Handel

Der TOYS & GAMES Report - das Fachmagazin für Entscheider*innen aus Toys, Licensing und Entertainment. 

Nachrichten, Trends, Cases, Analysen und Interviews aus der Branche und aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

Ich bin eine Werbung. Klick mich an.

„Make it or break it“ - 2022 wird Entscheidungsjahr für EU

| 17.01.2022 | Selten zuvor standen so viele Gesetzesinitiativen zur Digital- und Nachhaltigkeitspolitik auf der Agenda von Kommission, Parlament und Mitgliedstaaten. Angesichts der ambitionierten Vorhaben mahnt der bevh an, dass diese Ziele nur unter Wahrung eines dreifachen Level-Playing-Field erreicht werden können. Auf diese Gesetzesvorhaben schaut der Onlinehandel 2022: 

 

Q1 

  • Data Act: Der Vorstoß soll zur Schaffung einer gerechten Datenwirtschaft beitragen, indem er den rechtmäßigen Zugang zu und die Nutzung von Daten sicherstellt. 
  •  EU-weit einheitliches Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz: Die Anforderungen an die Kontrolle der Lieferketten in allen EU-Mitgliedsstaaten soll vereinheitlicht werden. Ziel ist ein reibungsfreier, grenzüberschreitender Handel, während Wettbewerbsnachteile innerhalb der EU vermieden werden.  
  •  Green Claims: Verbraucher sollen u.a. mit mehr Transparenz bei grünen Werbeversprechen gestärkt werden. 
  •  Sustainable Product Initiative: U.a. sollen Waren von Herstellern und Händlern in Zukunft so lange wie möglich im Warenkreislauf gehalten werden.

Q2 

  • Umsetzung der globalen OECD-Steuerreform: Digitale Leistungen großer Konzerne werden in Zukunft dort besteuert, wo sich ihre Nutzer befinden. Die EU muss 2022 einen Vorschlag unterbreiten, wie sie diese erste Säule der OECD Reform umsetzen will. Nationale Alleingänge in diesem Bereich müssen dann wieder zurückgenommen werden. 
  •  Recht auf Reparatur: Produkte sollen dank besserer Reparaturfähigkeit länger im Produktkreislauf bleiben. 
  •  Neuauflage der Verpackungsrichtlinie: Ziel ist die Abfallvermeidung und mehr Recycling. Hier ist darauf zu achten, dass die Maßnahmen nicht an der Realität im Onlinehandel vorbeigehen. Außerdem wäre eine EU-weite Vereinheitlichung der erweiterten Herstellerverantwortung wünschenswert, um den grenzüberschreitenden Handel im Binnenmarkt zu stärken. 
  •  Digital Services Act: Das Vorhaben reformiert einen Teil der E-Commerce-Richtlinie, die seit mehr als 20 Jahren die Grundprinzipien des E-Commerce bestimmt. Gelichzeitig soll der Digital Market Act für ein besseres wettbewerbliches Gleichgewicht in der digitalen Welt sorgen. Die Verhandlungen über beide Gesetzestexte sollen bis Sommer 2022 abgeschlossen sein. 
  •  Vertikal-Gruppenfreistellungsverordnung (Vertikal-GVO): Die Verordnung regelt u.a. das Verhältnis zwischen Herstellern und Händlern. Der derzeitige Entwurf für ein Update der Vertikal-GVO würde den Onlinevertriebskanal schlechter stellen, da er Herstellern u.a. ermöglicht, teurere Preise für Produkte zu verlangen, die für den Onlinevertrieb bestimmt sind. Die aktuell geltenden Regeln laufen Ende Mai 2022 aus.

Q3

  • Single-VAT-ID: Eine einheitliche Mehrwertsteueridentifikationsnummer in der EU soll die Nutzung des 2021 eingeführten One Stop Shops erleichtern. Bisher müssen sich Händler in allen EU-Ländern umsatzsteuerlich registrieren, in denen sie Lagerbestände haben. Eine einheitliche VAT-ID würde es vereinfachen, die Ware näher am Kunden zu lagern und somit schneller zu liefern. Damit würde der grenzüberschreitende Handel innerhalb der EU gestärkt werden. 

 Die Erwartungen an die Gesetzesvorhaben der EU sind entsprechend hoch. Der bevh weist jedoch darauf hin, dass echte Nachhaltigkeit und digitaler Wandel nur mit einem dreifachen Level-Playing-Field erreichbar sind, wie Alien Mulyk, Referentin für Public Affairs Europa & Internationales beim bevh erklärt:

 

1. Harmonisierung auf EU-Ebene 

„Nationale Alleingänge bei grenzüberschreitenden Themen wie Nachhaltigkeit und Digitales wären absolut fehl am Platz, um die Integrität des Binnenmarkts zu erhalten und Forum-Shopping zu vermeiden. Nur mit gemeinschaftlichen Vorgaben können Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsstandards erreicht werden, die die Bezeichnung verdient haben. Damit werden die Weichenstellungen auf EU-Ebene auch immer wichtiger für die nationalen Märkte.“

 

2. Fairness im globalen Wettbewerb 

„Für Akteure aus Drittstaaten sollten die gleichen Rechte und Pflichten gelten wie für europäische Unternehmen, wenn sie auf dem EU-Markt aktiv sind. Bis heute fehlen hierfür aber in vielen Bereichen effektive Durchsetzungsmechanismen, die aber nötig wären, um für Fairness zu sorgen. Das betrifft etwas eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung der Marktüberwachungsbehörden und dem Zoll.“

 

3. Gleichwertigkeit der Vertriebskanäle 

„Die Realität des Handels 2021 ist längst der Omnichannel. Für Kunden macht es keinen Unterschied mehr, ob sie sich online über Produkte informieren und sie dann in einem stationären Geschäft kaufen oder andersherum. Fairness muss daher auch auf der Ebene der Vertriebskanäle gewahrt sein. Andernfalls läuft der Handel Gefahr, insgesamt Schaden zu nehmen. Viele Händler mit stationärer DNA haben sich mittlerweile online ein zweites Standbein aufgebaut – auch wegen pandemischer Einschränkungen, und sichern so ihr Fortbestehen. Das ist insbesondere im Hinblick auf das Update der Vertikal-Gruppenfreistellungsverordnung relevant, die das Geschäft für Omnichannel-Händler deutlich erschwert, verkompliziert und den Onlinevertrieb unattraktiver macht“, so Mulyk und führt fort: „Die EU-Kommission versucht den stationären Handel zu retten, indem sie den Onlineverkauf unattraktiver macht. Diese Strategie kann nicht aufgehen. Sie bewirkt das genaue Gegenteil, schadet all denen, die bereits in diesen Kanal investiert haben und nimmt stationären Händlern Digitalisierungsanreize. Auch beim Digital Services Act und Digital Markets Act, die beide im ersten Halbjahr 2022 ausgehandelt sein sollen, muss die Maxime gelten: Was offline erlaubt ist, muss auch online erlaubt bleiben.“ bevh

GfK Kaufkraft - Deutschland 2022

| 12.01.2022 | Laut der aktuellen GfK Kaufkraftstudie stehen den Deutschen im Jahr 2022 im Schnitt 24.807 Euro pro Kopf für Konsumausgaben, Wohnen, Freizeit und Sparen zur Verfügung. Dies entspricht einem rechnerischen Plus von nominal 4,3 Prozent und 1.013 Euro mehr pro Kopf im Vergleich zum revidierten Vorjahreswert. Mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 34.758 Euro stehen den Starnbergern 40 Prozent mehr als dem Bundesdurchschnitt für ihre Ausgaben und zum Sparen zur Verfügung. Auf dem zweiten Rang folgt der Landkreis München (33.442 Euro), während sich der Stadtkreis München (32.364 Euro) in diesem Jahr auf Platz drei vorschiebt. GfK

Mietminderungen wegen Corona sind zulässig

Handelsverband sieht sich durch BGH-Urteil bestätigt

| 12.01.2022 | Der Handelsverband Deutschland (HDE) begrüßt das heutige Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) und sieht sich in seiner bisherigen Auffassung bestätigt. Der BGH hatte heute deutlich gemacht, dass die Belastungen durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen staatlichen Maßnahmen in gewerblichen Mietverhältnissen nicht von vornherein ausschließlich vom Einzelhändler als Mieter zu tragen sind. Richtigerweise sind die Risiken daher zwischen den Parteien in einem angemessenen Verhältnis und unter Berücksichtigung des konkreten Einzelfalls zu teilen. Der HDE sieht das als klaren Hinweis, dass Vermieter und Mieter in ihrem Vertragsverhältnis eine faire und ausgewogene Lastenverteilung anstreben müssen.

 

„Das BGH-Urteil bestätigt unsere Rechtsauffassung. Es ist ein wichtiger Schritt, dass nun auch höchstrichterlich verbrieft ist, dass die finanziellen Risiken in Verbindung mit der Pandemie nicht alleine auf die Mieterseite abgewälzt werden dürfen. Damit ist der Weg für eine Anpassung der Mieten in den individuellen Vertragsverhältnissen endlich grundsätzlich frei“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die heute getroffene Entscheidung hatten zahlreiche von den staatlichen Corona-Restriktionen betroffene Einzelhändler dringend erwartet. Der HDE hatte seit Beginn der Corona-Krise die Auffassung vertreten, dass die Risiken im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie in den Mietverhältnissen nicht einseitig bei den gewerblichen Mietern abgeladen werden dürften. In der Vergangenheit mussten viele Handelsunternehmen feststellen, dass eine einvernehmliche Einigung mit dem Vermieter nicht möglich ist. So haben nach einer HDE-Umfrage noch Anfang 2021 trotz einer bereits erfolgten gesetzlichen Klarstellung beispielsweise noch 60 Prozent der von den Geschäftsschließungen betroffenen Einzelhändler vergeblich auf ein Entgegenkommen des Immobilieneigentümers gewartet.

 

„Das Urteil wird es den von den Corona-Maßnahmen hart getroffenen Händlern deutlich erleichtern, mit ihren Vermietern eine Reduzierung der Miete zu erreichen.“, so Genth weiter. Denn auch wenn es dabei bleibe, dass der Vertragsanpassungsanspruch von der spezifischen Situation im Einzelfall abhängig sei und pauschale Lösungen damit nicht in Betracht kämen, hätten die gewerblichen Mieter mit dieser Rechtsprechung wichtige Rechtssicherheit erhalten, die wegen der Blockade zahlreicher Vermieter in den Vertragsanpassungsverhandlungen dringend notwendig gewesen sei. Wichtig ist, dass nach der Rechtsprechung bei der Einzelfallbetrachtung nur auf das konkrete Mietobjekt abzustellen ist. Für den Anspruch auf Vertragsanpassung sind damit Konzernumsätze (z. B. aus dem Online-Handel) oder Rücklagen des Unternehmens aus der Vergangenheit irrelevant. Staatliche Unterstützungsleistungen, die für das konkrete Ladengeschäft gewährt werden, sind aber richtigerweise zu berücksichtigen, auch um eine Überkompensation zu vermeiden. Staatliche Darlehen schaffen dagegen keine dauerhafte Entlastung für den Einzelhändler und können sich nach der Rechtsprechung daher nicht auf den Vertragsanpassungsanspruch auswirken.

 

Genth: „Auch die Immobilieneigentümer dürften jetzt weniger Interesse haben, den beschwerlichen und kostenintensiven Weg durch die Instanzen der Zivilgerichtsbarkeit zu beschreiten - schon weil sich ihre Erfolgsaussichten heute generell deutlich reduziert haben.“ HDE

Stimmung der Verbraucher verschlechtert sich weiter

 

 

| 12.01.2022 | Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland hat sich weiter eingetrübt. Wie die Statista-Grafik zeigt, ist das Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE) zuletzt auf den Stand von 95,0 Punkten gefallen. Gegenüber dem Stand von Dezember ist das ein Minus von 0,4 Punkten. Hauptgrund für die negative Entwicklung ist die Pandemielage mit der Erwartung deutlich ansteigender Infektionszahlen aufgrund der bevorstehenden Omikron-Welle. Nach Einschätzung der Experten könnte die negative Entwicklung der Verbraucherstimmung anhalten.

 

Das Barometer wird vom Handelsblatt Research Institute (HRI) für den HDE berechnet. Der HDE-Index bildet dabei nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab. Es ist vielmehr zukunftsgewandt und steht für die erwartete Verbraucherstimmung in den jeweils kommenden drei Monaten. Statista

E-Commerce erste Anlaufstelle für nachhaltigen Konsum

| 07.01.2022 | Vier von zehn Deutschen sind bereit, im neuen Jahr nachhaltiger einzukaufen. Höhere Preise und fehlende Auswahl stellen allerdings Hürden dar. Fündig werden sie vor allem im Onlinehandel. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Umfrage des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) zusammen mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey.

 

Danach gefragt „Was spricht Ihrer Ansicht nach dagegen, nachhaltiger als bisher zu konsumieren?“, antworten zwar 39,9 Prozent der befragten Verbraucher mit „nichts“, doch für 29,9 Prozent erscheint ein nachhaltiger Einkauf oft noch „zu teuer“ (zweithäufigste Antwort). Mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) gibt an, dass die Suche nach nachhaltigeren Produkten „zu aufwändig“ sei (dritthäufigste Antwort). 

 

„Die meisten Kunden wären zwar bereit, nachhaltigere Produkte einzukaufen. Eine umweltschonende Alternative zu einem konventionellen Produkt zu finden, ist aber mit einem Mehraufwand verbunden. Das gilt besonders für preissensible Kunden, die nachhaltige Produkte für teurer erachten. Diese sind oft nur dann bereit, sich für ein Angebot zu interessieren, wenn sie eine große Auswahl und Vergleichbarkeit von Preisen vorfinden – und das möglichst ohne lange suchen zu müssen,“ erklärt Daniela Bleimaier, Leiterin Public Affairs Deutschland & Regionales beim bevh.

 

Wie erfolgreich die Produktsuche ist, hängt allerdings stark vom Verkaufskanal ab. Auf die Frage „Wo finden Sie am ehesten nachhaltige Produkte (z.B. Kleidung aus Bio-Baumwolle, fair hergestellte Produkte, CO2-neutrale Produkte)?“ antwortete mehr als ein Drittel (34,0 Prozent) „im Onlinehandel“, nur 19,2 Prozent der Kunden fühlt sich bei der Auswahl im stationären Handel gut aufgehoben. ¬¬¬Die restlichen 46,8 Prozent der Befragten zeigten keine Präferenzen.

 

„Die Kunden schöpfen aus der vergleichsweise großen Vielfalt nachhaltiger Angebote im Internet. Dort ist es zudem leichter, Produkte zu finden, die abseits des Massenmarktes und bekannter Konzernmarken laufen. Gerade weniger bekannte Nischenanbieter setzen daher gezielt auf Onlinekanäle, um ihre Produkte niedrigschwellig einem größeren Publikum zugänglich zu machen,” erläutert Daniela Bleimaier und führt fort: „Für die Vielzahl kleiner, regionaler Anbieter ist es schwer, ihre nachhaltigen Waren in die Regale der großen Handelsketten zu bringen. Der Platz dort ist physisch begrenzt und steht nicht allen Herstellern offen. Für Nischenanbieter ist der Onlinevertrieb – sei es über einen eigenen Shop, in den sozialen Medien oder auf digitalen Marktplätzen – daher von großem Vorteil.“ bevh

Einzelhandelsumsatz 2021 real voraussichtlich 0,9 % höher als 2020

| 05.01.2022 | Der Einzelhandel in Deutschland hat im Jahr 2021 nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) einen neuen Rekordumsatz erwirtschaftet. Demnach erzielte der Einzelhandel 2021 real (preisbereinigt) 0,6 % bis 1,2 % sowie nominal (nicht preisbereinigt) 2,8 % bis 3,4 % mehr Umsatz als im bislang umsatzstärksten Jahr 2020. Daraus ergeben sich mittlere Vorjahresveränderungsraten von real 0,9 % und nominal 3,1 %. Die Ergebnisse der Monate Januar bis November 2021 deuten allerdings darauf hin, dass Teile des stationären Einzelhandels, etwa der Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren, auch im zweiten Jahr der Corona-Krise Umsatzeinbußen hinnehmen mussten.

  

Im November 2021 haben die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen kalender- und saisonbereinigt real (preisbereinigt) 0,6 % und nominal (nicht preisbereinigt) 1,1 % mehr umgesetzt als im Oktober 2021. Im Vergleich zum Vorkrisenmonat Februar 2020 war der Einzelhandelsumsatz real 5,9 % höher. Gegenüber dem Vorjahresmonat November 2020 sank der Umsatz real um 2,9 %, stieg allerdings nominal um 0,2 %. Ursachen für den realen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat könnten die Lieferengpässe im Einzelhandel sowie der starke Anstieg der Einzelhandelspreise sein. 

 

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren erzielte im November 2021 im Vergleich zum Vormonat kalender- und saisonbereinigt real 0,9 % mehr Umsatz und lag 2,9 % unter dem Niveau des letzten Vorkrisenmonats Februar 2020. Der Umsatz der Supermärkte, SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte stieg gegenüber dem Vormonat um 0,8 %. Gegenüber dem Vorkrisenniveau sank der Umsatz um 0,8 %. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (zum Beispiel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte 0,3 % weniger um als im Vormonat und 0,5 % weniger als im Februar 2020. 

 

Der Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln erlebte im November 2021 einen moderaten Umsatzzuwachs. Hier waren die realen Umsätze im November 2021 kalender- und saisonbereinigt 0,6 % höher als im Oktober 2021 und lagen mit einem Plus von 9,4 % deutlich über dem Vorkrisenniveau des Februars 2020. Der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren verzeichnete allerdings ein Umsatzminus von 3,8 % gegenüber Oktober 2021 und lag 6,2 % unter dem Vorkrisenniveau. Im Einzelhandel mit Waren verschiedener Art (zum Beispiel Waren- und Kaufhäuser) stieg der Umsatz gegenüber dem Vormonat um 2,6 % und lag 9,9 % über dem Vorkrisenniveau. Der Umsatz im Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf war 1,2 % niedriger als im Oktober 2021 und 2,2 % höher als im Februar 2020. 

 

Trotz Rabatt-Aktionen wie „Black Friday“ und „Cyber Monday“ im Weihnachtsgeschäft verzeichnete der Internet- und Versandhandel im November 2021 ein reales, kalender- und saisonbereinigtes Umsatzminus von 3,1 % im Vergleich zum Vormonat. Die Umsätze liegen in dieser Branche mit einem Plus von 30,3 % aber weiterhin deutlich über dem Niveau vom Februar 2020. Statistisches Bundesamt

HDE-Konsumbarometer im Januar: Corona-Pandemie sorgt für weitere Verschlechterung der Verbraucherstimmung

| 03.01.2022 | Der aktuelle Verlauf der Corona-Pandemie und die Aussicht auf eine nach Meinung von Experten bevorstehende fünfte Welle mit Omikron dämpfen die Verbraucherstimmung. Das zeigt das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Der private Konsum dürfte sich demzufolge im ersten Quartal des neuen Jahres eher verhalten entwickeln.

 

Corona hinterlässt nach wie vor tiefe Spuren bei der Verbraucherstimmung. Das HDE-Konsumbarometer sinkt im Januar im Vergleich zum Vormonat weiter ab und findet sich nahezu auf dem niedrigen Niveau des Vorjahresmonats wieder. Damit hält der negative Trend auch zu Beginn des Jahres 2022 weiter an. Die Aussichten auf die Auswirkungen der Omikron-Variante sorgen für eine rückläufige Anschaffungsneigung und steigende Bereitschaft zum Sparen. Die aktuelle vierte Corona-Welle und die zu erwartende fünfte Infektionswelle drücken die Konjunkturerwartungen sowie die Stimmung in der Wirtschaft. Im Gegensatz zum Vormonat sind die Befragten allerdings überraschenderweise wieder etwas optimistischer hinsichtlich der weiteren Entwicklung ihrer eigenen Einkommenssituation. Die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung begründet keine zunehmende Sorge um den Arbeitsplatz.

 

Größere Wachstumsimpulse für den privaten Konsum sind im ersten Quartal 2022 nicht zu erwarten. Denn in der Zeit nach Weihnachten fehlt es an zugkräftigen Konsumanlässen. Zudem wird sich das Infektionsgeschehen erfahrungsgemäß wohl erst bei steigenden Temperaturen im Frühjahr beruhigen.

 

Für den Februar muss mit einer weiteren Eintrübung des HDE-Konsumbarometers gerechnet werden, da die befragten Verbraucher die jüngsten Entwicklungen und die neuesten Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens bei ihren Antworten noch nicht voll berücksichtigen konnten. Denn der zugrundeliegende Befragungszeitraum endete am 19. Dezember 2021.

 

Das HDE-Konsumbarometer erscheint monatlich und basiert auf einer Umfrage unter 1.600 Personen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und anderen konsumrelevanten Faktoren. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten. HDE

Pokémon eröffnet permanente Fläche im KaDeWe Berlin

| 17.12.2021 | The Pokémon Company International kündigte heute die Eröffnung einer permanenten Pokémon-Fläche im Berliner KaDeWe an, mit der das Jahr der Feierlichkeiten zum 25. Jahrestags der weltweit beliebten Marke einen krönenden Abschluss findet. 

 

Nach einer äußerst erfolgreichen zweimonatigen Pop-up-Installation im KaDeWe, die im Oktober endete, wird die Partnerschaft nun dauerhaft. Die neue Markenfläche bietet eine große Auswahl an Pokémon-Spielzeug, lizenzierten Waren und Pokémon-Sammelkartenspiel-Produkten. Pokémon ist die am schnellsten wachsende Marke auf dem deutschen Spielwarenmarkt und war im Oktober die drittgrößte Spielwarenmarke. Die neueste Erweiterung des Pokémon-Sammelkartenspiels, Schwert & Schild – Fusionsangriff, kam letzten Monat auf den Markt.

 

Zu den Spielzeug-Highlights gehört die Produktlinie von Jazwares, die von Bot-I vertrieben wird und eine Reihe von silbernen Plüsch- und Actionfiguren zum 25-jährigen Jubiläum enthält. In der MEGA CONSTRUX™-Linie von Mattel gibt es ein besonderes Pikachu mit einem Partyhut und einer Torte zum 25-jährigen Jubiläum. Beim Ravensburger Labyrinth müssen die Spielerinnen und Spieler durch verschiedene Pfade navigieren, um so schnell wie möglich die meisten versteckten Pokémon zu fangen. 

 

Mathieu Galante, Licensing Director (EMEA) für The Pokémon Company International, sagte: „Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Zusammenarbeit mit dem KaDeWe mit dieser aufregenden neuen Pokémon-Fläche zu einer dauerhaften Angelegenheit machen. Das KaDeWe ist der perfekte Partner für unsere ikonische Marke. Das ist ein wunderbarer Abschluss für unser fantastisches 25. Jubiläumsjahr und bietet alten und neuen Pokémon-Fans ein großartiges Erlebnis, das sie jetzt und in Zukunft genießen können.“

 

Matthias Schneider, Einkäufer (Spielwaren) von The KaDeWe Group, sagte: „Wir freuen uns sehr, Pokémon nach dem sehr erfolgreichen Pop-up im Herbst nun dauerhaft im KaDeWe begrüßen zu dürfen. Pokémon ist eine unverwechselbare und sehr beliebte Marke, die mit ihrem Ruf für Innovation und Spaß perfekt in unser Geschäft passt und den Kunden einen ganz besonderen Grund für einen Besuch bietet.“

 

Till Carpentier, regionaler Sammelkartenspiel-Verkaufsleiter von The Pokémon Company International, sagte: „2021 war das beste Jahr für das Pokémon-Sammelkartenspiel aller Zeiten. Laut der NPD Group ist das Pokémon-Sammelkartenspiel mit Abstand die Nummer eins in Deutschland, und dank zahlreicher innovativer und attraktiver Erweiterungen konnte es ein Wachstum von 81 Prozent verzeichnen. Wir freuen uns, dass unsere fantastische TCG-Produktpalette im KaDeWe ein so wunderbares Zuhause gefunden hat.“

 

Die permanente Fläche folgt auf den sehr erfolgreichen Pop-up-Shop im Oktober. In dem 40 Quadratmeter großen Shop, dessen Herzstück eine Pikachu-Statue war, wurde das Pokémon-Sammelkartenspiel neben Spielzeug von Jazwares und Mattel sowie Produkten von GB Eye und Ravensburger präsentiert. 

Auch die Pokémon-Videospiele werden wahrscheinlich in dem neuen Raum zu sehen sein. Die mit Spannung erwarteten neuen Videospiele Pokémon Strahlender Diamant und Pokémon Leuchtende Perle kamen letzten Monat auf den Markt, und das Jahr 2022 wird mit der Veröffentlichung von Pokémon Legenden: Arceus einen sensationellen Start hinlegen. Pokémon Company

Aus zum Jahresende - Spielwaren Kurtz in Stuttgart schliesst

| 15.12.2021 | Einstmals war Spielwaren Kurtz eines der Flaggschiffe des Spielwareneinzelhandels in Deutschland. Nun schließt das Unternehmen seine Türen, endgültig. Nach langem Siechtum, veränderten Verbrauchergewohnheiten, schier übermächtigen Onlinehändlern und nach einer Reihe eigener Fehleinschätzungen neigt sich dieses Kapitel nun dem Ende zu. Nicht zuletzt wegen einer Pandemie, die das zweite Weihnachtsgeschäft in Folge verhagelte.

 

Den rechtzeitigen Einstieg in das Online-Geschäft hatte man schon bereits zu Anfang der 2000er verpasst. Offenbar aus der Not geboren wurde die Präsentationsfläche bereits 2013 signifikant verkleinert und der Eingang wurde vom Marktplatz in eine Seitenstraße verlegt. Eine Maßnahme, die damals schon für Kopfschütteln sorgte. 2020 kam es dann zur Insolvenz der KANZ Financial Holding und die Kurtz GmbH wurde von der Bellybutton International GmbH übernommen. Fortan musste sich das eh schon geschwächte Spielwarensortiment die Fläche mit Textil teilen. Eine Maßnahme, welche die Kundschaft nicht goutierte und sich noch stärker dem Online-Handel zuwandte. Die ein oder andere Kundenbewertung im Netz spricht hier Bände.

 

Die Geschichte des Hauses geht bis in das Jahr 1833 zurück. Da eröffnete Carl Wilhelm Kurtz eine Zinnwarenhandlung am Marktplatz. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts gab man den Handel mit Zinnwaren nach und nach auf und verlagerte sich auf den Verkauf von Spielzeug. Die Bombennächte von 1944 überstand das Haus nicht, so wie der überwiegende Rest der Stuttgarter Innenstadt auch. Zunächst wurde in Notunterkünften weiterverkauft und dann schließlich im Jahre 1952 war der Neubau fertiggestellt. Die Schaufenster der 1960er und 70er Jahre waren legendär. Kein Kind, das sich dort nicht die Nase plattdrückte. Mich eingeschlossen. Das Jahr 1997 markierte das Ende von Kurtz als Familienunternehmen, der "Spielwaren Kurtz" ging an die VEDES. Dort verblieb Kurtz dann etliche Jahre bis es zur Übernahme durch KANZ kam.

 

Mit Spielwaren Kurtz geht eine große Tradition, nicht nur in Stuttgart, zu Ende. Es tut uns leid Euch gehen zu sehen. Macht es gut und danke für Jahrzehnte herausragenden Einsatzes für die Spielware, auch wenn am Ende leider nicht alles gut war! Ph

Online-Shopping - Die Hälfte achtet auf gute Bewertungen

| 15.12.2021 | Daumen hoch oder runter, zwei oder fünf Sterne – Kundenbewertungen in Online-Shops sind das wichtigste Entscheidungskriterium beim Einkauf im Internet. So gibt über die Hälfte (54 Prozent) der Online-Shopper an, sich Rezensionen anzuschauen, bevor sie ein Produkt im Internet kaufen. Frauen (59 Prozent) verlassen sich dabei noch mehr auf die Erfahrungen anderer als Männer (50 Prozent). Auf der Website der Händler und Hersteller informieren sich hingegen eher Männer (48 Prozent) als Frauen (39 Prozent) – im Durchschnitt sind es 44 Prozent. Das zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 1.000 Internetnutzerinnen und -nutzern in Deutschland ab 16 Jahren. Demnach sind Preisvergleichsseiten (42 Prozent) auf Rang drei der meistgenutzten Informationsquellen beim Kauf im Web. An vierter Stelle (39 Prozent) stehen Gespräche mit Freundinnen und Freunden, Familie oder Bekannten. „Beim Online-Kauf verlassen sich die Menschen vor allem auf die Erfahrung und Meinung anderer. Transparente, nachvollziehbare und unabhängige Bewertungen tragen ganz maßgeblich zum Vertrauen in den Online-Handel bei“, erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Davon profitieren die Kundinnen und Kunden, aber auch die Händler und Plattformen: Wer viele gute unabhängige Bewertungen erhält, macht sich für neue Käufergruppen attraktiv und kann so die Qualität seiner Angebote erfolgreicher nachweisen als durch professionelle Werbung.“

 

Eine wichtige Entscheidungshilfe sind auch so genannte Testaggregatoren, also Online-Seiten, die Ergebnisse verschiedener Produkttests miteinander vergleichen: 36 Prozent nutzen solche Webseiten vor dem Online-Kauf. Etwas weniger (32 Prozent) ziehen Testberichte in TV-, Online- oder Printmedien heran. Jede oder jeder Sechste (17 Prozent) nutzt soziale Netzwerke. Lediglich 11 Prozent informieren sich im Geschäft vor Ort, bevor sie online die Produkte kaufen. „Die landläufige Meinung, wonach der Händler vor Ort den Beratungsaufwand hat und der Online-Shop den Umsatz macht, ist falsch. Sehr viel häufiger werden Kundinnen und Kunden aus dem Internet in den Laden um die Ecke geführt als umgekehrt“, kommentiert Rohleder die Umfrage. bitkom

Laden beim Handel - Shoppen und Strom tanken

| 15.12.2021 | Die Ziele der neuen Bundesregierung im Bereich Elektromobilität sind hoch: Bis 2030 sollen rund 15 Millionen E-Autos auf deutschen Straßen fahren. Mit dieser Entwicklung muss der Ausbau von öffentlicher Ladeinfrastruktur Schritt halten. Der Handel mit seinen Parkflächen ist durch das Gebäude-Elektromobilitäts-Infrastruktur-Gesetz verpflichtet, das Ladeangebot auszubauen und hat gleichzeitig die Chance, wichtige Schritte in Richtung gesteigerte Kundenloyalität zu unternehmen. Wie die Verbraucherinnen und Verbraucher das Thema sehen, zeigt das Whitepaper von EHI und UScale „Laden beim Handel“, das im Rahmen der EHI Initiative Mobilität im Handel erscheint. 

 

Auto für Einkauf unverzichtbar

Das Auto spielt für den Einkauf eine große Rolle, so ein Ergebnis der Studie. Im ersten Panel der Verbraucherbefragung geben Verbraucher:innen ohne E-Auto bei der Frage nach ihrer Autonutzung ein klares Votum ab. Einkäufe sind mit 82,4 Prozent der meistgenannte Anlass – vor Freizeitaktivitäten (71 Prozent), Erledigungen wie Arztbesuche oder Behördengänge (65,5 Prozent) und Urlaubsreisen (57,7 Prozent).   

 

Ladestationen zu Hause

Im zweiten Panel, bei dem ausschließlich heutige Besitzer:innen eines E-Autos befragt wurden, geben mehr als drei Viertel (76 Prozent) an, ihr E-Auto zu Hause zu laden. Dahinter folgen das Laden von unterwegs (40 Prozent), an öffentlichen Plätzen (31 Prozent) und auf Kundenparkplätzen (30 Prozent). Aufgrund des begrenzten Angebots spielen Schnellladehubs im öffentlichen Raum eine noch geringe Rolle (zwölf Prozent).  

 

Kundschaft würde länger shoppen

Die konkrete Ausgestaltung des Ladeangebots entscheidet darüber, welches Angebot die Kundschaft wählt. Für die Befragten mit E-Autos ist bei der Wahl eines Händlers eine Lademöglichkeit vor Ort von großer Bedeutung. Fast die Hälfte (49 Prozent) würden Shopping-Center mit Ladesäulen auswählen. Bei Supermärkten sind es 46 Prozent, 37 Prozent würden Baumärkte und Möbelhäuser mit Ladestationen bevorzugen. Dabei nehmen Ladeangebote nicht nur Einfluss auf die Auswahl eines Ziels, sondern auch auf die Dauer des Einkaufs. 59 Prozent sagen, dass die Aufenthaltsdauer bei einem der oben genannten Orte durch die Möglichkeit eines Ladevorgangs „vermutlich eher länger“ sein würde. EHI

Ich bin eine Werbung. Klick mich an.