· 

Peter Hollo: Der Letzte macht das Licht an!

Ich bin jetzt wirklich nicht als Euphoriker bekannt, und die letzten Monate gaben auch herzlich wenig Grund dazu, aber an dieser Stelle muss es einfach raus: "Christian Krömer, Du* hast wirklich Eier!" Die Übernahme der 19 MyToys-Filialen ist ein bemerkenswerter Schritt. Nicht nur für Toysino, sondern für die gesamte Branche.

 

Christian Krömer zeigt damit einmal mehr, dass er ein Unternehmer ist und dass wir in Zukunft noch großes von ihm erwarten dürfen. Denn er ist auf dem besten Wege zu einer Unternehmerpersönlichkeit zu werden, die das Potenzial hat die Spielwarenbranche langfristig und sehr nachhaltig zu prägen. Dazu gehören Mumm, Tatkraft, Entschlossenheit und eine unternehmerische Vision. Schon in der Vergangenheit ist er durch Einstellungen und Aussagen aufgefallen, die ihn sehr wohltuend von vielen seiner Kolleg*innen im Einzelhandel unterscheiden. Es ist eben nicht zwingend so, dass das Jammern die Sprache des Kaufmanns sein muss. Es geht auch anders.

 

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Diese alte Weisheit gilt auch für jede Übernahme. Egal wie gut geplant und wie gut diese gerechnet ist, die Tinte auf dem Vertrag ist nicht einmal getrocknet, schon beginnen die ersten Probleme. Krömer übernimmt hier 19 Filialen aus einem dysfunktionalen System mit einer Belegschaft, die kulturell ganz sicher vollkommen anders aufgestellt ist, als er das bisher aus seinen eigenen Fachgeschäften gewohnt ist. Und 19 zusätzliche Filialen sind ein ganz schöner logistischer Brocken, wenn es um die Warensteuerung geht und bedeuten, dass eine Vielzahl von (neuen) administrativen Prozessen entwickelt, getestet und implementiert werden müssen.

 

Aber genau das macht Unternehmertum aus. Und Christian Krömer hat das begriffen. Da gilt adapt, improvise and overcome. Was ihm dabei hilft, dass er nicht permanent auf den Quartalsbericht schielen und diesen mit kurzfristigen Patches bedienen muss. Er darf und er kann langfristig denken. Ein unschätzbarer Vorteil. Vielleicht auch ein Grund, warum er diese 19 Filialen übernommen hat und kein anderer. Denn eine spannende Frage ist auch, warum gingen die an Toysino und nicht an die "üblichen Verdächtigen"?

 

Mit diesem selbstbewussten Schritt macht der Letzte hier gerade das Licht an. In einer Zeit, die doch zunehmend düster geworden ist. Endlich mal wieder gute Nachrichten!

 

*Wir kennen und wir duzen uns.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0