Wir sind bereit, Amazon und andere Unternehmen jeder Größe bei ihrer Entscheidung für die Solarenergie zu unterstützen.“

 

„Um das Energiesystem schneller emissionsfrei zu machen, ist ein neues Maß an Ehrgeiz im gesamten privaten Sektor notwendig. Amazons Führungsrolle bei Investitionen und der weltweiten Einführung erneuerbarer Energien, ebnet den Weg für neue Innovationen und die Fähigkeit, in dem Tempo zu skalieren, das notwendig ist, um die realen Bedrohungen, die der Klimawandel für den Planeten, die Menschen und die Unternehmen bedeutet, anzugehen“, sagte Miranda Ballentine, CEO der Renewable Energy Buyers Alliance (REBA).

 

„Mit einer beeindruckenden Kapazität von zehn Gigawatt an erneuerbaren Energien sowie dem Weg, sein Ziel von 100 % erneuerbaren Energien fünf Jahre vor dem Zeitplan zu erreichen, ist Amazon dabei eine Führungsrolle als betrieblicher Abnehmer von erneuerbaren Energien einzunehmen“, sagte Gregory Wetstone, Präsident und CEO des American Council on Renewable Energy (ACORE). „Die Projekte für erneuerbare Energien, die das Unternehmen heute angekündigt hat, werden Regionen mit gut bezahlten Arbeitsplätzen und erschwinglicher, schadstofffreier Energie versorgen, die wir zur Bekämpfung der Klimakrise brauchen.“

 

Im Jahr 2019 haben Amazon und Global Optimism gemeinsam den Climate Pledge gegründet – eine Selbstverpflichtung, das Pariser Klimaschutzabkommen zehn Jahre früher umzusetzen und bis 2040 CO2-neutral (net-zero carbon) zu sein. Inzwischen haben 108 Organisationen den Climate Pledge unterzeichnet, darunter IBM, Unilever, PepsiCo, Visa, Verizon, Siemens, Microsoft und Best Buy. Um das eigene Ziel zu erreichen, wird Amazon Emissionen im gesamten Unternehmen weiter reduzieren, indem es konkrete Maßnahmen ergreift und einen Weg einschlägt, um alle Betriebsabläufe zu 100 % mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Wir sehen uns auf einem guten Weg dieses Ziel schon fünf Jahre vor dem ursprünglichen Ziel von 2030 zu erreichen. Andere zentrale Maßnahmen: die Umsetzung der „Shipment Zero“ Vision, um alle Bestellungen CO2-neutral auszuliefern und 2030 bereits 50 % davon zu erreichen; der Kauf von 100.000 elektrischen Lieferfahrzeugen, die größte Bestellung von elektrischen Lieferfahrzeugen überhaupt; die Investition von zwei Milliarden US-Dollar durch den Climate Pledge Fund in Unternehmen, deren Produkte und Services den Übergang zu einer CO2-armen Wirtschaft erleichtern. Amazon

Wie Händler den Kauf auf Rechnung sicher gestalten können

| 29.06.2021 | Der passende Payment-Mix bleibt ein entscheidender Erfolgsfaktor im E-Commerce. Wer seiner Kundschaft im Check-out nicht das präferierte Zahlungsmittel anbietet, riskiert Kaufabbrüche sowie den Wechsel zur Konkurrenz. Der Handel hat sein Zahlungsangebot im E-Commerce daher in den letzten Jahren sukzessive ausgebaut. Durchschnittlich sieben Zahlungsverfahren, die die Ansprüche verschiedener Zielgruppen abdecken sollen, stehen Konsument:innen im Check-out zur Verfügung. Die „ECC Paymentstudie“ von ECC KÖLN und Prof. Dr. Malte Krüger untersucht bereits zum 25. Mal, wie deutsche Konsumentinnen und Konsumenten online bezahlen, welche Zahlungsverfahren ihnen der Handel bietet und welche Rolle Dienstleister für den Ausbau des Payment-Mixes spielen.

 

Rechnung bleibt weiterhin Lieblingsverfahren der Onlineshopper:innen

Für 85 Prozent der Befragten zählt die Rechnung zu den Top-5-Zahlungsverfahren im Netz – für 41 Prozent ist sie sogar das liebste Zahlungsmittel online. Damit liegt sie knapp vor PayPal (Top 5: 79 %, Nummer 1: 35 %) und weit vor der Lastschrift (Top 5: 52 %, Nummer 1: 7 %). Insbesondere Onlineshopper:innen, die den Onlinekanal erst während der coronabedingten Schließung des stationären Handels kennen und schätzen gelernt haben, wünschen sich Sicherheit und Vertrauen – und das gibt ihnen die Zahlungsart Rechnung. Gleichzeitig gilt die Rechnung aus Händlersicht als eines der risikoreichsten Zahlungsmittel – obwohl 94 Prozent der befragten Konsument:innen angeben, ihre Rechnung innerhalb von 14 Tagen zu bezahlen. So wird die Zahlungsart nicht immer allen Kund:innen angeboten, wenngleich Händlern die Relevanz aus Kundensicht und der damit verbundene Wettbewerbsvorteil bewusst sind.

 

„Wer wie am liebsten bezahlt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So kommt es zwischen verschiedenen Alters- und Subgruppen zu deutlichen Unterschieden bei den präferierten Zahlungsverfahren. Dennoch: Selbst für die Smart Consumer*, die besonders häufig digitale Zahlungsverfahren nutzen, gehört die Rechnung zum Standardportfolio von Onlinehändlern. Durch die Zusammenarbeit mit Dienstleistern, die die Sicherheit der Zahlungsart für Händler gewährleisten, gibt es heute kaum noch Argumente, die Rechnung nicht anzubieten“, so Mailin Schmelter, stellvertretende Bereichsleitung am ECC KÖLN, zu den Ergebnissen der Studie.

 

Dienstleister im Payment-Sektor gewinnen an Bedeutung

Um dem Wunsch der Konsument:innen nach einem breiten Payment-Mix bei gleichzeitiger Sicherheit vor einem Zahlungsausfall gerecht zu werden, setzt ein Großteil der Händler auf die Zusammenarbeit mit Dienstleistern. So werden etwa 60 Prozent der Rechnungen und 67 Prozent der Ratenkäufe über Dienstleister abgesichert. Dabei wird zwischen White-Label-Lösungen, deren Einsatz für Onlineshopper:innen nicht sichtbar ist, und Lösungen, bei denen die Zahlung direkt über den Dienstleister abgewickelt wird, unterschieden. Insbesondere für kleinere Händler kann sich die Zusammenarbeit mit bekannten Dienstleistern wie Klarna, BILLPAY, Unzer und Co. lohnen, um über deren Reputation Vertrauen bei den Konsument:innen aufzubauen. Die Zusammenarbeit mit etablierten Payment-Dienstleistern kann bei der Neukundengewinnung und der Kundenbindung helfen. Nicht zuletzt macht sie das Angebot des Rechnungskaufs einfach und unkompliziert – sowohl für die Händler, als auch für die Kundinnen und Kunden. EEC Köln

Bequem, schnell, günstig: Warum Abos für Verbrauchsprodukte immer beliebter werden

| 28.06.2021 | Abomodelle hatten lange Zeit einen eher unflexiblen Ruf, erfreuen sich heute jedoch steigender Beliebtheit. Dabei geht es schon lange nicht mehr nur um Musik- und Filmstreaming, auch Verbrauchsgüter werden immer häufiger in Form von automatisierten Nachbestellungen oder Kochboxen abonniert. Aber wer nutzt solche Abonnements, welche Warengruppen werden am häufigsten bezogen und welche Mehrwerte müssen Anbieter bedienen, um Konsument:innen zum Aboabschluss zu bewegen? Diesen und weiteren Fragen widmet sich das aktuelle Consumer Barometer von IFH KÖLN und KPMG. Hierfür wurden 500 Konsumentinnen und Konsumenten internetrepräsentativ zu Nutzung und Interesse befragt.

 

Verbrauchsprodukte im Abo mit Zukunftspotenzial

Während 57 Prozent der befragten Konsument:innen Abos für Musikstreaming und sogar 71 Prozent solche für das Streamen von Filmen und Serien nutzen oder schon einmal ausprobiert haben, werden auch physische Abonnements für Verbrauchsprodukte immer beliebter. So hat fast jede:r fünfte Konsument:in Verbrauchsprodukte-Abos schon einmal ausprobiert, 23 Prozent haben sie sogar schon mehrfach genutzt. Vorzugsweise werden dabei Produkte aus den Warengruppen Lebensmittel (37 %) sowie Kosmetik und Beauty (34 %) bezogen. Und das Modell hat Potenzial: Fast jede:r vierte Befragte kann sich die Nutzung in der Zukunft vorstellen. Interesse besteht – neben den genannten Warengruppen – auch in den Bereichen Haushaltswaren und Tierbedarf.

 

„Schon 2017 haben wir den hohen Stellenwert von Convenience und Flexibilität bei Abomodellen gesehen, der in den letzten Jahren einen weiteren Schub bekommen hat. Insbesondere in einer Zeit, in der Konsument:innen ihren stationären Einkauf auf das Wesentliche beschränken möchten, bieten Abonnements Sicherheit und Regelmäßigkeit unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln. Trotz eines regen Wettbewerbs ist das Potenzial für gut durchdachte Abomodelle – vor allem in der Kategorie Verbrauchsgüter – weiterhin gegeben. Für Anbieter muss es darum gehen, die Bedürfnisse der Konsumentinnen und

Konsumenten, auch nicht ausgesprochene, zu erkennen und bestmöglich zu bedienen“, so Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH KÖLN.

 

Abos möglichst flexibel gestalten

Was muss ein Abomodell bieten? Insbesondere Flexibilität ist den Konsument:innen bei der Auswahl von Abonnements wichtig. So wünschen sich 90 Prozent die Möglichkeit, jederzeit kündigen zu können, 84 Prozent widerstrebt eine Mindestlaufzeit und 79 Prozent möchten flexibel pausieren können. Auch der Sparaspekt spielt für jeweils rund zwei Drittel der Befragten eine Rolle: Punkten können Abos, wenn sie eine Preisgarantie für einen bestimmten Zeitraum und Preisanpassungen an verfügbare Sonderangebote im Geschäft beinhalten. Ebenso relevant für die Entscheidung: Die bequeme Lieferung. Jede:r dritte Konsument:in wünscht sich die Lieferung der Ware nach Hause.

 

Weniger Komplexität, mehr Convenience

Abomodelle werden heute – unabhängig von Alter und Geschlecht – von einer breiten Masse der Gesellschaft genutzt. Viele Konsument:innen beziehen bereits heute mehrere Abonnements verschiedener Anbieter und wünschen sich weniger Komplexität. Mehr als die Hälfte der Befragten hält eine Bündelung von Verbrauchsprodukte-Abos ab durchschnittlich drei Abonnements daher für sinnvoll. Sie wünschen sich mehr Bequemlichkeit durch eine gebündelte Zahlungsabwicklung (66 %) und eine zentrale Verwaltung aller Abos über beispielsweise eine App (64%). Die Lieferung der Produkte sollte zudem in nur einem Versandkarton (65 %) erfolgen. Eine Chance für Aboanbieter – denn die Bereitschaft der Konsumentinnen und Konsumenten für weitere Produkte im Abo ist da.

 

„Abos von Verbrauchsprodukten gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Die automatische Nachbestellung von Konsumgütern des täglichen Bedarfs erfüllt das Konsumentenbedürfnis nach Bequemlichkeit und Zeitersparnis. Im Gegensatz zum Onlinekauf sind nicht einmal die Bestellung und das Bezahlen mehr vonnöten, das heißt maximale Einfachheit. Die Aboangebote sind weiter im Sinne des Kunden zu entwickeln: Flexibilität (Pausieren, kurze Kündigungsfrist, Mengenvariation etc.) ist ebenso wichtig wie eine Bündelung der Lieferungen für Kunden mit diversen Abos im Bestand. Viel Platz für innovative Formate und neue Spieler“, so Stephan Fetsch, Head of Consumer Goods bei KPMG. IFH Köln

So wichtig ist Amazons Marketplace für Händler

| 24.06.2021 | Mehr als ein Drittel der Top-500-Onlinehändler in Deutschland verkaufen ihre Ware auch über den Amazon Marketplace. Das zeigt die Infografik auf Basis von Daten der Statista ecommerceDB. Damit ist der Anteil der entsprechenden Händler etwas höher als in den USA oder Großbritannien, aber mehr als doppelt so hoch wie in Frankreich. Auch in Italien liegt er nur bei 18 Prozent. Der Amazon-Marktplatz ist für viele Händler ein profitabler Kanal. Amazon verkauft Ihre Produkte in Ihrem Namen und berechnet Ihnen eine Provision pro Verkauf. Der Verkauf findet also bei Amazon statt und nicht in Ihrem Geschäft bzw. Onlinestore.

 

Mehr als die Hälfte der Waren, die Menschen bei Amazon kaufen, stammen nicht von Amazon selbst, sondern von kleineren Händlern. Die zahlen Amazon eine monatliche Gebühr dafür, dass sie den digitalen Marktplatz ("Marketplace") als Verkaufsplattform nutzen dürfen. Dazu kommen Gebühren für das Abwickeln der Bestellung und Versandgebühren, von denen sich Amazon ebenfalls einen Teil einbehält. Marktbeobachter und ehemalige Mitarbeiter kritisieren, dass der Handelsriese seine Marktposition dazu ausnutzt, erfolgreich auf dem Marketplace agierende Händler zu verdrängen, indem das Unternehmen entsprechende Produkte ins eigene Sortiment aufnimmt, prominent bewirbt und hierdurch Wachstum generiert. Während der Corona-Krise hat Amazon einem Bericht des Handelsblatts zufolge die Lieferzeiten für ganze Produktkategorien deutlich nach oben gesetzt, weil die Logistikkapizitäten knapp geworden sind. Für viele Marketplace-Händler sei dies einem Lieferstopp gleichzusetzen. Statista