Der TOYS & GAMES Report - das Fachmagazin für Entscheider*innen aus Toys, Licensing und Entertainment. 

Nachrichten, Trends, Cases, Analysen und Interviews aus der Branche und aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft.

Handel

EK/servicegroup unterstützt den Einzelhandel auf allen Ebenen

Ob Eingaben an die Politik, ein Zahlungsmoratorium für die Mitglieder, gezieltes Online-Marketing im Shutdown oder Hygieneartikel für den Restart: Die EK/servicegroup hat in den letzten Wochen die ganze Klaviatur möglicher Unterstützungsleistungen für den krisengeschüttelten Einzelhandel gespielt. Und daran wird sich in den kommenden

Monaten nichts ändern.

 

„Unser erstes Ziel bleibt die Erhaltung der Gesundheit von Kunden und Händlern, parallel dazu werden wir weiterhin alles tun, um den Einzelhandel wirtschaftlich durch die schwierige Zeit zu bringen“, umreißt der Vorstandsvorsitzende Franz-Josef Hasebrink die grundlegende Zielsetzung der EK/servicegroup in der CoronaAusnahmesituation.

 

Der europaweit aufgestellte Handelsverbund, selbst spürbar vom Shutdown der letzten Wochen betroffen und seit Anfang April mit einem Teil der Belegschaft in Kurzarbeit, hat sich in den letzten Wochen auf allen Ebenen für die gut 4.000 angeschlossenen Einzelhändler stark gemacht. Die Angebote zur Gesundheitsfürsorge reichten von der Checkliste für gesundheitliche Prävention über die Versorgung der Händler z. B. mit Atemmasken, Hustenschutz, Desinfektionsmittelständer oder der Einrichtung kontaktloser Bezahlmöglichkeiten bis hin zum Video-Tutorial zur Eigenproduktion von selbst gefertigtem Mund-Nase-Schutz. Bereits im Vorfeld der Geschäftsschließungen haben die Bielefelder ihre Partner nicht nur über Sofortmaßnahmen zur Liquiditätssicherung wie

Bank- und Vermietergespräche informiert, sondern auch gleich die entsprechenden Musteranschreiben zu Themen wie Kurzarbeit,  Ausnahmenregelungen, Soforthilfe, Steuerstunden u. ä. zur Verfügung gestellt.

 

„Liquidität für den Mittelstand“: Task Force und ein Moratorium

Vor dem Hintergrund zunehmender finanzieller Engpässe im Einzelhandel formierte sich die EK mit anderen Verbundgruppen zur Task Force „Liquidität für den Mittelstand“ im Mittelstandsverbund ZGV. Ziel war es hier, die Aufmerksamkeit von Politik und Öffentlichkeit auf den Mittelstand zu lenken, damit die staatlichen Rettungsschirme dort aufgespannt würden, wo sie dringend gebraucht werden. Mit dem Moratorium der Aussetzung von Rechnungsbegleichungen für 30 Tage in Richtung Handel und Industrie warf die EK anschließend ihr ganzes Gewicht als Verbundgruppe in die Waagschale. Für die Mitglieder bedeutete diese Maßnahme eine spürbare Entlastung der angespannten Liquiditätslage.

 

E-Business stark gefragt

Mit dem Shutdown startete die EK außerdem eine OmnichannelOffensive, die nachhallen wird. „Die Bedeutung des E-Business war nie offensichtlicher als in den letzten Wochen. Unsere Handelspartner haben hier großartig gearbeitet und in kürzester Zeit Strukturen geschaffen, die auch für die Zeit nach Corona wichtig sind“, so der Bereichsleiter EK Home, Jochen Pohle. Entsprechend intensiv wurden Angebote wie der sehr kurzfristige Aufbau von Online-Shops inklusive Anbindung an EK eigene und externe Marktplätze wie Amazon genutzt. Genauso wie Social MediaKampagnen mit dem Aufruf, bei lokalen Händlern online zu kaufen und den Liefer- bzw. Abholservice zu nutzen.

 

Werbekampagnen für Händler, deren Betrieb eingeschränkt weiterlief, z. B. electroplus und küchenplus mit dem Kundendienst für Elektrogroßgeräte, und die Versorgung mit relevantem Marketingmaterial wie Bodenkleber, Schilder, Schaufensterposter, Online-Banner usw. machten das EK Portfolio rund.

 

Enge Abstimmung mit den Handelspartnern

Die vielfältigen EK Aktivitäten wurden eng mit den Händlern abgestimmt. Das Parlament der EK, die Vertreterversammlung, war ebenso per Videokonferenz eingebunden wie Erfa-Gruppen und Fachbeiräte. Außerdem gingen diverse Webinare mit Tipps zu den aktuellen Themen online. Um die Phase des Restarts optimal vorzubereiten, ermittelten die Ostwestfalen eine Reihe praktikabler Maßnahmen, die die Händler im Falle einer möglichen Wiedereröffnung bereitwillig umgesetzt hätten. Über 600 Unternehmerinnen und Unternehmer beteiligten sich an der entsprechenden Umfrage, die Ergebnisse wurden unmittelbar u. a. an

das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) übergeben.

 

„Darf ich öffnen oder nicht?“

Die Unübersichtlichkeit der Entscheidungslage in den Bundesländern machte rechtliche Beratungen zur 800 qm-Verkaufsflächen-Thematik notwendig. Darüber hinaus stellte EK neue Software zur digitalen Personaleinsatzplanung in Zeiten von Kurzarbeit bereit, entwickelte eine neue App mit Checkliste zur Vorbereitung, Durchführung und Kontrolle der Hygienemaßnahmen und schnürte Restart-Marketing-Pakete zur Wiedereröffnung. Auch für die Babyfachmärkte, denen die Systemrelevanz abgesprochen worden war, setzte sich EK nachdrücklich ein – kurz darauf waren auch diese Geschäfte mehrheitlich geöffnet. Für die Mode- und Textilhändler der EK kam die neue Kooperation mit Zalando zum optimalen Zeitpunkt: Mit dem Zugang zur ZalandoPlattform über das „Connected Retail“-Programm öffnet sich eine weitere Absatzmöglichkeit über einen der am stärksten frequentierten Online-Kanäle überhaupt.

 

„Wir haben noch genug Pfeile im Köcher, um auch die nächsten Herausforderungen zu meistern. Und die werden ganz sicher kommen, denn wir stehen möglicherweise erst am Anfang der Pandemie. Nur wenn wir uns auch im Handel an die Kontaktbeschränkungen, Hygiene- und Abstandsregeln halten und die Lage so ernst nehmen wie sie ist, wird sich unser Land mittelfristig von der Corona-Ausnahmesituation erholen“, mahnt Jochen Pohle weiterhin eine realistische Einschätzung der Lage an. EK/servicegroup

Aufschwung im April gleicht Corona-bedingtes Minus noch nicht für alle Onlinehändler aus

Im April haben die deutschen Onlinehändler den im März verzeichneten Umsatzrückgang deutlich aufholen können. Insgesamt lag der E-Commerce mit Waren um 17,9 Prozent über dem Vorjahresmonat und erreichte ein Volumen von 6,82 Mrd. EUR inkl. USt (April 2019: 5,78 Mrd. EUR inkl. USt). Das zeigt eine Sonderauswertung des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) auf Grundlage der übers ganze Jahr erhobenen Verbraucherbefragung „Interaktiver Handel in Deutschland“. 

 

Kumulierte Umsatzentwicklungen März und April

Allerdings konnten noch nicht alle Sortimente das im März verzeichnete Minus kompensieren. Kumuliert man die Monate März und April, so liegt der Umsatz im wichtigen Segment „Bekleidung“ mit 1,75 Mrd. EUR inkl. USt Umsatz noch um 8,8 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum (1,92 Mrd. EUR inkl. USt). Bei Schuhen fällt das Minus mit 11,3 Prozent noch deutlicher aus. Schlusslicht bilden die Sortimente Schmuck/Uhren mit -40,3 Prozent und Auto&Motorrad/Zubehör mit -23,7 Prozent. Die Kaufzurückhaltung in diesen Kategorien entspricht der generellen Konsumzurückhaltung im gesamten Handel und einem derzeitigen, ausschließlich bedarfsgeprägten Einkauf.

 

Dass insgesamt durch den April der schwache März mit einem kumulierten Plus von 2,3 Prozent überkompensiert wurde, liegt insbesondere am starken Wachstum der Kategorien Lebensmittel (+101 Prozent), Medikamente (+87,3 Prozent), Drogeriewaren (+55,1 Prozent) und Tierbedarf (+20,2 Prozent). Gerade diese Sortimente waren allerdings in der Lockdown-Phase kontinuierlich auch im stationären Handel zu erhalten.

 

„Die enormen Steigerungen bei den Gütern des täglichen Bedarfs zeigen vor allem, dass die Verbraucher in Deutschland den Onlinehandel als verlässlichen Versorger, gerade in solch einer Krise, schätzen und nutzen“ so bevh-Präsident Gero Furchheim. „Wir sind stolz auf die Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche und der Lieferdienste, mit denen wir unter herausfordernden Bedingungen den Versorgungsauftrag erfüllen konnten.“

 

Umsatzentwicklungen Januar bis April

Von Januar bis April hat der E-Commerce ein Volumen von 23,3 Mrd. Euro inkl. USt erzielt. Trotz der Corona-bedingten Delle im März liegt der Branchenumsatz damit inzwischen 5,8 Prozent über dem Vorjahreswert. Allein im März 2020 hatte der E-Commerce 18,1 Prozent gegenüber dem März 2019 verloren. In beiden Jahren lag Ostern mitten im April, so dass kalenderbedingte Sondereffekte nicht auftraten.

 

„Der Weg in die neue Normalität ist noch weit und die Pandemie noch längst nicht überwunden“, ergänzt Gero Furchheim. „Wichtig ist jetzt, die vielen ermutigenden Initiativen voranzutreiben, die das lokale Angebot digital erlebbar machen und die Kunden mit den Händlern nachhaltig verbinden. E-Commerce ist auch für primär stationär tätige Händler mehr als ein Rettungsanker in der Corona-Pandemie. E-Commerce ist unverzichtbarer Baustein für jedes zeitgemäße Handelskonzept.“ bevh

WiFö packt an! – Neue Initiative zur Unterstützung der Innenstädte

3+ ist die Schulnote, die Innenstadtbesucher sowohl 2016 als auch 2018 Deutschlands Innenstädten in puncto Attraktivität im Durchschnitt gegeben haben. Schon damals wurde abgeleitet, dass die Bewertung nicht ausreicht, um für Anbieter im Bereich Handel, Gastronomie, Dienstleistung und Handwerk ein Umfeld zu ermöglichen, das Zukunftsfähigkeit sicherstellt.

 

Nun stehen die Innenstädte durch den im Rahmen der Corona-Krise auferlegten Shutdown vor weiteren Herausforderungen. Selbst wenn es die Handelsunternehmen und lokalen Anbieter schaffen, die aktuellen Einschränkungen zu meistern und zu überleben, gilt es wirtschaftliche und gesellschaftliche Lösungsansätze für die Zeit nach Corona zu diskutieren.

 

Die deutschen Wirtschaftsförderungen und Stadtmarketinggesellschaften übernehmen eine große Verantwortung als lokale Kümmerer, Koordinatoren und Konzeptionierer und darüber hinaus bei der Bewertung und Umsetzung von Lösungsansätzen. Vor diesem Hintergrund wurde die LinkedIn-Gruppe „Innenstadt und Corona-Krise – WiFö packt an!“ gegründet. Hier soll im Dialog aufgezeigt werden, welche Ideen und Maßnahmen vielversprechend sind, wo Hilfe möglich ist und wie die Erneuerung für die Zeit nach Corona starten kann.

 

„Bereits vor der Krise gaben in bundesweiten Analysen mehr als 20% der Innenstadtbesucher*innen an, wegen der Möglichkeit online einkaufen zu können, seltener in die Stadt zu kommen.“, so Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln und Mitinitiator von VITAIL, dem Kompetenzforum für Handel und Vitale Innenstädte. „Es ist zu befürchten, dass die Corona-Pandemie nicht nur direkt die Existenz lokaler Unternehmen gefährdet, sondern auch zu anderen negativen, gesellschaftlichen Kollateraleffekten führt. Diese werden nicht abgefangen werden können, wenn Städte und Gemeinden nicht mit einem radikalen Erneuerungsprozess aufwarten können,“ so Hedde weiter.

 

Ansätze für einen Erneuerungsprozess für Innenstädte

Die Initiative „Corona-Krise und Innenstadt: WIFÖ packt an!“, ins Leben gerufen von VITAIL, dem Kompetenzforum für Handel und Vitale Innenstädte, dem IFH Köln, dem gmvteam sowie führenden, zukunftsgewandten Wirtschaftsförderungsgesellschaften, macht es sich zur Aufgabe, Akteure und Verantwortliche von Innenstädten zu vernetzen und Zukunftslösungen zu identifizieren. Das kann im ersten Schritt über die LinkedIn-Gruppe passieren, die als Plattform zum kompetenten Austausch dienen soll. Gemeinsam können Vertreter von Wirtschaftsförderungen, Stadtverwaltungen sowie City- und Stadtmarketing in den Dialog treten, um Ideen und Lösungen für Innenstädte in der Krise zu teilen und zu bewerten. Zudem sollen Ansätze entwickelt werden, wie Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung gemeinsam zur Bewältigung der Krise agieren können und wie die Zukunft der Innenstädte gestaltet werden kann. IFH

Asmodee schenkt dem Handel mehr als 33.000 Spiele

Mit einem Geschenk von rund 33.000 Spielen unterstützt Asmodee seine stationären Händler beim Neustart nach Corona. Wie die große Umfrage im Rahmen der Aktion „Offen! – Wieder im Spiel“ gezeigt hat, möchten die Händler ihre Kunden für Treue belohnen und sich mit Geschenken und Gewinnspielen für den lokalen

Einkauf bedanken. Um den durch die Corona-Maßnahmen stark belasteten Spielehandel zu unterstützen, bietet Asmodee seinen Händlern kostenlose Spielepakete im Gesamtwert von über 350.000 Euro an.

 

Die Spielepakete von Asmodee bestehen jeweils aus 30 bis 40 Spielen, dabei sind beliebte Familienspiele wie The River oder Orbis und große Kennerspiele wie Gen 7. Jeder Händler kann ein Paket pro Woche erhalten und auf verschiedene Arten an seine Kunden verteilen, z. B. als Geschenk zu einem Einkauf im Geschäft, als Gewinnspiel im Laden oder als Spende an eine soziale Einrichtung in seiner Region. Der Kreativität der Händler sind keine Grenzen gesetzt. „Spieleläden haben sehr treue Kunden, die auch in der Corona-Krise zu ihren Läden gehalten haben und zum Beispiel Gutscheine gekauft oder lokale Lieferservices genutzt haben. Diese Treue wollen wir belohnen und gleichzeitig die Kunden wieder in die Geschäfte bringen“, sagt Commercial Director Yvette Vaessen. „Asmodee möchte den stationären Handel beim Neustart unterstützen, deshalb sind uns solche Aktionen sehr wichtig.“ Gewinnspiele hatten sich sehr viele der befragten Händler bei der Asmodee-Umfrage gewünscht, um nach der Corona-Krise wieder ins Spiel zu kommen.

 

Begleitet wird die Aktion durch Bewerbung auf den Social Media Kanälen von Asmodee sowie auf der Projekt-Homepage https://www.wieder-im-spiel.de/.  Asmodee möchte so die Spieler direkt ansprechen und auf die großartigen Geschenke im stationären Handel hinweisen. „Wir möchten die große Reichweite unserer Kanäle nutzen, um so viele Spieler wie möglich über die Aktion in ihrem Laden zu informieren“, sagt Yvette Vaessen. „Wenn wir den Läden so weitere Kunden bringen und die Kunden ein tolles Spiel zusätzlich geschenkt bekommen oder eine soziale Einrichtung unterstützt wird, haben am Ende alle gewonnen – wie bei einem kooperativen Spiel.“

 

Mit an Bord sind auch die Asmodee Studios, allen voran Days of Wonder und Space Cowboys. Die Verlage der Asmodee Group unterstützen die Aktion. Mit ihren Spielen The River (Days of Wonder) und Orbis (Space Cowboys) haben die beiden Studios zwei Top-Titel zu den Paketen beigesteuert. „Ich finde die Aktion großartig. Sie erlaubt es den stationären Geschäften, ihren Kunden eine Freude zu machen, und macht sie so noch bedeutender für die Spieleszene vor Ort“, kommentiert Days of Wonder Verlagschef Adrien Matinot die Aktion. Asmodee

Zweite Corona-Studie - Mehrzahl der Online-Händler leidet in der Krise

Bereits im März 2020 veröffentlichte der Händlerbund eine erste Corona-Studie, die bereits wichtige Erkenntnisse zur aktuellen Situation des E-Commerce lieferte. Mittlerweile sind Geschäftsschließungen und Ausgangsbeschränkungen zur Realität geworden. Der Händlerbund befragte 490 Händler erneut dazu, welche Auswirkungen die Krisensituation auf den E-Commerce hat. Von einem Online-Boom profitieren längst nicht alle befragten Händler, wie die Studienergebnisse zeigen.

 

Mehrzahl von Umsatzeinbußen betroffen

Fast alle Händler (80 %) spüren die Auswirkungen der Pandemie, doch der E-Commerce erlebt die Coronakrise ambivalent: Während 27 % von positiven Effekten profitieren, kämpfen 58 % mit Negativfolgen. Konkret bedeutet das also für mehr als jeden zweiten Händler (58 %) einen Umsatzeinbruch von durchschnittlich 68 %. Auf der anderen Seite erzielt etwa ein Drittel der Befragten (31 %) ein Umsatzplus von durchschnittlichen 52 %. Gewinner der Krise sind offenbar die Sortimente rund um Kleidung, Freizeit und Garten.

 

Jeder zweite ohne staatliche Soforthilfe

Viele Händler (42 %) nutzen die staatlichen oder nicht-staatlichen Soforthilfen und entschieden sich bislang, diese zu beantragen. Der anfängliche Leichtmut der Händler hat sich unterdessen in Pessimismus und Angst gewandelt. Während nun nach eigenen Aussagen 10 % weniger vom Virusthema amüsiert sind, steigt der Anteil derer, die Panik verspüren um 11 % an. Noch deutlicher wird der Anstieg bei denjenigen, die eine lange Durststrecke befürchten mit einem Plus von 21 %. Zwei Drittel (63 %) berichten nun von Engpässen bei Zulieferern oder Dienstleistern und 17 % von stornierten Aufträgen. Fast jeder Zweite (47 %) musste Mitarbeiter in Homeoffice oder Kurzarbeit schicken. Immerhin sind Kundenbeschwerden bei einem Drittel stark zurückgegangen und die Umsetzung von schützenden Hygienemaßnahmen stieg um 19 % im Vergleich zu März.

 

Flexibilität als Flucht nach vorn

Viele Online-Händler haben sich mit der Anpassung ihres Sortiments bereits auf die neue Situation eingestellt. Unter denen, die reagieren konnten, haben immerhin 40 % ihr Angebot erweitert und 27 % das Angebot umgestellt. Der Online-Handel ist erfahrungsgemäß ein hart umkämpfter Markt, der Händlern bereits in der Vergangenheit viel Flexibilität und Fleiß abverlangte. Es bleibt zu hoffen, dass sich viele Händler diese Mentalität und Erfahrenheit auch in der Krise zu Nutze machen.

 

Coronakrise als Fluch und Segen für E-Commerce

„Die Coronakrise ist für uns alle Fluch und Segen zugleich. Einerseits bringt sie Existenzängste, andererseits wirkt sie für die Digitalisierung des Handels als Katalysator. Durch Ladenschließungen und Ausgangssperren erfährt der Online-Handel aktuell eine nie da gewesene Akzeptanz und erreicht neue Zielgruppen. Wenn Qualität und Service überzeugen, kann die Coronakrise den Online-Handel und die bisher schleppende Digitalisierung in Deutschland nachhaltig positiv beeinflussen", sagt der CEO des Händlerbundes Andreas Arlt.

 

Ausgewählte Ergebnisse:

80 % sind von der Coronakrise betroffen.

58 % verzeichnen Einbußen im Geschäft.

42 % beantragten finanzielle Unterstützung.

67 % sind ängstlich oder verunsichert.

63 % haben Probleme bei der Lieferung der Ware.

22 % erwarten eine Verschlimmerung der Lage.

26 % benutzen einen Mundschutz bei der Arbeit.

Händlerbund

Coronakrise - HDE macht Vorschläge für Öffnung aller Einzelhandelsgeschäfte

Im Vorfeld der Beratungen der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder über eine mögliche weitere Lockerung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung der Corona-Epidemie an diesem Donnerstag präsentiert der Handelsverband Deutschland (HDE) Vorschläge für eine Rückkehr zu einem regulären Geschäftsbetrieb im Einzelhandel ab dem 4. Mai 2020.

 

„Die Wiedereröffnung der Einzelhandelsgeschäfte mit bis zu 800 qm Verkaufsfläche ist durchweg sehr verantwortungsvoll verlaufen. Ein Kundenansturm auf die Geschäfte ist ausgeblieben, die Kunden verhalten sich besonnen und risikobewusst“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Angesichts dieser positiven Erfahrungen sollte in einem nächsten Schritt die Wiedereröffnung des gesamten Einzelhandels nach einheitlichen, nicht-diskriminierenden Vorgaben flächendeckend im gesamten Bundesgebiet ermöglicht werden. Genth: „Der Einzelhandel steht bereit, unabhängig von der Größe der Verkaufsfläche unter Einhaltung der erforderlichen Infektionsschutzkonzepte zu öffnen.“

 

Um Rechtssicherheit und Planbarkeit für die Unternehmen sicherzustellen, sollte dabei auf den geltenden Vorgaben zum Gesundheitsschutz und den entsprechenden Hygiene- und Verhaltensregeln aufgebaut werden. „Um einen geordneten Geschäftsbetrieb und damit die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen zu können, benötigen die Unternehmen einen verlässlichen Rahmen mit umsetzbaren und transparenten Vorgaben“, so Genth weiter. Verhindert werden müsse ein föderaler Flickenteppich mit vielen lokal unterschiedlichen Regelungen. Auch bei der Maskenpflicht beim Einkauf sollten die Vorgaben eindeutig sein, um unterschiedliche Interpretationen auf städtischer und kommunaler Ebene auszuschließen. Zudem müsse sichergestellt werden, dass bei Verstößen gegen die Maskenpflicht, nicht der Händler zur Verantwortung gezogen werde. Genth: „Die Einzelhändler sind keine Ersatz-Polizei. Die Durchsetzung der Maskenpflicht ist eine hoheitliche Aufgabe.“

 

Zudem macht der HDE deutlich, dass die sehr gut funktionierende Versorgung der Bevölkerung durch den Lebensmittelhandel nicht durch neue Sonderregelungen und Vorgaben gefährdet werden sollte. „Der Lebensmittelhandel arbeitet nach wie vor unter erschwerten Bedingungen und bewältigt Tag für Tag große Herausforderungen. Dieses krisenerprobte System darf jetzt nicht leichtfertig gefährdet werden“, so Genth. HDE

Mehrheit hält Lockerungen für richtig

 

 

 

Die Mehrheit der Deutschen hält die Lockerung der Corona-Maßnahmen für richtig, wie eine Umfrage des ZDF-Politbarometers zeigt. Seit vergangener Woche dürfen kleine Geschäfte bis zu 800 Quadratmeter wieder öffnen. Ab dem 04. Mai sollen auch die Schulen schrittweise wieder aufmachen.

 

Der Umfrage zufolge halten 53 Prozent der Deutschen die schrittweise Öffnung der Schulen für "richtig", nur 12 Prozent finden, sie sollten schneller öffnen und 32 Prozent finden, die Bildungseinrichtungen sollten noch länger geschlossen bleiben. Die Öffnung von Läden und Geschäften halten 46 Prozent der Befragten für richtig; 34 Prozent finden, dass auch größere Geschäfte öffnen sollten und 17 Prozent meinen, dass alle Läden noch geschlossen bleiben sollten, wie die Statista-Grafik zeigt.

 

Insgesamt sind die Deutschen mit der Arbeit der Bundesregierung mehrheitlich zufrieden, 90 Prozent bewerten die Arbeit der Regierung als "gut" und nur 8 Prozent finden sie "schlecht", so das Ergebnis des ZDF-Politbarometers. Statista

EK/servicegroup stattet Einzelhändler mit neuem Digital-Tool für Corona-Maßnahmen aus

Um die Einzelhändler bei den notwendigen Hygienemaßnahmen vor Ort zu unterstützen, hat die EK/servicegroup ihre rund 2.000 deutschsprachigen

Verbundmitglieder mit einem digitalen Tool des Hamburger Unternehmens Qualitize ausgestattet. Die Händler arbeiten via Smartphone eine digitale Checkliste ab, ergänzen Kommentare und laden Bilder als Beleg direkt hoch. Das Vorgehen schafft Effizienz und Sicherheit bei der Dokumentation der behördlichen Auflagen.

 

Ein Maßnahmen-Katalog mit sehr konkreten Vorgaben wie Zugangskontrolle, Hygieneregeln, Informationshinweisen wurde von den Bielefeldern erarbeitet und den Mitgliedern an die Hand gegeben. Die Besonderheit: während häufig dezentral und mit eher aufwändigen Methoden gearbeitet wird, nimmt das Tool „Qualitize Operations“ den Händlern hier viel Arbeit ab. Maßnahmen können sehr einfach als erledigt dokumentiert werden. Zudem ist es möglich, einen Textkommentar mit Foto als Beleg direkt hochzuladen, so dass die Umsetzung der Maßnahme auch gegenüber Behörden einfach nachgewiesen werden kann.

 

„Wir nehmen die Vorgaben der Behörden sehr ernst und stehen mit ihnen in einem konstruktiven Austausch. Daher ist es für uns wichtig, mit dieser neuartigen Lösung zusätzlich für Transparenz und Sicherheit zu sorgen.“ sagt EK Vorstandsmitglied Susanne Sorg.

 

Gerade in der Krise: Arbeitsabläufe erleichtern

Insbesondere in der aktuellen Corona-Zeit stehen Händler vor der Herausforderung, die Geschäfte wieder hochzufahren und dabei häufig die Geschäfte mit weniger Personal zu betreiben. Dabei ist die konsequente Nutzung digitaler Möglichkeiten gerade jetzt ein sinnvoller Zeitpunkt.

 

Susanne Sorg: „Für uns als EK/servicegroup ist es von großer Bedeutung, gerade in diesen Zeiten für unsere Mitglieder wirksame Lösungen zu bieten, die sich schnell und einfach anwenden lassen. Wir freuen uns, dass wir als einer der ersten Kunden mit dem Tool von Qualitize arbeiten und fühlen uns gut gerüstet, die nächste Phase der Shutdown-Lockerungen gemeinsam zu bewältigen“.

 

„Die neue Normalität“ erfordert neue Herangehensweisen

Die Zusammenarbeit der Ostwestfalen mit dem Hamburger Unternehmen Qualitize ist ein gutes Beispiel, wie etablierte Unternehmen mit jungen Technologieunternehmen erfolgreich zusammenarbeiten können. Kernprodukt von Qualitize ist ein Feedbacksystem, mithilfe dessen bereits rund 20 Mio. Kunden bei namhaften Handelsunternehmen befragt worden sind. Im Zuge der Corona-Pandemie hat Qualitize gezielt auf die neuen Anforderungen seiner Kunden reagiert und mehrere Lösungen bereitgestellt, um Handelsunternehmen bestmöglich zu unterstützen.

 

„Ein wesentlicher Teil unserer Kunden aus dem Handel ist von der Corona-Krise stark betroffen. Während viele Geschäfte in den vergangenen Wochen leer bleiben mussten, haben wir bei Qualitize umso intensiver an einer Lösung gearbeitet, um unsere Partner in dieser Phase der vorsichtigen Öffnung bestmöglich zu unterstützen. „Qualitize Operations“ versetzt sie in die Lage, die individuell erforderlichen Maßnahmen schnell zu implementieren und nachzuhalten - auch

gegenüber den maßgeblichen Behörden. Wir freuen uns, dass auf einen Schlag mehr als 2.000 Verbundmitglieder der EK/servicegroup auf unseren Ansatz vertrauen." erläutert André Kistner, Geschäftsführer der Qualitize GmbH. EK/servicegroup

DVSI - Übersicht zu Regelungen im Einzelhandel

Eine Übersicht (Stand 21.04.2020, 17:00 Uhr) zu den Regelungen im Einzelhandel der Bundesländer gibt es zum Download als .pdf beim Deutschen Verband der Spielwarenindustrie - DVSI. Zum Dokument

Corona Consumer Check - Lokaler Einzelhandel im Fokus

Konsumentinnen und Konsumenten haben die Befürchtung, dass stationäre Geschäfte die Krise nicht überdauern werden. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, kaufen viele Deutsche bewusst im stationären Handel ein – so die Ergebnisse des aktuellen Corona Consumer Check. Seit dem 20. April dürfen Geschäfte im stationären Handel unter 800 m2 wieder für ihre Kundinnen und Kunden öffnen. Ein Schritt, den viele Konsument*innen bereit sind zu unterstützen, wie die Ergebnisse des aktuellen Corona Consumer Check belegen. So waren zum Zeitpunkt der Befragung in der vergangenen Woche 67 Prozent der Befragten besorgt um die Zukunft der stationären Geschäfte und gaben an, weiterhin bei ihren lokalen Anbietern zu kaufen. Die vielfältigen, neuen Maßnahmen und Angebote von lokalen Händlern werden allerdings erst von einem Drittel der befragten Konsument*innen wahrgenommen.

 

Zunehmende Angst um die Zukunft stationärer Geschäfte

67 Prozent der befragten Konsumentinnen und Konsumenten sind der Meinung, dass viele stationäre Geschäfte die Krise nicht überleben werden. Vor vier Wochen stimmten dieser negativen Einschätzung für den stationären Einzelhandel erst 59 Prozent zu. Die Zukunft von Onlineshops nach der Krise wird deutlich positiver bewertet, allerdings sind auch hier immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten der Meinung, dass auch Onlineshops die Krise nicht überleben werden. Stimmten hier vor 4 Wochen 11 Prozent der Befragten zu, liegt der Wert nun bereits bei 16 Prozent.

 

Bereitschaft lokale Händler zu unterstützen

Konsumentinnen und Konsumenten ist die kritische Situation für den lokalen Einzelhandel bewusst. Daraus folgt bei 66 Prozent der Deutschen die Bereitschaft, trotz der Krise weiter bei lokalen Händlern einzukaufen. Dabei verrät der detaillierte Blick auf die Zielgruppen: Die 30-49-Jährigen kaufen am wenigsten weiter bei lokalen Händlern (54 Prozent), ältere Menschen über 70 Jahre am meisten (74 Prozent).

 

Bewerbung neuer Angebote und Services noch ausbaufähig

Viele stationäre Händler versuchen ihre Kund*innen mit neuen Angeboten und Services zu erreichen. Dabei kristallisiert sich die Vernetzung von Online und stationärem Kauf wie bei Click & Collect-Angeboten als besonders verbreitet heraus: 37 Prozent der Befragten haben dieses Angebot bereits wahrgenommen. Auch um die Existenz von Lieferservices von Geschäften wissen bereits 35 Prozent. Weniger wahrgenommen werden bis dato Gutscheinangebote (31 Prozent), Rabatte oder Telefonservices (je 30 Prozent). IFH

EK fordert Systemrelevanz auch für Babyfachmärkte

HappyBaby, markterprobtes Shopkonzept der EK/servicegroup für den Babyfachhandel, richtet sich an qualitätsbewusste werdende und junge Eltern. Einer der

wesentlichen Erfolgsfaktoren der über 40 Markenstores kam zuletzt allerdings kaum zum Tragen: die einfühlsame, persönliche Beratung dieser besonderen Zielgruppe. Und daran wird sich nach den jüngsten politischen Entscheidungen der Länder zu den ersten Lockerungen des Corona-Shutdowns auch absehbar nichts ändern.

 

„Junge Familien stehen vor neuen, großen Herausforderungen und brauchen vor allem in Krisenzeiten wie diesen das Gefühl, das man ihre Situation ernst nimmt. Genau das kann der engagierte Babyfachhandel mit einer bundesweiten Öffnung der Geschäfte in vollem Umfang sicherstellen. Wenn der Begriff der Systemrelevanz irgendwo zutrifft, dann ganz sicher hier“, kritisiert Jochen Pohle, Bereichsleiter EK Home, die unterschiedliche Ausrichtung der Länder beim Thema Ladenöffnung.

 

Uneinheitliche Regelungen stehen der Fürsorgepflicht für junge Familien entgegen

Während in Nordrhein-Westfalen Babyfachmärkte jeder Größe ab dem 20. April öffnen dürfen, gilt die Erlaubnis für Bayern und Thüringen eine Woche später und nur für Flächen unter 800 qm. Andere Bundesländer bevorzugen andere Lösungen, Babyflächen in größeren Einrichtungshäusern sind mit Ausnahme von NRW ganz geschlossen. Für die Zielgruppe des Babyfachhandels und die Händler selbst eine sehr unbefriedigende Situation. Das gilt auch für die bundesweit

aufgestellten HappyBaby-Konzeptpartner und alle weiteren Babyfachmärkte der EK/servicegroup, die je nach Verkaufsfläche und Bundesland unterschiedlich betroffen sind und zum überwiegenden Teil  mit weiteren gravierenden wirtschaftlichen Belastungen rechnen müssen.

 

„Wir wissen, dass der Grad, auf dem wir in der aktuellen CoronaSituation wandern, schmal ist. Dennoch ist die Fürsorgepflicht gerade in der Babybranche enorm wichtig. Fehlen zur Geburt die wichtige Babyschale, Wickelkommode oder eine Milchpumpe? Ist der Kinderwagen defekt oder der Autositz nicht in Ordnung? Hier sind Babyfachhändler immer für ihre Kunden da“, so André Babenhauserheide, Leiter Vertrieb, Digital und Marketing im Spielwarenund Babybereich von EK Home.

 

Gut vorbereitet für den Restart

In Erwartung einer durchgängigen Lockerung der Anti-CoronaMaßnahmen des Shutdowns hatten die Bielefelder mit ihren Händlern ein plausibles Übergangsszenario entworfen und sich auf die Wiedereröffnung der Geschäfte eingestellt. Dazu wurde ein Aktionspaket geschnürt, das zwei wesentliche Botschaften nach außen trägt. „Wir sind wieder für euch vor Ort!“ und „Ihre Gesundheit ist für uns das Wichtigste!“ So können die Kunden ab sofort mit Mundschutz, Desinfektionsmitteln und Hustenschutzeinrichtungen sowie der Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens im Geschäft rechnen. Zur klaren Orientierung nutzen die Händler Aufsteller, Plakate, Fußbodenaufkleber sowie Piktogramme für alle Abstands- und Hygieneregeln und bespielen darüber hinaus die Social-Media-Kanäle mit allen relevanten Informationen. „Unsere HappyBaby-Händler sind nicht nur in NRW gut auf den Restart vorbereitet“, spielt André Babenhauserheide auf die Regelungen des Bundeslandes an, in dem die EK/servicegroup ihren Stammsitz hat. EK/servicegroup

Asmodee hilft Handel beim Neustart nach Corona

Mit den neuen Regelungen für den stationären Handel in der Corona-Krise stehen für

Spielehändler in vielen Bundesländern ab heute die Zeichen auf Neustart. Doch wie gelingt ein möglichst schneller Wiedereinstieg nach der Pause? Wie können Vertriebe und Verlage dabei unterstützen, was brauchen die Geschäfte an Hilfe, was können sie selbst tun? Antworten auf diese und weitere Fragen möchte Asmodee Deutschland mit dem Projekt „Offen – Wieder im Spiel“ geben.

 

Im Rahmen einer groß angelegten Umfrage bei seinen Händlern in Deutschland, Österreich und der Schweiz hat der Essener Vertrieb, der zu den führenden Unternehmen in der Brettspielbranche Deutschlands gehört, Lösungen und Ideen gefunden, um den stationären Handel schnell wieder ans

Laufen zu bringen. Lösungen, die Asmodee nicht nur für sich nutzen, sondern der gesamten Branche auf einer Homepage zur Verfügung stellt. Rund 100 Händler waren aufgerufen, ihre Wünsche und Anregungen mitzuteilen: Wie können Vertriebe bei Zahlungszielen und Finanzierung helfen? Wünscht sich der Handel besondere Events oder Marketing-Maßnahmen? Auch zu eigenen Ideen und Best-Practice-Beispielen wurden die Händler befragt. 90 Händler haben ihre Antworten und Ideen eingereicht. Der Wunsch nach Unterstützung durch die Vertriebe ist groß. „Unsere Umfrage zeigt, dass der Handel gute Ideen hat und auch selbst schon kreative Lösungen angegangen ist. Sie zeigt aber auch, dass Hilfe von Seiten der Vertriebe und Verlage nötig ist. Für Asmodee ist es wichtig, dem Handel die Unterstützung zu geben, die ihm am besten hilft. Daher werden wir nach eingehender Analyse Maßnahmen direkt umsetzen“, sagt Asmodee Commercial Director Yvette Vaessen, die mit ihrem Team das Projekt initiiert hat.

 

Die Wünsche der Geschäfte

Eines zeigen die Ergebnisse der Umfrage deutlich: Die Kunden stehen im Vordergrund. „Am wichtigsten ist, dass die Kunden wieder in die Geschäfte kommen“, sagt ein Händler. Demospiele, die die Kunden direkt im Laden testen können, und Gutscheinaktionen, um Kunden ins Geschäft zu bringen, stehen bei jeweils um die 75% der Befragten weit oben auf der Wunschliste. Zusätzlich wünschen sich viele Einzelhändler Angebote, die sie an ihre Kunden weitergeben können, die aber auch dem Handel direkt zugutekommen. Fast 85% der Händler sieht gerade zum Neustart den Bedarf für eine höhere Marge. Außerdem möchten viele Händler, sobald es wieder erlaubt ist, bei Neueröffnungsevents (42%) und Turnieren (26%) unterstützt werden. Dabei ist vielen Befragten der Schutz der Kunden sehr wichtig, weswegen rund 40% der Händler bei Events vorsichtig sind.

 

Veröffentlichung der Ergebnisse noch im April

Die Ergebnisse der Umfrage möchte Asmodee nicht einfach für sich alleine nutzen. Der Essener Vertrieb, der von jeher darauf setzt, den Einzelhandel zu fördern, möchte alle Unternehmen und Institutionen in der Brettspielbranche an Bord holen und gemeinsam den Handel unterstützen. Dazu stellt Asmodee die detaillierten Ergebnisse von „Offen – Wieder im Spiel“ zur eigenen Analyse zum kostenlosen Download bereit: auf der Homepage www.wieder-im-spiel.de Asmodee

EK/servicegroup legt Exit-Plan für den Einzelhandel vor

Die Suche nach der Balance zwischen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Erfordernissen in der Corona-Krisenlage ist weltweit eine der größten

Herausforderungen. Um für den Fall einer Lockerung des gegenwärtigen Shutdowns vorbereitet zu sein, hat die EK/servicegroup gemeinsam mit ihren Händlern einen Exit-Plan für den Einzelhandel entworfen und u. a. an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) übergeben. „Wir stehen grundsätzlich hinter den Entscheidungen der Bundesregierung. Als Verbundgruppe mit 4.000 Händlern ist es allerdings unsere Verantwortung, ein plausibles Übergangsszenario für den Einzelhandel nach dem Shutdown mitzugestalten“, so der EK Vorstandsvorsitzende Franz-Josef Hasebrink zur aktuellen Initiative.

 

In einem gemeinsam mit den Handelspartnerinnen und Handelspartnern erstellten Papier haben die Bielefelder dabei konkrete Aktivitäten und

Vorgehensweisen festgehalten, die die Wiedereröffnung der Geschäfte im Rahmen der Anordnungen der Bundesregierung beschleunigen könnten. Adressaten der daraus resultierenden Exit-Strategie waren neben dem BMWi auch der Handelsverband Deutschland (HDE) sowie die Handelsverbände der Bundesländer.

„Mitmachen, laut werden: Ihre Stimme zählt!“ Unter diesem Motto hatte EK ihre eigenen Handelspartner und auch die Mitglieder ihrer Kooperationspartner zur Teilnahme an einer OnlineUmfrage aufgerufen. Die Händler plädieren darin für eine schrittweise Öffnung der Einzelhandels-Geschäfte und schlagen dafür strenge Selbstauflagen vor.

 

Der auf Basis der Umfrageergebnisse erstellte Maßnahmen-Katalog enthält elf Kapitel mit sehr konkreten Regelungen zu Themen wie Zugangskontrolle, Hygieneregeln, kontaktloser Kassenbereich, eingeschränkte Öffnungszeiten usw.. Parallel dazu stellen die Ostwestfalen entsprechende Materialien für den

Handel bereit. Dazu zählen notwendige Hilfsmittel für die Ladenausstattung wie Hustenschutz und Desinfektionsstationen genauso wie Bodenaufkleber für eine Abstandsregelung, kontaktlose Bezahlmöglichkeiten am POS oder individualisierbare Informationstafeln für das Geschäft bzw. entsprechende Banner für den Online-Auftritt. „Wir sind auf ein mögliches Ende des Shutdowns vorbereitet. Im Vordergrund steht aber bei allem wirtschaftlichen Druck im Handel immer die Gesundheitsfürsorge für Kunden und Mitarbeiter, die wir mit unserem umfassenden Maßnahmen-Katalog in den Fokus nehmen“, setzt EK Vorstandsmitglied Susanne Sorg weiterhin eindeutige Prioritäten. EK/servicegroup

Was Verbraucher während der Corona-Krise online shoppen

Aufgrund bestehender Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie bleiben viele Verbraucher zu Hause. Das ändert auch das Einkaufsverhalten beim Onlineshopping.

 

Zurzeit besonders beliebt im Shoppingbereich bei CHECK24: Tischtennisplatten. Die Zahl der Bestellungen stieg um knapp 300 Prozent. Außerdem haben viele Kunden für Ersatz zum Gang ins Fitnessstudio gesorgt. Fitnessgeräte und Zubehör wie z. B. Hanteln, Schlingen- und Rollentrainer oder Gymnastikmatten verkauften sich dreimal so häufig wie sonst.*

 

Verbraucher decken sich aber auch mit weniger sportlichen Beschäftigungsmöglichkeiten für die eigenen vier Wände ein. Puzzles gingen dreimal häufiger über die virtuelle Ladentheke. E-Book-Reader verkauften sich um 130 Prozent besser und die Verkäufe von Konsolen und Videospielen stiegen um 76 Prozent. Auch bei Windeln, Kameradrohnen, Home-Office-Zubehör, Kinderspielzeug und Haarschneidegeräten gab es eine erhöhte Nachfrage.

 

"Die Menschen verbringen mehr Zeit zu Hause und stellen sich mit ihren Online-Einkäufen darauf ein", sagt Tobias Tammen, Geschäftsführer Shopping bei CHECK24.

 

Reise- und Outdoor-Produkte sind Verlierer in der Corona-Zeit

Wenn keine Reisen möglich sind, benötigen Kunden auch kein Reisezubehör. Koffer und Trolleys verkauften sich durch die Reisebeschränkungen um 43 Prozent schlechter. Ähnliche Rückgänge der Bestellungen gab es bei Produkten für Outdoor-Aktivitäten wie Fußballbekleidung (-36 Prozent) oder Wanderequipment (-25 Prozent). Verbraucher sind augenscheinlich weniger mit ihren Kindern im Auto unterwegs. Kindersitze fürs Auto wurden 26 Prozent weniger verkauft.

 

Übrigens: In der Zeit, in der Menschen vermehrt von zu Hause arbeiten und weniger vor die Tür gehen, verringerte sich auch die Nachfrage nach Körperpflegeprodukten. Check24

BVS fordert Wiedereröffnung ohne Diskriminierung

Bereits seit Wochen arbeitet der BVS mit den Landesverbänden und dem Handelsverband Deutschland unter Hochdruck an einem gemeinsamen Exit-Szenario für die Wiederaufnahme des gesamten Geschäftsbetriebs im Einzelhandel. Steffen Kahnt, BVS-Geschäftsführer: „Unser Signal an die Landes- und Bundespolitik ist eindeutig: Wir sind bereit und können auch unter verschärften Bedingungen wieder öffnen. Bereits in den letzten Wochen liefen die politischen Kanäle in Bund und Ländern heiß." Jetzt werden die ersten Öffnungs-Szenarien auch in der Öffentlichkeit diskutiert. Lockerungen, die z.B. nach Einzelhandelsbranchen differenzieren, führen zu Wettbewerbsverzerrungen, Rechtsunsicherheit und kollektiver Verunsicherung. Unklare, komplizierte Regelungen gilt es unter allen Umständen zu vermeiden.

 

Trotz vieler engagierter und kreativer Lösungsansätze der Unternehmen, auch im Shutdown weiter Ware an ihre Kunden zu verkaufen, tragen die Fachhändler eine große Last. Wieland Sulzer, BVS-Vorsitzender, schaut nach vorn: „Die Zeichen stehen jetzt auf Wiedereröffnung. Darauf arbeiten wir seit Wochen mit aller Kraft hin. Wichtig sind einheitliche, nicht-diskriminierende Vorgaben für den gesamten Einzelhandel. Es kann nicht sein, dass jetzt Branchen gegeneinander ausgespielt werden."

 

Der BVS arbeitet seit dem Shutdown daran, Handlungsspielräume für seine Händler zu erreichen. Sulzer: „Viele Menschen in Deutschland erlebten in den letzten Wochen, wie es wäre, wenn es praktisch keinen stationären Fachhandel mehr gäbe. Inzwischen wächst die Sehnsucht nach Normalität von Tag zu Tag. Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels."

 

Hier der 10-Punkte-Plan, der vom Handelsverband Deutschland in Zusammenarbeit mit seinen Landesverbänden und Bundesfachverbänden erstellt wurde:

  1. Einheitliche, nicht-diskriminierende Vorgaben
  2. Klare Kommunikation zu Verhaltensregeln und Hygienemaßnahmen
  3. Wiederankurbeln von Konsum, Ermutigung von Kunden
  4. Finanzielle Situation der Unternehmen flankieren
  5. Einrichtung von Nothilfefonds für kleine und mittlere Unternehmen
  6. Flexibilisierung des Arbeitsrechts, Reduzierung von Personalkosten
  7. Befristete Liberalisierung von Ladenöffnungsrecht
  8. Sicherstellung von Logistikkapazitäten
  9. Unterstützung der Innenstadt durch erweiterte Städtebaufördermittel und einen Innenstadtstabilisierungsfonds
  10. Garantie der Unversehrtheit des EU-Binnenmarktes

Die genauen Inhalte zu allen 10 Punkten finden Sie unter diesem Link. BVS

Corona Consumer Check - Onlinekäufe werden beliebter

Der stationäre Handel kann auch in der fünften Woche des Lockdowns in Deutschland im Rahmen der Coronakrise nur eingeschränkt und in bestimmten Branchen öffnen. In diesem Rahmen wird der Einkauf über das Internet bei vielen Bürger*innen immer beliebter – so die Ergebnisse des neuen Corona Consumer Check. Ein Trend, der sich fortzuführen scheint, denn fast alle Befragten sind mit den online getätigten Käufen zufrieden und können sich vorstellen, diese auch weiterhin über das Internet zu tätigen. Im Vergleich zu den Daten des Corona Consumer Check von Mitte März lässt sich eine Verschiebung der beliebtesten Produktkategorien für Onlinekäufe feststellen: Kleidung und Schuhe werden aktuell am meisten online eingekauft.

 

Verschiebung von stationären Einkäufen auf Onlinekanäle

22 Prozent der befragten Konsumentinnen und Konsumenten haben in der vergangenen Woche Einkäufe, die sie normalerweise im stationären Geschäft tätigen, online erledigt. Vor drei Wochen war das Zurückgreifen auf Onlinedienste für die gewohnten Einkäufe noch deutlich geringer ausgeprägt: Nur 13 Prozent der Befragten gaben an, gewohnt stationäre Einkäufe auf Onlineangebote zu übertragen.

 

Starke Zufriedenheit der Konsument*innen

Der Einkauf über Onlinekanäle erfreut sich großer Zufriedenheit. Eine Mehrheit von 95 Prozent der Befragten geben an, mit dem Kauf zufrieden zu sein. Diese positive Bewertung wirkt sich auch auf das zukünftige Konsumverhalten aus. So können sich 71 Prozent der befragten Konsument*innen vorstellen, den online gekauften Artikel auch weiter über das Internet zu bestellen.

 

Kleidung und Schuhe beliebteste Onlineproduktkategorie

Die beliebtesten Produktkategorien, die von den Deutschen online bestellt werden, haben sich in den vergangenen drei Wochen stark verschoben. Waren Mitte März noch Hygieneartikel und haltbare Lebensmittel die beliebtesten Artikel bei Onlinekäufen, kauft aktuell eine Mehrheit von 40 Prozent der Befragten am liebsten Kleidung und Schuhe online. Hygieneartikel wurden nur von 26 Prozent online bestellt (KW 12: 47 Prozent), bei haltbaren Lebensmitteln sind es nur noch 20 Prozent (KW 12: 42 Prozent). IFH

Corona Consumer Check - Befürchtungen um den stationären Handel

Der dritte Corona Consumer Check des IFH Köln hebt die schwierige Lage des durch den Shutdown stark betroffenen Einzelhandels hervor. Viele Konsument*innen befürchten, dass stationäre Geschäfte die Krise nicht überleben. Wie sich der Umsatz üblicherweise auf die einzelnen Monate, und damit auch auf die Frühjahrsmonate, verteilt, ist vor diesem Hintergrund eine spannende Frage.

 

Zahlreiche Geschäfte aus den verschiedensten Branchen sind aktuell von den Shutdown-Maßnahmen betroffen und die Debatten rund um Lockerungen der Maßnahmen mehren sich. Befürchtungen um die Zukunft der Geschäfte gibt es nicht nur bei Unternehmer*innen. Der IFH-Corona Consumer Check zeigt: Auch Konsumentinnen und Konsumenten befürchten, dass viele Geschäfte – insbesondere stationäre Läden – die Krise nicht überstehen werden. Ein Blick auf die saisonale Umsatzverteilung zeigt, welche Branchen in den „Corona-Monaten“ März bis Mai üblicherweise den größten Umsatz machen.

 

Befürchtungen um stationären Handel

59 Prozent der befragten Konsumentinnen und Konsumenten haben die Befürchtung, dass stationäre Geschäfte die Krise nicht überleben werden. Bei Onlineshops sind die Befragten weitaus positiver gestimmt: Nur 11 Prozent sind hier der Meinung, dass Onlineshops aufgrund der Krise schließen müssen; 58 Prozent der Befragten glauben, dass Onlineshops die Krise überleben werden.

 

Einzelhandel in der Frühjahrssaison mit 25,2 Prozent Umsatzanteil

Unabhängig von unterschiedlichen Branchenkonjunkturen erzielt der Einzelhandel üblicherweise in den Frühjahrsmonaten März bis Mai einen Umsatzanteil von 25,2 Prozent.

 

Welche Branchen machen in den Monaten März bis Mai üblicherweise den größten Umsatz?

Auf der Branchenebene zeigen sich Unterschiede. So liegt die Umsatzbedeutung der „Corona-Monate“ März bis Mai üblicherweise in den Konsumgüterbranchen bei einer Bandbreite von 19,8% bis 35,3%. Von überdurchschnittlicher Umsatzbedeutung sind diese Monate in den Branchen Garten, Fahrrad, Elektro- und Unterhaltungselektronikzubehör, Heimwerken und Schuhe. IFH

VEDES Spielzeug-Hotline - Die Nummer für ganz Deutschland

Das Corona-Virus hat auch die Spielwarenbranche in einen Ausnahmezustand versetzt. Gerade kleine und mittelständische Spielwarenfachhändler trifft es jetzt besonders hart, da ihre Geschäfte vor dem Ostergeschäft aktuell geschlossen sind und ihnen dadurch wichtige Umsätze nahezu komplett wegbrechen. 

 

Nun kann ganz Deutschland mithelfen und den stationären Spielwarenfachhandel solidarisch unterstützen. Dafür hat die VEDES – Europas führende Verbundgruppe für Spiel, Freizeit und Familie – eine bundesweite Spielzeug-Hotline ins Leben gerufen: Unter der Nummer 0911-480810 werden Endverbraucher direkt zu ihrem nächstgelegenen Spielwarenhändler weitergeleitet, können dort ihre Bestellung telefonisch aufgeben oder sich persönlich beraten lassen. Damit können sie ein wertvolles Zeichen setzen und ihre Treue zum lokalen Spielwarenfachhandel unterstreichen.

 

Natürlich besteht parallel die Möglichkeit, über den zentralen VEDES Online-Shop unter vedes.com Spiel- und Freizeitprodukte zu bestellen, die dann ebenfalls vom nächstgelegenen Spielwarenfachhändler verschickt werden. Gerade in dieser schweren Zeit ist es wichtig, sich solidarisch zu zeigen und die Händler vor Ort zu unterstützen. Nur mit einem klaren Bekenntnis der Verbraucher können die vielen bunten Spielzeugläden nach der Krise wieder ihre Türen öffnen und damit Kinderherzen höherschlagen lassen. VEDES

Corona-Pandemie führt zu deutlichem Umsatzverlust im Onlinehandel

Um fast 20 Prozent ist der E-Commerce im März 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen. Einzig die Kategorien, die auch im Einzelhandel stark nachgefragt wurden, konnten zum Teil deutliche Zuwächse verzeichnen: Lebensmittel, Drogeriewaren, Medikamente und Do-it-yourself- beziehungsweise Baumarkt-Sortimente. Damit sind fast alle Zuwächse, die der Onlinehandel im Januar und Februar erzielt hatte, vernichtet worden. 

 

Der Onlinehandel stagniert nahezu zwischen Januar und März mit einem geringen Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum 1. Quartal 2019. Das Wachstum im ersten Quartal dieses Jahres lag damit deutlich unter den starken Vorjahreswerten von 11,2 Prozent. Die Kunden kauften im Onlinehandel zwischen Januar und März 2020 Waren für 16.482 Mio. EUR inkl. USt ein (1. Q. 2019: 16.244 Mio. EUR inkl. USt). Im 1. Quartal 2020 lag das Wachstum in der Kategorie Lebensmittel bei 28,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erwirtschaftete einen Online-Umsatz von 361 Mio. EUR inkl. USt (1. Q. 2019: 282 Mio. EUR inkl. USt). Allein im Monat März betrug die Steigerung 55,8 Prozent. Medikamente wurden im 1. Quartal 2020 für 227 Mio. EUR inkl. USt (1. Q. 2019: 171 Mio. EUR inkl. USt) gekauft. Hier stieg der Umsatz im Monat März um 88,2 Prozent. Im absoluten Wachstum war diese kleine Warengruppe somit Spitzenreiter.

 

Im Januar und Februar konnten die E-Commerce-Umsätze noch um 8,8 Prozent auf 12.856 Mio. EUR inkl. USt zulegen. Zahlreiche Kategorien zeigten sich nach jahrelangem Wachstum ungebremst mit über 10 Prozent im Plus. Auch die großen Kategorien Bekleidung (+9,5 Prozent), Unterhaltungselektronik (+8,9 Prozent) und Computer/Zubehör (+9,6 Prozent) zeigten weiter eine sehr dynamische Entwicklung. Im März brach dann der Umsatz über alle Kategorien hinweg um 18,1 Prozent ein. Das Bekleidungssegment stürzte sogar um mehr als 35 Prozent ab. Unterhaltungselektronik zeigte ein Minus von 20,9 Prozent, Computer und Zubehör verzeichnete trotz der Ausgaben für Homeoffice-Lösungen einen Rückgang um 22,7 Prozent.

 

„E-Commerce ist heute ein normaler Einkaufskanal. Deshalb wirkt sich solch eine Krise in der Konsumstimmung voll auf unsere Branche aus. Die Behauptung, der E-Commerce würde pauschal als ‚Gewinner‘ aus der Corona-Pandemie hervorgehen, ist schlicht falsch“, so Gero Furchheim, Präsident des bevh und Sprecher des Vorstands der Cairo AG. „Richtig ist aber, dass die Chancen des E-Commerce für die Versorgung der Kunden und die Geschäftsmodelle des Einzelhandels neu erlebt werden.“

 

Zusätzlich zu den wöchentlich erhobenen Konsumenten-Informationen hat der bevh seit Anfang März regelmäßig seine Mitglieder nach der Geschäftslage befragt. Erst in den letzten Märztagen, die in der Konsumentenbefragung nicht mehr erfasst werden konnten, zeigte sich eine Belebung der Nachfrage, die den aufgelaufenen Umsatzverlust jedoch bei weitem nicht wettmachen kann.

 

„Die Nachfrage zieht an, und dieses positive Signal muss auch in den stationären Handel zurückgeführt werden. Deshalbbraucht es jetzt einheitliche Genehmigungen von kontaktlosem "Click & Collect" - die kontaktlose und sichere Übergabe von telefonisch oder im Internet bestellten Waren. Dieses Konzept könnte jetzt, zusätzlich zum Onlinehandel, einen Beitrag für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung und die Existenzsicherung stationärer Ladengeschäfte leisten und muss zwingend Teil einer zukünftigen Exit-Strategie sein. Die Läden sind voll mit Waren, und Saisonartikel sind kurzfristig vom Wertverfall bedroht.“ 

 

Warengruppen-Cluster „Freizeit“ (DIY/Blumen, Spielwaren, Auto/Motorrad/Zubehör, Hobby/Freizeitartikel) 

Der gesamte Online-Umsatz des Warengruppen-Clusters stieg im 1. Quartal 2020 auf 1.889 Mio. EUR inkl. USt (1. Q. 2019: 1.861 Mio. EUR inkl. USt) um insgesamt 1,5 Prozent.

 

Warengruppen-Cluster „Einrichtung“ (Möbel/Lampen/Deko, Haus- /Heimtextilien, Haushaltswaren-/geräte)

Im 1. Quartal 2020 stieg der Online-Umsatz auf insgesamt 2.623 Mio. EUR inkl. USt (1. Q. 2019: 2.542 Mio. EUR inkl. USt). Dies ist ein Wachstum von 3,2 Prozent im ersten Quartal. 

 

Warengruppen-Cluster „Bekleidung inkl. Schuhe“ 

Bekleidung wurde online im 1. Quartal 2020 für 3.046 Mio. EUR inkl. USt (1. Q. 2019: 3.132 Mio. EUR inkl. USt) gekauft. Der Umsatz ging somit um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Der Bereich Schuhe erwirtschaftete einen Online-Umsatz von 1.022 Mio. EUR inkl. USt (1. Q. 2019: 1.049 Mio. EUR inkl. USt). Auch hier lag die Veränderung bei minus 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

 

Warengruppen-Cluster „Unterhaltung“ (Bücher/Ebooks/Hörbücher, Computer/Zubehör/Spiele/Software inkl. Downloads, Elektronikartikel/Telekommunikation)

Die Umsätze für Computer, Zubehör und Spiele wuchsen lediglich online im 1. Quartal 2020 um 0,8 Prozent und beliefen sich auf 1.376 Mio. EUR inkl. USt (1. Q. 2019: 1.366 Mio. EUR inkl. USt). Die Online-Umsätze bei Büchern und E-Books lagen bei 942 Mio. EUR inkl. USt (1. Q. 2019: 944 Mio. EUR inkl. USt) und sanken um 0,2 Prozent.

 

Warengruppen-Cluster „Täglicher Bedarf“ (Lebensmittel, Drogerie, Tierbedarf)

Das Gesamtvolumen des Warengruppen-Cluster „Täglicher Bedarf“ stieg online um insgesamt 17,3 Prozent mit einem Gesamtumsatz von 1.231 Mio. EUR inkl. USt (1. Q. 2019: 1.050 Mio. EUR inkl. USt). Allein der Umsatz bei Drogerie hat sich gegenüber dem Vorjahr um 17,2 Prozent gesteigert. 

 

Dienstleistungen

Dramatische Verluste erlitten die Dienstleistungen im E-Commerce, die insbesondere von Onlinebuchungen für Reisen, Veranstaltungen oder Flug- bzw. Bus- und Bahn-Tickets geprägt sind. Sie stürzten im März allein um mehr als 75 Prozent im Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum ab. Im gesamten 1. Quartal 2020 erzielten sie mit 3.886 Mio. EUR inkl. USt 13,4 Prozent weniger Umsatz als 2019 (4.489 Mio. EUR inkl USt).

 

Versendertypen im E-Commerce-Handel

Im 1. Quartal zogen die Apothekenversender voran. Diese Kategorie wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent und erreichte einen Online-Umsatz von 200 Mio. EUR inkl. USt (1. Q. 2019: 160 Mio. EUR inkl. USt). Die größten Einbußen erzielten die Onlineshops der stationären Händler, die um 9,5 Prozent auf 2.047 Mrd. EUR inkl. USt nachgaben (1. Q. 2019: 2.263 Mrd. EUR inkl. USt). Ein Wachstum von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einen Umsatz von 8.011 Mio. EUR inkl. USt (1. Q. 2019: 7.639 Mio. EUR inkl. USt) erwirtschafteten die Online-Marktplätze. Prozentual gleichauf lagen die Internet Pureplayer mit einem Plus von ebenfalls 4,9 Prozent und einem Umsatz von 2.395 Mio. EUR inkl. USt (1. Q. 2019: 2.283 Mio. EUR inkl. USt).

 

Im gesamten Interaktiven Handel (Online- und klassischer Versandhandel) kauften im 1. Quartal 2020 die deutschen Verbraucher Waren für 16.785 Mio. EUR inkl. USt (1. Q. 2019: 16.740 Mio. EUR inkl. USt). Daran hat der Onlinehandel einen Anteil von 98,2 Prozent und konnte insgesamt um 1,2 Prozentpunkte zum Vorjahresquartal zulegen.

  

Jeder dritte Onlinekäufer bestellt inzwischen mehrmals in der Woche im Internet. Dies und ein deutlich gestiegenes Bestellvolumen über Mobilgeräte haben den Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce im Jahr 2019 auf 72,6 Mrd. EUR inkl. USt getrieben. Das ist ein Plus von 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 65,1 Mrd. EUR inkl. USt. Der Gesamtumsatz mit Waren sowie Dienstleistungen im Interaktiven Handel, der neben Onlineverkäufen auch schriftliche und telefonische Bestellungen enthält, erreichte in 2019 94 Mrd. EUR inkl. USt.. bevh

Corona Consumer Check - Handelsunternehmen kommt große Verantwortung zu

Immer mehr Unternehmen – insbesondere aus der Handelsbranche – haben in der vergangenen Woche Kurzarbeit angemeldet. Ein korrekter und verantwortungsvoller Umgang mit der Krisensituation ist für die Branche grundlegend wichtig – so auch die Meinung der für den Corona Consumer Check befragten Konsumentinnen und Konsumenten, die mehrheitlich den Handelsunternehmen in der Krise eine große Verantwortung zuschreiben. Diese Sichtweise zeigt sich auch in dem Konsumverhalten der Befragten: Unternehmen, die sich aktuell nicht korrekt verhalten, könnten nach der Krise von ihren Kund*innen abgestraft werden und geplante Anschaffungen verschieben die Befragten eher in die Zeit nach der Krise.

 

Handelsunternehmen mit großer Verantwortung

Eine Mehrheit von 65 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Handelsunternehmen in der Coronakrise eine große Verantwortung übernehmen. Dabei scheint bei der älteren Bevölkerung der über 50-Jährigen diese Überzeugung stärker verankert zu sein als bei den jüngeren Bürgerinnen und Bürgern.

 

Unkorrektes Verhalten zieht Konsequenzen nach sich

42 Prozent der befragten Konsument*innen geben an, verantwortungsloses Agieren von Unternehmen in der Krise später mit Konsequenzen zu strafen und das Unternehmen zu meiden. Während Konsument*innen über 70 Jahren hier besonders abstrafend reagieren, zeigen die 30-49-Jährigen hier ein weniger konsequentes Verhalten in der Zeit nach der Krise.

 

Geplante Anschaffungen werden verschoben

Die Einschränkungen im Einkaufsverhalten – unter anderem ausgelöst durch geschlossene Geschäfte – wirken sich auch auf geplante Anschaffungen der Konsumentinnen und Konsumenten aus. So geben 69 Prozent der Befragten an, geplante Anschaffungen bewusst auf die Zeit nach der Krise zu verschieben. Hier herrscht über die unterschiedlichen Altersgruppen hinweg nahezu Einigkeit. IFH

Einzelhandelsumsatz im Februar 2020 real 6,4 % höher als im Februar 2019

In der Corona-Krise herrscht im Einzelhandel eine starke Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs. Die gesteigerte Nachfrage wird im Einzelhandelsumsatz im Februar 2020 teils deutlich sichtbar. Insgesamt setzten die Einzelhandelsunternehmen in Deutschland im Februar 2020 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) real (preisbereinigt) 6,4 % und nominal (nicht preisbereinigt) 7,7 % mehr um als im Februar 2019. Dabei hatte der Februar 2020 mit 25 Verkaufstagen einen Verkaufstag mehr.

 

 

Kalender- und saisonbereinigt war der Umsatz im Februar 2020 im Vergleich zum Januar 2020 real um 1,2 % und nominal um 1,4 % höher. 

 

Im Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren zeigt sich die erhöhte Nachfrage besonders: Die Branche setzte im Februar 2020 real 7,8 % und nominal 10,6 % mehr um als im Februar 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 8,3 % und nominal 11,1 % über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln setzte im entsprechenden Vergleich real 3,5 % und nominal 6,6 % mehr um. Alle in diesem Abschnitt genannten Veränderungsraten sind deutlich höher als die entsprechenden Veränderungsraten in den vergangenen fünf Jahren. 

 

Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln stiegen die Umsätze im Februar 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 5,6 % und nominal um 5,9 %. Das größte Umsatzplus mit real und nominal 11,0 % erzielte der Internet- und Versandhandel, wobei hier Veränderungsraten dieser Größenordnung nicht ungewöhnlich und somit nicht eindeutig auf einen Sondereinfluss der Corona-Pandemie zurückzuführen sind. Einen recht deutlichen Einfluss der aufziehenden Krisensituation zeigt allerdings der Umsatzanstieg der Apotheken beziehungsweise des Einzelhandels mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten um real 6,6 % und nominal 7,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Destatis

HDE für individuelle und passgenaue Lösungen bei Kurzarbeit und Aufstockung

Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert in der Coronakrise passgenaue und flexible Lösungen für die Handelsunternehmen bei einer möglichen Aufstockung des staatlichen Kurzarbeitergelds. Die von der Gewerkschaft Verdi geforderte tarifvertraglich festgeschriebene Pauschallösung für alle Handelsunternehmen könnte ansonsten vor allem die Unternehmen überfordern, die derzeit von den Ladenschließungen betroffen sind.

 

„In dieser schwierigen Situation brauchen wir betriebliche Lösungen zum Kurzarbeitergeld. Gerade im Non-Food-Bereich bangen aktuell sehr viele Unternehmen um ihre bloße wirtschaftliche Existenz. Bei Umsatzausfällen von oft 100 Prozent könnten pauschale tarifliche Aufstockungen des Kurzarbeitergeldes viele Handelsunternehmen überfordern“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Es gehe darum, jetzt gemeinsam mit den Gewerkschaftsvertretern und den Arbeitnehmern daran zu arbeiten, dass möglichst viele Unternehmen und Arbeitsplätze diese Krise überstehen. Viele prominente Beispiele aus der Branche zeigen zudem, dass die Einzelhandelsunternehmen, denen es finanziell möglich ist, bereits aufgrund von Betriebsvereinbarungen eine Aufstockung zum Kurzarbeitergeld an die Mitarbeiter zahlen. Zudem haben sich bereits einige Unternehmen im weiterhin geöffneten Lebensmittelhandel freiwillig dazu entschlossen, aufgrund der derzeit erhöhten Arbeitsbelastung zusätzliche Prämien an ihre Mitarbeiter auszuzahlen.

 

Genth: „Kein Unternehmen, das wegen der Ladenschließungen Kurzarbeit in Anspruch nehmen muss, profitiert davon in wirtschaftlicher Hinsicht. Es geht hier ausschließlich um Schadensbegrenzung.“ Vor diesem Hintergrund schlägt der HDE auch vor, die bereits tariflich vereinbarte Lohnerhöhung für Handelsunternehmen in Not zu verschieben. Die Idee einer Tarifverschiebung auf Basis eines Tarifvertrages für Unternehmen in Not solle eine unkomplizierte und auch schnelle Möglichkeit für tarifgebundene Unternehmen mit akuten Liquiditätsproblemen bieten. In diesen Fällen komme ein Sanierungstarifvertrag nach komplexen und langwierigen Verhandlungen viel zu spät. „Es geht hierbei lediglich um eine Notoperation, um bedrohte Unternehmen zu retten“, so Genth weiter. Unternehmen, die nicht in finanziellen Schwierigkeiten seien, müssten die im Frühjahr anstehende Tariferhöhung selbstverständlich an ihre Mitarbeiter bezahlen. HDE

#wirspielenweiter - Kosmos bietet Händlern partnerschaftliche Unterstützung an

Die aktuelle Situation der Kontakteinschränkung und die geschlossenen stationären Geschäfte stellen den Handel vor immense Schwierigkeiten. Daher hat sich Kosmos entschieden, seine Handelspartner mit besonderen Services zu unterstützen. Ab sofort wird der Verlag auf seiner Website eine Händlerübersicht veröffentlichen, um auf deren lokale Lieferservices aufmerksam zu machen. Mit einer gezielten Social Media Advertising-Kampagne wird zusätzlicher Traffic auf diese Händlerseite gelenkt und dafür gesorgt, dass die Seite von den Endkunden besonders schnell und gut gefunden wird. 

 

"In Zeiten wie diesen, in denen unsere langjährigen Partner ihre stationären Ladengeschäfte nicht öffnen dürfen, heißt es zusammenhalten", erklärt Matthias Kienzle, Managing Director Spielware bei Kosmos. "Daher haben wir für unsere Fachhändler ein ganzes Paket an Unterstützungsmaßnahmen geschnürt. Die Kampagne für die Händlerübersicht mit lokalen Lieferservices auf unserer Webseite ist dabei ein wichtiger Baustein."

 

Flankiert werden die Maßnahmen durch kontinuierliche Beschäftigungstipps und Inspirationen, die Kosmos unter den Hashtags #wirlesenweiter und #wirspielenweiter über sämtliche Social Media Kanäle hinweg kommuniziert. Zudem werden auf der Kampagnenwebsite kosmos.de/wirspielenweiter kostenlose Inhalte zum Download angeboten, z. B. Sternenschweif-Mandalas zum Ausmalen, Die drei ???-Rätsel oder auch Pumuckl-Geschichten zum Vorlesen. Damit sollen insbesondere Eltern und ihre Kinder unterstützt werden. Gestartet wird mit einem kleinen Angebot, das kontinuierlich erweitert wird, sodass die Endkunden immer wieder etwas Neues entdecken. 

 

Händler, die sich an der Kampagne beteiligen möchten, nutzen einfach den gemeinsamen Hashtag #wirspielenweiter oder #wirlesenweiter. Je mehr sich an der Aktion beteiligen und sich miteinander vernetzen, desto höher wird die Sichtbarkeit für alle Partner. 

 

Weitere Infos: 

www.kosmos.de/wirlesenweiter 

www.kosmos.de/wirspielenweiter 

www.Kosmos.de/handel

 

Kampagne: 

#wirlesenweiter

#wirspielenweiter 

Kosmos

STAY HOME and play - Interview mit Rainer Saemann

Rainer Saemann ist Unit Director Licensing bei ProSiebenSat.1 Licensing – a Divison of SevenOne AdFactory GmbH und der Initator hinter STAY HOME and play.  Seit vielen Jahren ist ProSiebenSat.1 Licensing ein relevanter Player in der Lizenzbranche. Im Portfolio befinden sich Marken wie z.B. The Masked Singer, Galileo, The Voice of Germany, Germany’s next Topmodel und viele mehr. Wir haben Rainer Saemann virtuell zu einem Interview getroffen.

 

T&G Report: Lieber Herr Saemann, Sie haben innerhalb von nur einer Woche gemeinsam mit Ihren Partnern ein sehr anspruchsvolles Projekt auf den Weg gebracht – und das unter erschwerten Bedingungen. Wie fühlen Sie sich?

 

Rainer Saemann: Es liegt eine ereignisreiche Woche mit vielen Aufgaben hinter der Projektgruppe. Der erste Schritt, den Shop live zu bringen, ist erfolgt. Das ist ein tolles Gefühl. Jetzt gilt es aber, alle kommenden Aufgaben professionell umzusetzen damit das Projekt auch ein Erfolg wird.

 

T&G Report: Was hat Sie bewogen solch einen Webshop in schwierigen Zeiten aufzusetzen?

 

Rainer Saemann:  Aus der Sicht eines Vaters stellte ich mir nach ein paar Tagen im Home Office die Frage, welche Mittel stehen mir zur Verfügung, um diese Situation optimal zu bewältigen. Als langjähriger Freund der Spielwarenindustrie und geschäftlich eng verbunden mit dieser Industrie, kam schnell der Gedanke eines speziellen Webshops auf. Mit unserem The Masked Singer Shop haben wir gute Erfahrungen gemacht, und mit dem Monsterchen Plüsch ein gutes Gespür für das Produkt gehabt. Das wollten wir in „Stay Home and play“ gebündelt nutzen, um den Familien für diese besondere Situation ein speziell auf sie zugeschnittenes Angebot zu präsentieren. In unserem Shop findet man daher eine selektierte Auswahl an Klassikern und Neuheiten, die den Familien und Kindern die Zeit erleichtern sollen.

 

T&G Report: War es schwierig Ihr eigenes Unternehmen und Ihre Partner Ravensburger, Clementoni und die Simba Dickie Group für Ihr Vorhaben zu begeistern?

 

Rainer Saemann: Erfreulicherweise nicht. Vielmehr hat unsere Geschäftsführung schnell grünes Licht für die Idee gegeben und unser Projektteam hat den Ansatz sofort um viele tolle Ideen angereichert. Gleiches gilt für die genannten Industriepartner. Alle waren bereit,  schnell und unkonventionell Teil zu werden, obwohl es natürlich ein Risiko gibt und man nicht weiß, wie  sich das Projekt entwickeln wird. Uns vereint aber alle die Einstellung: „Wenn wir es nicht versuchen, finden wir es nicht heraus“. Somit bin ich allen P7S1-Kollegen und den Partnern bei Ravensburger, Clementoni und SIMBA DICKIE sehr dankbar.

 

T&G Report: Was würden Sie jemandem antworten, der sagt, dass es genau solche Krisen wie die derzeitige braucht, damit solche neuen Konzepte entstehen?

 

Rainer Saemann: Erstmal würde ich entgegnen, dass es keine Krisen braucht. Keiner braucht diese Situation in der wir uns befinden. Wir nutzen nur die Umstände, um uns anzupassen. Das kann der Mensch ja sehr gut. Was sich aber zeigt ist, dass besondere Umstände besondere Ideen und Maßnahmen hervorbringen. Dadurch, dass wir uns alle in der aktuellen Lage stetig reflektieren und anpassen müssen, haben wir einen neuen Spirit und Offenheit, uns gegenseitig  zu helfen und Projekte voran zu treiben. Das findet nicht nur in der P7S1 Licensing statt. Es gibt derzeit viele wunderbare Kooperationen, z.B. zwischen McDonald’s und der ALDI Gruppe. 

 

T&G Report: Sehen Sie STAY HOME and play als Exklusivmodell oder sind Sie für weitere Partner offen? Wie stehen Sie dazu weitere Unternehmen zu gewinnen, die sich dieser Idee anschließen?

 

Rainer Saemann: Für die Anfangsphase war es wichtig, Geschwindigkeit zu entwickeln, ein kleines aber wohl selektiertes Sortiment zu definieren und den Shop zu starten. Das haben wir mit einer Auswahl an Partnern geschafft, die wir seit Jahren sehr gut kennen. Es ist grundsätzlich kein Exklusivmodel, aber das Modell muss sich erst behaupten, bevor es sinnvoll ist, weitere Partner und deren Produkte aufzunehmen. Aber natürlich sind wir grundsätzlich offen für Gespräche. Im Moment machen wir noch unsere Hausaufgaben, um eine attraktive Plattform anzubieten. 

  

T&G Report: Sehen Sie diesen Webshop als virtuellen Pop-Up-Store oder sehen Sie hier ein entwicklungsfähiges Modell für die Zukunft? Konkreter gefragt, sind Sie angetreten um zu bleiben?

 

Rainer Saemann: Im Moment ist unser Focus darauf ausgerichtet, mit „Stay home and play“  den Familien eine  Möglichkeit zu bieten, die COVID-19 Phase mit Spiel und Spaß zu überstehen. Und hier freuen wir uns natürlich über das Vertrauen und den Zuspruch unserer Konsumenten. Was die Zukunft bringt, ist im Moment schwer vorhersehbar.  

 

T&G Report: Herr Saemann, vielen herzlichen Dank für dieses Gespräch. Ph

„Stay home and play“– ProSiebenSat.1 Licensing kreiert Webshop für Familien-Entertainment zuhause

„Stay home and play“ – das sagt sich in diesen Tagen so leicht. Die aktuelle Corona-Krise hält die Welt in Atem. Eine besondere Herausforderung ist die derzeitige Situation für Familien: Arbeit im Homeoffice und gleichzeitig die Kinder möglichst sinnvoll beschäftigen. Der neue Webshop „Stay home and play“ (www.stayhomeandplay.com) bietet hier das willkommene Entertainment für zuhause. Auf Initiative von ProSiebenSat.1 Licensing und umgesetzt mit Unterstützung der langjährigen Partner Clementoni, Ravensburger und Simba Dickie Group, bietet „Stay home and play“ eine qualitativ hochwertige Auswahl an Artikeln aus dem Spielebereich. Dieses liebevoll ausgewählte Portfolio richtet sich an Familien, die während dieser Tage kreativ agieren wollen und die Zeit zu Hause mit Spiel und Spaß gestalten wollen.

 

„Gemeinsam mit unseren Partnern war es möglich, Klassiker wie zum Beispiel das Brettspiel ‚Scotland Yard‘, aber auch Neuheiten wie ‚Go Gecko Go!‘ (Spiel des Jahres 2019) oder ‚Mein Roboter MC 5.0‘ verfügbar zu machen. Es freut mich sehr, dass die vertrauensvollen Partnerschaften mit unseren Kunden gerade in schwierigen Zeiten so ein produktives und kundenorientiertes Ergebnis möglich machen. ‚Stay home and play‘ ist in kürzester Zeit ins Leben gerufen worden, und wurde von Clementoni, Ravensburger und Simba Dickie mit Leben gefüllt.“ so Rainer Saemann, Unit Director Licensing der ProSiebenSat1 Media SE.

 

Die Einführung des neuen Webshops „Stay home and play“ wird von einer TV- und Social-Media-Kampagne begleitet. Hierfür nutzt ProSiebenSat.1 Licensing seine reichweitenstarken TV Channels und Digital Expertise in Planung und Aussteuerung. Der TV-Spot und die Social-Media Motive sind eine Inhouse Produktion der SevenOneAdFactory, und zeigen die vielfältigen Möglichkeiten der SevenOne AdFactory aus einer Hand. ProSiebenSat.1

BVS startet Osterkampagne "Wir verkaufen weiter!"

Die Corona-Krise zwingt viele Fachhändler ihre Geschäfte zu schließen. Dass sie aber per Lieferdienst weiter verkaufen, wissen viele Kunden nicht. Der Handelsverband Spielwaren (BVS) motiviert seine Händler jetzt mit der Osterkampagne „Wir verkaufen weiter!" aktiv zu Bestellungen über WhatsApp, per Telefon, per E-Mail, über ihren Webshop sowie Plattformen aufzurufen.

 

„Um zu überleben, sind Händler mehr denn je auf ihre lokalen Kunden angewiesen und das müssen sie jetzt kommunizieren. Alle Händler erhalten vom BVS eine Muster-Pressemitteilung, um pünktlich zum Ostergeschäft bei ihrer Zeitung und dem lokalen Radio- und Fernsehsender aktiv zu werden", so BVS-Geschäftsführer Steffen Kahnt. BVS

HDE-Umfrage - Große Nachfrage nach Staatshilfen

Über 90 % der vom Handelsverband Deutschland (HDE) befragten 600 Unternehmen werden nach eigenen Angaben staatliche Hilfen zur Bewältigung der Corona-Krise in Anspruch nehmen oder tun dies bereits. Nach HDE-Schätzungen sind aktuell bis zu 300.000 Standorte aufgrund der jeweiligen Regelungen in den Bundesländern von Schließungen betroffen. „Die Lage ist dramatisch. Auch wenn der Handel in dieser Situation kreativ ist, wird es einer großen Zahl von Betrieben ohne staatliche Soforthilfen nicht gelingen, die Krise zu überstehen“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Rund zwei Drittel der Unternehmen bauen nach eigenen Angaben nun Angebot und Services aus, so den Onlinevertrieb über Marktplätze oder den eigenen Webshop. Viele Unternehmen bieten Lieferservices an oder nutzen Social-Media-Kanäle, wie Instagram oder Facebook, um ihre Kunden zu erreichen. „Von entscheidender Bedeutung sind kurzfristige, unbürokratisch gewährte Hilfen, die beim Handel schnell ankommen“, so Stefan Genth. HDE

So mächtig ist Amazon in Deutschland

 

 

Amazon baut seine Marktmacht in Deutschland weiter aus. Die Infografik von Statista zeigt auf Basis des E-Commerce Germany Reports, wie groß die Marktanteile von Amazon in unterschiedlichen Kategorien mittlerweile sind. Die Werte beziehen sich dabei jeweils auf den gesamten Handel, also den Online- und stationären Handel. Besonders stark ist Amazon demnach in den Bereichen Elektronik/Computer, Spielzeug/Baby/Sport/Freizeit und Bücher/Bürobedarf: hier liegen die Marktanteile zwischen 14,7 und 24 Prozent. Bei Produkten aus dem Küche/Haushalt/Wohnen entscheidet sich immerhin noch knapp jeder neunte Bundesbürger für den Kauf bei Amazon.

 

Amazon konnte seine Marktanteile in den vergangenen zwei Jahren in allen Kategorien stark ausbauen. Die Corona-Epidemie könnte dazu führen, dass sich dieser Trend noch beschleunigt. Viele stationäre Einzelhandelsgeschäfte mussten mittlerweile ihren Verkauf einschränken oder ganz einstellen. Kunden könnten ihre Produkte dann in vielen Fällen beim Marktführer Amazon bestellen. Statista

Die Abmahnindustrie drangsaliert die Wirtschaft selbst in der Krise

Während Wirtschaft und Handel durch das Corona-Virus weithin gelähmt sind und mit zum Teil existenzbedrohenden Umsatzrückgängen zu kämpfen haben, ist die “Abmahnindustrie” weiter aktiv. Vier- und fünfstellige Beträge fordern einige Anwälte und “Abmahnvereine” seit Beginn der Einschränkungen, insbesondere auch im stationären Handel, die oft auf geringfügige oder vom Händler derzeit nicht beeinflussbare Details zurückgehen.

 

„Es ist geradezu bösartig, dass in einer einmaligen Krisensituation, in der die Unternehmen alles versuchen, trotz aller Probleme ‘den Laden am Laufen zu halten’ und die Bundesregierung zu nie da gewesenen Unterstützungsmaßnahmen greifen muss, einige gerade jetzt noch Profit auf dem Rücken des Handels generieren wollen“, kritisiert Eva Behling, Justiziarin des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh). „Bundestag und Bundesregierung sind aber auch nicht unschuldig an der Situation. Sie haben ein längst formuliertes Gesetz gegen den Abmahnmissbrauch still und leise auf Eis gelegt. Wir fordern: Das Gesetz muss jetzt sofort auf den Weg gebracht werden, um den Handel in der Krise zu schützen. Jedenfalls muss es als Sofortmaßnahme so, wie in anderen Bereichen der Wirtschaft auch, ein ‘Abmahnmoratorium’ für die Zeit der aktuellen Krise geben. Das würde nicht nur dem Handel, sondern auch der durch die Krise stark beeinträchtigten betroffenen Justiz helfen.“

 

Im Handel sind missbräuchliche Abmahnungen vor allem wegen kleinster Formfehler zum Beispiel bei Informationspflichten oder Produktkennzeichnung zu einem massiven Problem angewachsen. Aus diesem Grund hatte die Bundesregierung im Koalitionsvertrag Maßnahmen beschlossen, die in einem Gesetz gegen den Abmahnmissbrauch münden sollten. Der Gesetzentwurf sollte schon zum 1. September 2018 vorgelegt werden. Allerdings legte die Bundesregierung erst im Mai 2019 einen Gesetzentwurf vor. Nach einer Sachverständigenanhörung im Oktober letzten Jahres, in der vor allem die Anwälte, aber die betroffene Wirtschaft praktisch gar nicht zu Wort kam, wurde der dringend nötige Vorschlag leider nicht mehr zur zweiten und dritten Lesung ins Parlament gegeben.

 

„Der Gesetzentwurf sollte dem Zweck dienen die Last an missbräuchlichen Abmahnungen zu verringern. In der Krise zeigt sich, dass die Abmahner sogar jetzt den Handel mit ihren meist rein formalistischen Forderungen drangsalieren“, erläutert Behling. „Wir haben gesehen, wie schnell die Regierung sinnvolle Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft beschließen kann. Mit gleicher Geschwindigkeit könnte sie einen großen Missstand, der den Handel jedes Jahr hohe Summen kostet, beseitigen; jedenfalls aber über ein Moratorium verhindern, dass die Abmahnindustrie gerade in dieser Krisenzeit Profit schlägt.” bevh

Konsumverhalten in Zeiten von Corona

Die aktuelle Ausgabe des neuen „Corona Consumer Check“ zeigt, dass außerordentliche Vorratskäufe bei Produkten des täglichen Bedarfs bei den Konsumentinnen und Konsumenten beliebt sind. Grund dafür scheint die Befürchtung zu sein, nicht mehr wie gewohnt einkaufen zu können. Generell greifen Konsument*innen vermehrt auf Onlinebestellungen zurück. Ein Drittel der Befragten empfindet die eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten im Rahmen der Coronakrise als Freiheitsverlust.

 

Konsument*innen legen Vorräte an – vor allem im Bereich Lebensmittel

Rund jeder dritte Deutsche hat in der vergangenen Woche mehr Vorräte an Lebensmitteln als sonst angelegt. Das sogenannte Hamstern kommt bei Hygieneartikeln seltener vor. Hier geben nur rund 17 Prozent der Befragten an, mehr als sonst gekauft zu haben.

Verschiebung von stationärem Einkaufen auf Onlineeinkäufe noch wenig ausgeprägt

Den Einkauf über das Internet anstatt über den gewohnten stationären Handel haben in der vergangenen Woche 13 Prozent der Befragten wahrgenommen. Dabei lässt sich eine besondere Affinität für die Verschiebung von stationären Einkäufen auf Onlineeinkäufe bei der jüngeren Zielgruppe der 18- bis 29-Jährigen feststellen.

 

Verschiebung von stationärem Einkaufen auf Onlineeinkäufe noch wenig ausgeprägt

Den Einkauf über das Internet anstatt über den gewohnten stationären Handel haben in der vergangenen Woche 13 Prozent der Befragten wahrgenommen. Dabei lässt sich eine besondere Affinität für die Verschiebung von stationären Einkäufen auf Onlineeinkäufe bei der jüngeren Zielgruppe der 18- bis 29-Jährigen feststellen.

 

Kaufeinschränkungen bei jüngeren Konsument*innen als Freiheitsverlust

Die Einschränkung des Einkaufsverhaltens und somit nicht mehr nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen einkaufen zu können, bedeutet für 31 Prozent der Befragten einen Verlust an Freiheit. Besonders eingeschränkt fühlen sich dabei jüngere Konsumentinnen und Konsumenten bis 49 Jahre. IFH

Coronakrise - Acht-Punkte-Programm für den Einzelhandel

Die Corona-Epidemie stellt den Einzelhandel vor sehr große Herausforderungen. Viele Handelsunternehmen müssen schließen – die verlorenen Umsätze liegen pro Tag bei rund 1,15 Milliarden Euro. Gleichzeitig sehen sich die Lebensmittelhändler mit ungewöhnlich großem Kundenaufkommen und logistischen Herausforderungen konfrontiert. Was braucht der Handel von der Politik, um die Coronavirus-Krise meistern zu können?

 

1. Bundesweit einheitlichen Rechtsrahmen setzen

Der Föderalismus kommt an seine Grenzen, wo er eine einheitliche Krisenbewältigung behindert. Die national tätigen Unternehmen benötigen einen einheitlichen Rechtsrahmen, um die Vorgaben zur Bekämpfung der Corona-Krise in ihren Unternehmen umsetzen zu können. Unterschiedliche gesetzliche Vorgaben in den Bundesländern und unterschiedliche Umsetzungen in Städten, Landkreisen und Kommunen insbesondere bei Zugangsregelungen zu offenen Geschäften und Hygienebestimmungen führen zu einem Chaos in der Umsetzung und sind für die Unternehmen nicht mehr überschaubar.

 

2. Liquidität durch Soforthilfen sicherstellen

Der Staat muss dem mittelständischen Fachhandel Soforthilfen in Form von Direktzuschüssen gewähren, damit die Liquidität bei den von den Geschäftsschließungen betroffenen mittelständischen Betrieben gewahrt bleibt. Diese Direktzuschüsse sollten von den Finanzämtern ausgezahlt werden. Denn diese verfügen über alle nötigen Daten wie Unternehmensdaten und Bankverbindungen.

 

3. Steuern, Gebühren und Sozialversicherungsbeiträge stunden

Fällige Steuern, Gebühren und Sozialversicherungsbeiträge sollten für mindestens sechs Monate zinslos gestundet werden.

 

4. Unternehmen für Vermögensschäden entschädigen

Die von den staatlich verfügten Geschäftsschließungen betroffenen Unternehmen müssen für die erlittenen Vermögensschäden entschädigt werden. Eine gesetzliche Grundlage könnte das Infektionsschutzgesetz sein.

 

5. Gewerbemieten des Handels aussetzen

Die Händler brauchen während der Schließungen ihrer Betriebe eine Aussetzung der Gewerbemieten und Reduzierung der Miete auf die laufenden Betriebskosten. Außerdem sollte den Handelsmietern zusätzlich die Stundung dieser Kosten ermöglicht werden. Die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten des Mieters, eine Anpassung des Mietvertrags wegen Störung der Geschäftsgrundlage gemäß § 313 BGB durchzusetzen, dürfen dadurch in keiner Weise beeinträchtigt werden.

 

6. Unbürokratische Arbeitnehmerüberlassung ermöglichen, Arbeitszeitgesetz liberalisieren und Einkommensgrenze für geringfügig Beschäftigte anheben

Arbeitnehmer, die wegen Geschäftsschließungen zurzeit ohne Tätigkeit sind, sollen unbürokratisch an Handelsunternehmen ausgeliehen werden können, die dringenden Bedarf an weiteren Arbeitnehmern haben. Zudem muss die zulässige tägliche Höchstarbeitszeit im Arbeitszeitgesetz umgehend bundesweit aufgehoben und die Einkommensgrenze für geringfügig Beschäftigte von aktuell 450 € befristet auf 1000 € angehoben werden, damit in dieser Krisensituation der erhöhte Arbeitsaufwand in der Logistik sowie den geöffneten Geschäften bewältigt und die Bevölkerung insbesondere mit Lebensmitteln versorgt werden kann.

 

7. Flächendeckende Logistik erleichtern

Die Umsetzung von Sondergenehmigungen für Lastkraftwagen für Fahrten und Belieferungen am Sonntag muss einheitlich für Deutschland geregelt werden. Derzeit existieren in den Bundesländern unterschiedliche Regeln, die Lastkraftwagen müssen aber meist durch mehrere Bundesländer fahren. Die Post- und Paketzustellung sollte in diese Sondergenehmigungen einbezogen werden, um das Transportvolumen gleichmäßiger zu verteilen.

 

8. Grenzüberschreitende Arbeitnehmerfreizügigkeit und freien Warenverkehr gewährleisten

Auswirkungen auf Berufspendler müssen so gering wie möglich gehalten werden. Arbeitnehmer aus europäischen Nachbarländern müssen zur Arbeit kommen können, da sie für die Aufrechterhaltung der Betriebstätigkeit vieler Handelsunternehmen und Logistiker unabdingbar sind. Der freie Warenverkehr in Europa ist ein zentraler Bestandteil der Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen Lebens. Derzeit verhindern infolge von Grenzkontrollen kilometerlange Staus die schnelle Abwicklung von Transporten. Die Staats- und Regierungschefs müssen sich unmittelbar auf Wege für eine funktionierende Schnellabfertigung einigen. HDE

Versorgungsinfrastruktur mit E-Commerce und stationärem Handel absichern

Mit acht Maßnahmen kann die Bundesregierung erreichen, dass der Onlinehandel seine tragende Rolle bei der Versorgung im Zeichen der Corona-Pandemie vollauf wahrnehmen kann. Neben Arbeitszeitmaßnahmen stellt insbesondere die Sicherstellung von Abholstellen im Multichannel-Handel eine wesentliche Chance dar, Waren nicht nur des täglichen Bedarfs flächendeckend zu verteilen

 

„Die Politik hat bisher in dieser Krise gezeigt, dass sie notwendige Schritte zur Unterstützung der Wirtschaft schnell umsetzt; dafür sind wir ausgesprochen dankbar. Damit unsere Branche im Gegenzug weiter dazu beitragen kann, die Versorgung der Bevölkerung zu sichern, sind dringend einheitliche Regelungen über die Grenzen der Bundesländer und bestenfalls auch im europäischen Konsens notwendig“, fordert der Präsident des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel e.V., Gero Furchheim. „Durch die Zusammenarbeit von E-Commerce und den weiteren funktionierenden Teilen des stationären Handels kann die Versorgungsinfrastruktur in Deutschland abgesichert werden.”

 

Die acht Maßnahmen sind im Einzelnen:

  1. Arbeitszeitregelungen müssen angepasst werden, um deutlich flexiblere Arbeitszeiten in allen Unternehmensbereichen zu ermöglichen und damit vor allem auch die Arbeitnehmer zu entlasten, die derzeit Kinderbetreuung und Beruf stemmen müssen.
  2. Die Erlaubnis von Sonntagsarbeit insbesondere in der Logistik und Zustellung unterstützt die kontinuierliche Lieferung bis zu den Kunden abseits der Metropolen.
  3.  Dazu gilt es, einheitliche Regelungen zu Sonn- und Feiertagsfahrverboten in allen Bundesländern zu treffen, um Umwege und Umfahrungen zu vermeiden.
  4. Die Bundesregierung sollte Möglichkeiten schaffen, um unter Wahrung der hygienischen Anforderungen auch Kioske und solche lokalen Geschäfte als Übergabeorte aufrechtzuerhalten, die neben Automaten als sichere Abholstelle für Ware im Versandhandel (Click&Collect) fungieren können.
  5. Auch über die Landesgrenzen hinweg müssen Pendler weiter zu den Arbeitsplätzen gelangen können, wo körperliche Anwesenheit unabdingbar ist.
  6. Die Bundes- und Länderregierungen müssen der Anregung der EU-Kommission nachkommen, vorrangige Fahrspuren für den Gütertransport, sogenannte „Green Lanes“, einzurichten, um so Waren der Grundversorgung oberste Priorität einzuräumen.
  7. Pauschale Quarantäne-Verpflichtungen für LKW-Fahrer dürfen nicht zur faktischen Unterbrechung des innereuropäischen Warenverkehrs führen. Sinnvoller sind Anweisungen, dass ausländische Fahrer beispielsweise die Fahrerkabine während des Entladens nicht verlassen dürfen.
  8. Schließlich sind besonders die Finanzminister des Bundes und der Länder aufgerufen, bei Überbrückungsfinanzierungen und –hilfen selbst aktiv zu bleiben und zudem die private Kreditwirtschaft entsprechend zu ermuntern.

„Die Lieferung nach Hause und Abholung von Waren mit Click&Collect unter Wahrung der notwendigen hygienischen Anforderungen bilden eine stabile Versorgungs-Infrastruktur. Stationärer Handel und E-Commerce können hier als Partner sichere Nahversorgung realisieren. Das ist gelebter Omnichannel-Handel“, ergänzt bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer. bevh

Sofortiger LIEFERSTOPP im VEDES Großhandel

Nach der EK/Servicegroup hat sich nun auch die VEDES an ihre Vertragslieferanten gewandt. Wir zitieren daraus: "Wir als VEDES werden alles tun, was in unserer Macht steht, um diese für unsere stationären Handelspartner existenzbedrohende Krise abzuwenden. Aufgrund der Schließung der Ladenlokale ist seitens des VEDES Großhandels eine Zustellung der Waren bis auf Weiteres praktisch nicht möglich. Deswegen werden wir unsere Kunden und Mitglieder bezüglich ihrer Auftragsrückstände sehr kulant unterstützen, z.B. durch das Sperren und Zurückhalten von Aufträgen oder durch längere Zahlungsziele. In diesem Sinne erwarten wir auch von unseren Industriepartnern, dass sie sich entsprechend einbringen bzw. engagieren und kulant zeigen.

 

Um der aktuellen Situation auch im Logistikbereich gerecht zu werden, werden wir ab heute Abend unseren Wareneingang im VEDES Großhandel in Lotte komplett schließen und somit keine Lieferungen mehr annehmen. Bitte sperren Sie umgehend alle bestehenden Aufträge bzw. setzen diese “on hold”, damit aktuell nichts mehr an das VEDES Großhandelslager geliefert wird. An dieser Stelle unsere dringende Bitte, diese Vorgabe unbedingt einzuhalten, um unnötige und mit Kosten verbundene Annahmeverweigerungen zu vermeiden. Einzige Ausnahme sind Lieferungen, die bereits bei unserer Logistik schriftlich avisiert und rückbestätigt wurden." Ph

EK/Servicegroup eG fordert Lieferanten auf Aufträge zu stornieren

Dass die derzeitige Krise an niemandem von spurlos vorbeigehen wird, das ist sicherlich allen handelnden Personen bewusst. Dass es jetzt darauf ankommt, dass Handel und Industrie miteinander sprechen und gemeinsam nach Lösungswegen suchen, die das "Überleben aller" sichern, das steht außer Frage. Dazu gehören auch drastische Einschnitte.

 

Wie dünn allerdings gerade die Linie zwischen guter Krisenkommunikation und Forderungen, die für Verwunderung sorgen ist, das wird möglicherweise die EK/Servicegroup eG erfahren. Denn manchmal macht nicht alleine der Inhalt, sondern auch der Ton die Musik. Eine Mitteilung an die Lieferanten sorgt für Unverständnis und Kopfschütteln. Wir zitieren:

 

"Die weitere Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundene Anordnung von Geschäftsschließungen führt zu einer sehr kritischen Situation für unsere stationären Mitglieder. Wir als Verbundgruppe mit fast 4.000 angeschlossenen Händlern werden alles tun, was in unserer Macht steht, um diese für unsere Anschlusshäuser existenzbedrohende Krise abzuwenden. 

  

Um Liquiditätsengpässe weitestgehend zu vermeiden, setzen wir voraus, dass Sie die von unseren Mitgliedern erteilten Aufträge ohne Berechnung stornieren und die Auslieferung nicht mehr durchführen. Aufgrund der Schließung der Betriebe ist eine Zustellung der Waren darüber hinaus bis auf Weiteres rein praktisch nicht möglich, bitte lassen Sie uns unnötige und mit Kosten verbundene Annahmeverweigerungen vermeiden.

 

Wir bitten um Ihr Verständnis und gehen davon aus, dass Sie der Alternativlosigkeit dieser Maßnahme zustimmen, in unserem gemeinsamen Interesse am Fortbestand des inhabergeführten Fachhandels. Gemeinsam mit Ihnen tragen wir eine große Verantwortung für die Zukunft des mittelständischen Einzelhandel. 

  

Sollten Sie besondere Vereinbarungen über Valuten mit unseren Mitgliedsunternehmen getroffen haben, werden wir diese selbstverständlich umsetzen. 

  

Vielen Dank für Ihre Kooperation in diesen schwierigen Zeiten, die uns allen das Äußerste abverlangen. 

  

Mit freundlichen Grüßen"

 

 

Update 18.03.2020 - 12:17 Uhr

 

Inzwischen ist man sich der Brisanz des gestrigen Schreiben bewusst geworden und schiebt folgende Erklärung hinterher. Wir zitieren:

 

"Unser Schreiben vom 17.03.2020 hat zu einigen Rückfragen geführt. Deshalb folgende Ergänzung von unserer Seite. 

 

Mit dem Hinweis, Aufträge zu stornieren, wollten wir unnötige Warenbewegungen vermeiden, weil vor Ort keine Warenannahme erfolgen kann. Lieferungen an das EK Lager sind davon ausgenommen. 

  

Im Ausnahmefall (je nach Branche und Betriebstyp) sind allerdings Warenlieferungen erforderlich und müssen auch weiterhin ausgeführt werden. 

 

Wir bitten Sie daher, Kontakt mit den Händlern aufzunehmen, die bei Ihnen Ware bestellt haben. Drogeriemärkte, Gartencenter, Großhändler, Online-Händler und alle weiteren Händler, die von der vorübergehenden Ladenschließung nicht betroffen sind, brauchen natürlich die Ware. Bitte halten Sie sich hier an die Vorgaben der bestellenden Unternehmen. 

  

Es tut uns leid, dass wir durch das in diesen Zeiten notwendige schnelle Handeln in unserem gestrigen Schreiben nicht alle Aspekte berücksichtigt haben und Ihnen dadurch Unannehmlichkeiten entstanden sind."

Ph

Corona-Virus - Fast 90 Prozent der E-Commerce-Händler von Auswirkungen betroffen – jeder zweite erwartet Umsatzrückgang

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) hat sich durch eine Umfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen ein Bild über die derzeitige Lage aufgrund der Corona-Pandemie gemacht. 135 Unternehmen haben sich bei der Umfrage am 12. und 13. März beteiligt.

 

Fast 9 von 10 Unternehmen (88,3 Prozent) berichten, dass sie aktuell bereits direkt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen sind. Gut 50 Prozent der Unternehmen rechnen momentan mit einer temporären Schließung zumindest von einzelnen Bereichen im Jahresverlauf. Allerdings wird mit Hochdruck daran gearbeitet, Abteilungen zu separieren, um insbesondere die Logistik nicht zu gefährden. Aus diesem Grund sehen fast zwei Drittel der Unternehmen Kurzarbeitergeld und die Finanzierung von Lohnfortzahlungen bei infektionsbedingter Schließung als sehr sinnvolle Unterstützung durch Hilfsmaßnahmen des Staates.

 

41 Prozent der befragten Unternehmen verzeichnen schon jetzt Nachfragerückgänge, mehr als sechs von zehn erwarten diese im Jahresverlauf. Zudem geht gut jedes zweite E-Commerce-Unternehmen von Umsatz- und Ergebnisminderung durch Lieferengpässe aus. 52,4 Prozent der Unternehmen wünschen sich daher Liquiditätshilfen, insbesondere auch Steuererleichterungen bei Abschreibungen (54,0 Prozent) und zinsfreie Steuerstundungen (51,6 Prozent).

 

Einen Konjunkturimpuls verspricht sich jedes zweite Unternehmen (48,4 Prozent) durch eine mögliche Abschaffung des Solidarzuschlags. Weniger Zuspruch gibt es für eine befristete Mehrwertsteuersenkung für alle (38,1 Prozent). 

 

Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh: „In dem Fall, dass der Onlinehandel seiner Versorgungsaufgabe nicht mehr nachkommen kann, muss eine schnelle und unbürokratische Inanspruchnahme von Leistungen bei Kurzarbeit möglich sein. Finanzhilfen, insbesondere im Fall von Arbeitseinschränkungen, etwa durch Lohnfortzahlungen bei Quarantäne-Maßnahmen, müssen uneingeschränkt zugänglich sein. Des Weiteren sind Liquiditätshilfen, etwa durch zinsfreie Steuerstundungsmaßnahmen oder Einflussnahmen auf Banken und Bankenaufsichten im Hinblick auf Kreditlinien wünschenswert.“

 

Die Bundesregierung muss zwingend eine funktionierende Infrastruktur gewährleisten. Dies bedeutet eine Aufrechterhaltung der Telekommunikations- und Daten-Netzwerke sowie den Bandbreiten-Ausbau zu forcieren. Zusätzlich muss der Betrieb von Post- und Paketdienstleistungen, der entscheidend für die Versorgung der Bevölkerung sowie Unternehmen ist, sichergestellt werden. bevh

Nachhaltigkeit ist mehr als nur ein kurzzeitiger Trend

Das aktuelle Consumer Barometer von KPMG und IFH Köln widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit und zeigt: Ein nachhaltiges Einkaufsverhalten spielt bei Konsumenten eine immer wichtigere Rolle. Oft herrscht bei Verbrauchern jedoch noch Unsicherheit bei der Frage, welches Produkt wirklich nachhaltig ist – sie fordern deshalb zwecks besserer Vergleichbarkeit von Handel und Herstellern eindeutigere Informationen.

 

Egal, ob in Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft: Nachhaltigkeit ist in aller Munde und wird immer wichtiger. Während 2011 bereits 76 Prozent der Konsumenten angaben, beim Einkaufen auf Nachhaltigkeit zu achten, sind es 2019 schon 81 Prozent. Dabei sind es vor allem Lebensmittel (72 %), die Verbraucher im Supermarkt bewusst auf Nachhaltigkeitsaspekte hin prüfen, bei Elektronikartikeln hingegen steht ein nachhaltiger Konsum nur bei 48 Prozent der Verbraucher im Vordergrund. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt die aktuelle Ausgabe des Consumer Barometers von IFH Köln und KPMG zum Thema Nachhaltigkeit, für das rund 500 Konsumenten und ausgewählte Experten befragt wurden.

 

„Nachhaltigkeit ist ein Teil unserer Lebensrealität und wird Wirtschaft und Gesellschaft fundamental verändern. Denn die Menschen haben verstanden, dass es auf dieser Welt keine unlimitierten Ressourcen gibt. Die Transformation zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell wird aus drei Richtungen wesentlich beeinflusst: von Regulierern, Unternehmen und gesellschaftlichen Interessengruppen. Dabei gibt es keinen Standardprozess, wohl aber Chancen und Risiken, die dafür sorgen, dass sich Märkte komplett verändern, verschwinden oder ganz neue auftun“, so KPMG-Partner und Head of Consumer Goods, Stephan Fetsch.

 

Konsumenten legen beim Einkaufsverhalten immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit

Ein nachhaltiger Konsum ist für immer mehr Verbraucher bereits selbstverständlich – nur drei Prozent der Befragten lehnen nachhaltige Produkte ausdrücklich ab und kaufen diese bewusst nicht. Die meisten Befragten sind dagegen sogar bereit, für ein nachhaltiges Produkt einen höheren Preis zu bezahlen (69 Prozent). Dabei sind die Befürworter von nachhaltigen Produkten überwiegend weiblich: Die männlichen Befragten gaben an, dass ihnen die Auseinandersetzung mit dem Thema zu aufwendig sei (25 %, bei Frauen 17 %) oder davon „genervt“ zu sein (15 %, bei Frauen 6 %).

 

„Ob der Jute-Beutel beim Gang in den Supermarkt oder gleich der Besuch von Unverpackt-Läden: Gerade bei jüngeren Konsumenten spielt ein nachhaltiger Lebensstil häufig eine wichtige Rolle und wird immer gefragter. Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Gepaart mit dem Wunsch nach mehr Convenience im Einkaufsalltag von Konsumenten wird sich ein nachhaltiges Einkaufen perspektivisch immer einfacher gestalten und damit auch immer attraktiver werden“, so Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln.

 

Nachhaltigkeit ja – aber welches Produkt ist nachhaltig?

Beim Thema Nachhaltigkeit sind Informationen das A und O. Der Großteil der Verbraucher (85 Prozent) gibt an, sich eigenständig über Nachhaltigkeit zu informieren. Dabei bevorzugt etwas mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) das Internet als Informationsquelle. Ältere Konsumenten (50 bis 59 Jahre) informieren sich darüber hinaus oft über Fernsehen und Radio, die jüngere und zukunftsweisende Zielgruppe der 16 bis 29-Jährigen bezieht auch vermehrt Informationen zu Nachhaltigkeit über Dokumentationen und soziale Medien.

 

Aber wie verlässlich sind die selbst eingeholten Informationen? 55 Prozent der Befragten geben an, sich oft unsicher zu sein, ob das gewählte Produkt auch wirklich die nachhaltigste Variante ist. Abhilfe könnten hier offizielle und allgemein gültige Siegel bieten. Hier sind Politik, Handel und Hersteller gefragt, den Verbrauchern eine Basis für verlässliche und offiziell geprüfte Informationen zur Nachhaltigkeit der Produkte zu schaffen. IFH

HDE-Konsumbarometer - Verbraucherstimmung verbessert sich spürbar

Das aktuelle HDE-Konsumbarometer zeigt, dass die Verbraucher positiv gestimmt auf die kommenden drei Monate blicken. Zumindest bis Mitte Februar hatte die Ausbreitung des Coronavirus keine Auswirkungen auf die Konsumlaune. Die Verbraucherstimmung ist im März 2020 deutlich positiver als in den Monaten zuvor. Das HDE-Konsumbarometer erreicht das gute Niveau aus dem vergangenen September und liegt damit knapp höher als im März 2019.

 

Damit deutet nichts darauf hin, dass das Coronavirus einen merklichen Effekt auf die Stimmung der Verbraucher hat. Allerdings endete die dem HDE-Konsumbarometer zugrunde liegende Befragung am 16. Februar, sodass die jüngsten Entwicklungen noch nicht berücksichtigt sind. Angesichts der Ausbreitung des Virus in den letzten Tagen könnte sich die Stimmung der Verbraucher rasch verändern.

 

Verbessert haben sich insbesondere die Erwartungen der Verbraucher an die Gesamtkonjunktur sowie für die eigene Einkommensentwicklung. Die Arbeitsmarktdaten bleiben weiter stabil, sodass bei den Verbrauchern keine merklichen Sorgen über die Zukunft ihrer Arbeitsplätze aufkommen. Im Ergebnis erreicht die Anschaffungsneigung den höchsten Stand innerhalb der letzten elf Monate. Sollten diese positiven Entwicklungen in den nächsten Monaten anhalten, könnte sich die zu Jahresbeginn erwartete Konsumzurückhaltung im Laufe des zweiten Quartals auflösen. HDE

Stationärer Einzelhandelsumsatz in Deutschland wächst 2020 um 1,3 Prozent

GfK prognostiziert für den stationären Einzelhandel in Deutschland ein Umsatzwachstum von 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2020. Vor allem einwohnerstarke deutsche Metropolen wie Berlin, Hamburg und München zählen zu den Spitzenreitern, was den erwirtschafteten Umsatz angeht – doch auch viele Mittelstädte mit Versorgungsfunktion für ihr Umland erweisen sich als potenzialstarke Handelsstandorte.

 

Laut der aktuellen GfK-Studie „Einzelhandelsumsatz 2020“ wird für den stationären Einzelhandel in Deutschland in diesem Jahr ein Gesamtumsatzvolumen von 428,6 Milliarden Euro erwartet. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 5,5 Milliarden Euro und damit einem nominalen Plus von 1,3 Prozent.

 

Regionale Verteilung der Umsätze in Deutschland

Bei regionaler Betrachtung der Einzelhandelsumsatzsummen belegen wie zu erwarten die einwohnerstärksten deutschen Kreise die vordersten Ränge: Mit Abstand auf Platz eins des Kreisrankings nach Einzelhandelsumsatz in Mio. Euro landet dabei die deutsche Hauptstadt: So fließen in Berlin knapp 19,5 Mrd. Euro in den stationären Einzelhandel, was 4,54 Prozent des gesamtdeutschen Umsatzes entspricht. Wie im Vorjahr folgen Hamburg (2,71%), München (2,63%), Köln (1,70%), Hannover (1,58%) und Frankfurt am Main (1,06%) auf den Plätzen zwei bis sechs.

 

Eine Änderung gibt es aber dieses Jahr in den Top 10: Düsseldorf und Stuttgart, die jeweils einen Anteil von rund 1 Prozent am stationären Handels-Gesamtumsatz haben, tauschen die Ränge. Damit zieht die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt an der baden-württembergischen vorbei. Insgesamt werden 17,86 Prozent des deutschen stationären Einzelhandelsumsatzes in den Top 10 Kreisen erwirtschaftet.

 

Je stärker ein Einzelhandelsstandort ist, desto größer ist auch seine Anziehungskraft auf die Konsumenten, denn sie schätzen eine große Auswahl, viele Angebote und allgemein das Einkaufserlebnis in den Metropolen. So hat der Handel in Großstädten zwar die Chance auf optimale Markenpräsenz, starke Nachfrage und hohe Umsatzvolumina – gleichzeitig bedeuten starke Einzelhandelsstandorte aber auch viel Konkurrenz und ein Überangebot für manche Branchen und Zielgruppensegmente. Außerdem herrscht hier der größte Wettbewerb um die Einzelhandelsimmobilien.

 

Daher sind bei Expansionsplanungen und der Filialnetzpflege für den Handel kleinere Standorte von großer und auch weiterhin wachsender Bedeutung. Mittelstädte mit Versorgungsfunktion für ihr Umland erzielen rechnerische Pro-Kopf-Umsätze, die fast doppelt so hoch wie der Landesdurchschnitt von derzeit 5.163 Euro sind. Spitzenreiter im Kreisranking nach Einzelhandelsumsatz je Einwohner ist dabei wie im Vorjahr der Stadtkreis Würzburg, gefolgt von den Stadtkreisen Straubing und Passau. Um drei Plätze nach oben auf Rang sieben klettert der Stadtkreis Zweibrücken, in dem der Pro-Kopf-Umsatz mehr als 76 Prozent über dem deutschen Durchschnitt liegt. GfK